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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von LinLina » Montag, 28.03.16, 13:24

Hallo ljomour,

Es tut mir so leid, dass du in dieser verzwickten Lage bist. Ich wünschte, ich hätte eine Lösung, aber oft ist es so dass es jede Alternative Nachteile/Risiken mit sich bringt.

Dir jetzt Vorwürfe zu machen ist einerseits verständlich, aber andererseits tust du dir damit noch mehr weh. Es ist nicht deine Schuld, dass es so gekommen ist und du hast früher so gehandelt, wie es für dich richtig erschien. Niemand kennt alle Konsequenzen seiner Entscheidungen.

Ich würde jetzt erstmal nichts entscheiden, sondern alles daran setzen erstmal mit deiner aktuellen Lage zurecht zu kommen. Erstmal die Tatsachen so anerkennen wie sie sind, und versuchen es zu akzeptieren, soweit es geht. Du hast die Befürchtung, das Risiko, dass du wegen deines Medikaments bedrohliche Herzprobleme bekommst. Das ist etwas, das sicher extrem schwer ist aber ich denke es geht jetzt nicht anders als das erstmal zu akzeptieren.

Ob du dann weiter versuchst abzusetzen und wie, ist eine andere Frage, für die du wahrscheinlich noch etwas Zeit brauchst um das zu Entscheiden, das ist jedenfalls mein Gefühl. Aber das wichtigste ist erstmal, nicht in Panik zu geraten. Wir sind ja im Leben oft in Situationen die auf die eine oder andere Weise bedrohlich sind, und das lässt sich oft nicht ändern.

Ich kenne mich mit den Risiken und Konsequenzen bzw. Behandlungsmöglichkeiten von Herzbeschwerden gar nicht aus, aber ich würde mir an deiner Stelle überlegen was es braucht, um dich wenigstens etwas abzusichern.

Ein regelmäßiges EKG ist sicher eine wichtige Sache. Was würde denn passieren wenn dein EKG noch schlechter wird? Was würden die Ärzte dann raten?

Hast du eine Therapeutin/Therapeuten wo du Vertrauen hast, und wo du deine derzeitige Situation in einer unterstützenden Athmosphäre besprechen kannst?

Liebe Grüße,
Lina

Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,005 mg Mein Thread
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Montag, 28.03.16, 15:36

Hallo,

Ihr habt doch so viel Erfahrung mit dem Absetzten von Psychopharmaka. Warum beantwortet mir niemand meine schon mehrmals gestellte Frage, ob es eine Erklärung dafür gibt oder ob das häufiger vorkommt, dass ich schon beim Reduzieren von nur 10 mg Sulpirid ( 3% der Dosis !), nachdem sich der Körper ein halbes Jahr lang auf 350 mg einstellen konnte, solche Schwierigkeiten habe.

Und in meinem letzten Beitrag habe ich ja auch gefragt, wie lange solche Absetzerscheinungen anhalten würden, wenn ich nicht nach ein paar Tagen wieder erhöhen würde. Oder kann man diese Frage nicht beantworten?

Liebe Grüße
Ljomur
1991-94 Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche ohne organische Ursache;
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1994-96 Sulpirid 400 mg, wesentliche Besserung
1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
2005-04/2015 Sulpirid 400 mg, Besserung der körperlichen Symptome bis auf Reizdarm, Zunahme der Ängste
1998-2014 abends 2 mg Diazepam und selten tagsüber 2 mg Diazepam bei starker Angst
2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
2013-2015 mehrmals Sulpirid auf 350 mg reduziert, nach 4 Wochen Reduzierung auf 325 mg, danach jedes Mal stärkste Symptome, wieder Erhöhung auf 400 mg, dann ein paar Monate Pause bis zum nächsten Versuch
21.04.2015 Sulpirid 375 mg
21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
28.06. Sulpirid 400 mg, Besserung
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06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
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11.07. Besserung
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von LinLina » Montag, 28.03.16, 16:02

Hallo ljomur,

nein, ich habe leider keine Erklärung dafür, warum manche so schwer absetzen können und selbst kleinste Dosierungen merken, wärend andere einfach kalt absetzen und kaum was merken. Wenn ich das wüsste, wären wir einen riesen Schritt weiter.

Und ich weiß auch nicht, wie lange bei dir die Absetzerscheinungen genau anhalten, dass muss jeder für sich selbst vorsichtig austesten.

Ich glaube niemand weiß das oder kann vorhersagen treffen wie es für andere sein wird.

Das wird ein Grund dafür sein, dass Ärzte sich hinter Begriffen wie psychosomatisch verstecken, wenn es um die Einnahme und das Absetzen von Psychopharmaka geht, sie wissen auch nichts darüber.

Ich weiß nur dass unser Nervensystem höchst individuell ist und höchst kompliziert, und dass es daher individuelle Wege braucht um damit umzugehen.

lg Lina

Edit: Kennst du diesen Text schon viewtopic.php?f=6&t=8621 dort wird ganz anschaulich erklärt, was bei der Einnahme von Psychopharmaka und beim Absetzen passiert.
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 29.03.16, 10:38

Hallo ljmour, wir wissen nicht warum du auf die Reduktion von 3% gleich so heftig reagierst.

