Seite 1 von 2

Nebenwirkungen von SSRI

Verfasst: 02.09.2004 01:40
von Naduah
hallo,
beim suchen nach wirkung und nebenwirkungen von ssri bin ich auf dieses forum gestoßen.
ich bin seit einiger zeit in therapeutischer behandlung. von meiner therapeutin und meiner psychologin wurde mir unabhängig empfohlen auf medikamente zurückzugreifen.
bis jetzt war ich immer der meinung, daß ich das alles ohne schaffe und habe große bedenken dem gegenüber. die psychologin meinte, sie würde mir die sognannten ssri empfehlen.
sicher hatten die meisten vor einer einnahme bedenken. es würde mir helfen, wenn ich dazu ein paar meinungen lesen könnte. die einzigen näheren erfahrungen in sachen nebenwirkungen habe ich von zwei freunden, die nach der einnahme von antidepressiva sehr zugenommen haben. klar der körper reagiert bei jedem anders, die ssri sollen da ganz anders sein... aber was wenn doch? oder ist das bei ssri völlig ausgeschlossen?? leider konnte oder wollte mir die psychologin da keine näheren auskünfte geben. aber genau dieser punkt beschäftigt mich u.a. sehr.
desweiteren dominieren immernoch meine vorbehalte - wirkung? absetzsymtome? ... es ist für mich eben alles neuland und damit fühl ich mich ehrlichgesagt etwas allein gelassen. wo ich doch eh grad nich so richtig nachdenken, reagieren, entscheiden kann.

wie gesagt, es würde mich freuen hier antwort und ein wenig hilfe zu bekommen.

grüße - n.

Verfasst: 02.09.2004 09:04
von Uschi
Hallo Naduah, :)

herzlich willkommen hier im Forum.
Zu Deinen Fragen über SSRIs , also ich hab in den zwei Jahren Einnahme von Paroxetin 10kg zugenommen. Ich hab auch schon mehrfach versucht sie wieder abzunehmen, es ist fast unmöglich solange ich noch das Paroxetin nehme. Trotz Sport usw. Und von vielen anderen habe ich das auch gelesen. Auch die Absetzsymptome können sehr heftig sein! Man sollte diese Mittel jedenfalls sehr langsam ausschleichen.
Ich habe sehr viele Nebenwirkungen durch die SSRIs bekommen, unter anderem auch Schlafstörungen, unruhige Beine, Muskelsteife vor allem nach längerem Sitzen oder Liegen. Vieles das ich vorher nicht hatte.
Und geholfen haben mir diese Mittel auch nur am Anfang meiner Einnahme, später hat sich dann eine Medikamententoleranz entwickelt.
Du solltest es jedenfalls sehr gut abwägen ob Du ein SSRI nehmen willst.
Diese Probleme müssen natürlich nicht sein, sie können aber sehr wohl.
Manche können anscheinend auch ohne großen Probleme wieder absetzen, aber für viele ist es auch ein sehr schwerer Weg, der von heftigen Absetzsymptomen begleitet wird.
Weshalb sollst Du ein SSRi nehmen, vielleicht gibt es ja auch noch Alternativen für Dich!

Gruß an Dich Uschi

Verfasst: 03.09.2004 02:27
von Lui76
Ich kann Dir leider auch keine absoluten Ratschläge geben, da ich nur 4 Wochen SSRIs genommen habe und dann auf ein anderes Medikament gewechselt habe.
Ich schätze hier schreiben eher Leute, die Probleme hatten, aber SSRIs wurden schliesslich millionfach verschrieben und gerade in den USA würde es millionen von Millionenklagen geben,wenn ALLE Menschen nur Probleme haben.

Ich war mir auch unsicher bevor ich anfing Paroxetin zu nehmen, aber die einzigen, die ich kannte, die ebenfalls SSRIs nehmen, waren meine Schwester und eine gute Freundin von mir. Bei Beiden hat sich ihr Zustand enorm verbessert und keine der Beiden hat zugenommen. Meine Bekannte hat eher abgenommen.

Ich denke, es kommt darauf an, ob Du denkst, dass Du es ohne Meds nicht schaffst und was das grössere Übel ist: die Krankheit oder die Medikamente.
Es gibt auch Heroinkonsumenten, die NIE von der Droge loskommen und ernorme Entzugserscheinungen bekommen, andere setzten es einfach ab und fühlen sich lediglich 3 Tage ein wenig schlapp. So wird das auch bei SSRIs sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle millionen von Menschen, die SSRIs verschrieben bekommen haben, nach dem Absetzen durch die Hölle gehen. Sonst wären sie längst vom Markt. Es hängt wahrscheinlich auch von der Dosis und den Zeitraum, die man sie nimmt, ab.

Aber das ist jetzt nur meine persönliche Meinung und nicht repräsentativ.
Ich schreibe Dir das, weil ich auch abwegen musste, was ich tue und habe mich dann aus diesen Gründen dafür entschieden. Der Grund, dass ich sie absetzte, war weil ich den Psychiater aus Ortswechselgründen gewechselt habe und er mir ein anderes Medikament verschrieben hat.

Grüsse
Lui

Verfasst: 03.09.2004 12:19
von Oliver
Hallo Lui76.
Ich schätze hier schreiben eher Leute, die Probleme hatten,
Da hast du recht, allerdings ist das ein verschwindend geringer Anteil der Leute die Probleme haben, da die meisten brav ihre Klappe halten und sich selber die Schuld geben ...
aber SSRIs wurden schliesslich millionfach verschrieben und gerade in den USA würde es millionen von Millionenklagen geben,wenn ALLE Menschen nur Probleme haben.
Lies mal den Bereich "Information und Diskussion". Gerade auf GSK (Paroxetin) prasseln schon seit einiger Zeit jede Menge Klagen ein. Die Aktuellste wurde direkt vom Staat New York angestrengt.

