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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


kein trevilor mehr !

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
trash
Beiträge: 12
Registriert: 18.08.2004 13:36

kein trevilor mehr !

Beitrag von trash »

hallo,

habe eben erst dieses forum gefunden :)
toll, dass es das gibt. *freu*

nun zum thema:

wir ( multiples persönlichkeit ) haben nach 4 jahren trevilor 75 mg ( 1 x täglich ) ( davor ca. 5 jahre fluctin, 80 mg ) vor ca. 9 wochen von heute auf morgen die trevilor abgesetzt.
wir machen schon so lange therapie und wollten einfach mal probieren, ob wir`s "ohne krücken" schaffen.

die ersten 2 wochen waren der totale horror - ich glaube nun nicht mehr, dass antidepressiva nicht abhängig machen.

3 tage haben wir nur im bett gelegen mit symptomen, wie fieber, schüttelfrost, schwitzen, übelkeit, zittern,.....
war absolut heftig, aber nach den 2 wochen wurde es etwas besser und nach 4 wochen sind die symptome komplett verschwunden. :)

nach 2 wochen haben wir gemerkt, dass dieses "teufelszeug" uns so dumpf und stumpf gemacht hatte, dass wir die welt um uns rum gar nicht mehr wirklich wahrgenommen haben.

jetzt ist alles viel heftiger ( schönes und trauriges ) und wir sind viel wacher und aufmerksamer, aber auch sehr schnell gereizt und genervt :?
erstaunlich ist auch, dass gerüche absolut extrem wahrgenommen werden.

wenn wir es schaffen, durchzuhalten ohne die "krücken" wäre das total klasse.

gruss
trash
Linda
Gründer
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Beitrag von Linda »

Hallo und willkommen im Forum.

Die Symptome, die Du beschreibst, sind sehr typisch. Viele beklagen sich auch über das "Abstumpfen" der Gefühle.

Ich drücke Dir die Daumen, dass es ohne geht, und dass Du die Welt mit allen Schmerzen und Schönheiten voll auskosten kannst.

Alles Gute

Linda
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Trash, :)

wenn ich Euren Beitrag so lese, gehe ich davon aus dass Ihr mehrere Persönlichkeiten in einer seid! :?
Oh, man wie drück ich mich aus! 8) Ist ganz schön schwer, will ja auch nichts falsch machen!
Vielleicht könnt Ihr uns ja etwas darüber schreiben, ich habe wohl schon darüber gelesen, aber kennengelernt habe ich noch niemanden der das hat.
Dass das Absetzen dieser Mittel die Du genommen hast nicht so einfach ist hast Du ja schon erfahren, aber Du hast es auch schon sehr weit geschaft.
Natürlich nimmt man vieles ohne die Medikamente auch wieder anders wahr. Geht mir im Moment seit ich das Paroxetin fast weg hab auch so.

Sicherlich schaffstt Du/Ihr das auch.

Viel Glück wünsch ich Euch dabei Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
trash
Beiträge: 12
Registriert: 18.08.2004 13:36

Beitrag von trash »

hallo linda, hallo uschi,

wie schön, dass ihr so schnell geschrieben habt :)

ich hätte nie gedacht, dass die trevilor soooo heftig stumpf machen - wir müssen die letzten jahre als zombi durch die welt gelaufen sein.

was ich so bei den anderen beiträgen gelesen habe, ist es gar nicht üblich, antidep. so lange zu nehmen :?

für uns waren die sicher vor 4 jahren, als es sehr schlecht ging eine rettung, aber jetzt war einfach die zeit, es mal ohne zu probieren.

die "entzugssymptome" waren wirklich heftig, aber ich glaube, wir haben nun das schlimmste überstanden. *hoff*

ach ja, von den trevilor haben wir 20 kg zugenommen :evil: *grrr*

liebe uschi, du brauchst keine angst haben, was falsch zu machen - frag einfach, wenn du was ( zu mps ) wissen möchtest. :-)

ist paroxetin = seroxat ???

ich versuche mal kurz zu erklären, wie sich multisein anfühlt.

ich ( laura ) habe im moment die meiste zeit aussen - mache den alltagskram, ......
dabei gibt`s von den anderen innen ständig kommentare - die quatschen alle durcheinander ;-)
switche ( personenwechsel ) passieren ohne kontrollmöglichkeit und einflussnahme plötzlich ( bei auslösern, bestimmten themen,..... )
dann agiert eine andere person aussen - ich habe für diese zeit dann eine amnesie - die manchmal nur minuten, stunden, früher auch monate und jahre dauern kann.