Ansonsten denke ich das dir Jamie eine ausführliche Antwort geschrieben hat in der unsere Gedanken enthalten sind und unsere Lösungen die es eventuell gibt enthalten waren. Wir haben Erfahrungswerte, aber wir können dir nicht sagen das und das klappt bei dir, jeder Mensch ist individuell , wir können da nur Tipps geben.

Und ob das oft vorkommt das man bei 350 mg ne Reduktion von 3% merkt, nein eigentlich nicht, aber in deinem Fall scheint es so zu sein. Und nein niemand kann dir sagen was genau in deinem Fall passiert wenn du länger mit der Reduktion durchhälst . Was genau treten denn für Symthome bei dir auf ?
grüsse Petra
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von padma » Dienstag, 29.03.16, 21:39

hallo Iljomur, :)

was schon häufiger vorkommt, dass es beim Absetzen eine Schwelle gibt, über die es besonders schwierig ist hinweg zukommen. Warum das so ist, wissen wir nicht. Es hat vermutlich mit Anpassungsprozessen im ZNS zu tun.

Die sehr lange Einnahmezeit ist vermutlich mit ein Grund dafür, dass dein ZNS so sensibel reagiert.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Mittwoch, 27.04.16, 11:32

Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten.
Ich bin im Moment so resigniert. Ich sehe keinen Weg mehr, von dem Sulpirid weg zu kommen. Eure Antworten machen ja auch nicht wirklich Mut.
Meine QTc-Zeit ist schlechter geworden und die Kardiologen legen mir dringend nahe, das Sulpirid auf die Hälfte zu reduzieren oder ganz abzusetzen. Aber es geht ja nicht. Mein langjähriger Neurologe sagt, er könne mir nicht mehr helfen, ich müsse in eine Klinik, damit mein Herz überwacht werden kann, wenn ich ein weiteres QT-Zeit verlängerndes Medikament dazu nehme, um dann einen Versuch zu machen, das Sulpirid auszuschleichen. Ich möchte aber nicht in eine Klinik, weil ich da gar nichts mehr entscheiden kann und ich die Befürchtung habe, dann mit zwei oder drei Medikamenten da wieder raus zu kommen, von denen ich dann auch wieder nicht wegkomme und dann nichts gewonnen zu haben. Ich kenne einige Leute, denen es so ergangen ist, und denen es letztendlich hinterher auch nicht besser gegangen ist.
Ich war noch bei einer anderen Neurologin, die mir empfohlen hat trotz des hohen QTc-Wertes Mirtazapin dazu zu nehmen und dann 50 mg vom Sulpirid weg zu lassen. Dass das Mirtazapin auch die QT-Zeit verlängert, findet sie nicht so schlimm; sie sagt, das werde schon gutgehen. Davor habe ich aber auch Angst, weil die Kardiologen sagen, ganz riskant sei die Einnahme von zwei QT-Zeit verlängernden Medikamenten.
Wenn es mir mit den 350 mg Sulpirid wenigstens gut ginge, könnte ich das Problem mit der QT-Zeit vielleicht verdrängen und einfach so weiter machen. Aber mir geht es ja fast jeden Tag schlecht, obwohl ich das Medikament nehme; das Sulpirid schadet mir, hilft mir nicht mehr und trotzdem muss ich es schlucken - das ist so tragisch.
Ich habe keinen Mut und keine Hoffnung mehr - aber trotzdem vielen Dank noch einmal, dass Ihr mir immer antwortet.
Viele Grüße
Ljomur
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01.08 Sulpirid 350 mg, seitdem immer wieder schlechtere Tage mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche, Schwindel, Unruhe, Angst, aber auszuhalten
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 28.04.16, 22:03

Hallo Ljomur!
Wenn es mir mit den 350 mg Sulpirid wenigstens gut ginge, könnte ich das Problem mit der QT-Zeit vielleicht verdrängen und einfach so weiter machen. Aber mir geht es ja fast jeden Tag schlecht, obwohl ich das Medikament nehme; das Sulpirid schadet mir, hilft mir nicht mehr und trotzdem muss ich es schlucken - das ist so tragisch.
Das ist tragisch und leider teilst Du diese Erfahrung mit anderen Mitgliedern hier. Vielleicht ist es ein kleiner Trost, dass Du nicht alleine damit bist!

Du warst jetzt bei zwei Neurologen und beide konnten kein Medikament empfehlen, dass kein QT-Zeit-Risiko hat, verstehe ich das richtig? Wurde so eine Möglichkeit denn besprochen und dann verworfen, oder gab es dazu gar keine Idee? Hast Du mit der zweiten Neurologin über die Möglichkeit einer Deckelung mit Diazepam, wie mal von Dir überlegt, gesprochen?

Notfalls könntest Du, wenn es mit dem Sulpirid garnicht weitergeht, die Lösung aussuchen, die für Dich das kleinere Übel darstellt?