SSRI sollten das Allerletzte sein, das man bei Depresionen etc. verwendet, da ihre Wirkungen unvorhersehbar sind.

Lui76

Verfasst: 03.09.2004 16:55
von Lui76
Ich erwähnte bereits, dass ich persönlich eine grosse Abneigung gegen Medikamente habe, aber manchmal bleibt kein anderer Ausweg. Wenn einer von beiden Therapeuten den Ratschlag bekommt, sie zu nehmen, hilft es ihm nicht ausschliesslich Negativberichte zu bekommen und den jenigen noch mehr zu verwirren.

Es geht darum, dass jemand hier um Rat fragt, und einfach nur permanent Medikamente zu verteufeln , nutzt wenig. Was ist gegebenenfalls die Alternative:Reiki, Tarot, Meditation, Akupunktur, Aromatherapie, Bachblüten oder Rebirththerapien? Tut mir leid für die Ironie, aber das sind unter anderem die Alternativen, die mir vorgeschlagen wurde von Leuten, die strikt Medikamente ablehnen.
Er geht ja bereits in Therapie, die anscheinend alleine nicht hilft und braucht Alternativvorschläge, die auch was bringen.
Ich finde keiner ist hier repräsentativ und kann nur seine Meinung äussern. Ich glaube auch nicht, dass alle Psychiater und Fachleute nur geldgierige Menschen sind, die nur Medikamente aus Spass verschreiben und keine Ahnung von ihrem Beruf haben.
Es gibt vielen, denen Medikamenten hilft, aber leider auch das Gegenteil. Aber so zu tun, als würden der Grossteil hauptsächlich Probleme haben, aber einfach nur das Maul halten, kaufe ich nicht ab.
ALLE Medikamente, inklusiv Aspirin, sind keine Bonbons und haben alle Nebenwirkungen.
Meine Bekannte litt jahrelang unter einer extremen Angstörung, war jahrelang in Therapie, liess sich mit Chinesischen Heilmethoden und andere alternativ Methoden behandeln und es wurde immer schlimmer.
Prozac hat ihr das Leben gerettet.

Also, wenn auf keinen Fall SSRIs, fände ich es nett, hier eine Liste von seriöen Alternativtherapien aufzulisten.

Grüsse
Lui

Verfasst: 03.09.2004 18:28
von Oliver
Hallo Lui76.
Es geht darum, dass jemand hier um Rat fragt, und einfach nur permanent Medikamente zu verteufeln , nutzt wenig.
Ich glaube, Du hast immer noch nicht ganz geblickt warum es dieses Forum gibt, oder? Lies mal den "Wir über uns"-Teil auf unserer Homepage und die Erfahrungsberichte. Auch möchte ich dich auf die Überschrift unseres Forums hinweisen, das da lautet "Unterstützung bei Nebenwirkungen und Absetzsymptomen" und nicht "Hilfe bei der Auswahl der korrekten Behandlung von psychischen Störungen". Wenn jemand hier um Rat fragt, dann bekommt er die ehrliche Meinung der sich-angesprochen-fühlenden Forenmitglieder basierend auf ihren Erfahrungen und ihrem Wissen über das Thema. Ich verbitte mir, dies als Verteufelung zu bezeichnen.
Was ist gegebenenfalls die Alternative:Reiki, Tarot, Meditation, Akupunktur, Aromatherapie, Bachblüten oder Rebirththerapien?
Und? hast Du eine Methode ausprobiert? Und was für Informationen hast Du, welche dich in die Lage versetzen all das als lächerlich hinzustellen? Meinst du wirklich die reduktionistische Apparatemedizin der westlichen Zivilisation ist der Weisheit letzter Schluss? Bei Blinddarmentzündungen, Knochenbrüchen o.Ä. würde ich Dir da wohl zustimmen aber bei seelischen Leiden bin ich mittlerweile der Meinung, dass der westliche Ansatz nicht der geschickteste ist. Auch wenn die Pharmaindustrie versucht den Eindruck zu erwecken, dass seelische Leiden auch "nur" körperliche Leiden sind, welche wunderbar medikamentös behandelt werden können, ist es ihr leider bisher nicht gelungen dies auch nur im geringsten wissenschaftlich zu untermauern (mehr dazu? Siehe: Darf man LSD und SSRI vergleichen?)
Er geht ja bereits in Therapie, die anscheinend alleine nicht hilft und braucht Alternativvorschläge, die auch was bringen.
Und das müssen dann auf jeden Fall SSRI sein, oder was? Ich kann Deiner Logik nicht ganz folgen.
Ich finde keiner ist hier repräsentativ und kann nur seine Meinung äussern.
Es gibt Meinungen, die sehr oberflächlich gebildet wurden und es gibt Meinungen, welche auf einem breiten Wissensfundament und eigenen Erfahrungen gebildet wurden.
Ich glaube auch nicht, dass alle Psychiater und Fachleute nur geldgierige Menschen sind, die nur Medikamente aus Spass verschreiben und keine Ahnung von ihrem Beruf haben.
Ich glaube allerdings, dass viele Psychiater ihre Patienten weniger ernst nehmen, als das PR-Material der Pharmakonzerne - siehe auch:Arzneimitteltelegramm über Qualität medizinischer Werbung.
Aber so zu tun, als würden der Grossteil hauptsächlich Probleme haben, aber einfach nur das Maul halten, kaufe ich nicht ab.
Ich weiß nicht, wie viele es sind und ob es ein Großteil ist - ich weiß nur, dass es sehr viele sind, denen Paroxetin und andere SSRI eher geschadet als geholfen haben. Diese Menschen haben keine Lobby und werden zumindest in Deutschland bisher nicht ernstgenommen.
Und was soll ich Dir denn bitte verkaufen wollen? Wir (die Betreiber dieses Forums) bezahlen Geld dafür, dass Du hier schreiben kannst und stecken einen großen Teil unserer freien Zeit in die Arbeit für das Forum.
ALLE Medikamente, inklusiv Aspirin, sind keine Bonbons und haben alle Nebenwirkungen.
Was willst Du denn damit sagen? Das alle Medikamente gleich gut oder gleich schlecht sind? Aspirin=Contergan?
Ich gehöre ganz bestimmt nicht zu den pauschalen Medikamentenverteuflern in deren Ecke Du mich jetzt scheinbar gerne schieben möchtest. Ich habe mein Leben lang alles geschluckt, was mir meine Ärzte verschrieben haben und das meiste hat seinen Zweck erfüllt und war frei von Nebenwirkungen. Paroxetin ist da eine ganz andere Liga ... da werden einige Nebenwirkungen mittlerweile als Hauptwirkung vermarktet (siehe: SSRI gegen vorzeitige Ejakulation) und sind die Regel und nicht die Ausnahme.
Meine Bekannte litt jahrelang unter einer extremen Angstörung, war jahrelang in Therapie, liess sich mit Chinesischen Heilmethoden und andere alternativ Methoden behandeln und es wurde immer schlimmer.
Prozac hat ihr das Leben gerettet.
Was willst denn Du damit sagen? Entspricht das nicht genau meiner Aussage, dass SSRI das Allerletzte sein sollte, dass man ausprobiert? Wenn es ihr dann geholfen hat ist das ja wunderbar.
Du kannst doch gar nicht wissen, wieviele Leben durch die derzeitige Verschreibungspolitik (SSRI sind das Mittel der Wahl bei so ziemlich allem was Du Dir vorstellen kannst) zerstört werden. Wie kann man das abwägen?
Also, wenn auf keinen Fall SSRIs, fände ich es nett, hier eine Liste von seriöen Alternativtherapien aufzulisten.
1. Wir sind hier kein Dienstleister, sondern eine Gemeinschaft von Betroffenen, die sich gegenseitig bei etwas helfen, dass die Ärzte scheinbar nicht leisten können. Wenn Du diese Liste für sinnvoll und machbar hältst, kannst du die gerne selber hier veröffentlichen.

