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Paroxetin - seit 5 Monaten auf 0 !

Verfasst: 14.09.2004 17:59
von Hippo
Hallo an alle !
Wollte mich mal wieder melden. Die Gesamt-Absetzzeit für 20 mg war 8 Monate. Bin jetzt seit genau 5 Monaten auf 0.
Psychisch würde ich meinen Zustand als stabil bezeichnen, körperlich gibt es immer noch ein paar Zipperlein. Dabei fällt es mir natürlich manchmal schwer, welche Symptome man direkt mit Paroxetin in Verbindung bringen kann und welche mit der Ursprungserkrankung (hypochondr. Angsstörung mit Schwindel).
2 Symptome bringe ich direkt mit Paroxetin in Verbindung, da beide definitiv nicht zu den zahllosen Symptomen während meiner Angstzeit gehörten.
Einmal die "Zaps" (einseitig links, bei schneller Augenbewegung), die sich sehr hartnäckig hielten, aber letztendlich ganz langsam immer weniger und schwächer wurden, allerdings noch heute, ganz selten, frühmorgens oder nach einem Kurzschlaf auftreten können - und das immerhin 5 Monate nach der letzten Dosis. Habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, hierfür einmal eine medizinisch, wissentschaftliche Erklärung zu bekommen. Gabs dafür mal Ansätze oder Vermutungen, z.B. in den englischen Foren ? Immerhin sind die Zaps ja ein ziemlich verbreitetes Absetztsymptom.
Das andere Symptom ist dieses gewisse Schwäche- / Grippegefühl in den Extremitäten, vor allem in den Beinen, vor allem morgens oder nach einer längeren Phase ohne Bewegung. Das ist soooo hartnäckig, dass ich schon mal wieder ins Grübeln komme, was es sonst noch feines sein könnte.... Insofern beruhigen mich die (seltenen) Zaps fast schon wieder, da ich dann beides unter Paroxetin "Langzeitsymptome" abbuchen kann.
Alles in allem ist es aber für mich fast unerklärlich, dass es so lange Nachwirkungen geben soll, wo der "Stoff" an sich doch schon lange aus dem Körper sein sollte.

Für Erklärungen (auch für Versuche) wäre ich immer noch dankbar.

PS: Noch was positives.... Mein Gewicht ist wieder das ursprüngliche, d.h. habe ca. 8 kg abgenommen, ohne mein Essverhalten zu ändern.

Erstmal Vielen Dank & Alles Gute !
Hippo

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20 mg von Juni - Okt. 02
abgesetzt in 2 Wochen (heftige Symptome )
20 mg von Nov. 02 - Aug.03
15 mg Sept. & Okt.03
10 mg Nov 03/Dez.03/Jan.04
8 mg KW 8 ...
7 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 mg - in Wochen-Schritten
0 - seit 12.04.04

Verfasst: 15.09.2004 09:14
von CloneX
Hast du schon Fischöl probiert ? Bei manchen Leuten soll das angeblich etwas bei den Zaps Abhilfe verschaffen. Ein Versuch kann ja nicht schaden.

Verfasst: 16.09.2004 08:02
von AnjaC
Hallo Hippo,
du sprichst mir aus dem Herzen und ich meine, mich in deiner Schilderung zu erkennen. Ich habe nach einem Absetzversuch im Mai wieder mit 10mg begonnen und noch wesentlich langsamer reduziert. Am Schluß habe ich nur noch ein kleines Bröckchen zu mir genommen und selbst immer den Kopf darüber geschüttelt, daß diese kleine Menge so einen großen Einfluss haben kann.
Die Zaps habe ich hinter mir, die waren diesmal nicht so schlimm. Allerdings habe ich jetzt auch wieder dieses Krankheitsgefühl, dazu einen furchtbar aufgeblähten Bauch (den ich aber auch schon zur Zeit der Einnahme hatte). Ich spüre dieses Missgefühl in allen Gliedern und fühle mich schwach und müde. Ich lasse gerade mein Blut auf Viren untersuchen und dann sehen wir mal weiter. insofern handelt es sich wohl auch um ein Absetztsymptom, daß man wiedre in alte Gewohnheiten (nämlich die der Krankheitssuche) fällt. Das war allerdings auch während der Einnahme immer latent vorhanden.
Ich kann nur hoffen, daß es sich wirklich um Absetzsymptome handelt und daß die vorherige Angststörung nicht wieder von vorne beginnt.
Ich bin jetzt übrigens seit 3 Wochen "clean"!
Dir alles Gute und Grüße
Anja

Verfasst: 16.09.2004 17:24
von Hippo
Hallo Anja,

ich habe mich bei Deinen Ausführungen ja auch schon wiedererkannt, wir scheinen da ähnlich "gestrickt" zu sein.
Wenn man mit Krankheitsängsten Probleme hat, geht es ja auch weniger um das Symptom an sich bzw. darum, dieses evtl. aushalten zu können, sondern vielmehr um dessen Herkunft, um eine Begründung bzw. um eine rationale Erklärung dafür. Nur das oder eben das Verschwinden des Symptoms kann verhindern, daß ich wieder leicht nervös werde bzw. bei längerer Dauer wieder anfange, Ideen für mögliche Ursachen zu entwickeln. Insofern hilft es mir ungemein, gewisse Symptome ganz klar als Absetzsymptome einstufen zu können, auch gegen die hartnäckige Ignoranz von Ärzten diesem Problem gegenüber. Da hilft es halt sehr, sich mit Betroffenen auszutauschen.
Die Schwächegefühle gehen bei mir tagsüber, sobald ich in Bewegung bin, wieder zurück, aber wenn ich morgens aufwache, fühle ich mich wie bei einer schweren Grippe - und das 5 Monate nach der letzten Dosis..? (grübl-grübl ?).
Das ganze ist auch schon ein Geduldsspiel, die Zeit wird hoffentlich auch das heilen.

