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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 12.07.15, 16:42

Hallo,

ich glaube nicht, dass das Sulpirid so plötzlich nicht mehr wirkt. Vor der Reduktion auf 325 mg ging es mir doch relativ gut! Bis 350 mg ging es mir auch noch gut! Erst mit dem letzten Reduktionschritt auf 325 mg fing alles an. Kann es denn nicht sein, das das ZNS durch das Reduzieren und wieder Aufdosieren (vielleicht zu viel?) durcheinander ist?

Liebe Grüße
Ljomur
1991-94 Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche ohne organische Ursache;
in der Zeit Saroten, Insidon, Betablocker, Atosil, Imap: ohne Wirkung;
Haldol: Unverträglichkeit;
alle möglichen Magen-Darm-Medikamente: ohne Wirkung
1993 Frühpensionierung
1994-96 Sulpirid 400 mg, wesentliche Besserung
1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
2005-04/2015 Sulpirid 400 mg, Besserung der körperlichen Symptome bis auf Reizdarm, Zunahme der Ängste
1998-2014 abends 2 mg Diazepam und selten tagsüber 2 mg Diazepam bei starker Angst
2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
2013-2015 mehrmals Sulpirid auf 350 mg reduziert, nach 4 Wochen Reduzierung auf 325 mg, danach jedes Mal stärkste Symptome, wieder Erhöhung auf 400 mg, dann ein paar Monate Pause bis zum nächsten Versuch
21.04.2015 Sulpirid 375 mg
21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
28.06. Sulpirid 400 mg, Besserung
03.07-05.07 Verschlechterung
06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
07.07. Verschlechterung
08.07. auf 375mg Sulpirid geblieben, dazu 1xtgl. 1,5 mg Diazepam
09.07. 2xtgl. 1,5 mg Diazepam
11.07. Besserung
01.08 Sulpirid 350 mg, seitdem immer wieder schlechtere Tage mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche, Schwindel, Unruhe, Angst, aber auszuhalten
29.11. nach ein paar besseren Tagen auf 325 mg Sulpirid, 5 Tage ging es gut, dann wieder ganz schlecht
05.12. Sulpirid 350 mg, etwas besser, aber nicht gut

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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 12.07.15, 17:19

Hallo Ljoumur, du kannst das jetzt nur rausfinden indem du die nächste Zeit die 375 mg hälst ob es ein Poop out ist oder ob dein ZNS durcheinander gekommen ist und es dir wieder besser geht.
Lg Petra
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Montag, 13.07.15, 12:35

Hallo Jamie,
es tut mir leid, wenn meine Probleme für Dich schwer zu ertragen sind; ich möchte niemanden damit belasten, das tue ich schon genug in meinem privaten Umfeld und das tut mir für alle Beteiligten sehr leid.
Wenn ich keine Probleme mit dem Absetzen hätte, hätte ich mich nicht an Euer Forum gewandt und Hilfe gesucht. Bisher hat das Absetzen ja immer nur bis zu einer bestimmten Grenze geklappt und dann ging es nicht mehr. Jetzt ist die Situation für mich neu und so beunruhigend, weil ich mich trotz Aufdosierung nicht mehr fange und das war noch nie. Da spielt sicher auch meine Angstproblematik mit hinein.
Ich würde den "Schubs" ja gerne annehmen, aber was soll ich denn in der jetzigen Situation machen? Ich weiß nicht mehr weiter.

Liebe Grüße
Ljomur
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06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Jamie » Montag, 13.07.15, 13:07

Hallo ljomur,

keine Sorge, ich bin hart im Nehmen :) .
Ich wollte nur ausdrücken, dass ich es bedrückend finde, in welcher Lage du dich befindest.

Du solltest jetzt erst mal einige Wochen bei deiner Dosis bleiben, um dich zu stabilisieren.
Dein ZNS ist vermutlich arg in Mitleidenschaft gezogen von dem Hin und Her.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Samstag, 12.12.15, 18:45