in stresssituationen gibt es "sekundenswitche", ganz schnell wechseln ganz viele persönlichkeiten - das finde ich ziemlich schlimm, macht extreme kopfschmerzen und dann peile ich gar nichts mehr .

wir haben aber in den 7 jahren therapie seit der diagnose schon einiges geschafft und es wird auch immer besser ( kommunikation, alltagstauglickeit, ..... ) :-)

wir versuchen nun unsere geschichte in einem buch zu schreiben / malen - mal gucke, ob`s uns gelingt.

liebe grüsse
trash
CloneX
Gründer
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Beitrag von CloneX »

Wow, was es doch so alles gibt. Willkommen im Forum ! :)
karin
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Registriert: 12.02.2004 14:38

Beitrag von karin »

hallo trash,

in deinem fall ist es schwierig zu raten keine medikamente zu nehmen, nachdem du eigentlich deine medikamente im vergleich zu anderen gut vertragen hast.

"3 tage haben wir nur im bett gelegen mit symptomen, wie fieber, schüttelfrost, schwitzen, übelkeit, zittern,.....
war absolut heftig, aber nach den 2 wochen wurde es etwas besser und nach 4 wochen sind die symptome komplett verschwunden. "


viele haben auch nach 4 wochen/monaten wirklich massive probleme mit antidepressiva. selbst eine schwere depression ist (so denke ich) etwas leichter zu behandeln als deine komplexe geschichte.

was immer gut ist, ist regelmäßiger sport mind. 2-3 mal/woche und eine !ernährungsumstellung!. ansonsten bleibe BITTE bei deinen medikamenten. mit viel bewegung und einer abwechslungsreichen ernährung kannst du enorm viel für dein wohlbefinden tun. wenn du dein leben etwas auf eine gesündere lebensweise umstellst, reicht vielleicht eine geringere dosis. denke wirklich, dass in deinem fall die ärzte wissen, was sie tun (hoffen wir es).

lg,
karin
mitte 05/2003 10mg zoldem->anfang 06-09/2003 0,75mg xanor, 150mg trittico->10/03 30mg remeron->anfang 12/2003 bis mitte 01/2004 50mg gladem->mitte 01/2004 50mg gladem, 75mg trittico->ende 02/2004 50mg gladem->mitte 03/2004 25mg gladem-> ausgeschlichen
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Trash, :)
was es doch so alles gibt!
Wie entsteht eine mps eigentlich?
Gibt es da Heilung?
Oder muß man da lernen mit zu leben?
Zu Deiner/Eurer Frage über Paroxetin, ja das ist auch Seroxat.
Wenn Du/Ihr euer Buch fertig habt, werde ich das sicher auch lesen. :roll:

gruß an Dich/Euch Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
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seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
trash
Beiträge: 12
Registriert: 18.08.2004 13:36

Beitrag von trash »

hallo ihr,

@ clonex: danke für deinen willkommensgruss :-)

@karin: hm, im moment geht`s uns ohne die medikamente ganz gut. wir wollen nicht gerne wieder welche nehmen.
vielleicht ist es auch schwierig, bei der medikamentenwahl und - dosierung dem hausarzt zu vertrauen :roll: da kennt sich ein psychiater/ neurologe sicher besser aus.

wie meinst du das mit der ernährungsumstellung ? wir essen vegetarisch ( schon immer ). ich hab mal gelesen, dass es da einen mangel an vitamin b (?) geben kann.

@uschi : mps entsteht durch wiederhollte, massive gewalterfahrung, die vor dem 5ten lebensjahr beginnt ( danach ist die identitätsentwicklung abgeschlossen ). was für eine person nicht zu ertragen ist, wird auf mehrere aufgeteilt.
heilung gibt es nicht - ziel der therapie ist es, eine stabile kommunikation unter den einzelnen personen zu schaffen, die auch in stresssituationen funktioniert. wenn das gut klappt, kann man die traumatischen erlebnisse aufarbeiten und lernen damit zu leben.

liebe grüsse
trash
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Trash, :)
@uschi : mps entsteht durch wiederhollte, massive gewalterfahrung, die vor dem 5ten lebensjahr beginnt ( danach ist die identitätsentwicklung abgeschlossen ). was für eine person nicht zu ertragen ist, wird auf mehrere aufgeteilt.
heilung gibt es nicht - ziel der therapie ist es, eine stabile kommunikation unter den einzelnen personen zu schaffen, die auch in stresssituationen funktioniert. wenn das gut klappt, kann man die traumatischen erlebnisse aufarbeiten und lernen damit zu leben.
ich habe gestern abend noch ein bißchen bei Google gesucht über mps!
Da habe ich das auch gefunden, ich kann mir vorstellen,dass es auch eine Schutzfunktion des Gehirns ist schlimme Erlebnisse zu überleben.
Wenn man so liest was kleinen Kindern alles passieren kann und was schreckliches mit Ihnen gemacht wird ist das ganz logisch!
Da helfen dann sicher auch keine Medikamente, und wenn Ihr ohne klarkommt ist das sicher auch besser.
Auch eine Ernährungsumstellung bringt das sicher nichts, das einzige was dabei hilft ist eine gute Therapie!