Also Anja, 3 Wochen "clean" ist ja schon mal ganz gut.

Alls Gute und viele Grüsse !

Hippo

Verfasst: 17.09.2004 08:14
von AnjaC
Hallo Hippo,
trotzdem würde mich interessieren, wie deine Beschwerden konkret aussehen. Du weißt ja: Man vergleicht in dieser Situation gerne.
Konkret habe ich nur mit einem Problem zu kämpfen, nämlich mit meinem Magen und Bauch, was ich von füher überhaupt nicht kenne. Gleichzeitig fühle ich mich dann aber oft am ganzen Körper seltsam. Ich meine, die Finger nicht richtig bewegen zu können, mein Kopf fühlt sich manchmal aufgepumt an, ich bin antriebslos und zerschlagen und meine Arme und Beine fühlen sich einfach....seltsam an.
Ich wüßte manchmal nicht einmal, zu welchem Arzt ich gehen sollte, so unspezifisch ist es.
Ich habe leider, obwohl ich eine Gesprächtherapie mit Einnahme von Seroxat hinter mir habe, immer noch nicht ganz mit dem Thema Krankheit abgeschlossen.
Dies ist auch das fatale, du glaubt immer wieder, man hätte eine Kleinigkeit bei der Untersuchung übersehen und es gäbe doch organische Gründe. Das Internet hilft einem da leider nicht viel weiter, da man ja viele Horrorstories von Chronisch Kranken liest, deren Krankheit auch jahrelang unter "psychosomatisch" lief. Was mich am meisten nervt: Das die Hälfte der Zeit drauf geht, sich mit dem Thema zu beschäftigen, wo ich eigentlich Kinder, Mann und Job habe.
Kann nur hoffen, daß der momentane Zustand tatsächlich an Seroxat und deren Absetzsymptomen liegt.
Würde mich freuen, wenn du mir deinen Zustand auch einmal beschreibst (das hindert mich daran, weiter im Internet zu surfen und tatsächlich zum Cyberchonder zu werden)
Gruß Anja

Verfasst: 17.09.2004 13:39
von Hippo
Hallo Anja,

O.K., ich habe mal meinen Body-Scanner angeworfen, zumal heute ein Tag ist, wo ich mich nicht besonders wohl fühle. Es gibt durchaus Parallelen, gerade was das Schwächegefühl angeht.
In Armen und Beinen, besonders in den Gelenken, also Armbeugen, Handgelenken, Kniekehlen und Knöchel eine spürbare Schwäche, tiefe Müdigkeit, wie man es bei einer Grippe kennt. Besonders morgens oder bei wenig Bewegung. Ich bin ganz sicher, das zählte definitiv nicht zu den zahlreichen Symptomen während meiner "Angst-Zeit" und trat auch während der Paroxetin-Einnahme nicht auf, erst gegen Ende des Absetzens. Ich habe hier öfter von der "Seroxat-Grippe" gelesen, was mich diesbezüglich schon etwas beruhigt hat (obwohl auch hierfür niemand eine medizinisch/wissentschaftliche Erklärung/Theorie parat hat). Allerdings lässt diese Beruhigung nach 5 Monaten "ohne" schon wieder etwas nach...
Alle weiteren "Zipperleins" (Kopfdruck, manchmal leichter Schwindel bzw. Unsicherheit, das Gefühl, dass sich meine linke Seite anders anfühlt als die rechte..) zähle ich zu meinen Ursprungssymptomen und diese lassen sich auch meistens mit meiner psychischen Verfassung, Stress, Verspannung usw. in Verbindung bringen.
Naja, bin gerade wieder beim Routine-Check beim Hausarzt und werde ihn zumindest auf das Schwächegefühl ansprechen, allerdings auch ohne Idee auf ein konkretes Leiden.
Im Internet forsche ich nicht mehr, ich bewege mich nur noch gezielt in 1-2 Foren. Da haben 2 Jahre Verhaltenstherapie schon was bewirkt und ich hab ehrlich gesagt auch gar keine Ideen mehr... Ich bin dermassen durchuntersucht, hab super Befunde, ich kann 10 km Joggen, 90 Min.Fussball spielen, 95 km radfahren, 25 km wandern, 40 Std.die Woche arbeiten - was für eine schwere Krankheit bitte soll das sein ?
Puh..., siehst Du, jetzt hab ich gerade wieder die Kurve gekriegt. Heute ist Freitag, morgen schlaf ich aus, geh joggen, lass es mir gutgehen und könnte wetten, morgen abend keinerlei Symptome zu haben....

Die Symptome, die Du schilderst, könnten alle mit dem Absetzen von Seroxat zusammenhängen, zumindest werden sie auch hier immer wieder geschildert. Der Stoffwechsel braucht scheinbar individuell verschieden lang, um sich wieder zu normalisieren. Eins steht fest, bei all dem Segen, den dieses Medikament bringen kann, die Auswirkungen auf den Körper sind scheinbar viel zu wenig erforscht und können gerade Leute wie uns noch lange beschäftigen.

Erstmal schönes Wochenende & liebe Grüsse
Hippo