Hallo,
ich weiß nicht ob es Sinn macht, nach so langer Zeit noch einmal um Hilfe zu bitten, aber ich weiß mir keinen Rat mehr und bin sehr verzweifelt. Nach dem fehlgeschlagenen zweiten Reduzierungsversuch im Sommer bin ich 4 Monate auf 350 mg Sulpirid geblieben und es ging mir damit nicht wirklich gut, aber es war auszuhalten. Ich habe solch eine innere Sperre, dass ich nicht mehr 400 mg nehmen kann, wie es mein Neurologe möchte - ich kann einfach nicht, es ist mir zuwider. Nachdem es im November zwei Wochen etwas besser war, habe ich dann noch einmal um 25 mg auf 325 mg reduziert. Das ging 5 Tage gut und dann ging es mir ganz schlecht. Ich fühlte mich wie schwer krank - Übelkeit, Grippegefühl, Schwindel, große Schwäche, Unruhe, Angst, alles immer nur phasenweise und im Wechsel. Es waren Symptome, die anders waren, als die wegen denen ich das Sulpirid vor 20 Jahren bekommen habe. Mein Neurologe sagte, er könne es nicht verstehen, 25 mg seien ja noch nicht einmal 1/10 der Dosis. Und wieder sagte er, ich müsse sicher wieder 400 mg nehmen und er hat vorgeschlagen, Cipralex dazu zu nehmen.
Müsste sich nach 4 Monaten 350 mg Sulpirid mein Gehirn nicht an die geringere Dosis gewöhnt habe? Wie kann dann eine Reduktion von nur 25 mg nach so langer Zeit solche Auswirkungen haben? Was soll ich bloß machen? Ich habe fast jede Hoffnung aufgegeben, noch einmal von dem Sulpirid weg zu kommen. Und das deprimiert mich furchtbar.
Mein Neurologe sagt, wegen meiner Depression und der Angststörung, die sich bei mir eben in somatischen Beschwerden äußern, brauche ich das Sulpirid eben. Aber ich habe viel gelesen und das Sulpirid wirkt in einer Dosis bis 300 mg antidepressiv. Warum brauche ich dann soviel? Ab 400 mg wirkt es antipsychotisch und ich habe keine Psychose. Und gegen Ängste ist Sulpirid gar nicht indiziert. Warum soll es mir dann dagegen helfen? Bei 400 mg ging es mir ja definitiv besser. Ich verstehe das alles nicht und es macht mich so unsicher und zusätzlich ängstlich.
Ich habt mir damals vorgeschlagen, wie ich langsam reduzieren kann, aber es hat ja wieder nicht funktioniert. Ich möchte so gerne weg von dem Sulpirid. Ich war auch schon bei anderen Neurologe, die aber gar nichts begreifen und sagen, setzen sie es ab und nehmen Lyrica oder ein SSRI. Dass ich es nicht absetzen kann, glauben sie mir anscheinend nicht.
Ich habe ja schon im Sommer gefragt, ob es nicht auch sein kann, dass meine Ängste und Unruhe erst von der jahrelangen Einnahme des Sulpirid gekommen sind. Ich weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist...
Das Cipralex möchte ich nicht dazu nehmen, weil ich Angst habe, dass ich dann irgendwann von einem zweiten Medikament nicht mehr wegkomme.

Es tut mir leid, wenn ich etwas unstrukturiert und verwirrend geschrieben habe, aber so sieht es im Moment in mir aus.
Könnt Ihr mir helfen, damit ich nicht alle Hoffnung verliere?

Viele Grüße
Ljomur
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21.05. Sulpirid 350 mg
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06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Jamie » Samstag, 12.12.15, 19:20

Hallo Ljomur,

das tut mir leid zu lesen, wie es dir geht :( .
Das scheint ja echt ein wirklich übles Zeug für dich zu sein, das Sulpirid.
Alle Psychopharmaka haben Abhängigkeitspotential und lösen Gewöhnungseffekte aus.
Ich fürchte, um es platt auszudrücken, dass du hochgradig abhängig bist vom Sulpirid und dass deswegen dein Körper / deine Psyche so spinnt, wenn du etwas weglässt.
Auf 350mg zurückzugehen war der richtige Schritt.Jetzt erstmal da bleiben und stabilisieren.

Es gibt 3 Leute im adfd, die sich aus dem Forum zurückgezogen haben, weil sie von ihren AD nicht runterkommen und selbst Reduktionen in der Menge von 1/12 oder noch kleiner scheitern ! :o
Das ist leider die harte Realität. :?
Dass sie hier nicht schreiben, hat aber nichts mit uns zu tun (ich bin ja über die Fälle informiert), sondern damit, dass sie das als - leider so muss man es sagen - 10-Jahres-Projekt betrachten wieder von den Substanzen loszukommen und ich fürchte das ist realistisch und könnte auch auf dich zutreffen. Sie melden sich hier sporadisch und erzählen von ihrem Kampf.
Weshalb ich das erwähne - damit du weißt, dass du nicht alleine bist. Hier gibt es ebenfalls Schicksale wie deins :group: .

Ich denke, du musst dich innerlich auf viele Jahre einstellen. Reduziert werden kann dann eben nur 5mg oder sowas in der Art. Womöglich merkt man im Laufe der Zeit auch, dass es vielleicht irgendwann mal eine Dosisgrenze gibt, wo es etwas einfacher wird und man auch mal 7,5mg reduzieren kann oder sogar etwas mehr, aber das kann nur die Zeit und Erfahrung zeigen.

Und ja, Psychopharmaka können das auslösen, was sie eigentlich bekämpfen sollen; vor allem im Langzeitgebrauch und in hohen Dosen.
Halte ich für sehr plausibel, dass die Ängste vielleicht erst durch das Sulpirid kamen!
Nur leider nutzt dir dieses Wissen alles nichts, denn dadurch setzt sich das Sulpirid ja auch nicht von selbst ab.

Es ist auch so, dass das, was du von den Ärzten schilderst, leider trauriger täglicher Wahnsinn bei uns von Absetzsymptomen Betroffenen ist.
Man wird nicht ernst genommen, die Ärzte können nicht begreifen, dass man nicht von dem Zeug runterkommt und wollen dafür andere Medikamente geben, was natürlich fatal ist, denn gerade wenn eine starke Abhängigkeit da ist, kann man eben nicht das eine Mittel schwuppdiwupp durch ein anderes ersetzen.
Dass du nichts Anderes nehmen möchtest, kann ich vollstens verstehen und halte ich für richtig. Es würde auch nicht dein Sulpiridproblem lösen.
Ich fürchte da hilft jetzt wirklich nur Geduld und Spucke ... :schnecke: :schnecke: :schnecke:

Grüße und bleib doch ab und an weiter mit uns in Kontakt - und sei es, dass wir dir gut zureden :hug: .
Jamie
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von padma » Samstag, 12.12.15, 19:39

hallo Ljomur, :)

auch ich möchte dir Mut zusprechen. Gib nicht auf, auch wenn du nur extrem langsam absetzen kannst.
Es ist immer wieder schlimm zu lesen, wie schwierig es ist davon wegzukommen. :(

Ich selbst kann auch nur extrem langsam absetzen (siehe meine Signatur).
Mein Neurologe sagt, wegen meiner Depression und der Angststörung, die sich bei mir eben in somatischen Beschwerden äußern, brauche ich das Sulpirid eben.
Das sagen sie fast immer, wenn Entzugssymptome auftreten. :frust: Ich muss mir das auch anhören. :evil:
Trau deiner Wahrnehmung und deinem Gefühl, egal was die Ärzte zu dir sagen. Du hast gut recherchiert und es gibt wirklich keinen Grund für die Annahme, dass du das Sulpirid wegen deiner "Erkrankung" brauchen würdest.