Es ist oft schwierig, Mut und Hoffnung zu haben. Manchmal kommt das auch erst zurück, wenn man anfängt, einen Weg zu gehen, auch wenn man nicht sicher weiß, wo der Weg hinführt.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Freitag, 29.04.16, 16:30

Hallo,
danke, es ist gut zu wissen, dass ich mit dem Problem nicht so ganz alleine bin.
Das einzige Medikament, das keine Verlängerung der QT-Zeit als Nebenwirkung hat, ist wohl das neue Brintellix, worauf mich Padma auch schon hingewiesen hat. Ich kann das aber nicht nehmen, weil mir dann nur die ganze Zeit schlecht ist, es auch Durchfall verursacht und es mir dann noch schlechter geht als jetzt, weil ich ja eben gerade unter solchen somatischen Beschwerden leide; ein anderes kardiologisch neutrales Medikament gibt es wohl nicht. Darum sagt ja mein langjähriger Neurologe, dass ich in eine Klinik müsste, damit man mich bei dem Hinzunehmen eines zweiten QT-Zeit verlängernden Medikaments ständig kardiologisch überwachen kann. Die zweite Neurologin sieht das mit der QT-Zeit wie gesagt nicht so eng, aber kann ich ihr da vertrauen - die Kardiologen sehen es ja anders.

Mit Diazepam kann ich die Symptome abfangen, aber ich habe natürlich Angst abhängig zu werden wenn ich es immer brauche, weil ich ja schon über ein halbes Jahr 50 mg weniger Sulpirid nehme und der Körper und das ZNS sich immer noch nicht daran gewöhnt haben und es mir immer noch schlecht geht. Mein langjähriger Neurologe würde es mir verschreiben, aber ich bin da selbst sehr vorsichtig.

Sind meine Bedenken bezüglich eines Klinikaufenthaltes, die ich in meinem letzten Post geäußert habe, gerechtfertigt? Ihr habt doch da sicher auch Erfahrung.

Viele Grüße
Ljomur
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21.05. Sulpirid 350 mg
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von padma » Freitag, 29.04.16, 18:54

hallo Ljomur, :)

ich müsse in eine Klinik, damit mein Herz überwacht werden kann, wenn ich ein weiteres QT-Zeit verlängerndes Medikament dazu nehme, um dann einen Versuch zu machen, das Sulpirid auszuschleichen.
Ist denn eine psychatrische Klinik im Gespräch? Zur Überwachung des Herzens wäre ja wenn eine kardiologische Station angezeigt.
Psychatrische Kliniken sind zumeist somatisch nicht so gut aufgestellt. :( Also, da müsste garantiert sein, dass ein erfahrener Kardiologe zur Verfügung steht.
Ein weiteres Problem dabei ist, dass das Auschleichen ja Zeit brauchen würde. Solange sind die Aufenthaltsdauer i.d.R, nicht.

Mir ist der Sinn des Wechsels auf ein anderes QT Zeit verlängerndes Medikament nicht klar. Soll das dann im Anschluss wieder ausgeschlichen werden?
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Zwingen zu neuen Mediamenten können sie dich nicht. Allerdings ist es erfahrungsgemäss schon so, dass in Kliniken oft weitere Medikamente gegeben werden. Das erfordert dann schon Durchsetzungskraft um sich dagegen zu wehren.
Die zweite Neurologin sieht das mit der QT-Zeit wie gesagt nicht so eng, aber kann ich ihr da vertrauen - die Kardiologen sehen es ja anders.
Also, ich würde da den Kardiologen Glauben schenken
Mit Diazepam kann ich die Symptome abfangen, aber ich habe natürlich Angst abhängig zu werden wenn ich es immer brauche,
Ab 2 - 4 Wochen täglicher Einnahme besteht ein hohes Abhängigkeitsrisiko. Du wärst dann aller Wahrscheinlichkeit nach benzoabhängig und müsstest im Anschluss einen Benzoentzug machen. Normalerweise raten wir daher davon ab, einen Medikamentenentzug unter einem Benzodiazepin zu machen. Das Problem bei dir ist nur, dass du möglichst schnell reduzieren musst.

Eine wirklich gute Lösung wird es wohl nicht geben. :( Die Frage ist die des geringsten Übels.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Samstag, 30.04.16, 10:24

Hallo,

es ist die Rede von einer psychiatrischen Klinik; dort könne man die QT-Zeit überwachen. Es soll dann ein anderes Medikament gegeben werden, in der Hoffnung wohl, das ich das Sulpirid dann ausschleichen kann und das neue Medikament bei mir dann die QT-Zeit nicht verlängert - das müsse probiert werden.
Der Neurologe ist ja der Meinung, ich könne ohne ein Medikament nicht zurecht kommen. Ich sei eben psychisch krank. Er bestreitet ja, dass sich nach 20 Jahren Sulpirid eine Abhängigkeit von dem Medikament entwickelt haben könnte.

Ich selber bin der Meinung oder habe das Gefühl, dass ich ohne Medikamente natürlich vielleicht noch Ängste und das eine oder andere körperliche Symptom hätte, mit denen ich aber umgehen könnte, aber insgesamt die große Angst vor den Spätfolgen des Sulpirid, von denen ich ja eine schon habe, weg wäre und ich frei von Medikamenten mit einem viel besseren Gefühl leben könnte. Darauf geht aber keiner von den Ärzten ein.

Ich verstehe ja nicht, warum sich mein Körper und ZNS nach einem halben Jahr mit 50 mg weniger Sulpirid immer noch nicht daran gewöhnt haben. Sollten die Ärzte doch Recht haben, dass ich die höhere Dosis brauche oder kann eine Gewöhnung an eine niedrigere Dosis so lange brauche?
Ich habe mal etwas von "protrahiertem" Entzug gelesen (ich weiß nicht ob der Begriff richtig ist), bei dem man sehr lange unter Entzugserscheinungen leidet; gibt es so etwas bei Neuroleptika auch?

