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Auch ich unterstütze dieses Forum

Verfasst: 06.11.2004 12:05
von Wobke
Ich finde dieses Forum gut, denn auch ich habe massive Probleme ein AD herunter zu dosieren.
Seit 8 Jahren nehme ich 150 mg Trevilor (SNRI) .

Und gerade jetzt leide ich massiv an mehreren Symptomen. Auch ich bin verunsichert, ob es sich um ein Rückzug in die Depression handelt oder ob es dem Antidpressivum zu zuschreiben ist.

Aus diesem Grund benötige auch ich ebenso wie viele hier Unterstützung und möchte auch meinen Beitrag dazu geben.

Wobke

Verfasst: 06.11.2004 12:37
von Linda
Hallo Wobke,

Mensch, warum hast es nicht gleich gesagt??

Welche Symptome hast Du denn?

Linda

Verfasst: 06.11.2004 14:14
von Oliver
Hallo Wobke.

Sorry, dass ich so misstrauisch war. Ich habe halt in den meisten anderen Foren recht katastrophale Erfahrungen gemacht, wenn ich über die problematischen Seiten von SSRI sprechen wollte - das ist immer gleich in Glaubenskriege ausgeartet und ganze Horden von empörten Leuten haben versucht mich in kleine Stücke zu reissen (uterstützt von den Mderatoren) - oder wie erst kürzlich passiert, ein "Experte". Ich habe keine Lust auf Glaubenskriege in diesem Forum. Und da auf Deiner Webseite steht, dass ADs kein Suchtpotential besitzen, dachte ich, das geht in die Richtung ...

Ich finde die Haarspalterei, um den Begriff der Abhängigkeit/Sucht in Bezug auf SSRI halt unglaublich zynisch. Jeder der SSRI nimmt war vorher in der Lage ohne sie zu leben. Wenn jemand dann an intolerablen Absetzsymptomen leidet und dadurch das Absetzen extrem erschwert ist, hat sich meiner Auffasung nach eine Abhängigkeit entwickelt (und das ist auch die Auffasung der WHO - siehe: link:abhängigkeit).
Auch der so gerne herangezogene Der Vergleich mit Insulin entbehrt jeglicher Grundlage:

Du bist Dir nicht sicher, ob Du an Absetzsymptomen leidest, oder einen Rückfall hast ... hast Du schon Prof. Healys Ansicht dazu gelesen (link:symptome)

Vielleicht schreibst du das Ganze für Dich (und für uns) auch mal auf:

1. Symptome aufgrund deren Du Tevilor verschrieben bekommen hast
2. Nebenwirkungen während der Einnahme
3. Symptome welche nach der Reduktion auftreten (mit Zeitraum)

Generell gilt, dass ein Rückfall erst längere Zeit nach dem Absetzen auftreten - das steht auch in dem verlinkten Artikel von Prof. Healy. wenn Du 8 Jahre Trevilor genommen hast, müssten das schon mehrere Monate dauern). Alles was davor passiert hängt wohl mit dem Absetzen zusammen. Da Trevilor eine kurze Halbwertszeit, können Probleme schon sehr schnell auftreten - das schließt aber auch verzögertere Reaktionen nicht aus, weil durch die lange Einnahme sehr viele Anpassungsprozesse im Gehirn stattgefunden haben, die sich erst sehr langsam wieder zurückbilden.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 06.11.2004 14:55
von Uschi
Hallo Wobke,

sorry, dass auch ich Dich missverstanden hab. Als ich Deine Webseite las bekam ich den Eindruck es ginge dir gut und konnte halt nicht verstehen, weshalb Du hier schreibst. Wie Oliver schon schreibt, wenn man Probleme damit hat das SSRi abzusetzen und zudem noch unter heftigen Entzugssymptomen leidet, reagiert man dann allergisch auf Zitate wie diese:
Die Tatsache, dass Neuroleptika und Antidepressiva keinerlei Suchtpotential besitzen, ist dabei ebenso wenig bekannt wie diejenige, dass diese Substanzgruppen sogar zur Behandlung von Suchtkranken im Entzug eingesetzt werden.
Sicherlich hast Du das geschrieben, als es Dir noch gut ging. Ich dachte am Anfang der Einnahme von Paroxetin auch , endlich ein Medikament das mir hilft. Dass es abhängig macht und schwere Absetzsymptome, das glaubte ich auch nicht. Ich dachte auch die steigern sich in was rein. Mittlerweile weiss ich es besser. Aus eigener Erfahrung.

Welche Symptome hast Du genau? Hast Du reduziert ?

lieben gruß an Dich Uschi

Absetzprobleme von Trevilor retard

Verfasst: 06.11.2004 20:02
von Wobke
Danke für Eure Notes.

Ich habe in der Tat meine HP lange Zeit nach meiner schweren Depression geschrieben, um anderen Mut zu machen, als es mir wieder besser ging. Dieses war mühevolle Arbeit, aber ich habe verstanden, dass es hier nicht angebracht ist. Denn auch ich bin schockiert und verunsichert durch die Absetzprobleme, die ich in dieser langen Zeit von 8 Jahren immer wieder erlebt habe.