Wie Jamie :) schreibt, erst wieder stabilisieren und dann gaaaaaaaaaaaaanz langsam. :schnecke:

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ganz normal » Sonntag, 13.12.15, 10:56

Liebe Ljomur,
ich habe deine Beschreibung gelesen und überlege gerade: Hast du schon einmal deine Schilddruese untersuchen lassen? Ev. hat sich in den letzten Jahren da etwas verändert (ab einem gewissen Alter bekommen z.B. viele Menschen Knoten in der SD, die an sich zu 90% ungefährlich sind, aber die SD veranlassen, mehr zu arbeiten und das kann zusammen mit dem Absetzen heftig zu spüren sein), du schreibst ja, dass du plötzlich ganz andere Symptome hast. Es könnte auch ein Grund sein, warum dein Körper solange braucht, um sich an die neue Dosis zu gewöhnen.

Das ist nur eine Vermutung, aber hier kann eine einfache Untersuchung mit Ultraschall schnell Aufschluss geben.

Alles Liebe gn
Hashimoto Thyreoiditis und Erfahrungen mit Cipralex

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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 13.12.15, 12:10

Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten, die mir zwar nicht viel Hoffnung machen aber mir das Gefühl geben, dass ich nicht so allein damit bin.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung vor 3 Monaten sind meine Schilddrüsenwerte überprüft worden und die waren wohl in Ordnung. Sind diese Werte nicht aussagekräftig? Sagt eine Ultraschalluntersuchung mehr aus? Dann würde ich noch nächste Woche eine Ultraschalluntersuchung machen lassen.

Viele Grüße
Ljomur
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ganz normal » Sonntag, 13.12.15, 13:46

Hallo ljomur,
leider sind v.a. bei der Sd-Diagnostik die Blutwerte alleine nicht aussagekraeftig genug, aber zusammen mit einem Ultraschall kann man schon sehr genau sehen, ob alles i. O. ist. LG gn
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von dragon4277 » Montag, 14.12.15, 20:53

Hallo allerseits.

ich hab mir jetzt nicht deine ganzen Posts durchgelesen nur die letzte 2 3.

zu mir nimm seit uber 10 Jahren neuroleptika ein und seit ca 3 oder 4 jahren amisulprid.

Zu amisulprid muss ich sagen das man sich irgendwann an die dosierung gewöhnt und um den gewünschten effekt zu bekommen eine höhere dosierung erhalten muss.

Zu den symptomen die du beschreibst. die habe ich auch.

Helfen tut nur eins reduzieren.

weiter höher macht keinen sinn.

nätürliche heil mittel finden. die den etnzug lindern

Amisulprid zehrt an den Nährstoffen.

Von Aldi hab ich mir multinorm gekauft 50+ ein multivitamin präparat.
von netto Magnesium brause tabletten. (gegenbeinschmerzen)
Ass paracetamol (schmetzmittel)
Lavendelöl (beruhigt, gegen angst)
Baldrian (schlaftörüngen)
Fenchel Tee (gegen bauch schmerzen)
Kamillentee (entspannt)
viel wasser trinken (man verliert viel flüssigkeit)
viel kaffee trinken (hilft gegen müdigkeit)
japanisches heilpflanzenöl (Minzöl) (gegen bauchweh, gegen schmerzen und kopfschmerzen)


Alles substanzen die dein leid beim entzug lindern. sie verschwinden zwar nicht werden allerdings erträglicher.

Am besten hilft mir lavendelöl den ich in der apotheke gekauft habe. Nicht bei dm oder rossman kaufen. da weis man nicht ob es kunstliche armoastoffe sind. wenn du konkrete fragen hast stell sie mir bitte, wenn ich darauf antworten kann werd ichs machen.

ich hab versucht in kleinen schritten zu reduzieren bin auf bis zu 25mg runtergegangen. Hab aber gemerkter das es kaum einen unterschied macht ob man 100mg reduziert oder 25mg. Der entzug ist der gleiche. Also entzieh ich eher in grösserern schritten. Lindere die symptome mit hilfsmitteln die ich oben angegegeben habe. Der entzug dauert ca. 3 Monate. Und ist schwankend im tagesablauf. Mal gehts mal will man einfach nur liegen.

Nach diesen drei Monaten leg ich fur 1 Jahr eine Pause ein. Damit sich der körper erholt. Und dann nochmal in einem grossen schritt entziehen.

Das ist gefährlich und nicht jedem zu empfehelen. und gilt nur für amisulprid. aber den weg den ich für mich gefunden habe. Und bissel die zähne zusammmen beissen muss man auch.