Ich nehme ja schon seit Jahren immer mal wieder Diazepam, aber nie mehr als 2 mg und komme immer wieder davon weg.
Ich weiß natürlich nicht, ob mir das auch gelingt, wenn ich es regelmäßiger nehme und vielleicht etwas mehr.
Wäre für Euch denn eine Diazepam-Abhängigkeit in meinem Fall das geringere Übel? Ich weiß, dass die Frage nicht gut ist und Ihr mir natürlich nicht empfehlen könnt, Diazepam zu nehmen, aber Ihr habt ja auch Erfahrungen mit Benzodiazepin-Abhängigkeit.

Ich hoffe, ich schreibe nicht zu viel, aber ich bin so hilflos und weiß gar nicht mehr was ich tun soll. Ich weiß, dass ich von Euch auch keine einfache Lösung des Problems bekommen kann, aber Eure Antworten können mir vielleicht noch mögliche Wege aufzeigen.

Liebe Grüße
Ljomur
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1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von LinLina » Samstag, 30.04.16, 13:39

Hallo ljomour,

ob die Diazepam-Abhängigkeit das kleinere Übel wäre ist schwer zu sagen. Dafür gibt es einfach zu viele Unsicherheitsfaktoren :-(

Erstmal weiß ich nicht, ob das Diazepam überhaupt den Sulpirid-Entzug bei dir deckeln könnte. Wenn nicht, macht das ganz natürlich nicht viel Sinn - das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Ersatzmedikamente.

Dann weiß man nicht, welchen Effekt die Einnahme höherer Dosierungen Diazepam über längere Zeit überhaupt bei dir hat.

Und man weiß nicht, was die Konsequenzen deiner QT-Zeit Verlängerung unter dem Sulpirid überhaupt sind.

Ja, protrahierten Entzug gibt es auch bei Neuroleptika.


Ich würde sagen, wenn die QT-Zeit Verlängerung unter dem Sulpirid relativ akut Lebensbedrohlich ist, dann ist das Diazepam das kleinere Übel - vorrausgesetzt es hilft dir überhaupt.

Aber es kann ja auch genauso sein, dass dir gar nichts passiert aufgrund der QT-Zeit Verlängerung, oder? Und es kann sein, dass das Diazepam dir gar nicht ausreichend hilft beim Sulpirid-Entzug und du dann Diazepam-Abhängig bist, ohne dass es den gewünschten Effekt hat. Dann wäre es sicher nicht das kleinere Übel.

Falls du dich entscheidest, zu versuchen das Sulpirid mit einer anderen Substanz zu ersetzen, egal mit welcher, würde ich es erstmal vorsichtig antesten, ob es überhaupt die Entzugserscheinungen ausreichend deckelt, bevor du "aufs Ganze" gehst.

Ich würde mir vor einer Entscheidung versuchen eine Auszeit zu nehmen, vielleicht in einer Klinik die ganzheitlich arbeitet. Nicht um abzusetzen, sondern um etwas zur Ruhe zu kommen und dir klar zu werden, welche Möglichkeiten du in Betracht ziehen möchtest.

Liebe Grüße,
Lina
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von padma » Samstag, 30.04.16, 13:52

