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Tach'chen

Verfasst: 10.07.2004 00:40
von zwobot
Hallo ;)

erstmal Respekt fuer die komplette Seite. Nach sowas hab ich ja ewig
gesucht (aber wohl nicht intensiv genug). Zu meiner Person, bin 23
und leide an ADHS; das ist allerdings auch erst seit Anfang des Jahres
bekannt, so dass vorher die Aerzte rum raetselten was denn mit mir los
sei. Von Borderline-Stoerung ueber schwere Depression zu psychotisch.

Resultierend aus der extrem spaeten Diagnose hab ich seit vielen
Jahren ein stark ausgepraegtes Angst-Problem. Nachdem die SSRI
vom Neurologen nicht so wirkten wie gewollt, und das Absetzen auch
nicht klappte, bin ich dann auf Diazepam umgeschwenkt. Vorher
natuerlich erstmal brav Versuchskaninchen beim Neurologen gespielt.

Schlafprobleme? Amitritylin
Depressionen? Fluoxetin
Angst? Thioridazin

Keines hat geholfen, das Diazepam auf Dauer auch nicht, aber es
holte mich aus der Angst raus. Mitlerweile nehme ich ausser Ritalin und
bei Bedarf Bromazepam (Lexotanil) nichts mehr ein. Jedoch stoße ich
immer oefter auf Trevilor, soll ja das "Wundermedikament" bei
Angststoerungen, und die damit verbundenen Depressionen sein; und ich
werde es wohl auch zwangslaeufig nehmen muessen, sollte sich keine
andere Option auftun.

So, das waere es erstmal von meiner Seite.
Gruß

zwobot

Verfasst: 10.07.2004 08:56
von Uschi
hallo Zwobot, :D

herzlich willkommen hier im Forum.
Was bitte ist ADHS? Ist das dieses Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom? Oder wie nennt sich das?
Machst Du auch noch irgendeine Therapie? Oder verläßt Du Dich ganz auf die Medikamente?
Kann mir allerdings vorstellen, dass es auch nicht einfach ist mit dieser Störung zu leben. Mein Bruder dachte jahrelang , er hätte auch dieses Syndrom, damals habe ich mich etwas darüber informiert. Sicherlich ist es auch nicht leicht zu behandeln. Ritalin scheint da ja das Mittel zu sein.
Mit Trevilor kenne ich mich selbst nicht so aus, ob es Dir bei Deiner Symptomatik helfen kann. Aber sicher antwortet Dir auch noch jemand, der dieses Mittel nimmt. Diese Mittel wirken ja auch bei jedem anders. Manchmal hilft da auch nur ausprobieren.
Allerdings solltest Du Dich nicht nur auf Medikamente verlassen. Sie haben auch enorme Nebenwirkungen und auch bei manchem sehr schwer wieder abzusetzen. Deshalb entstand ja auch diese Seite!
Auch dieses Ritalin ist nicht ohne. Schau Dich auf jeden Fall auch nach einer Therapie um. Die hilft Dir sicher langfristig besser. Ich habe auch schon gelesen, dass man mit der Ernährung, bei dieser Erkrankung sehr viel tun kann. Frage doch einfach mal Google!
Wünsche Dir alles Gute Uschi

Verfasst: 10.07.2004 11:20
von Oliver
Hallo Zwobot

ADHS ist genau so eine willkürliche und schwammige Diagnose wie Depressionen und andere psychische Diagnosen. Genauso willkürlich und auf unbewiesenen Annahmen beruhend ist die Behandlung von ADHS. Versteh mich nicht falsch, ich bezweifle nicht, dass Du unter Symptomen leidest, welche Deine Lebensqualität beeinträchtigen, welche in das Diagnoseschema von ADHS passen, aber das muss nicht heissen, dass Du Dein Leben lang Medikamente schlucken musst. Ich würde mich an Deiner Stelle gut nach Alternativen umschauen. Wie Uschi schon sagte, kann eine gezielte Ernährungsumstellung bei vielen Menschen, die unter diesen Symptomen leiden zu ähnlicher Verbesserung wie durch Medikamenteneinnahmen führen - allerdings ohne die Nebenwirkungen. Ich habe mich nie gezielt über das Thema infomrmiert, aber bei meinen Recherchen zum Thema SSRI bin ich immer wieder über die Behandlung von ADHD mit Ritalin gestolpert und ich denke die Problematik ist ähnlich wie bei SSRI und Depressionen.
Trevilor, soll ja das "Wundermedikament" sein
... sagt Wyeth, der Hersteller von Trevilor :roll:

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 10.07.2004 17:49
von zwobot
Hallo Oliver,

die ADHS Diagnose stammt vom Referenz-Zentrum in Deutschland
fuer ADHS bei Erwachsenen (Uni-Klinik Wuerzburg). Nach gut 30 Seiten
Frageboegen, EEG, PET, EKG, etc kann ich mir schon sicher sein,
das ADHS die Grunderkrankung ist.

Ich nehme Ritalin nicht jeden Tag; Sondern nur an Tagen wo
ich mich konzentrieren muss, und dann auch nur in der entsprechenden
Zeitspanne. Ich hab mich ueber das Thema ebenso informiert, und
das bei vielen ADHS'lern mittlerweile ein "defektes" Gen gefunden
wurde, spricht fuer mich schon dafuer, das es sich hierbei nicht
um eine "Mode-Krankheit" o.ae. handelt.

Hallo Uschi,

ich hatte eigentlich nie vor mich von Medikamenten "abhaengig"
zu machen; aber es scheint nicht anders zu funktionieren. Das
Konzentrationsproblem (durch ADHS) lass ich mal aussen vor.

Ich habe mehrere Jahre eine Psychotherapie gemacht um meine
Angst/Depressionen in den Griff zu kriegen, es hat alles nicht viel
gebracht. Eigentlich hatte ich auch nicht mehr vor irgendein
SSRI/SNRI einzunehmen. Die NW von Fluoxetin haben mir
gereicht. Aber wenn es trotz Therapie nicht besser wird (vllt.
auch nicht umbedingt schlimmer), sucht man irgendwann nach
Moeglichkeiten die "endlich" einmal Erfolg zeigen.

Gruß
zwobot