Das ein etnzug mal fehlgeschlagen ist gar nicht einmal schlimm. Beim ersten mal weis man nicht was los ist. Aber wenn man bewust wird das es der entzug ist. Lernt der körper diesen "Schmerz" kennen. Und beim nächstenmal kann man besser darauf reagieren.

Ich würd dir empfhelen noch meinen thread durchzulesen. Da sind alle fails mit eingetragen beim versuch mit amisulprid klarzukommen.

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=32&t=8931

P.S. Meine Wortwahl ist bissel harsch sry. Bin aber grad auf entzug und mies gelaunt. Sry :D
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2003 Diagnose reine Paranoia
- Zyprexa 5-10mg
J01/2005 Zyprexa abgesetzt auf anraten des Docs ohne auschleichen rückfall+ verschlimmerung ->
03/2005 Diagnose Schizophrenie
-Zyprexa 5mg
2009 Zyprexa 5mg abgesetzt neu Risperdal 2mg ->(schwere Depressionen)
03/2011 Risperdal abgesetzt 15mg abilify -> Entzug
04/2011 wieder Risperdal 2mg
03/2012 Risperdal 2mg Seroquel Prolong 600mg (noch schwerere Depression gewichtzunahme)
09/2012 kalter Entzug von Risperdal und Seroquel Prolong (hat 3 Monate gedauert) mit unterstützung von Amisulprid 200mg
10/2013 Amisulprid 300mg
10/2014 amisulprid 200mg
11/2015 amisulprid 150mg
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von dragon4277 » Dienstag, 15.12.15, 8:09

Hallo ljomur,

jetzt konkretes zu dir

es kommt immer darauf an wie lange man schon neuroleptika einnimmt. am allerliebsten möchte man von heute auf morgen die dinger loswerden. Nimmt man die neuroleptika schon seit Jahrezehnten ein wie bei dir geht das eben wesentlich langsamer.

Du beschreibst das du von 400 auf 375 dann auf 350 runtergekommen bist. Und bei 325 entzug hattest. Dann must du wieder ruaf auf 350 und deinem körper zeit gönnen sich auf die 350 einzustellen.

wie oben beschrieben gön ich meinem körper 1 Jahr Zeit. dann unternehm ich den nächsten absetzt versuch.

Dein Körper hat sich so sehr an amisulprid gewöhnt das es Jahre braucht um es abzusten. Leider geht es nicht so schnell wie man es sich wünscht. Auch wenn du in kleineren schritten in kurzer Zeit absetzten möchstetst funktioniert das meistens nicht ohne entzug. Du brauchst einfach wesentlich länger.
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 15.12.15, 9:46

Hallo dragon,

danke, dass du dich bei ljomur gemeldet hast :) .

Grüße
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 20.03.16, 17:45

Hallo,
ich bin jetzt seit August letzten Jahres auf 350 mg Sulpirid und habe nun noch einmal versucht zu reduzieren, weil ich vor 3 Wochen eine schlechte Nachricht bekommen habe. Bei einem EKG ist festgestellt worden, dass meine QTc Zeit am Herzen verlängert ist und der Wert im kritischen Bereich liegt. Dies ist eine Nebenwirkung vom Sulpirid, die aber seltsamerweise erst jetzt, nach fast 20 Jahren Einnahme, aufgetreten ist. Der Kardiologe empfiehlt mir dringend, das Sulpirid auf die Hälfte zu reduzieren.
Ich habe jetzt versucht, nur 10 mg (ein Fünfunddreißigstel!) zu reduzieren. Das ging wieder eine Woche gut und dann ging es mir wieder ganz schlecht. Ich verstehe das nicht und es macht mir Angst. Wie kann 10 mg weniger meinen Zustand so verschlechtern, nachdem ich nun schon seit mehr als 6 Monaten auf 350 mg bin? Ich habe jetzt wieder auf 350 mg erhöht und es geht wieder etwas besser.
Ich weiß mir keinen Rat mehr. Mit 350 mg geht es mir auch nicht wirklich gut. Das Sulpirid hilft nicht mehr wirklich, absetzen kann ich nicht einmal 10 mg und nun kommt das Herzproblem hinzu, weswegen ich es reduzieren müsste. Ich bin in einer so ausweglosen Situation, was soll ich nur machen? Warum haben 10 mg weniger so eine Auswirkung?
Mein Neurologe sagt, ohne ein weiteres Medikament, dass die Symptome "abfedert", käme ich nicht vom Sulpirid weg. Nur verlängern alle anderen Antidepressiva die QT-Zeit am Herzen ebenfalls und der Kardiologe sagt, ich dürfe auf keinen Fall ein solches Medikament noch dazu nehmen. Der Neurologe sagt, dann müsse ich eben jede Woche ein EKG machen. Und was mache ich dann, wenn die QT-Zeit noch schlechter wird und ich komme von dem zweiten Medikament auch wieder nicht weg?
Ich bin so verzweifelt, dass ich das Sulpirid gar nicht reduzieren kann.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand mir noch eine Hilfe geben könnte.
Liebe Grüße
Ljomur
1991-94 Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche ohne organische Ursache;
in der Zeit Saroten, Insidon, Betablocker, Atosil, Imap: ohne Wirkung;
Haldol: Unverträglichkeit;
alle möglichen Magen-Darm-Medikamente: ohne Wirkung
1993 Frühpensionierung
1994-96 Sulpirid 400 mg, wesentliche Besserung
1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
2005-04/2015 Sulpirid 400 mg, Besserung der körperlichen Symptome bis auf Reizdarm, Zunahme der Ängste
1998-2014 abends 2 mg Diazepam und selten tagsüber 2 mg Diazepam bei starker Angst
2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
2013-2015 mehrmals Sulpirid auf 350 mg reduziert, nach 4 Wochen Reduzierung auf 325 mg, danach jedes Mal stärkste Symptome, wieder Erhöhung auf 400 mg, dann ein paar Monate Pause bis zum nächsten Versuch
21.04.2015 Sulpirid 375 mg
21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
28.06. Sulpirid 400 mg, Besserung
03.07-05.07 Verschlechterung
06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
07.07. Verschlechterung
08.07. auf 375mg Sulpirid geblieben, dazu 1xtgl. 1,5 mg Diazepam
09.07. 2xtgl. 1,5 mg Diazepam
11.07. Besserung
01.08 Sulpirid 350 mg, seitdem immer wieder schlechtere Tage mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche, Schwindel, Unruhe, Angst, aber auszuhalten
29.11. nach ein paar besseren Tagen auf 325 mg Sulpirid, 5 Tage ging es gut, dann wieder ganz schlecht
05.12. Sulpirid 350 mg, etwas besser, aber nicht gut

