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Es fängt an...
Verfasst: 22.08.2004 16:41
von vivie
Hallo zusammen,
ich hab ja vor einiger Zeit schon davon geschrieben, daß ich meinen Urlaub dazu nutzen will, mein Paroxetin abzusetzen.
Am Freitag hab ich also die letzte Dosis genommen.
Dementsprechend gehts mir mittlerweile auch.
Gestern waren es noch aushaltbarer Schwindel und aushaltbare Kopfschmerzen.
Ich habe 18 Stunden am Stück geschlafen, bis ich heute aufgewacht bin.
Mittlerweile werden die Kopfschmerzen schlimmer, auch meine Wahrnehmungen werden etwas seltsam.
Aber weil ich das "eingeplant" hatte, und weil ich aus Erfahrung davon ausgehe, daß ich ab morgen Nachmittag zusätzlich zu den körperlichen Problemen Angstzustände und Weinkrämpfe haben werde hat mein Hausarzt mir möglich gemacht, daß ich morgen ins Krankenhaus gehen kann.
Eigentlich wollte ich nur mal eben erzählen wie es mir geht.
Es ist schon ein komisches Gefühl, zu wissen was auf mich zukommt aber letztendlich nichts ändern zu können (na ja, außer dem schrittweisen Absetzen, das ich aber nicht möchte).
Ich werds aber auf jeden Fall schaffen
Wünscht mir alles Gute
1000 Grüße
vivie
Verfasst: 22.08.2004 18:52
von Uschi
Hallo Vivie,
ich wünsch Dir viel Erfolg und Kraft!
Melde Dich wieder wenn Du es geschafft hast und berichte uns.
lieben Gruß an Dich Uschi
Verfasst: 30.08.2004 11:19
von vivie
Hallo,
ich bin wieder zurück aus dem Krankenhaus.
Heute ist mein 10. Tag des Absetzens oder des Entzugs oder wie immer man das nennen mag.
Leider gehts mir noch nicht so gut, wie ich das gehofft hatte.
Ich dachte, daß eigentlich nach einer Woche so ziemlich alles vorbei sein müßte. Ist es aber noch nicht wirklich.
Also daß ich 6 Tage lang im Krankenhaus war (ganz normales Belegkrankenhaus, Innere Abteilung) , war keine schlechte Entscheidung.
Vor allem am Anfang als ich ganz schlimmen Schwindel hatte sowie Angstzustände und ständige Alpträume, war es bestimmt hilfreich, nicht ganz alleine zu sein.
Allerdings hatte ich ab dem dritten Tag eine schlimme Abneigung gegen jede Art von Gerüchen, auch an Essen konnte ich nicht ohne Würgreiz denken.
Auch jetzt ist es noch so, daß mich ganz normale Alltagsgerüche wie Seife oder frisch gewaschene Wäsche oder ein Getränk sofort zum Würgen bringen.
Heute gehts mir zum ersten mal so gut, daß ich freiwillig vom Bett aufgestanden bin und ein paar Minuten den Comupter angeschaltet habe. Gestern wäre das noch undenkbar gewesen.
Ich hoffe, daß es mir noch weiter jeden Tag etwas besser geht, damit ich vielleicht bald schreiben kann, daß ich den Entzug nicht bereue!
Bis bald
vivie
Verfasst: 30.08.2004 11:24
von Linda
Hallo Vivie,
danke für den Zwischenbericht!
Wir drücken Dir die Daumen, dass Du Dich bald wohler fühlst.
LG
Linda
Verfasst: 30.08.2004 13:59
von Uschi
Hallo Vivie,
ich wünsch Dir auch , dass es Dir bald besser geht. Halte uns auf dem laufenden!
lieben Gruß an Dich Uschi
Verfasst: 30.08.2004 14:47
von AnjaC
Hallo Vivie,
ich ich wünsche dir alles Gute und viel Durchhaltevermögen. Es ist mir allerdings nicht so klar, warum du dich selbst kasteien willst und unbedingt einen Entzug von 15mg auf 0 durchführst.