hallo Ljomur, :)
Es soll dann ein anderes Medikament gegeben werden, in der Hoffnung wohl, das ich das Sulpirid dann ausschleichen kann und das neue Medikament bei mir dann die QT-Zeit nicht verlängert - das müsse probiert werden.
Für mich hört sich dieser Vorschlag nicht gerade überzeugend an. Wenn alle PP die QT Zeit verlängern können und du offensichtlich dafür anfällig bist, warum sollte das bei einem anderen PP dann nicht auftreten?
Und falls nicht sofort, dann eben zu einem späteren Zeitpunkt. Ich befürchte, du kämst da vom Regen in die Traufe.
Der Neurologe ist ja der Meinung, ich könne ohne ein Medikament nicht zurecht kommen. Ich sei eben psychisch krank. Er bestreitet ja, dass sich nach 20 Jahren Sulpirid eine Abhängigkeit von dem Medikament entwickelt haben könnte.
Wenn er nach 20 Jahren Einnahme eine Abhängigkeit (offiziell sagend die Ärzte dazu Gewöhnung) bestreitet, kann er m.M.n nicht einschätzen, ob du ein Medikament brauchst.
Wenn ich das richtig sehe, leidest du v.a unter körperlichen Symptomen und Angst. Diese Problematik ist m.M.n. keine Indikation für eine dauerhaft PP Einnahme.
Ich selber bin der Meinung oder habe das Gefühl, dass ich ohne Medikamente natürlich vielleicht noch Ängste und das eine oder andere körperliche Symptom hätte, mit denen ich aber umgehen könnte, aber insgesamt die große Angst vor den Spätfolgen des Sulpirid, von denen ich ja eine schon habe, weg wäre und ich frei von Medikamenten mit einem viel besseren Gefühl leben könnte. Darauf geht aber keiner von den Ärzten ein.
Du wirkst sehr klar und sortiert. Warum also sollte deine Einschätzung falsch sein? Vertraue deiner Wahrnehmung.
Es ist eine Standarteinschätzung vieler Psychater, dass man Psychopharmaka eben brauchen würde. :frust:
Ich verstehe ja nicht, warum sich mein Körper und ZNS nach einem halben Jahr mit 50 mg weniger Sulpirid immer noch nicht daran gewöhnt haben. Sollten die Ärzte doch Recht haben, dass ich die höhere Dosis brauche oder kann eine Gewöhnung an eine niedrigere Dosis so lange brauche?
Das Problem ist die sehr lange Einnahmezeit. Das ZNS hat sich darunter umgebaut und quasi "verlernt" normal zu funktionieren.
Stell dir vor, deine Beine wären 20 Jahre lang eingegipst gewesen. Wie lange würde das wohl dauern, bis du wieder laufen könntest.
Ich habe mal etwas von "protrahiertem" Entzug gelesen (ich weiß nicht ob der Begriff richtig ist), bei dem man sehr lange unter Entzugserscheinungen leidet; gibt es so etwas bei Neuroleptika auch?
Von einem protahierten Entzug spricht man, wenn Entzugssymptome nach dem kompletten Absetzen noch weiter anhalten
siehe http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 51#p116151
Das gibt es auch bei NL, trifft bei dir aber aktuell nicht zu.
Ich nehme ja schon seit Jahren immer mal wieder Diazepam, aber nie mehr als 2 mg und komme immer wieder davon weg.
Ich weiß natürlich nicht, ob mir das auch gelingt, wenn ich es regelmäßiger nehme und vielleicht etwas mehr.
Bei nur seltener Einnahme ensteht keine Abhängigkeit. Anders ist das bei einer regelmässigen Einnahme.
Wäre für Euch denn eine Diazepam-Abhängigkeit in meinem Fall das geringere Übel? Ich weiß, dass die Frage nicht gut ist und Ihr mir natürlich nicht empfehlen könnt, Diazepam zu nehmen, aber Ihr habt ja auch Erfahrungen mit Benzodiazepin-Abhängigkeit.
Ich weiss es nicht.
Ein Benzoentzug verläuft sehr unterschiedlich. Manche kommen einigermassen gut davon weg, bei anderen ist es extrem schwierig. Sehr problematisch ist auf jeden Fall eine Langzeiteinnahme.
Ich hoffe, ich schreibe nicht zu viel, aber ich bin so hilflos und weiß gar nicht mehr was ich tun soll. Ich weiß, dass ich von Euch auch keine einfache Lösung des Problems bekommen kann, aber Eure Antworten können mir vielleicht noch mögliche Wege aufzeigen.
Nein, du schreibst nicht zuviel, deine Situation ist defacto sehr schwierig.
Ich wüsste keinen vergleichbaren "Fall" hier im Forum. Du könntest mal die Suchergebnisse durchgehen,
http://www.adfd.org/austausch/search.ph ... ds=QT+Zeit.
Wir können leider wirklich nicht mehr, als Möglichkeiten und Risiken aufzuzeigen.

liebe Grüsse,
padma

P.S. überschnitten mit Lina :)
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


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: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von annemika » Samstag, 16.09.17, 15:26

Hallo Ljomur,
ich habe deine Geschichte gelesen und finde mich in vielen Teilen wieder. Auch ich habe aufgrund eines undefinierbaren Beschwerdebildes (plötzliche große Schwäche) Sulpirid verschrieben bekommen und ja, es half sofort. Doch jetzt nach 5 Jahren schaffe ich es einfach nicht, abzusetzen. Bei mir ist die kritische Grenze 25 mg. Bin aktuell bei 50 mg. Die Absetzerscheinungen sind horrend. Ich werde es noch einmal gaaaaanz laaaaangsam versuchen und wenn es nicht klappt, bin ich wohl gezwungen es für immer zu nehmen.

Mich würde interessieren, wie deine Geschichte weitergegangen ist.