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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 20.03.16, 21:05

Hallo,
habe erst jetzt gesehen, dass mir im Dezember letzten Jahres Dragon noch geantwortet hat. Es tut mir leid, dass ich darauf nicht geantwortet habe, aber ich habe damals gedacht, es antwortet niemand mehr und dann auch nicht mehr geschaut. Ich hoffe, dass mir jetzt trotzdem noch jemand antwortet.
Liebe Grüße
Ljomur
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 20.03.16, 21:54

Hallo Ljomur!
aber ich habe damals gedacht, es antwortet niemand mehr
Bei uns gibt es eigentlich immer Antworten, natürlich kann das auch mal einen Tag oder länger dauern.
Dies ist eine Nebenwirkung vom Sulpirid, die aber seltsamerweise erst jetzt, nach fast 20 Jahren Einnahme, aufgetreten ist.
Wir lesen das hier öfter, dass Nebenwirkungen erst nach längerer Zeit auftreten. Zudem bist Du ja auch älter geworden, da ändert sich vermutlich auch die Verstoffwechselung und der Abbau der Substanz (?).
Ich habe jetzt versucht, nur 10 mg (ein Fünfunddreißigstel!) zu reduzieren. Das ging wieder eine Woche gut und dann ging es mir wieder ganz schlecht.
Hattest Du körperliche Symptome oder psychische? Was bedeutet "ganz schlecht" genau?
Ich verstehe das nicht und es macht mir Angst.
Das ist sehr verständlich. :hug:
Mein Neurologe sagt, ohne ein weiteres Medikament, dass die Symptome "abfedert", käme ich nicht vom Sulpirid weg.
Hat er denn gesagt, was er vorschlagen würde?
Ich weiß mir keinen Rat mehr. Mit 350 mg geht es mir auch nicht wirklich gut. Das Sulpirid hilft nicht mehr wirklich, absetzen kann ich nicht einmal 10 mg und nun kommt das Herzproblem hinzu, weswegen ich es reduzieren müsste. Ich bin in einer so ausweglosen Situation, was soll ich nur machen?
Es ist eine schwierige Situation für Dich. Ich hoffe, wir finden wir hier im Austausch noch Ansätze für mögliche Wege.

Grüße von Murmeline
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 20.03.16, 22:34

Hallo ljomur,

das sind natürlich keine guten Nachrichten und eine verzwickte Situation.
Ich finde und fand es wirklich gut, dass du probiert hast das Sulpirid loszuwerden, auch wenn es nur Krümelchen waren.
Das ehrt dich.
Doch jetzt sieht die Sachlage ja völlig anders aus.
Dem Arzt würde ich Folge leisten; mit einem verlängerten QT Intervall ist nicht zu spaßen und es zeigt wieder einmal, dass diese Medikamente absolut nicht zu unterschätzen und lang nicht so "gut verträglich" sind wie immer behauptet wird :x .
Mein Vorschlag wäre es mit dem Sulpirid relativ zügig runter zu gehen (unter engmaschiger EKG Kontrolle) und dir vom Arzt zum Deckeln der Zustände, die dich da leider wohl überkommen werden, ein Benzo mit mittlerer bis langer Halbwertszeit (also z.B. Oxazepam oder Diazepam oder ggf. Clonazepam) verordnen zu lassen.
Parallel muss Ausschau gehalten werden nach anderen Medikamenten, die das evtl. abpuffern und abfangen können.

Es ist fachlich nicht richtig, dass jedes Psychopharmakon automatisch eine QT-Verlängerung auslöst - wenn dein Arzt für dich da nicht engagiert genug sucht, dann sei dir nicht zu schade dir eine zweite Meinung zu holen; vielleicht auch an einem größeren Krankenhaus mit integrierter psychiatrischer Institutsambulanz / einer Uniklinik - die haben öfters mit komplexen Fällen zu tun.
Meines Wissens nach ist z.B. das neue Brintellix (Vortioxetin) nicht kardiotoxisch und hat auch keine QT Verlängerung als NW.
Hier die ausführliche Fachinformation (viel ausführlicher als für Patienten): http://www.fachinfo.de/pdf/020115

Eins stelle ich klar - ich empfehle es dir wirklich nicht gerne, aber ich erinnere mich sehr genau an deinen Fall und bei dir glaube ich wirklich, dass es ohne zusätzliche medikamentöse Deckelung wohl kaum gehen wird. Ich kann absolut nicht behaupten und wissen, ob dieses nagelneue Medikament (Vortioxetin) helfen wird und dass es unschädlich ist, kann ich auch nicht sagen - du kennst ja die Ausrichtung des ADFD -aber ich möchte damit nur kurz zeigen, dass nicht alle Psychopharmaka immer diese QT-Intervall-Verlängerung als NW haben.
Dein Arzt muss sich wirklich engagieren und gemeinsam mit dir nach Lösungen suchen.