2. Zeige mir bitte, wo auf unserer Webseite steht, dass man auf keinem Fall SSRI nehmen soll. Sicher vertreten einige in diesem Forum aufgrund eigener Erfahrungen diese Meinung. Ich gehöre allerdings nicht dazu - sonst würde ich nicht sagen, dass SSRI das Letzte sein sollten, was man probiert. Verstehst Du den feinen aber sehr wichtigen Unterschied? Es ist eine Frage der Reihenfolge ... den Holzhammer sollte man immer zuletzt probieren, wenn nichts anderes funktioniert.

3. Wir haben eine Sektion "Was mir hilft" eingerichtet in der jeder herzlich eingeladen ist, seinen persönlichen Ausweg zu beschreiben.

Noch was:
Meine schärfste Kritik bezieht sich noch nicht mal auf alle SSRI. sondern auf Paroxetin als eines von 6 auf dem Markt befindlichen SSRI. Meiner Meinung nach würde es nichts schaden es vom Markt zu nehmen, da es insgesamt gesehen mehr schadet als nutzt. Dann sind immer noch 5 SSRI über - jedes davon wieder mit seinen speziellen Vorzügen und Macken. Dann gibt es noch die gesamte Gruppe der Trizyklika, die schon seit fast 50 Jahren eingesetzt werden und die auch ein paar Macken haben, aber nicht so unberechenbar sind wie SSRI. Dann gibt es noch einige andere ADs wie z.B. MAO-Hemmer und tetrazyklische Antidepressiva, SNRI, NARI und was weiss ich noch alles. Dann gibt es noch das sehr unterschätzte Johanniskraut, welches seit ca. 2000 Jahren eingesetzt wird und einige andere Dinge, die hier im Forum diskutiert werden, wie Fischöl und Rosenwurz. Wenn man sich dann mal vom Pillenschlucken wegbewegt, gibt es etliche Geschmacksrichtungen der Psychotherapie, Ausdauersport (sehr effektiv), Ernährungsumstellung, und all das andere, was Du wohl für Quacksalberei hältst - Fakt ist aber, das all das genauso helfen kann wie SSRI, weil die nämlich längst nicht so effektiv sind, wie man uns gerne glauben machen möchte.

Oliver

Verfasst: 03.09.2004 18:39
von Oliver
Hallo Naduah.

Sorry, dass Dein Thread jetzt etwas ausgeartet ist, aber ich denke, dass das Ganze indirekt auch eine Antwort auf Deine Fragen sein kann. Warum ich der Meinung bin, dass SSRI das Allerletzte sein sollten, was man zur Behandlung seines seelischen Leidens ausprobieren sollte, weißt Du auf jeden Fall, wenn Du mein vorheriges Posting liest, den Links dort folgst und Dich ein wenig in unserer Infosektion umschaust. Lass Dir bitte von keinem Arzt einreden, dass SSRI das Beste, weil Neueste, sind - das ist Quatsch.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 03.09.2004 20:20
von Linda
Prozac hat ihr das Leben gerettet.
Hat sie eigentlich schon abgesetzt?

