Hallo zusammen!
Verfasst: 10.11.2010 12:10
Ich bin einerseits erfreut, andererseits schockiert hier gelandet zu sein.
Erfreut deshalb, weil ich sehe, dass ich mit meiner Situation nicht allein dastehe und schockiert, naja, der Wissensbeereich alleine enthällt soviele Informationen, die komplett neu für mich waren, vor allem was die Gefahren der Medikamente betrifft, die ich zur Zeit nehme.
Aber erstmal zu mir:
Ich heiße Flo, bin 25, Student und wohne in München. Etwa im Sommer letzten Jahres hatte ich die ersten 'Symptome' einer Depression, vor allem Antriebs- und Motivationslosigkeit. Dies verschlimmerte sich bis November soweit, dass ich im wesentlichen nicht mehr in der Lage war, irgendwas zu machen. Also entschloss ich mich, professionelle Hilfe aufzusuchen. Ich ging zuerst zur Beratungsstelle des Studentenwerkes, die mich dann nach einigen Sitzungen an die ambulante Psychiatrie des Klinikums rechts der Isar weitervermittelte (müsste Mitte Dezember gewesen sein). Dort bekam ich gleich nach einem Gespräch, das etwa eine halbe Stunde gedauert hat und überwiegend meinen damaligen Gemütszustand zum Inhalt hatte, meine ersten Streifen Cipralex und Seroquel. Seroquel vor allem wegen Schlafstörungen, aber auch um den Grübelzwang zu unterdrücken. Weitere Untersuchen, etwa zu körperlichen Ursachen oä, wurden nicht gemacht. Aber Ich war einfach froh, dass ich endlich jemanden Gefunden hatte, der mir helfen konnte.
Und so schluckte ich meine Pillen, denn die helfen auf jeden Fall. Die typischen Nebenwirkungen vergingen und mir ging es besser, aber nicht wirklich gut. Auch hatte Seroquel den Nebeneffekt, dass ich kaum in der Lage war, weniger als 10 Stunden täglich zu schlafen. Und so kam irgendwann die Entscheidung meines Psychiaters 'Mehr Cipralex, weniger Seroquel'. Das hat aber auch net wirklich was gebracht. Zwischenzeitlich habe ich dann meine Psychotherapie angefangen und dadurch spürte ich endlich eine wesentliche Verbesserung. Einfach mal die Möglichkeit haben, sich den ganzen Müll von der Seele zu reden und jemandem gegenüberzusitzen, von dem man ein richtiges Feedback bekommt, einfach toll^^
Aber körperlich gings mir immer noch net besser, vor allem hatte ich Stimmungsschwankungen. Mal gings mir gut, dann wieder für ein oder zwei Tage nicht. Auch das Problem mit dem langen Schlafen hat sich nur unwesentlich verbessert. Deshalb erneut rauf mit dem Cipralex, runter mit dem Seroquel. Als ich dann mit der viertel Seroquel fast garnimmer Schlafen konnte, meinte mein Psychiater, dass ich es ganz weglassen solle und hat mir stattdessen Valdoxan zum Schlafen verschrieben. Nun, dass Valdoxan hat geholfen, schlafen konnte ich, aber das fehlende Seroquel hat mich fast auf nen Trip geschickt. Am Anfang war ich total hibbelig und unruhig, dann kam ne Art Angstattacke. Als ich das meinem Psychiater schilderte, meinte er, dass das ein Zeichen ist, dass mein Körper eben noch Medikamente braucht, dass das aber nix mit Abhängigkeit zu tun hätte. Und er sagte, dass man evtl etwas anderes probieren sollte, etwas, dass wie Seroquel wirkt, aber net die schlafförderdernde Komponente hat. Abilify.
Ich sollte es eine Woche ausprobieren und ich kann nur sagen, mein Gott war ich platt von dem Zeug.
Die finale Lösung war dann ein viertel Seroquel + Valdoxan zum Schlafen und Cipralex weiter wie bisher. Durch die Psychotherapie gings mir stetig besser, vorallem verstand ich, wie ich mit der Krankheit umgehen muss, dass ich für mich selber Strategien finden muss, die mir helfen, mich in der Situation zurechtzufinden und vor allem, dass Medikamente allerhöchstens eine Ergänzung sein können, aber keine Lösung.
Und dann bin ich auf diese Seite gestoßen, hab Informationen zu meinen Medikamenten gefunden und bin absolut baff, dass ich davon bisher nix gehört hab (bis auf das, was im Beipackzettel steht). Mein erster Impuls, nachdem ich ausreichend mit Input versorgt war 'sofort Absetzen', was natürlich beim Cipralex net so einfach ist, aber Seroquel hab ich seit einer Woche los. Ich hab Entzugserscheinungen, aber ich weis, dass es Entzugserscheinungen sind und deshalb kann ich damit umgehen. Und es geht mir besser. Ich bin atm noch auf Entzug, aber er lässt langsam nach und ich fühl so gut und so voller Kraft wie seit Monaten nicht. Der nächste Schritt wird aber definitiv in die Richtung gehen, Cipralex wieder auf Anfangsdosis zu reduzieren, oder, falls es sich er gibt, ganz abzusetzen
Vielen Dank fürs Zuhören,
Flo
Erfreut deshalb, weil ich sehe, dass ich mit meiner Situation nicht allein dastehe und schockiert, naja, der Wissensbeereich alleine enthällt soviele Informationen, die komplett neu für mich waren, vor allem was die Gefahren der Medikamente betrifft, die ich zur Zeit nehme.