Liebe Grüße Annemika
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Ende August 2012: ausgeprägte körperliche Schwäche nach Studiumsende, Hausarzt vermutet Burnout, Einnahmebeginn 100 mg Sulpirid - Anfang September 2012: symptomfrei
Weihnachten 2012: Reduktion auf 50 mg Sulpirid - Ostern 2013: 25 mg Sulpirid
Ende April 2013: Sulpirid abgesetzt, 5 Tage später erstmalig starke depressive Symptome
Anfang Mai 2013: 50 mg Sulpirid, nach zwei Stunden symptomfrei
Juli 2013: 25 mg Sulpirid, kurze Zeit später erneut depressive Symptome, Erhöhung auf 75 mg Sulpirid
ab Herbst 2013: erneute Reduzierung des Sulpirid
Februar 2014: 25 mg Sulpirid, starke depressive Symptome, starke körperliche Schwäche, Erhöhung bewirkt nichts
Februar 2014: 200 mg Sulpirid, depressive Symptome weiterhin
März 2014: erstmalige Konsultierung eines Psychiaters
März 2014: 75 mg Venlafaxin, 100 mg Sulpirid, sehr schlechtes Allgemeinbefinden
April 2014: 150 mg Venlafaxin, 50 mg Sulpirid, 10 Tage Krankenstand
Mail 2014: 150 mg Venlafaxin, 25 mg Sulpirid, langsame Besserung des Allgemeinbefindens
Anfang Juni 2014: 150 mg Venlafaxin, Sulpirid abgesetzt - sofort wieder sehr starke Schwäche
Anfang Juni 2014: 200 mg Sulpirid, Symptome verschwinden, 150 mg Venlafaxin
Sommer 2014: Reduktion und Absetzen von Venlafaxin (auf eigene Faust)
Sommer 2015: Reduktion des Sulpirids auf 50 mg ohne Probleme, neuer Psychiater
Sommer 2016: Versuch der Reduktion des Sulpirids auf 25 mg, depressive Symptome
März 2017: Psychiater verschreibt Elontril (Bupropion) 75 mg + 50 mg Sulpirid
Juli 2017: Elontril 150 mg, Reduktion des Sulpirids auf 25 mg, Akathisie, Atembeschwerden, Schwäche, Stimmungsschwankungen, Schwindel
August 2017: Elontril 150 mg, Erhöhung Sulpirid wieder auf 50 mg nach schlimmen Absetzsymptomen (s.o)
Mitte August 2017: 0 Elontril, Sulpirid 50 mg, Unruhe weicht
Ende August 2017: 50 mg Sulpirid, wieder stabil
Anfang November 2017: erneutes Reduzieren, ca. 40 mg Sulpirid
Mitte November 2017: ca. 40 mg Sulpirid, leichte Absetzsymptome (s.o)
Mitte Dezember 2017: ca. 35 mg Sulpirid, einigermaßen stabil,
Weihnachten 2017: ca. 30 mg Sulpirid, stärkere Absetzsymptome (wie oben), wieder aufdosiert auf 35 mg
Ende Jänner 2018: ca. 35 mg Sulpirid, immer wieder Absetzsymptome (Herzprobleme, Schwindel, depressive Verstimmungen, Schwäche, Unruhe, starke Migräne), dazwischen auch gute Tage
Mitte Februar 2018: 25 mg Sulpirid, eine Woche starke Absetzsymptome (Schwäche in den Beinen, Kopfdruck, Niedergeschlagenheit, schlechter Schlaf, sehr starke Migräne)
März 2018: Beginn mit MIgräneprophylaxe: Valproinsäure (Antiepilepikum) 300 mg, 25 mg Sulpirid
Mitte März 2018: Valproinsäure 450 mg; Sulpirid 25 mg, anfänglich weniger Migräne
Mitte Juni: Valproinsäure 150 mg; Sulpirid 25 mg, Akathisie durch Reduzieren von Valproinsäure, gelegentlich Benzos
Ende Juni: Valproisäure abgesetzt, weiterhin 25mg Sulpirid,
Ende Juli: 22.5 mg Sulpirid mit der Wasserlösmethode, Metaprolol 25mg (Betablocker) gegen Migräne und Herzbeschwerden
Ende September 2018: 17.5 mg Sulpirid durch die Wasserlösmethode, 25 mg Metaprolol, stabil
Mitte Oktober 2018: 16,25 mg Sulpirid, 25mg Metaprolol

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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Samstag, 23.06.18, 21:56

Hallo,
ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, weil ich resigniert und keine Absetzversuche mehr unternommen hatte. Ich hatte ja alles versucht und nicht einmal einen kleinen Erfolg.
Nun erhoffe ich mir noch einmal einen Rat, weil sich meine Situation verändert hat. Ich habe seit Januar die Diagnose COPD mit Lungenemphysem und vertrage die Medikamente (Sprays), die ich eigentlich nehmen müsste, auf Grund von Wechselwirkungen mit Sulpirid überhaupt nicht.
Nun kommen zu meiner sowieso schon seit Jahren bestehenden Angststörung und Depression und im Speziellen die Angst vor möglichen Spätfolgen des Sulpirid noch weitere Ängste auf Grund der Diagnose COPD auf mich, und zusätzlich auch die Angst, was ich machen soll, wenn meine Atemnot so groß ist, dass ich ohne die Sprays nicht mehr zurecht komme.
Da sich jeder noch so kleine Absetzversuch vom Sulpirid in der Vergangenheit als erfolglos erwiesen hat, ist meine Frage, ob es eine Chance sein kann, mit Hilfe eines weiteren Medikamentes, so z.B. Cipralex, vom Sulpirid wegzukommen. Mein Neurologe meint, wenn ich eine Zeit lang Cipralex nähme, könnte ich das Sulpird dann vielleicht langsam ausschleichen.
Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit solch einem Weg und kann mir einen Rat geben ?
Viele Grüße,
Ljomur
1991-94 Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche ohne organische Ursache;
in der Zeit Saroten, Insidon, Betablocker, Atosil, Imap: ohne Wirkung;
Haldol: Unverträglichkeit;
alle möglichen Magen-Darm-Medikamente: ohne Wirkung
1993 Frühpensionierung
1994-96 Sulpirid 400 mg, wesentliche Besserung
1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
2005-04/2015 Sulpirid 400 mg, Besserung der körperlichen Symptome bis auf Reizdarm, Zunahme der Ängste
1998-2014 abends 2 mg Diazepam und selten tagsüber 2 mg Diazepam bei starker Angst
2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
2013-2015 mehrmals Sulpirid auf 350 mg reduziert, nach 4 Wochen Reduzierung auf 325 mg, danach jedes Mal stärkste Symptome, wieder Erhöhung auf 400 mg, dann ein paar Monate Pause bis zum nächsten Versuch
21.04.2015 Sulpirid 375 mg
21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
28.06. Sulpirid 400 mg, Besserung
03.07-05.07 Verschlechterung
06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
07.07. Verschlechterung
08.07. auf 375mg Sulpirid geblieben, dazu 1xtgl. 1,5 mg Diazepam
09.07. 2xtgl. 1,5 mg Diazepam
11.07. Besserung
01.08 Sulpirid 350 mg, seitdem immer wieder schlechtere Tage mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche, Schwindel, Unruhe, Angst, aber auszuhalten
29.11. nach ein paar besseren Tagen auf 325 mg Sulpirid, 5 Tage ging es gut, dann wieder ganz schlecht
05.12. Sulpirid 350 mg, etwas besser, aber nicht gut