Linda

Verfasst: 03.09.2004 22:55
von Lui76
Sorry, Oliver, dass Du es so nötig hast aggressiv auf meinen Post zu reagieren, wobei ich sachlich bleibe:
nach dem Motto:wer nichts schlechtes über Medikamente hier zu sagen hat, soll lieber garnichts sagen.

Ich behaupte weder, Medikamente sind das Allerheilmittel, noch sind sie des Satanswerk.

Ich habe ganz konkret auf Naduahs Anfrage geantwortet(der verschiedene Meinungen hören wollte) und kann mich erinnern als ich während der Einnahme von Paroxetin auf dieses Forum gestossen bin. Danach fing ich richtig an zu zittern, durch das was ich hier zum Teil gelesen habe. Das ist keine Kritik, aber es war halt so.

Ich will auch Leuten wie Naduah meine Meinung sagen können, weil ich genau weiss wie es ihm geht, da ich das gleiche durchgemacht habe(vor kurzem) wie er: man bekommt vom einem Facharzt ein Medikament verschrieben und liest anschliessend im Netz nur Horrorgeschichten Was tun?

Ja, ich habe ALLE Alternativmethoden ausprobiert, die ich aufgelistet habe, die meinen Zustand verschlechtert haben und zusätzlich einen Haufen Geld geblecht. Als es mir schlechter ging, bekam ich zu hören:"Das ist nicht die Heilmethode, sondern das ist in Dir.", Oh, danke, das hilft mir viel. Die Therapeuten waren dann alle bemüht zu sagen, ich hätte ja schliesslich freiwillig zugestimmt(nur keine Anklage riskieren). Weiter geholfen, haben sie mir dann nicht.

Von vielen Sachen würde ich ganz schnell die Finger lassen, weil sie zusätzlich mit religiösem Philosophien behaftet sind:Tarot, Reiki, Tranzendentale Meditation. Ich, als Christ, lehne sie auch aus diesem Grund ab, aber ich halte auch unabhängig davon einige für gefährlich.

Die Überschrift und die Gründe dieser Seite ist mir im Moment egal. Mir ging es darum Naduah zu helfen, um sonst NICHTS. Ich denke, er kann auch mit meiner Meinung was anfangen.

Im Übrigen haben die Ärzte, die mir die Medikamente verschrieben haben, sich sehr viel Zeit genommen und ein Arzt, der meine Schwester Sertralin verschrieben hat, nimmt von meiner Familie garkein Honorar. Gestern fragte ich ihn, was er von den Medikamente hält, die ich verschrieben bekommen habe. Wir haben etwa 2 Stunden gequatscht, aber er wollte auch kein Geld annehmen.

Klar, isi das hier kein Forum um Therapien vorzuschlagen, aber es ist leicht von SSRIs, die Naduah von seinen Therapeuten empfohlen bekommen hat, zu denen er Vertrauen haben muss, strengstens abzuraten aber ohne Tipps zu geben was er dann machen soll.

Naja, wir werden ja eh hier auf keinen Nenner kommen, aber ich hoffe, dass Naduah trotzdem Denkanregungen von dem ganzen bekommt und würde mich freuen zu hören, wie er sich entscheidet.

Verfasst: 03.09.2004 23:05
von Lui76
Linda hat geschrieben:
Prozac hat ihr das Leben gerettet.
Hat sie eigentlich schon abgesetzt?

Linda
Hi Linda,


sie hat das Medikament erst im März angefangen zu nehmen und hat jetzt ihre Therapie wieder aufnehmen können. Noch ist es zu früh, es abzusetzen.
Sie kann aber wieder ausgehen, arbeiten, reisen und es geht ihr richtig gut. Davor, sagt sie, war ihr Leben die Hölle.
Sie riet mir damals die Medikamente zu nehmen, ABER eine Therapie zu machen.
Trotz was ich oben schreibe, bin ich froh jetzt ein anderes Medikament als SSRIs zu nehmen, dass keine Absetzschwierigkeiten hat. Zumindest habe ich nirgendswo was gelesen. Zusätzlich hat mein Psychiater die Devise, die gerinngsmgliche Dosis zu verschreiben. Ich hoffe, ich kann so schnell es geht von den Meds wieder runter.

Mein Alternativtipp, der zumindest einen unterstützt:
Sport treiben, wie Schwimmen, Laufen, Radfahren, Krafttraining.
Dann so gesund wie möglich essen.

Das hat mir schon mal bei einer Krise OHNE Meds extrem geholfen.

Grüsse
Lui

Verfasst: 04.09.2004 14:26
von Oliver
Hallo Lui76.

Schade, dass Du wieder nur so abweichend auf mein Posting antwortest. Hast Du die Verweise gelesen? Was hältst Du davon? Klingt das nach flacher Verteufelung für Dich?
Sorry, Oliver, dass Du es so nötig hast aggressiv auf meinen Post zu reagieren, wobei ich sachlich bleibe:
Dann bleib mal sachlich und benutze dabei weiter schön Worte wie "verteufeln" und "Satanswerk", oder erzähle anderen, sie hätten es nötig aggressiv zu sein. Du bist unsachlich indem Du verzerrst, was andere sagen ... oder Du liest nicht aufmerksam genug.
Tarot, Reiki, Tranzendentale Meditation. Ich, als Christ, lehne sie auch aus diesem Grund ab, aber ich halte auch unabhängig davon einige für gefährlich.
Wenn Du Christ bist, und das für dich so wichtig ist, dass Du davon die Wahl der Behandlungsmethode für Dein seelisches Leiden abhängig machst, würde ich Dir raten Dich mal ein wenig mit dem Weltbild zu beschäftigen, welches hinter der medikamentösen Behandlung dieser Leiden steckt. Dann würdest Du das wahrscheinlich aus Deiner christlichen Sicht genauso ablehnen.