Aber erstmal zu mir:
Ich heiße Flo, bin 25, Student und wohne in München. Etwa im Sommer letzten Jahres hatte ich die ersten 'Symptome' einer Depression, vor allem Antriebs- und Motivationslosigkeit. Dies verschlimmerte sich bis November soweit, dass ich im wesentlichen nicht mehr in der Lage war, irgendwas zu machen. Also entschloss ich mich, professionelle Hilfe aufzusuchen. Ich ging zuerst zur Beratungsstelle des Studentenwerkes, die mich dann nach einigen Sitzungen an die ambulante Psychiatrie des Klinikums rechts der Isar weitervermittelte (müsste Mitte Dezember gewesen sein). Dort bekam ich gleich nach einem Gespräch, das etwa eine halbe Stunde gedauert hat und überwiegend meinen damaligen Gemütszustand zum Inhalt hatte, meine ersten Streifen Cipralex und Seroquel. Seroquel vor allem wegen Schlafstörungen, aber auch um den Grübelzwang zu unterdrücken. Weitere Untersuchen, etwa zu körperlichen Ursachen oä, wurden nicht gemacht. Aber Ich war einfach froh, dass ich endlich jemanden Gefunden hatte, der mir helfen konnte.
Und so schluckte ich meine Pillen, denn die helfen auf jeden Fall. Die typischen Nebenwirkungen vergingen und mir ging es besser, aber nicht wirklich gut. Auch hatte Seroquel den Nebeneffekt, dass ich kaum in der Lage war, weniger als 10 Stunden täglich zu schlafen. Und so kam irgendwann die Entscheidung meines Psychiaters 'Mehr Cipralex, weniger Seroquel'. Das hat aber auch net wirklich was gebracht. Zwischenzeitlich habe ich dann meine Psychotherapie angefangen und dadurch spürte ich endlich eine wesentliche Verbesserung. Einfach mal die Möglichkeit haben, sich den ganzen Müll von der Seele zu reden und jemandem gegenüberzusitzen, von dem man ein richtiges Feedback bekommt, einfach toll^^
Aber körperlich gings mir immer noch net besser, vor allem hatte ich Stimmungsschwankungen. Mal gings mir gut, dann wieder für ein oder zwei Tage nicht. Auch das Problem mit dem langen Schlafen hat sich nur unwesentlich verbessert. Deshalb erneut rauf mit dem Cipralex, runter mit dem Seroquel. Als ich dann mit der viertel Seroquel fast garnimmer Schlafen konnte, meinte mein Psychiater, dass ich es ganz weglassen solle und hat mir stattdessen Valdoxan zum Schlafen verschrieben. Nun, dass Valdoxan hat geholfen, schlafen konnte ich, aber das fehlende Seroquel hat mich fast auf nen Trip geschickt. Am Anfang war ich total hibbelig und unruhig, dann kam ne Art Angstattacke. Als ich das meinem Psychiater schilderte, meinte er, dass das ein Zeichen ist, dass mein Körper eben noch Medikamente braucht, dass das aber nix mit Abhängigkeit zu tun hätte. Und er sagte, dass man evtl etwas anderes probieren sollte, etwas, dass wie Seroquel wirkt, aber net die schlafförderdernde Komponente hat. Abilify.
Ich sollte es eine Woche ausprobieren und ich kann nur sagen, mein Gott war ich platt von dem Zeug.
Die finale Lösung war dann ein viertel Seroquel + Valdoxan zum Schlafen und Cipralex weiter wie bisher. Durch die Psychotherapie gings mir stetig besser, vorallem verstand ich, wie ich mit der Krankheit umgehen muss, dass ich für mich selber Strategien finden muss, die mir helfen, mich in der Situation zurechtzufinden und vor allem, dass Medikamente allerhöchstens eine Ergänzung sein können, aber keine Lösung.
Und dann bin ich auf diese Seite gestoßen, hab Informationen zu meinen Medikamenten gefunden und bin absolut baff, dass ich davon bisher nix gehört hab (bis auf das, was im Beipackzettel steht). Mein erster Impuls, nachdem ich ausreichend mit Input versorgt war 'sofort Absetzen', was natürlich beim Cipralex net so einfach ist, aber Seroquel hab ich seit einer Woche los. Ich hab Entzugserscheinungen, aber ich weis, dass es Entzugserscheinungen sind und deshalb kann ich damit umgehen. Und es geht mir besser. Ich bin atm noch auf Entzug, aber er lässt langsam nach und ich fühl so gut und so voller Kraft wie seit Monaten nicht. Der nächste Schritt wird aber definitiv in die Richtung gehen, Cipralex wieder auf Anfangsdosis zu reduzieren, oder, falls es sich er gibt, ganz abzusetzen
Vielen Dank fürs Zuhören,
Flo