Nun erst mein Beitrag zu Euren Fragen, da ich auch heute mittag wieder mit dem Kreislauf unten war, mich sogar erbrechen musste und ins Bett verschwunden bin:

1. Symptome aufgrund deren Du Tevilor verschrieben bekommen hast

Damals (1996) wurde die Diagnose: agitierte Depression gestellt. Meine Mutter schleppte mich notfallmäßig zu einer Fachärztin für Psychiatrie.
Ich war völlig fertig und innerlich leer, konnte nicht mehr schlafen , nicht mehr arbeiten , war voller Angst und sogar Todesangst, heftige Weinausbrüche, konnte nur schleppend und gebückt voranschreiten und grübelte starr vor mich hin und war innerlich angespannt und starr, Konnte mich nicht mehr konzentrieren und Panikattacken überfielen mich. Erschöpfung , Müdigkeit , mein Körper war verkrampft meine Mimik auch.

Ich nachhinein wurde mir klar, dass es vorher depressive Episoden gab, die aber nicht diese Schwere hatten.

Ich wurde mit Aponal (sedierendes AD) und Tavor (Tranquilizer) behandelt. Dosisangaben weiss ich nicht mehr.

2. Nebenwirkungen während der Einnahme
An die Aponal Zeit kann und will ich mich kaum erinnern.
Nachdem ich Trevilor verschrieben bekam, ging es später ganz langsam aufwärts.
Ich erinnere mich an sehr viele Symptome, die im Beipackzellel aufgeführt sind. Mir war es als ob ich alles durchmachte. Und ich kann nicht sagen, ob es Trevilor war oder die Depression, war für mich auch kein Unterschied, es war die Hölle.

3. Symptome welche nach der Reduktion auftreten (mit Zeitraum)

In den ersten Jahren habe ich versucht von 150 mg auf 75 herunter zu gehen und habe morgen eine Tablette weg gelassen.
Schon nach wenigen Stunden brach ich einfach zusammen und konnte mich nicht auf den Beinen halten, (und fühlte mich wie nach einem 5. Bier).

Die Reduktion war innerhalb eines Tages für mich verworfen und ein Absetzen verbunden mit einer Horrorzeit.

Nun bin ich wieder dabei Kügelchen aus den Kapseln zu schütten, da ja Trevilor retard eine Einzelgabe ist und nicht in Tabletten sondern in Kapseln geformt wird. Ich versuche es mit der Prozedur des langsamen Reduzierens wieder seit zwei Wochen.
Ein Tag volle Dosis (150 mg) und nächsten Tag die Hälfte.

Symptome: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, schwere Arme und Beine bis zur Erschöpfung, Kopfschmerzen, Verkrampfungen, Schwindel.

Nicht durchgehend alles ein Auf und Ab.


Gruss Wobke

Verfasst: 06.11.2004 20:21
von Uschi
Hallo Wobke,
da hast Du ja schon ganz schön was mitgemacht.
Ich habe in der Tat meine HP lange Zeit nach meiner schweren Depression geschrieben, um anderen Mut zu machen, als es mir wieder besser ging. Dieses war mühevolle Arbeit, aber ich habe verstanden, dass es hier nicht angebracht ist
Ich habe Deine HP sehr aufmerksam gelesen und vieles darin wiedererkannt. Warum sollte es Deiner Meinung hier nicht angebracht sein ?
Ich bekam auch schon so manches in den letzten Jahren verordnet , ´da war auch Aponal dabei. Außer einer massiven Gewichtszunahme innerhalb kurzer Zeit brachte es mir nichts.
Erst nachdem ich Paroxetin bekam ging es mir besser, aber auch nur für eine gewisse Zeit. Die Anfangsnebenwirkungen waren bei mir auch ziemlich krass. Ich lag die ersten 14 Tage fast nur im Bett.
Von 150mg auf 75mg runter zu gehen ist wahrscheinlich zu schnell. Gibt es dieses Mittel nicht in Tablettenform? Die Kügelchen abzuzählen ist ja schon sehr mühsam.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand der mit dem Absetzen von Trevilor Erfahrung hat.
Verzweifle nicht, ich hab es bisher auch noch nicht gepackt, da die Absetzsymptome zu heftig waren. Gestern habe ich wieder begonnen. Ich werde mir diesmal noch länger Zeit lassen mit der Reduktion. Du darfst nur die Hoffnung nicht aufgeben.

lieben Gruß an Dich Uschi

Verfasst: 06.11.2004 20:26
von Linda
Hallo Wobke,

Venlafaxin hat die kürzeste Halbwertzeit aller SSRI/SNRI (ca. 5-11 Stunden). Deshalb sollte man nicht jeden 2. Tag auslassen. Eine langsame Reduzierung der täglichen Dosis wäre besser.

Linda