Da von Dir inhaltlich nichts rüber kommt und Du Dich langsam etwas in schwarz-weiß Rhetorik verlierst würde vorschlagen, wir beenden die Diskussion hier.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 04.09.2004 14:53
von Linda
Hallo Lui.
Die Überschrift und die Gründe dieser Seite ist mir im Moment egal.
Ich weiß nicht, ob Du meinen Erfahrungsbericht schon gelesen hast.

Wenn nicht, kannst Du dort nachlesen, warum dieses Forum überhaupt ins Leben gerufen wurde. Die SSRI haben eine - gewaltige - Krise im Leben meiner Tochter und deshalb unserer ganzen Familie ausgelöst. Ich habe - ohne zu übertreiben - Glück, dass sie noch am Leben ist. Ich kann Dir den Umfang des Leides, das uns erfasst hat, gar nicht vermitteln. Bevor es dieses Forum gab, gab es nirgends im deutschsprachigen Netz nur im entferntesten irgendeine Möglichkeit, sich über die möglichen Nachteile dieser Medikamente zu informieren. Es stellt ein Gegengewicht zu den sehr vielen Foren dar, in dem jedem unkritisch dazu geraten wird, Antidepressiva für eine unglaubliche Anzahl verschiedener "Erkrankungen" zu nehmen, in den die Nebenwirkungen geleugnet werden und jeder, der Hilfe deswegen sucht, als Medikamentengegner abgestempelt wird. Es geht auch darum, dass diese Informationen jetzt auf deutsch verfügbar sind, damit jeder sich vorher informieren kann und sich überlegen kann, ob er/sie bereit ist, ein Risiko einzugehen - und es ist ein Risiko, da führt kein Weg daran vorbei - und dass Menschen, die bereits Probleme haben, erstgenommen werden. Ich verdamme niemanden, wenn er oder sie Antidepressiva nimmt - wenn man verzweifelt ist, greift man nach jedem Strohhalm. Man sollte aber im Bilde sein, wie hoch dieses Risiko ist.

Wenn Du ein Auto kaufen wolltest, und der Verkäufer würde Dir sagen, es kann Dir mit dem Ding überhaupt nichts passieren, es ist völlig kontrollierbar, der Hersteller hat versichert, es stellt in keinster Weise eine Gefahr für Dich dar, würdest Du es ihm nicht glauben, oder? Nein, weil Du aufgrund umfassender Berichterstattung und aus der Erfahrung anderer weißt, dass es wohl möglich ist, dass das Autofahren Dir das Leben kosten kann. Der Hersteller hat es einfach nicht in der Hand, was mit dem Ding passiert, wenn es aus der Produktionshalle rollt. Es muß nicht zwangsläufig passieren – es kann aber. So ist es auch mit den SSRI - keiner kann Dir sagen, was passiert, wenn Du sie nimmst. Und, was schlimmer ist, die SSRI-Hersteller verheimlichen die negativen Daten sogar, obwohl sie ganz genau wissen, dass diese Medikamente buchstäblich Leben zerstören können. Alle haben ein Recht, das zu wissen. Es ist nicht einmal in Studien bewiesen, dass diese Medikamente die Wirkung haben, für die sie auf dem Markt sind.
Sorry, Oliver, dass Du es so nötig hast aggressiv auf meinen Post zu reagieren,


Ich weiß nicht, wieviele Wochen und Monate Oliver und ich damit verbracht habe, uns eingehend mit der Thematik SSRI zu befassen, Kontakt mit anderen Betroffenen und Ärzten auf der ganzen Welt aufzunehmen, uns in englischsprachigen Foren mit anderen auszutauschen, uns mit den Autoren von SSRI-kritischen Büchern in Verbindung zu setzen (und die Bücher zu lesen) – und nur, damit wir jedem anderen Menschen, der SSRI verschrieben wird oder wurde, die Chance zu geben, sich zu informieren und Hilfe zu finden, wo wirklich an keinem anderen Ort Hilfe zu finden ist. Von der ganzen technischen Arbeit an dem Forum und an der Website völlig abgesehen. Es ist schlicht und ergreifend nervig, um dass mild auszudrücken, wenn jemand hier im Forum anfängt, wie ein Papagei das Werbeblurb der Pharmas nachzuplappern.

WIR KÖNNEN ES EINFACH NICHT MEHR HÖREN.

Ich verstehe, dass jemand in einer Situation, in der Du Dich befindest, nicht gerne hört, dass dieser von Ärzten als ach so verträglich, ungefährlich und effektiver Ausweg doch nicht immer einer ist. Schön wär's.

Ich hoffe, Du findest Deinen Weg, um Deine persönlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Wir wollen hier niemanden verunsichern. Ich denke verunsichern läßt man sich nur, wenn man sowieso Zweifel hat.

Linda

Verfasst: 04.09.2004 17:08
von Lui76
Hi Linda,

ich glaube nicht, dass ich hier Werbung für Medikamente mache.
Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen hier im Forum, der gerade immer Medikamente bisher vermieden hat und zwar ALLE. Ich habe eine Erkältung nicht mit Nasenspray behandelt, sondern lieber Ingwertee getrunken.
Oliver bezieht anscheinend alles auf sich, aber ich meine, was ich schreibe, eher allgemein.