Ich selbst habe es mit 5mg am Schluss versucht und es war schwierig, bin zurück auf 10 und seither kontinuierlich (in etwas 2 Monaten) auf zuletzt 2mg (schätze ich jedenfalls, aufgrund der übrig gbliebenen Krümel)
Und siehe da, es ist wesentlich weniger schlimm, als das letzte Mal.
Die Zaps sind wesentlich schwächer und ansonsten merke ich kaum etwas. Es ist jetzt eine Woche her und man weiß ja nie, wie es sich entwickelt aber ich will einmal positiv denken.
Ich glaube ein großes Problem von den Angstkranken ist zuzugeben, daß man einmal schwach ist. Für mich, die sonst immer alles anpackt war dies auf jeden Fall so. Und dann noch eine Krankheit mit Hilfe von Antideressiva zu heilen,war zunächst für mich undenkbar.
Mit hat es auf der einen Seite geholfen und ich denke, diese Hilfe sollte man zulassen. Ich stehe den Tabletten zwar auch sehr kritisch gegenüber und bin heilfroh, wenn ich sie nicht mehr brauche, aber alles zu seiner Zeit.
Ich wünsche dir vor allem Zeit und Geduld !
Viele Grüße Anja
Verfasst: 31.08.2004 16:03
von tcu46049
Hi,
dass hört sich ja alles "toll" an, was man hier und in anderen Threads
so zum Absetzen von SSRI etc. hört.
Dabei meint Arzt noch wörtlich "es macht nicht süchtig".
Naja, was ich hier so lese, erinnert mich das ganze doch alles sehr
an meine bisherigen Benzodiazepin-Entzüge.... nur habe ich in
dem Zusammenhang bisher zum Glück noch nie von möglichen
Krampfanfällen gehört, wie bei Benzos ja theoretisch möglich.
Und von mir natürlich auch alles gute & Kraft, Vivie
Schaffst das schon, ich war mittlerweile bisher schon vier Mal süchtig
von diversen Medis (meistens Polytoxi dann), danach ging es bisher
immer aufwärts
Auch wenn man, sofern SSRI bei einem gut wirken (wie bei mir) nicht
unbedingt einsieht, warum man diese absetzen soll. Bei anderen Medis
war das bisher immer so, dass die mich auf Dauer ziemlich geschafft
haben, sowohl psychisch als auch physisch.
Nur mit den SSRI habe ich keine Probs, eher im Gegenteil......
Grüße
tcu46049
Verfasst: 31.08.2004 22:16
von vivie
Hallo zusammen,
vielen vielen Dank für Eure guten Wünsche.
Mittlerweile bin ich wirklich an meiner Grenze des Erträglichen angelangt.
Mir war nicht klar, daß diese Entzugsgeschichte so lange dauern kann.
Letzte Woche hab ich mich noch jeden Tag mit "bald hört das alles wieder auf" bis zum nächsten Tag gerettet. Jetzt hilft mir dieser Gedanke nicht mehr wirklich.
Ja, es ist wirklich eine ganz berechtigte Frage, wieso ich denn nicht langsamer ausgeschlichen habe.
Ich habe auch wochenlang darüber nachgedacht, was wohl besser für mich sei.
Eigentlich habe ich es für "vernünfiger" gehalten, in einem geplanten Zeitraum abzusetzen, in dem ich mir auch keine Gedanken über meine Arbeitsfähigkeit machen muß.
Denn auch schon bei den Reduzierungen war ich ungefähr vier Tage lang nicht wirklich normal belastbar.
Jetzt bin ich nicht mehr so ganz davon überzeugt, das Richtige zu tun. Denn wie gesagt kann ich den Zustand wie er jetzt ist nicht mehr gut ertragen.
vivie
Verfasst: 01.09.2004 18:07
von vivie
Hallo, ich bins schon wieder
Könnte mir bitte irgendjemand schreiben, daß das alles jetzt nicht mehr lange dauern kann?
Ich kann die Übelkeit, das Schwitzen und Frieren, die Kopfschmerzen, die ganzen Alpträume in verschiedenen Variationen und dieses Gefühl, langsam wirklich verrückt zu werden, nicht mehr lange aushalten.
vivie
Verfasst: 01.09.2004 18:54
von CloneX
Leider kann dir keiner vorhersagen, wie lange es dauert. Vielleicht ist in zwei Wochen alles vorbei...oder auch nicht.
