Nach 4 Jahren Leben mit AD endlich absetzen
Verfasst: 28.02.2012 14:09
Hallo,
dieses Forum hier hat mir Mut gemacht, endlich den Schritt zu gehen mein AD Duloxetin (Cymbalta) abzusetzen.
Wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, dass ich einmal AD nehmen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich ohne leben will, hatte ich dasselbe getan.
Ich war so eine typische Powerfrau aus der der Werbung für berufstätige Mütter, die einen 70 Stunden Job, 2 Kinder und ein Haus mit Garten gekonnt unter einen Hut bringt.
Dass ich mich dabei über 10 Jahre lang völlig ausgebeutet habe, erkannte ich erst als ich zusammenbrach und nicht mehr aufkam.
Im April 2008 ging überhaupt nichts mehr. Mein schönes, heiles Weltbild brach völlig zusammen. In meiner Verzweiflung und auf Anraten meiner Hausärztin suchte ich einen Psychiater auf, der mir 10mg Cipralex verschrieb und eine ergänzende Psychotherapie empfahl.
Als ich mit 5mg begann, waren die Nebenwirkungen sehr stark. Mir war übel und ich litt unter Schwindelwellen. Diese legten sich allerdings schnell wieder und ich versuchte die Dosis, wie vom Arzt empfohlen, auf 10mg zu steigern. Dies erweis sich jedoch als unmöglich, da die Nebenwirkungen einfach zu stark waren.
Durch das AD erholte ich mich aber sehr rasch und ging 5 Wochen nach meinem Zusammenbruch wieder arbeiten. Ich hatte sogar das Gefühl, besser als vorher "zu funktionieren". Es war wie ein Turbo, der mein Gehirn aufmischte. Alles ging locker und leicht von der Hand.
Im Mai 2009 hatte ich plötzlich so ein starkes Schwindelgefühl, dass ich vom Laufband fiel. Kurz danach fiel ich erneut in ein tiefes Loch aus Panikattacken und Depressionen. Zwei Monate lang hielt ich mich vorwiegend im Garten auf, da ich im Haus Panikattacken bekam. Mein Arzt empfahl mir Cipralex auf 10mg zu erhöhen und verschrieb mir noch zusätzlich 150g Wellbutrin. Die Umstellung war erneut die Hölle. Als die Nebenwirkungen auf nach 3 Wochen nicht aufhörten und ich dabei fast verhungerte, schlug mein Arzt vor 150g. Wellbutrin am morgen und 10mg Cipralex am Abend zu nehmen. Zusätzlich verschrieb er mir 25mg Trazodon (Trittico), die abends zum Schlafen nehmen sollte. Dieses Medikament nahm ich aber nicht lange, da ich überhaupt nicht mehr aufkam.
Irgendwann gab mein Körper auf sich zu wehren und akzeptierte die Medikamente. Es ging mir soweit besser, dass ich mich immerhin wieder um meine Familie kümmern konnte. Manche Nebenwirkungen blieben jedoch: Durchschlafprobleme, innerer Rückzug, sexuelle Unlust, Aggressionen, wenn ich mich gestört fühlte.
Ich versuchte nach einem Jahr Bildungskarenz vergeblich wieder in meinen Job zurückzukehren, begann dann ein Studium, welches ich nach 2 Semestern wieder abbrach.
Im März 2011 stellte mich mein Arzt nach Monaten des Schlafmangels auf 60mg Cymbalta um. Diesmal hatte ich keine Nebenwirkung und schöpfte wieder Hoffnung.
Schlafen konnte ich nun. Dafür hatte ich überhaupt keinen Antrieb mehr, zog mich immer mehr zurück und ging tagelang nicht aus dem Haus. Ich war immer sehr gepflegt und legte viel Wert auf mein Äußeres, nun lies ich mich völlig gehen. Auch meine Aggressivität nahm Ausmasse an, die mich in klaren Momenten zutiefst schockierten. Ich fühlte mich oft überfordert und wollte nur meine Ruhe haben.
Anfang Februar dieses Jahres hatte ich einen lichten Moment und erkannte, wie sehr ich mich in den letzten Jahren verändert habe. Ich bin vom Burn-Out direkt in die Medikamentenabhängigkeit gerutscht. Ein Wunder, dass mein Mann noch immer zu mir hält.