Ich verstehe, dass Du eine Abneigung gegen SSRIs hast, weil Deine Tochter schlechte Erfahrungen gemacht hat und sie völlig ablehnst, aber ich habe, glaube ich, ursprunglich Naduah(von den man nix mehr hört :?: ) ganz schlicht meine Meinung geschrieben, die weder Medikamente empfiehlt, noch strikt ablehnt.

Ich persönlich bin durch Transzendentale Meditation fast draufgegangen(und ich meine das wortwörtlich). Damals sagte mir ein Hals-, Nasen-, Ohrenarzt, der nebenbei Ayurveda praktizierte und in der Maharishi Sekte war, anschliessend(als ich in der Krise steckte), Meditation kann NUR heilen, NIE schaden. Er hatte mir zu Meditation ursprunglich geraten. Danach hatte er aber keine Zeit mehr als ich wegen ihm in der Krise steckte.
Trotzdem denke, ich Meditation kann anderen auch helfen UND schaden. Es kommt immer auf die Person an. So sehe ich das bei Medikamenten und denke, Leute wie Naduah, sollten verschiedene Fasetten hören, um die Möglichkeit zu haben sich selbst ein Urteil zu machen.

Grüsse
Lui

Verfasst: 04.09.2004 17:15
von CloneX
In wiefern hat dir die Meditation geschadet ?

(Hat jetzt nix mit diesem Thema zu tun, interessiert mich nur, weil ich es auch ab und zu probiere)

Verfasst: 05.09.2004 10:09
von Uschi
Hallo Lui,
was meinst Du eigentlich mit Horrorgeschichten verbreiten?
In meinen Beiträgen schreibe ich nur das was ich erlebe, und das ich für mich und für viele andere leider Realität!
Wenn ich um meine Meinung über SSRIs gefragt werde kann ich nichts beschönigen, auch wenn das manche gerne lesen würden.
Es ist genau das was ich erlebe. Ich rate auch nicht generell von diesen Medikamenten ab, man sollte es sich jedoch genau überlegen bevor man sie nimmt und auch über Risiken und Nebenwirkungen informiert sein.
Ich habe ja auch geschrieben, es kann sein, es muß aber nicht. Viele nehmen diese Mittel anscheinend ohne Probleme und können sie auch wieder leicht absetzen. Aber viele halt auch nicht!
Zu Deiner Schwester kann ich nur folgendes schreiben, auch ich war am Anfang meiner Einnahme von Paroxetin total begeistert, alle Ängste waren weg ich konnte so viel machen , es war einfach toll!
Endlich etwas das mir half, so dachte ich damals. Nach einem halben Jahr fing es dann schon an, ich mußte erhöhen damit es mir weiterhin gutging.
Nach fast zwei Jahren mit nun 40mg hatte ich enorme Probleme, mir wurde geraten, wieder zu erhöhen. Doch wohin hätte das geführt!
Da fing ich an abzusetzen, meine Nebenwirkungen vom Paroxetin gingen weg, aber nun habe ich enorme Absetzsymptome.
Das steht Deiner Schwester eventuell alles noch bevor. Aber wie gesagt, es kann es muß nicht! Ich wünsche es auch keinem, aber hoffentlich hat Deine Schwester auch dann noch Unterstützung von Ihrem Arzt, denn die hat sie dann bitter nötig.

Gruß an Dich Uschi

Verfasst: 05.09.2004 16:05
von Naduah
hallo ihr,
ersteinmal vielen dank für eure prompten antworten!
natürlich sollte man krankheit und medikation abwägen - also was ist im moment wichtiger, aber ich bin froh hier nicht nur die ärzte-meinung zu lesen, sondern erfahrungen.
noch habe ich mich nicht entschieden. die nebenwirkungen und absetzsymptome erzeugen, bei mir ehrlichgesagt ´ne große abwehr.
ein beispiel zu mir: ich arbeite im tag- und nachtdienst, manchmal im kurzen wechsel. mit den jahren und durch die depression haben sich schlafstörungen eingestellt. nun weiß ich, das eine nebenwirkung ´schlafstörungen`sein kann und das baut natürlich nicht grad auf. und so geht das weiter...
aber irgendetwas muß ich tun, denn so geht es nicht weiter. das ist mir schon klar. ich werde mich noch mal intensiver mit alternativen beschäftigen und dazu auch hier im forum lesen. vielleicht ist es ja so, das das ein oder andere mir persönlich hilft.
P.S. bin übrigens eine frau :)

grüße n.

Verfasst: 05.09.2004 16:49
von Lui76
Uschi hat geschrieben:Hallo Lui,
was meinst Du eigentlich mit Horrorgeschichten verbreiten?
In meinen Beiträgen schreibe ich nur das was ich erlebe, und das ich für mich und für viele andere leider Realität!
Wenn ich um meine Meinung über SSRIs gefragt werde kann ich nichts beschönigen, auch wenn das manche gerne lesen würden.
Es ist genau das was ich erlebe. Ich rate auch nicht generell von diesen Medikamenten ab, man sollte es sich jedoch genau überlegen bevor man sie nimmt und auch über Risiken und Nebenwirkungen informiert sein.
Ich habe ja auch geschrieben, es kann sein, es muß aber nicht. Viele nehmen diese Mittel anscheinend ohne Probleme und können sie auch wieder leicht absetzen. Aber viele halt auch nicht!
Zu Deiner Schwester kann ich nur folgendes schreiben, auch ich war am Anfang meiner Einnahme von Paroxetin total begeistert, alle Ängste waren weg ich konnte so viel machen , es war einfach toll!
Endlich etwas das mir half, so dachte ich damals. Nach einem halben Jahr fing es dann schon an, ich mußte erhöhen damit es mir weiterhin gutging.
Nach fast zwei Jahren mit nun 40mg hatte ich enorme Probleme, mir wurde geraten, wieder zu erhöhen. Doch wohin hätte das geführt!
Da fing ich an abzusetzen, meine Nebenwirkungen vom Paroxetin gingen weg, aber nun habe ich enorme Absetzsymptome.
Das steht Deiner Schwester eventuell alles noch bevor. Aber wie gesagt, es kann es muß nicht! Ich wünsche es auch keinem, aber hoffentlich hat Deine Schwester auch dann noch Unterstützung von Ihrem Arzt, denn die hat sie dann bitter nötig.