In deiner Signatur sehe ich, dass du ziemlichlich schnell reduziert hast - von 15mg auf 0mg ist nicht unbedingt zu empfehlen. Langsamer ist meistens besser. Manche schaffen es aber auch so. Allgemein scheint sich aber rauszustellen, dass langsam meistens der bessere Weg ist.
Ich kann dir aber sagen, dass es vorbei geht. Wann - das wird dir keiner sagen können.
Falls du es aber nicht aushälst und zurückgehst: sei deswegen nicht entäuscht. Viele schaffen es beim ersten Mal nicht gleich (z.B. weil zu schnell). Die "gute Nachricht" ist ja auch, dass die Entzugserscheinungen recht schnell nachlassen werden wenn du wieder Paroxetine nimmst.
Viel Erfolg.
Verfasst: 01.09.2004 22:59
von Uschi
Hallo vivie,
komme jetzt erst richtig dazu mal alles genau durchzulesen, da unser Computer einen Ausfall hatte! Ich habe mich in den letzten Tagen nur einmal am Tag bei meinem Sohn in den Computer eingeloggt und Dir ja schon mal Grüße geschickt!
Nun habe ich gerade gelesen, dass Du 15mg auf einmal abgesetzt hast.
Ich habe beim meinem letzten Versuch 10mg auf einmal weggelassen und bin durch die Hölle gegangen.

Nach vier Tagen hab ich es nicht mehr ausgehalten! Und Du hast es nun schon 10 Tage durchgezogen. Ich bewundere Dich! Das hab ich nicht geschaft, die ständigen Horrorträume, Schmerzen und Zaps machten mich fast verrückt. Am letzten Tag konnte ich keine Geräusche mehr ertragen, alles tat mir im Kopf weh. Als ich dann auch noch Selbstmordgedanken bekam habe ich wieder Paroxetin genommen und innerhalb von zwei Stunden ging es mir besser, am nächsten Tag war alles wie ein Spuk verschwunden.
Leider kann Dir niemand sagen, wie lange das anhält.
Ich hab schon in manchen Beiträgen von 14 Tagen gelesen, aber das ist ja auch bei jedem anders.
Wenn Du es weiterdurchziehst, wünsch ich Dir jedenfalls viel Kraft.
Du darfst mir auch gerne schreiben, wenn Du irgendwelche Unterstützung brauchst.
lieben Gruß an Dich Uschi
Verfasst: 02.09.2004 21:41
von vivie
Danke CloneX und Danke Uschi, daß ihr mir gestern an diesem absolut schrecklichen Tag noch geantwortet habt!
Natürlich war mir auch gestern klar, daß kein Mensch dieser Welt sagen kann, wann die Absetzsymptome endlich zu Ende sind.
Nur nach 12 Tagen und dem Gefühl, NICHTS wird annähernd besser, war ich so verzweifelt und wußte echt nicht mehr weiter.
Heute im Laufe des Tages sind einige Symptome wirklich schwächer geworden. Ich bin jetzt nicht mehr ganz so pessimistisch.
Gestern hab ich wirklich schon überlegt, ob es nicht besser wäre, den Entzug rückgängig zu machen!!!
Heute will ich auf jeden Fall weitermachen.
Und nochmals DANKE an Dich Uschi für Deine Antwort. Ich kenne sonst eigentlich keinen Menschen, der verstehen oder nachvollziehen kann, was der Paroxetin-Entzug tatsächlich bedeutet, wenn man gerade drinsteckt. Und zu wissen, daß es wohl doch einen solchen Menschen gibt, hilft mir schon sehr viel weiter
Viele Grüße
vivie
Verfasst: 03.09.2004 10:44
von Uschi
Hallo Vivie,
find ich toll, dass Du weitermachst!

Schließlich hast Du es ja schon so weit geschafft. Sicherlich wird es auch in den nächsten Tagen besser werden, ewig wird es ja nicht anhalten!
Darfts Dich gerne wieder melden und berichten wie es Dir weiterhin geht.