Ich drücke die ganz feste die Daumen. Bitte gib nicht vor Verzagtheit auf :group: .
Grüße
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Montag, 21.03.16, 11:56

Hallo,
danke für Eure Antworten.
Nach der Reduktion geht es mir nur körperlich sehr schlecht. Ich habe ein seltsames Gefühl im Kopf, immer kurz vor einem Schwindel, mir ist schlecht, aber nicht vom Magen, ich kann dann essen, sondern eher auch vom Kopf her, ich habe immer wieder so ein Zusammenziehen in der Brust wie von einem kleinen Stromschlag und bei der letzten Reduktion um nur 10 mg hatte ich immer wieder starke Mundtrockenheit; was aber am schlimmsten war, waren nachts so etwas wie Panikattacken, die mir wirklich Angst gemacht haben, weil ich so etwas noch nie hatte.

Der Neurologe wollte mir Mirtazapin dazu geben, aber das kann ja auch die QT-Zeit verlängern.

Ich habe den Neurologen auch schon gefragt, ob ich diese Entzugssymptome nicht mit Diazepam abfangen kann, aber da ist er gegen, weil es abhängig machen kann, obwohl ich schon seit Jahren immer mal wieder Diazepam in ganz geringen Dosierungen nehme und immer wieder ohne auskommen kann.
Der Neurologe hatte auch schon einmal davon gesprochen, mir Lyrica zu verschreiben. Ich habe gelesen, dass das aber auch abhängig machen kann.

Ich habe die Fachinformation zu Brintellix einmal gelesen. Ich glaube, dass kann ich nicht nehmen, weil eine sehr häufige Nebenwirkung Übelkeit, vor allem bei älteren Frauen, ist und ich das nicht ertragen könnte.

Wird mir denn die Einnahme eines anderen Antidepressivums überhaupt helfen, vom Sulpirid wegzukommen?

Ist es denn wirklich so, dass 10 mg von 350 mg solch eine Auswirkung haben können? Ich kann das eigentlich nicht verstehen. Aber mit 350 mg geht es mir ja auch nicht wirklich gut.

Ich habe im Internet gelesen, dass starkes Rauchen dazu führt, dass man ein Neuroleptikum höher dosieren muss, weil es durch das Rauchen schneller verstoffwechselt wird. Stimmt das? Könnte ich vielleicht eher reduzieren, wenn ich weniger rauchen würde?

Ich hoffe, ich habe nicht zu viele Fragen, aber ich habe so Angst wegen des schlechten QT-Wertes und sehe überhaupt keinen Weg mehr, von dem Sulpirid wegzukommen und das macht mich so verzweifelt und führt zu noch mehr Angst als ich sowieso schon habe.

Liebe Grüße
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2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
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21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
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07.07. Verschlechterung
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11.07. Besserung
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von LinLina » Montag, 21.03.16, 13:05

Hallo ljomur

Du bist wirklich in einer schwierigen Lage :hug:
Nach der Reduktion geht es mir nur körperlich sehr schlecht. Ich habe ein seltsames Gefühl im Kopf, immer kurz vor einem Schwindel, mir ist schlecht, aber nicht vom Magen, ich kann dann essen, sondern eher auch vom Kopf her, ich habe immer wieder so ein Zusammenziehen in der Brust wie von einem kleinen Stromschlag und bei der letzten Reduktion um nur 10 mg hatte ich immer wieder starke Mundtrockenheit; was aber am schlimmsten war, waren nachts so etwas wie Panikattacken, die mir wirklich Angst gemacht haben, weil ich so etwas noch nie hatte.
Wie lange dauern die Symptome an nach einer Reduktion, was meinst du?
Der Neurologe wollte mir Mirtazapin dazu geben, aber das kann ja auch die QT-Zeit verlängern.
Dann würde ich das nicht dazu nehmen, am Ende hast du wirklich zwei Medikamente die dein Risiko noch weiter erhöhen, und die du dann vielleicht beide schwer los wirst.
Ich habe den Neurologen auch schon gefragt, ob ich diese Entzugssymptome nicht mit Diazepam abfangen kann, aber da ist er gegen, weil es abhängig machen kann, obwohl ich schon seit Jahren immer mal wieder Diazepam in ganz geringen Dosierungen nehme und immer wieder ohne auskommen kann.
Der Neurologe hatte auch schon einmal davon gesprochen, mir Lyrica zu verschreiben. Ich habe gelesen, dass das aber auch abhängig machen kann.
Schade, dass der Neurologe nicht etwas kritischer nachdenkt. Lyrica macht recht schnell abhängig, wie alle Psychopharmaka das ist richtig. Es ist auch nicht gesagt dass dir das helfen würde.