Gruß an Dich Uschi

Hi Uschi,

wie gesagt, ursprunglich wollte ich Naduah nur meine Meinung mitteilen. Alles andere was ich schrieb, war nur eine Antwort auf Antworten meines Ursprungspost.
Meine Schwester nimmt kein Paroxetin, sondern Sertralin. Ich habe Paroxetin genommen und nach 4 Wochen ohne die gerinngste Nebenwrkung(ausser, dass meine Sexualität wieder normal wurde) abrupt abgesetzt.
Es war meine Bekannte, der es so dreckig ging, dass Medikamente der einzige und letzter Ausweg war. Sie nimmt Prozac und seitdem geht es ihr richtig gut.
Mein Vater hatte vor Jahren in den USA unsinnigeweise Prozac verschrieben bekommen, was auch noch sauteuer war(8$ pro Pille), es monatelang genommen, keine Wirkung verspürt und einfach abrupt abgesetzt, ohne Nebenwirkungen.

Ich behaupte nicht, man soll Medikamente nehmen, wenn man mal schlecht drauf ist oder Lampenfieber hat, wenn man vor Menschen reden muss, was man viel besser OHNE Medikante therapieren kann.

Aber, wenn man eine Angsstörung hat, die es einen ans Haus bindet oder Depressionen, wo man sich umbringen will, ist das eine andere Geschichte. Mein Vater musste mal wegen sehr hohem Blutdruck extreme Medikamente nehmen, die einen fast umblasen. Der Arzt sagte:"OK, sie haben die Wahl:Medikamente oder Sarg."

Meine Meinung ist, wer Medikamente strikt ablehnt, soll sie nicht nehmen, Punkt.
Wenn einer aber keinen Ausweg sieht, soll er sich vorher nach einem guten Arzt erkundigen, dann Tests machen:Bluttest, Tomographie u.s.w., um anschliessend alles Organische auszuschliessen und dann mit dem Arzt genaustens über die Medikation reden. So habe ich das gemacht. Zusätzlich sollte man so gesund wie möglich leben, viel Obst und Gemüse essen, Ausdauersport machen und versuchen sein Problem mit anderen Methoden zu heilen. Manchmal braucht man eine Stabiltät, die man ohne Meds nicht schafft. So ging es mir. Ich fühl mich wieder Stabil, gehe ab morgen wieder täglich Schwimmen, meld mich nächste Woche im Fitnessstudio an und versuche dann allmählich mit Therapie die Meds wieder abzubauen.

Dass meine Schwester beim Absetzen noch alles bevor steht, kann sein aber kann auch nicht sein. Sie hat vor 15 Jahren Heroin genommen jahrelang, abrupt aufgehört und meinte es ging ihr ein Paar Tage schlecht, mehr nicht. Mein Bruder hat jahrelang Heroin, LSD, Crack, Kokain genommen und hat danach einfach aufgehört. Jetzt betreibt er ein erfolgreiches Hotel, raucht nicht, trinkt zwar noch sein Bier und raucht ab-und zu ein Joint und lebt glücklich mit seinen drei Kindern und verdient sich dumm und dämlich.

Damit will ich nur sagen, jeder Mensch ist anders. Ich glaube, viele Nebenwirkungen und Absetzsymptome kommen von der Chemie, viel von der Krankheit und viel sind Placebo. Bei mir waren bestimmt 80% meiner Nebenwirkungen von Meditation und Akupunktur, die mein Zustand ernorm verschlechtert haben, Placebo, aber was hilft mir das? Mir ging es genauso dreckig MONATELANG wie anderen mit Paroxetin. Von der Meditationskrise musste ich mich etwa 2 Jahre erholen.

Ich schreibe das, weil ich galube Medikamente prinzipiell abzulehnen ist verkehrt. Ok, viele haben Horrorstories damit erlebt, aber viele Menschen schreiben auch, dass Meds ihnenen das Leben gerettet haben.

Mein Punkt ist, jeder muss für sich entscheiden, wie er sich entscheidet.

Grüsse
Lui

Verfasst: 05.09.2004 17:08
von Lui76
Hallo Naduah,

Dein Name klingt irgendwie exotisch, aber das tut nichts zur Sache.
Ich kenne mich mit Depressionen GARNICHT aus, aber wenn Du Dich für Meds entscheidest, versuch Dich vielleicht nach einem richtig guten und anerkannten Psychiater zu erkundigen aus sicheren Quellen, der auch Erfahrung mit Medikamenten hat und genau wiess, welches für Dich am besten geeignet ist.

Meine persönlichen Tipps sind: leb möglichst gesund. Am besten nicht Rauchen, keine Drogen, wenig Alk und wenn eher Rotwein, ess viel Gemüse, Obst, Joghurt, Hülsenfrüchte, Seefisch.
Mach Ausdauersport:Laufen, Schwimmen, Spinning, Radfahren, Krafttraining.
Das wird Dich nicht unbedingt heilen, aber bestimmt Dein Immunsystem stärken. Ausdauersport hilft auch gegen Depressionen.