Ich hab das ja alles noch vor mir. Wenn ich Ende September aus dem Urlaub zurückkomme geht es bei mir weiter.
Aber immer in kleinen mg Schritten. Den Mut den Du hast, habe ich nicht!
Lieben Gruß an Dich Uschi
Verfasst: 07.09.2004 21:37
von vivie
Hallo, ich möchte mal wieder den aktuellen Stand berichten 8)
Heute ist Tag 18.
Mittlerweile gehts mir bedeutend besser, auch wenn nicht alle Absetzsymptome verschwunden sind.
Ich bin heute tatsächlich wieder zur Arbeit gegangen, kann nach 16 Tagen Leitungswasser und Backoblaten wieder einigermaßen normal essen, der Schwindel ist soweit besser, daß ich schon wieder Fahrradfahren kann, ich habe noch immer Schweißausbrüche und Frieren, jedoch nicht mehr so extrem wie noch vor einigen Tagen.
Von der Stimmung her erkenne ich mich kaum noch wieder. Ich bin sowas von aggressiv und immer zu einem Streit bereit. Außerdem bin ich ständig am Erzählen, wenn ich mich mit einer Freundin treffe. Beides ist sonst überhaupt nicht meine Art.
Im Moment bin ich nicht ganz sicher, ob das nun gut oder schlecht ist.
Während eine Kollegin sich heute schon beschwert hat, daß ich aber eine komische Stimmung hätte, findet mich meine Freundin endlich mal NORMAL.
Ich muß dazu sagen, daß ich sonst immer dafür bekannt war, daß ich nie wütend werde und Geduld ohne Ende hätte.
Mal sehen, was daraus noch wird.
vivie

Verfasst: 08.09.2004 07:54
von Uschi
Hallo Vivie,
Du hast es wirklich durchgehalten! Wahnsinn, was Du für eine Kraft hast.
Mir persönlich geht es im Moment schlecht, wenn es so weiter geht werde ich wieder erhöhen. Bin wieder total depressiv und bekomm nix mehr auf die Reihe.
Drücke Dir die Daumen, dass es weiter so gut bei dir klappt.
Gruß an Dich Uschi
Verfasst: 08.09.2004 21:14
von vivie
Hallo Uschi,
das tut mir wirklich sehr leid, daß Du Dich wieder schlechter fühlst!
Hast Du eigentlich den Entschluß gefaßt, mit dem Paroxetin aufzuhören, weil es Dir zu wenig hilft oder weil Du das Gefühl hattest, daß Du kein Antidepressivum mehr brauchst?
Einer meiner Ängste bezüglich des schrittweisen Absetzens war bei mir auch, daß es bestimmt immer schwieriger werden würde, je weniger mg die Tagesdosis beträgt.
Und ich wollte unbedingt vermeiden, daß ich dann bei mg 8 oder 9 oder 2 wieder das Bedürfnis habe, zu erhöhen.
Das Paroxetin macht mir mittlerweile wirklich Angst. Und ich halte es für wahnsinnig schwierig, einzuschätzen, ob es jetzt soweit ist, daß die Dosis zu niedrig ist oder ob es nicht einfach das Paroxetin ist, das weiterhin auf die höhere Dosis besteht und auch alles dafür unternimmt, um die gewohnte Dosis wieder zu bekommen.
Mir war und ist es immer noch wichtig, irgendwie zu dem Zustand "so bin ich also ohne Paroxetin" zu kommen.
Jetzt im Moment bin ich noch total davon beeinflußt, das merke ich deutlich an meinem körperlichen Zustand.
Und ich muß auch zugeben, daß es noch schwieriger ist als ich mir vorgestellt hatte, zu dem Zustand ganz ohne Antidepressivum zu kommen.
Und Dir wünsche ich auf jeden Fall, daß es Dir bald wieder besser wird.
Egal wie Du Dich entscheidest!
Egal ob Du nochmal erhöhen wirst oder nicht.
Das Tempo entscheidest DU!
Und das ist in jedem Fall eine Entscheidung, die kein Arzt, kein guter Freund und schon gar kein anderer Forumsteilnehmer treffen darf!
Alles Gute für Dich.
Bis bald
vivie