Das Argument mit der Abhängigkeit bezgl. Diazepam verstehe ich nicht, aber die meisten Ärzte denken so - dabei machen eben nicht nur Benzos abhängig, sondern das kann prinzipiell bei allen Psychopharmaka passieren, wie du ja leidvoll beim Sulpirid feststellen musst.
Ich habe die Fachinformation zu Brintellix einmal gelesen. Ich glaube, dass kann ich nicht nehmen, weil eine sehr häufige Nebenwirkung Übelkeit, vor allem bei älteren Frauen, ist und ich das nicht ertragen könnte.
Ich würds auch nicht nehmen, aber die Frage ist, welche Alternativen bleiben noch.
Wird mir denn die Einnahme eines anderen Antidepressivums überhaupt helfen, vom Sulpirid wegzukommen?
Ich denke es kommt darauf an, ob das Medikament deine Hauptabsetzbeschwerden deckeln kann. Ich denke eher nicht dass ein Antidepressiva da so sehr geeignet ist, aber es gibt sehr unterschiedliche Wirkstoffe, es ist nicht ausgeschlossen dass etwas dabei ist, was manche Symptome erstmal lindern könnte. Die Frage ist nur, wie findest du heraus welches, ohne deine Situation noch zu verschlimmern?

Ich würde glaub ich an deiner Stelle alle Medikamente von vornherein ausschließen die auch auf die QT-Zeit gehen. Eigentlich wäre da dein Arzt der richtige Ansprechpartner, um dir Vorschläge zu machen, da er eigentlich über die Nebenwirkungen bzw. Wirkungen der einzelnen Substanzen bescheid wissen müsste, aber leider ist da oft nicht unbedingt verlass drauf.

Ich glaube ich würde an deiner Stelle ausprobieren, ob du mit Diazepam die Symptome einigermaßen deckeln kannst. Verträgst du das denn gut?

Eine andere Möglichkeit wäre, ein ähnlich wirkendes NL zu suchen, das aber nicht auf die QT Zeit wirkt.

Noch eine Möglichkeit, ein Antidepressivum zu versuchen, das nicht auf die QT-Zeit wirkt.
Ich bin aber unsicher ob es dies hilft, da Antidepressiva eben ganz anders wirken und du evtl. es nicht verträgst und mit neuen Nebenwirkungen zu kämpfen hast - Für die Ärzte allerdings ist das sicher die beste Möglichkeit, da ihrer Ansicht nach AD harmlos und gut wirksam sind.

Möglichkeit 2, ein ähnlich wirkendes Neuroleptikum, davon würde ich mir erhoffen dass es die Entzugssymptome nicht nur deckelt, sondern dein ursprüngliches Mittel zumindest teilweise ersetzen kann. Andererseits hättest du dann auch ein weiteres hoch problematisches Mittel, das in der Langzeiteinnahme wahrscheinlich andere gravierende Nebenwirkungen/Schädigungen verursachen kann :-( wenn es überhaupt etwas gibt, was du verträgst und was einen ähnlichen Mechanismus hat wie das Sulpirid - und dabei nicht auf die QT-Zeit geht. Das weiß ich leider nicht.

Diazepam macht abhängig, ja, und der Entzug kann ein langer und sehr schwerer Prozess sein. Natürlich hat es ebenfalls Nebenwirkungen und mögliche Langzeitfolgen. Ich persönlich würde wahrscheinlich aber lieber Diazepam lange einnehmen als ein Neuroleptikum, vorrausgesetzt ich vertrage es. Wenn es dir helfen kann, das für dich riskante Sulpirid abzusetzen ist das meiner Meinung nach einen Versuch wert, da muss man gut die Risiken gegeneinander abwägen - auch wenn ich sonst nie dazu raten würde, ein Benzo einzunehmen.

Vielleicht kannst du mal einen vorsichtigen Versuch starten, indem du jetzt nochmal 10 % Absetzt und begleitend eine kleine Dosis Diazepam tägl. nimmst, so für 2 Wochen und es dann versuchst wieder auszuschleichen? Nur um erstmal zu sehen ob es was bringen könnte? Was meinen die anderen dazu? Das wäre so meine beste Idee, leider bin ich sonst auch etwas ratlos :-(
Ich habe im Internet gelesen, dass starkes Rauchen dazu führt, dass man ein Neuroleptikum höher dosieren muss, weil es durch das Rauchen schneller verstoffwechselt wird. Stimmt das? Könnte ich vielleicht eher reduzieren, wenn ich weniger rauchen würde?
Ja, das stimmt bei einigen Substanzen. Ich würde an deiner Stelle jetzt aber nicht unbedingt etwas an deinen Rauchgewohnheiten verändern, da es eher mehr durcheinander bringen könnte und evtl. großen Zusatzstress verursacht, und dein Blutspiegel von Sulpirid evtl. dadurch ansteigt - aber vielleicht gibt es noch andere Meinungen dazu.
Ich hoffe, ich habe nicht zu viele Fragen, aber ich habe so Angst wegen des schlechten QT-Wertes und sehe überhaupt keinen Weg mehr, von dem Sulpirid wegzukommen und das macht mich so verzweifelt und führt zu noch mehr Angst als ich sowieso schon habe.
Das kann ich gut nachfühlen, und frag soviel du magst und du es brauchst - wir können hier nur zusammen alle denkbaren Möglichkeiten überlegen, damit du eine gute Entscheidung für dich treffen kannst :hug: ich wünsch dir so sehr, dass du einen Weg findest.

Liebe Grüße
Lina
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Re: Sulpirid absetzen

Beitrag von ljomur » Sonntag, 27.03.16, 16:46

Hallo,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
ich weiß nicht, wie lange die Symptome nach der Reduktion anhalten würden, weil ich es nie länger als 4 oder 5 Tage aushalte und es immer schlimmer wird, so dass ich dann wieder erhöhe. Würden die Symptome denn weggehen, wenn ich es länger aushalten würde? Ich traue mich nicht, weil es mir ja selbst bei 350 mg oft nicht gut geht.