Das sind jetzt schlichte Tipps, ausser Therapien, Medikamenten u.s.w., aber sie lenken von Krankheiten ab und haben mir aus meiner schlimmsten Krise aller Zeiten(vor 8 Jahren) ernorm geholfen. Das sind Tipps wo ich hinter stehen.
Alles Medizinische, lass Dir lieber von sehr guten Fachleuten helfen.
Viel Glück und ich hoffe, es geht Dir bald wieder gut.

Grüsse
Lui

P.S. Das ist auch nur meine ganz personliche Meinung:Sei vorsichtig mit Alternativmethoden, besonders von Leuten die in einem 2 Wochenkurs Heilpraktiker werden.
Ich lehne Akupunktur, Licht-und Ohrakunpunktur, Bachblüten. Reiki, Meditation, zum Teil Homöopathie persönlich ab, aber wenn du diese Methoden eines Tages ausprobierst, rate ich Dir NUR von Ärzten und seriösen Fachleuten.

Verfasst: 05.09.2004 18:47
von Oliver
Tach Lui.
Wenn einer aber keinen Ausweg sieht, soll er sich vorher nach einem guten Arzt erkundigen, dann Tests machen:Bluttest, Tomographie u.s.w., um anschliessend alles Organische auszuschliessen und dann mit dem Arzt genaustens über die Medikation reden.
Na dann sind wir ja eigentlich doch einer Meinung ... bis auf das Problem, dass viele Ärzte nicht wirklich über die Risiken der einzelnen Medikamente Bescheid wissen und deswegen keine wirkliche Hilfe diesbezüglich sind - da helfen dann nur eigene Recherchen - zum Beispiel hier :)
Ich schreibe das, weil ich galube Medikamente prinzipiell abzulehnen ist verkehrt.
Ist ja gut ... hat jetzt glaube ich jeder so langsam kapiert.
Ok, viele haben Horrorstories damit erlebt, aber viele Menschen schreiben auch, dass Meds ihnenen das Leben gerettet haben.
Weil die noch schreiben können (darüber hinaus ist dieses Urteil zudem noch sehr subjektiv) ... der hier kann zum Beispiel nicht mehr schreiben: www.woodymatters.com

Oliver

Verfasst: 05.09.2004 21:45
von Lui76
Hi Oliver,

ich glaube, obwohl wir hin-und her diskutieren, stehen wir grundsätlich auf der gleichen Seite. Diese Diskussion ist auch vielleicht ganz brauchbar für andere, die das lesen, weil dadurch viele Aspekte zum Vorschein kommen.
Ich halte zwar Woodys Geschichte eher für die Ausnahme, aber ich habe ja bereits geschrieben, dass ich selbst nach den ersten 2 Wochen von Paroxetin kurze(2-3 Stunden) sehr depressive Schübe bekam(ich bin sonst nicht depressiv), was mich erschrak, weil ich zum ersten mal einen Einblick bekam, was ECHTE Depressionen wohl sind. Wenn diese kurzen Schübe ein Dauerzustand bei mir wären, würde ich mich auch erhängen wollen(das meine ich ernst). War echt erschreckend.
Die zweite Wirkung war die Angst verrückt zu werden, aber ich glaube, dass kam von meiner Angststörung und wurde von Paaroxetin verstärkt, da Paroxetin auch erstmal die Angstgefühle verstärkte.

Nach 4 Wochen, hatte ich keine Nebenwirkungen mehr(aber auch keine Wirkung) und hätte Paroxetin wohl erstmal weiter genommen, aber ich war doch froh auf ein anderes Med zu wechseln.

Darum betone ich nochmal, es ist gut einen sehr guten Psychiater zu finden.
Der, den ich jetzt habe, hat viele Internationale Vorträge gehalten und ist sehr hochgeschätzt. Der Grund warum er mir ein anderes Medikament als SSRIs gegeben hat, ist weil er mich erst von Kopf bis Fuss hat checken lassen(Tomographie, Blutwerte u.s.w.), dann mehrere Sessions mit mir geredet hat, dann mit meinem Vater eine Session, dann mit meiner Schwester eine Session(mit meiner Zustimmung), um sich ein ganz genaues Bild zu machen. Erst DANN hat er die Medikamente zusammengesetzt mit der gerinngsten Dosis, da das seine Devise ist. Ich kann ihn JEDERZEIT anrufen(Handy, zu Hause) und soll ihn sofort informieren, wenn was komisches ist mit den Meds, was bisher nicht der Fall war. Ich fühl mich jetzt normal, keine Ängste mehr.(Wahrscheinlich auch wegen dem Vertrauen zum Arzt).
Warum er mich von Paroxetin abgestzt hat, wollte er mir nicht sagen. Er sagt nur jeder hat seine eigenen Methoden, aber vielleicht wollte er mir keine Hammermedizin geben.

Ich denke man sollte sich mehr Mühe nach einem guten Psychiater machen als nach ein gutes Auto. Leute informieren sich super sorgfältig über einen Autokauf, aber gehen dann zum erstbesten Psychiater(wie ich in Deutschland vor Jahren). Vielleicht kann man sich einen Horrortrip durch falsche Medkation dadurch ersparen.

Übrigens, Oliver, ich habe tatsächlich Deinen Text zu hastig gelesen und beim mehrfachen Lesen einen anderen Eindruck bekommen und entschuldige mich dafür. Es ist halt schwierig, wenn man wegen einer Angststörung Meds zum ersten mal nimmt und von allen möglichen Ansichten hin-und her gerissen wird, was aber wahrscheinlich hier allen so geht.

Grüsse
Lui