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Re: Ljomur: Sulpirid absetzen

Beitrag von lollarossa » Sonntag, 24.06.18, 12:40

Hallo ljomur :)

die Kombination Cipralex und Sulprid ist nicht gut, ich hatte eine ähnliche, nämlich Cipralex und Amisulprid und hätte die Medikamente nicht kombinieren dürfen und musste so letztes Jahr Cipralex kalt absetzen nach 5 Jahren Einnahme.

Diese Kombinationen können Veränderungen am Herzen machen und sind nicht ungefährlich, auch Cipralex ohne ein anderes Medikament kann da Probleme machen.

Cipralex wirkt auch eher anregend und kann Ängste verstärken, so ist zumindest meine Erfahrung.

Ich habe jetzt nicht deinen ganzen Thread durchgelesen, wollte nur hierzu meinen "Senf" abgeben.

Drücke dir die Daumen, dass du eine Lösung/Möglichkeit findest! :)

Herzliche Grüße, LOLLA

PS.: Wenn du dir mit zwei Medikamenten unsicher bist, dann kannst du immer den Wechselwirkungscheck der Apothekenumschau machen, die prüfen dann, ob es Wechselwirkungen gibt und welche das sein könnten.
Bei der Kombination, Cipralex und Sulpirid wurden Wechselwirkungen gefunden.
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Re: Ljomur: Sulpirid absetzen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 24.06.18, 14:16

Hallo Iljomur,

ich habe letzt mal an dich gedacht, was wohl aus dir geworden ist. :)

Es tut mir leid, dass du eine COPD Diagnose hast.

Ich kenne mich ein wenig damit aus, weil mein Vater daran erkrankt ist.

Ich wollte dich fragen, welche Medikamente / Sprays du verwenden sollst?

Weil ich habe 4 gängige mal in den Wechselwirkungscheck der Apothekenumschau eingegeben und es gibt keine Interaktionen mit Sulpirid.

Ich möchte deine Wahrnehmungen nicht anzweifeln, aber vielleicht verwechselst du die Nebenwirkungen dieser COPD - Mittel mit Interaktionen?
COPD Medikamente haben teilweise nicht zu unterschätzende NW - bitte befasse dich mit den Beipackzetteln, zu deiner eigenen Sicherheit.

Wenn ich jeweils gängige COPD Sprays wie Spiriva (Tiotropium), Formoterol, Atrovent (Ipratropium), Salbutamol mit Sulpirid eingebe, findet das System nämlich keine Wechselwirkungen.

Probiere es selbst mal aus: https://www.apotheken-umschau.de/Medika ... kungscheck

Viele Grüße
Jamie
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Re: Ljomur: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 24.06.18, 17:47

Hallo Jamie,
vielen Dank für Deine Antwort; das ist schön, dass Du einmal an mich gedacht hast.

Ich habe Bretaris (Aclidinium) genommen und das war am dritten Tag der Einnahme so schlimm (Erregung, Unruhe, Panik, Durchfall), dass ich dachte ich müsste den Notarzt holen. Außer Durchfall als mögliche Nebenwirkung steht so etwas nicht im Beipackzettel; mein Neurologe meinte dann, es sei möglicherweise eine Wechelwirkung mit Sulpirid, weil im Beipackzettel von Sulpirid diese Wechselwirkungen bei Asthmamitteln aufgeführt sind. Mein Neurologe hat dann die Firma, die Dogmatil herstellt, kontaktiert und die meinten, es sei zwar nichts dokumentiert, es könne aber sein, weil beide Medikamente eine anticholinergische Wirkung haben. Jetzt habe ich mich aber nicht mehr getraut, etwas anderes auszuprobieren.
Kann man denn diesem Wechselwirkungscheck der Apothekenumschau wirklich vertrauen? Ist das wirklich umfassend?


Ich möchte noch genauso wie vor zwei Jahren von dem Sulpird weg. Ich nehme es jetzt fast 25 Jahre und das finde ich ganz schrecklich. Es geht mir die meiste Zeit trotz des Sulpirid ziemlich schlecht; es hilft eigentlich gar nicht mehr. Und reduzieren kann ich nicht mal ein paar mg. Ich bestehe fast nur noch aus Ängsten und habe so viele körperlichen Symptome, das mein Leben total eingeschränkt ist und ich oft keinen Sinn mehr sehe. Ich habe ja schon damals gesagt, dass ich den Verdacht habe, dass meine immer weiter zunehmenden Ängste mit dem Sulpirid zu tun haben - ich weiß es nicht.

Denkst Du , dass es möglich ist oder hast Erfahrung damit, durch ein anderes Medikament, z.B. eben Cipralex, vom Sulpird loszukommen? Oder besteht dann die Gefahr, dass ich dann von zwei Medikamenten nicht mehr los komme und es mir vielleicht trotzdem schlecht geht?

Es wäre ganz lieb, wenn Du mir darauf noch einmal antworten würdest.