Ich weiß nicht mehr was ich machen soll und sehe auch keinen Weg mehr. Ich nehme ein Medikament, was mir eigentlich gar nicht mehr gut hilft, habe eine QTc-Verlängerung, müsste das Medikament absetzen , kann es nicht einmal 10 mg reduzieren und kann keine anderes dazu nehmen, weil alle, die in Frage kämen, auch die QT-Zeit verlängern.
Mein Neurologe hat letzte Woche gesagt, ich solle bei den 350 mg Sulpirid bleiben, regelmäßig EKGs machen und wenn es mir damit auch oft nicht gut geht, mir ab und zu mit Diazepam helfen. Diazepam als Unterstützung bei einer weiteren Reduktion heißt er aber nicht gut! Er hat sogar vorgeschlagen, das Sulpirid noch zu erhöhen - trotz des schlechten QTc-Wertes! - und dann eben öfter ein EKG machen zu lassen; Stress würde meinem Herzen auch nicht gut tun.
Auf meine Frage, warum ich auf 10 mg weniger so reagiere, sagte er, es gebe Patienten, die Medikamente gegen Epilepsie nehmen und eine Schwelle in der Dosierung haben, unterhalb derer dann wieder Anfälle aufträten. Das wäre sicher bei mir mit den psychosomatischen Störungen so.

Habt Ihr den eine Erklärung dafür, warum bei mir nur 10 mg, das sind nicht mal 3%, so eine Auswirkung haben?
Es ist ja auch so komisch: unter den 350 mg geht es mir mal ein oder zwei Wochen gut und dann wieder mehrere Tage schlecht und das wiederholt sich ständig. Das ist auch kein Leben; ich kann mir nichts vornehmen, muss immer Termine absagen und bin furchtbar eingeschränkt, weil ich ja nie weiß, wann wieder eine schlechte Phase kommt.

Ich mache mir selbst so viele Vorwürfe, dass ich das Sulpirid fast 20 Jahre lang geschluckt habe und alle Gedanken an Nebenwirkungen und dem Loskommen davon wohl verdrängt habe, weil es mir einigermaßen gut ging und ich den Neurologen vertraut habe. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen, dass der Neurologe mir das Medikament so viele Jahre verschrieben hat ohne mich jemals darauf aufmerksam zu machen, dass es wichtig wäre, es zu reduzieren. Immer wenn ich es in den vergangen Jahren angesprochen hatte, bei verschiedenen Neurologen, habe ich zu hören bekommen, ich solle es doch so lassen, wenn es einigermaßen gut ginge, einer sagte mir "never change a winning team" - und so habe ich es eben so gelassen. Vielleicht wäre es nach einer Einnahme von nur ein oder zwei Jahren noch eher möglich gewesen davon wegzukommen.
Und jetzt fühle ich mich von den Ärzten eigentlich total alleine gelassen.

Ich wünsche mir so sehr, dass mir jemand helfen könnte.

Liebe Grüße
Ljomur
1991-94 Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche ohne organische Ursache;
in der Zeit Saroten, Insidon, Betablocker, Atosil, Imap: ohne Wirkung;
Haldol: Unverträglichkeit;
alle möglichen Magen-Darm-Medikamente: ohne Wirkung
1993 Frühpensionierung
1994-96 Sulpirid 400 mg, wesentliche Besserung
1996-2005 Sulpirid 150 mg, dann Verschlechterung: häufiger die ursprünglichen Symptome, Reizdarm und Beginn der generalisierten Angststörung
2005-04/2015 Sulpirid 400 mg, Besserung der körperlichen Symptome bis auf Reizdarm, Zunahme der Ängste
1998-2014 abends 2 mg Diazepam und selten tagsüber 2 mg Diazepam bei starker Angst
2014 abendliche Einnahme Diazepam ausschleichend ohne Probleme abgesetzt, seitdem selten bei sehr starker Angst 2mg Diazepam
2013-2015 mehrmals Sulpirid auf 350 mg reduziert, nach 4 Wochen Reduzierung auf 325 mg, danach jedes Mal stärkste Symptome, wieder Erhöhung auf 400 mg, dann ein paar Monate Pause bis zum nächsten Versuch
21.04.2015 Sulpirid 375 mg
21.05. Sulpirid 350 mg
21.06. Sulpirid 325 mg
24.06. sehr starke Symptome, die Gleichen wie früher, aber viel schlimmer
26.06. Sulpirid 375 mg, keine Besserung, zwei Tage lang 2xtgl. 2 mg Diazepam
28.06. Sulpirid 400 mg, Besserung
03.07-05.07 Verschlechterung
06.07. Sulpirid 375 mg, am Abend Besserung
07.07. Verschlechterung
08.07. auf 375mg Sulpirid geblieben, dazu 1xtgl. 1,5 mg Diazepam
09.07. 2xtgl. 1,5 mg Diazepam
11.07. Besserung
01.08 Sulpirid 350 mg, seitdem immer wieder schlechtere Tage mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche, Schwindel, Unruhe, Angst, aber auszuhalten
29.11. nach ein paar besseren Tagen auf 325 mg Sulpirid, 5 Tage ging es gut, dann wieder ganz schlecht
05.12. Sulpirid 350 mg, etwas besser, aber nicht gut

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