Diese Erkenntnis half mir den ersten Schritt zum Absetzen zu machen.
dieses Forum hier hat mir Mut gemacht, endlich den Schritt zu gehen mein AD Duloxetin (Cymbalta) abzusetzen.
Wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, dass ich einmal AD nehmen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich ohne leben will, hatte ich dasselbe getan.
Ich war so eine typische Powerfrau aus der der Werbung für berufstätige Mütter, die einen 70 Stunden Job, 2 Kinder und ein Haus mit Garten gekonnt unter einen Hut bringt.
Dass ich mich dabei über 10 Jahre lang völlig ausgebeutet habe, erkannte ich erst als ich zusammenbrach und nicht mehr aufkam.
Im April 2008 ging überhaupt nichts mehr. Mein schönes, heiles Weltbild brach völlig zusammen. In meiner Verzweiflung und auf Anraten meiner Hausärztin suchte ich einen Psychiater auf, der mir 10mg Cipralex verschrieb und eine ergänzende Psychotherapie empfahl.
Als ich mit 5mg begann, waren die Nebenwirkungen sehr stark. Mir war übel und ich litt unter Schwindelwellen. Diese legten sich allerdings schnell wieder und ich versuchte die Dosis, wie vom Arzt empfohlen, auf 10mg zu steigern. Dies erweis sich jedoch als unmöglich, da die Nebenwirkungen einfach zu stark waren.
Durch das AD erholte ich mich aber sehr rasch und ging 5 Wochen nach meinem Zusammenbruch wieder arbeiten. Ich hatte sogar das Gefühl, besser als vorher "zu funktionieren". Es war wie ein Turbo, der mein Gehirn aufmischte. Alles ging locker und leicht von der Hand.
Im Mai 2009 hatte ich plötzlich so ein starkes Schwindelgefühl, dass ich vom Laufband fiel. Kurz danach fiel ich erneut in ein tiefes Loch aus Panikattacken und Depressionen. Zwei Monate lang hielt ich mich vorwiegend im Garten auf, da ich im Haus Panikattacken bekam. Mein Arzt empfahl mir Cipralex auf 10mg zu erhöhen und verschrieb mir noch zusätzlich 150g Wellbutrin. Die Umstellung war erneut die Hölle. Als die Nebenwirkungen auf nach 3 Wochen nicht aufhörten und ich dabei fast verhungerte, schlug mein Arzt vor 150g. Wellbutrin am morgen und 10mg Cipralex am Abend zu nehmen. Zusätzlich verschrieb er mir 25mg Trazodon (Trittico), die abends zum Schlafen nehmen sollte. Dieses Medikament nahm ich aber nicht lange, da ich überhaupt nicht mehr aufkam.
Irgendwann gab mein Körper auf sich zu wehren und akzeptierte die Medikamente. Es ging mir soweit besser, dass ich mich immerhin wieder um meine Familie kümmern konnte. Manche Nebenwirkungen blieben jedoch: Durchschlafprobleme, innerer Rückzug, sexuelle Unlust, Aggressionen, wenn ich mich gestört fühlte.
Ich versuchte nach einem Jahr Bildungskarenz vergeblich wieder in meinen Job zurückzukehren, begann dann ein Studium, welches ich nach 2 Semestern wieder abbrach.
Im März 2011 stellte mich mein Arzt nach Monaten des Schlafmangels auf 60mg Cymbalta um. Diesmal hatte ich keine Nebenwirkung und schöpfte wieder Hoffnung.
Schlafen konnte ich nun. Dafür hatte ich überhaupt keinen Antrieb mehr, zog mich immer mehr zurück und ging tagelang nicht aus dem Haus. Ich war immer sehr gepflegt und legte viel Wert auf mein Äußeres, nun lies ich mich völlig gehen. Auch meine Aggressivität nahm Ausmasse an, die mich in klaren Momenten zutiefst schockierten. Ich fühlte mich oft überfordert und wollte nur meine Ruhe haben.
Anfang Februar dieses Jahres hatte ich einen lichten Moment und erkannte, wie sehr ich mich in den letzten Jahren verändert habe. Ich bin vom Burn-Out direkt in die Medikamentenabhängigkeit gerutscht. Ein Wunder, dass mein Mann noch immer zu mir hält.
Diese Erkenntnis half mir den ersten Schritt zum Absetzen zu machen.