Alles liebe an Euch/Dich Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo.

Es gibt einen Roman von Matt Ruff über das Thema MPS, der mich sehr fasziniert hat, er heisst "Ich und die anderen" - ist aber auf Deutsch leider noch nicht erschienen. Mich hat dieses Buche sehr fasziniert. Kennst Du es Trash? Mich würde interessieren, was jemand davon hält der selber "viele ist" ... das war ein anderes Buch, das ich gelesen habe - "Ich bin viele" von Joan Fr. Casey und Lynn Wilson. Ich habe auch eine Dokumentation in der ARD gesehen: Ein Höllenleben ( http://www.ndrtv.de/doku/20011212_hoellenleben.html ) die mich ziemlich mitgenommen hat.

Alles Gute
Oliver
Ich sag jetzt auch einfach mal in meiner Signatur Hallo und Tschüss :)

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trash
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Beitrag von trash »

hallo oliver,

Oliver hat geschrieben:Hallo.

Es gibt einen Roman von Matt Ruff über das Thema MPS, der mich sehr fasziniert hat, er heisst "Ich und die anderen" - ist aber auf Deutsch leider noch nicht erschienen. Mich hat dieses Buche sehr fasziniert. Kennst Du es Trash? Mich würde interessieren, was jemand davon hält der selber "viele ist" ... das war ein anderes Buch, das ich gelesen habe - "Ich bin viele" von Joan Fr. Casey und Lynn Wilson. Ich habe auch eine Dokumentation in der ARD gesehen: Ein Höllenleben ( http://www.ndrtv.de/doku/20011212_hoellenleben.html ) die mich ziemlich mitgenommen hat.

Alles Gute
Oliver
nee, das buch "ich und die anderen" kennen wir gar nicht :? werden wir mal nach gucken.
ich bin viele haben wir auch gelesen - nicht schlecht, aber es gibt bessere.
"erste person plural" von c. west finden wir klasse - sehr verständlich geschrieben und bringt super rüber, wie sich multileben anfühlt.
handelt von einem multiplen mann. wirklich sehr empfehlenswert.
höllenleben haben wir auch geguckt. - sehr gut - aber auch heftig für uns, wegen der vielen trigger.
gestern haben wir einen film ( viedeo ) gesehen, "das böse hat ein gesicht" kam mal auf vox.
komisch, es wird irgendwie immer schwieriger, uns solche filme anzusehen. das war früher nicht so..... :?:

liebe grüsse
trash
trash
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Registriert: 18.08.2004 13:36

Beitrag von trash »

hallo uschi :)

Uschi hat geschrieben:Hallo Trash, :)
[ich habe gestern abend noch ein bißchen bei Google gesucht über mps!
Da habe ich das auch gefunden, ich kann mir vorstellen,dass es auch eine Schutzfunktion des Gehirns ist schlimme Erlebnisse zu überleben.
Wenn man so liest was kleinen Kindern alles passieren kann und was schreckliches mit Ihnen gemacht wird ist das ganz logisch!
Da helfen dann sicher auch keine Medikamente, und wenn Ihr ohne klarkommt ist das sicher auch besser.
Auch eine Ernährungsumstellung bringt das sicher nichts, das einzige was dabei hilft ist eine gute Therapie!

Alles liebe an Euch/Dich Uschi

ja, mps ist eine schutzfunktion um den horror zu überleben. schon heftig, was die psyche alles kann. :-)

die medikamente haben wir früher sicher gebraucht, und die haben uns auch geholfen, aber jetzt ist zeit, es mal ohne zu versuchen.
wir sind ja auch in der therapie weitergekommen und haben unsere kommunikation verbessert und die psyche ist stabiler geworden, da kann man`s doch mal ohne probieren :roll:

wenn wir allerdings wieder traumaarbeit machen, weiss ich nicht, ob wir`s schaffen .....
vielleicht gibt`s ja für solche akuten situationen auch andere medikamente, die man nur dann nimmt, wenn man sie braucht.
( remestan vielleicht ) - das müssen wir mal mit dem arzt abklären.

liebe grüsse
trash
Gesperrt