Viele Grüße
Ljomur
1991-94 Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche ohne organische Ursache;
in der Zeit Saroten, Insidon, Betablocker, Atosil, Imap: ohne Wirkung;
Haldol: Unverträglichkeit;
alle möglichen Magen-Darm-Medikamente: ohne Wirkung
1993 Frühpensionierung
1994-96 Sulpirid 400 mg, wesentliche Besserung
1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
2005-04/2015 Sulpirid 400 mg, Besserung der körperlichen Symptome bis auf Reizdarm, Zunahme der Ängste
1998-2014 abends 2 mg Diazepam und selten tagsüber 2 mg Diazepam bei starker Angst
2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
2013-2015 mehrmals Sulpirid auf 350 mg reduziert, nach 4 Wochen Reduzierung auf 325 mg, danach jedes Mal stärkste Symptome, wieder Erhöhung auf 400 mg, dann ein paar Monate Pause bis zum nächsten Versuch
21.04.2015 Sulpirid 375 mg
21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
28.06. Sulpirid 400 mg, Besserung
03.07-05.07 Verschlechterung
06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
07.07. Verschlechterung
08.07. auf 375mg Sulpirid geblieben, dazu 1xtgl. 1,5 mg Diazepam
09.07. 2xtgl. 1,5 mg Diazepam
11.07. Besserung
01.08 Sulpirid 350 mg, seitdem immer wieder schlechtere Tage mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche, Schwindel, Unruhe, Angst, aber auszuhalten
29.11. nach ein paar besseren Tagen auf 325 mg Sulpirid, 5 Tage ging es gut, dann wieder ganz schlecht
05.12. Sulpirid 350 mg, etwas besser, aber nicht gut

ljomur
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Re: Ljomur: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 24.06.18, 17:54

Hallo Lolla,

vielen Dank für Deine Antwort.

meinst Du mit Veränderungen am Herzen die Verlängerung der QT-Zeit? Hat sich das bei Dir erst nach 5 Jahren gezeigt?
Soweit ich weiß, verstärkt Cipralex die Ängste nur am Anfang der Einnahme oder hattest Du das die ganze Zeit? Es soll doch bei Ängsten helfen, dann wäre es ja für mich sinnlos.

VieLe Grüße
Ljomur
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21.05. Sulpirid 350 mg
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Re: Ljomur: Sulpirid absetzen

Beitrag von lollarossa » Sonntag, 24.06.18, 18:42

Hallo ljomur ,

Ja, ich meine die QT Zeit. Bei mir ist das nicht passiert, aber die Kombination Amisulprid und Cipralex ist nicht gestattet und das ist erst letztes Jahr aufgefallen und somit stand der Kaltentzug im Raum.
Das wünsche ich niemandem.

Es wird bei Ängsten schon gegeben, aber man weiss halt nicht, wie es bei einem wirkt. Grundsätzlich würde ich eher sagen, dass es ein anregendes Medikament ist und ich oft sehr sehr unruhig war.

Lg , LOLLA
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Re: Ljomur: Sulpirid absetzen

Beitrag von Jamie » Montag, 25.06.18, 14:31

Hallo Ijomur, :)

es tut mir leid, dass du einfach nicht von dem Sulpirid weg kommst.
Das ist wirklich bitter.

Du solltest die Warnung von Lollarossa ernst nehmen, das Sulpirid verträgt sich überhaupt nicht mit Antidepressiva / Cipralex.

Ich habe jetzt interessehalber mal Supirid
plus Cipralex
plus Venlafaxin
plus Mirtazapin
plus Amitriptylin

kombiniert und durch den Interaktionscheck der Apotheken Umschau geschickt und überall ploppen Warnungen auf, übrigens nicht nur aufs Herz bezogen.

Die Kombination von Sulpirid mit einem weiteren Neuroleptikum hingegen scheint möglich, da gab es keine Warnungen.
Wobei ich nur zwei getestet habe (Promethazin und Quetiapin).

Wenn du also eine Entzugsdeckelung versuchen möchtest, geht es vermutlich nur mit einem weiteren Neuroleptikum.
Du musst dich da unbedingt mit deinem behandelnden Arzt zusammensetzen und das in Ruhe besprechen.

Interaktionschecks sind in der Apotheke genauer, als online.
Bitte gehe doch mal zur Apotheke deines Vertrauens und lasse durchtesten an Interaktionen, was für dich relevant ist.
Zwischen Sulpirid und Bretaris gibt es offiziell keine Wechselwirkung, aber es könnte in der Tat sein, dass sich die anticholinergen Effekte aufaddieren, wie der Arzt vermutet!
Das ist natürlich unangenehm und so wohl auch keine Lösung, zumal du auf beides angewiesen bist.

Bestünde denn die Möglichkeit mal ein anderes COPD-Mittel als Bretaris anzutesten um zu schauen, ob da die Interaktion mit dem Sulpirid evtl. milder ausfällt?

Wie es scheint läuft es da wirklich auf Herumprobieren heraus.

Ich weiß nicht, ganz ehrlich, ob eine Entzugsdeckelung des Sulpirids klappt, aber es wäre denk ich schon wichtig, irgendwie mal davon runterzukommen - notfalls auch mit Entzugsdeckelung angesichts deines heiklen Zustands, denn die COPD muss man behandeln!

Ich wünsche dir alles Gute. :hug: Melde dich
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