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Verfasst: 19.05.2004 11:56
von evajohanna
Hi an alle,
Ich brauche einen rat:
Ich bin fast 25 und habe die letzten 10 Jahre (mal mehr mal weniger9 Seroxat genommen. (wegen Panikattacken und massier Angst vor nächsten schweren Attacken, obwohl nur so 1 mal im Jahr a richtig arge hatte, der ich nicht standhalten konnte) Vor 2 Jahren war ich mal für ein Jahr clean, nach einem Jahr habe ich dann wieder begonnen (mit 10 mg /tag und habe dann aber sofort wieder reduziert und am Ende echt nur mehr Brösel genommen. Absatzerscheinungen hatte ich massive, ca 2 Wochen. Nun bin ich 2 Monate clean) Vor 2 Wochen hatte ich in der Arbeit einen Angstanfall den ich aber irgendwie meisterte und am Dienstag habe ich eine Psychotherapie begonnen. (weil ich immer massive Schwindelgefühle hatte, Überkeit etc). So, seit quasi dem 1 Tag der Therapie habe ich massive Depressionen. Ich wache in aller früh auf und meine Gedanken kreisen, alles ist sinnlos, wozu ist das Leben gut (wenn darauf jemand eine Antwort hätte wäre ich auch dankbar!), am Ende müssen wir doch alle sterben, warum dann nicht gleich, ich habe Weinattacken, mich reists, alles erscheint hoffnungslos, sinnlos, wozu, ich kann nicht essen etc...
Dazu muß ich sagen, dass in meinem Leben trotz Panik alles toll lief, im Studium geht etwas weiter, keine finanziellen Probleme, ich habe einen Partner mit dem ich alles bereden kann, den süßesten Hund auf der Welt, eine leicht depressive Mutter die mich somit a bißerl versteht etc...
So, ich denke oft ans Sterben und auch an Selbstmord und ich frage mich, was soll ich tun. Durchhalten ohne Medis? Wieder Seroxat nehmen?, Was wenn ich es mein ganzes Leben brauche, Gewöhnung, Angst, dass es irgendwann nimma wirkt, dann die Nebenwirkungen, Absatzprobleme... Aber ich kann nimma lang, es muß was passieren. Was soll ich nur tun?
Zudem kommt das "lustige dazu, dass ich bald meinen Abschluss auf der Uni mach und dann bin ich Psychologin!!! (Und erfülle sämtliche Klischees, indem ich selbst nicht ganz normal bin!!! Können das noch Entzugserscheinungen sein?
Bitte antwortet mir!
lg
Eva
Verfasst: 19.05.2004 14:27
von Uschi
Hallo evajohanna,
wenn ich es richtig verstanden habe nimmst Du seit 9 Jahren Seroxat? Hast Du das schon mit 16 verschrieben bekommen? Das ist eine sehr lange Zeit. So wie sich das anhört hast Du eine handfeste Depression, sicherlich durch das absetzen ausgelöst. Es soll ja auch Menschen geben die gar nicht davon wegkommen. Hast Du Dir das Info Paket schon angesehen?Ich habe selbst festgestellt, wie schwer es ist vom Paroxetin wegzukommen. Nachdem es mir wieder schlechter ging habe ich wieder auf 20mg erhöht. Auch meine Depressionen kamen wieder zurück. Ich habe dann für mich entschlossen, jetzt erstmals ne Weile das Zeug wieder zu schlucken, und wenn ich mich längere Zeit stabil fühle ganz, ganz langsam über Monate immer 1mg weniger zu nehmen. Und wenn ich es gar nicht packe, schlucke ich halt das Zeug. Denn lieber ein Leben mit Medis, als sich jeden Tag so miserabel zu fühlen. Alles andere , wie was wenns nimmer wirkt, werde ich noch mehr zunehmen, komme ich je davon weg, diese Gedanken habe ich jetzt erstmals auf Eis gelegt. Aber wie gesagt das nur wenn mein nächster Versuch mit dem Absetzen wieder schief geht. Ich sage mir einfach, es wird sich dann auch ein Weg finden. Kommt Zeit , kommt Rat!
Gerade auch Selbstmordgedanken und nicht mehr leben wollen, werden auch duch das absetzen ausgelöst. Diese Gedanken hatte ich nämlich auch. Wenn es ganz schlimm wird, dann vertraue Dich jemandem an, der dann für Dich da ist. Es wäre sicher auch besser wenn Du wieder mit dem Seroxat anfängst, wenn sich dann Deine Symptome in kurzer Zeit bessern, ist das ein sicheres Zeichen dass es Absetzsymptome sind. Wenn es Dir dann irgendwann, wenn auch die Therapie zu wirken beginnt, besser geht, fängst Du halt nochmals an zu reduzieren. Am besten natürlich noch viel langsamer als dieses Mal. Und sag nicht, dass du verrückt bist, auch Psyschologen haben Probleme. Du hast nur massive Absetzsymptome. Ich finde es jedoch bewundernswert , dass Du trotz Deinen Problemen Dein Studium geschafft hast. Und wünsche Dir auch für DEinen Abschluß alles Gute.
Gruß an Dich Uschi und natürlich auch Dir ein herzlich Willkommen hier in unserem Kreis
Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 06.03 22,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 11.03. 20mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 22.03. 15mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 28.03. 12,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 31.03. 10 mg Paroxetin und 100mg Opipramo (Insidon)
seit 06.04. 7,5 mg Paroxetin und 100 mg Opipramol ( Insidon)
täglich Fischölkapseln, ab und zu nehme ich Vitamin C, Zink, Magnesium
seit 13.04. kein Paroxetin mehr
seit 16.04 wieder 10mg Paroxetin
Absetzversuch fehlgeschlagen!
seit 24.04 Opipramol abgesetzt, keine Probleme dabei
seit 09.05. 20mg Paroxetin
Verfasst: 19.05.2004 19:29
von evajohanna
Liebe Uschi,
Danke für deine Antwort,
glaubst du wirklich, dass es sich um Absetzsymptome handeln könnte die immer hin erst 1 1/2 Monate nach Absetzen auftauchen? (irgendwie könnte ich damit glaub ich leichter umgehen und annehmen, dass es vorrüber geht, denn Depressionen hatte ich noch nie nur meine Ängste, aber ans sterben etc habe ich nie gedacht, oder daran dass das Leben nicht trotzdem schön sein kann)
Heute hatte ich einen teilweise ganz guten tag, es war kurz ein Lichtblick da, so ein gefühl, dass alles wieder gut wird, die farben waren heller und die Welt schöner)
ja, ich habe Seroxat mit 16 bekommen nach einem MegaPanikanfall im kreis meiner liebsten. War echt die Hölle.
Letzen September habe ich wieder mit Seroxat (nach 1 jähriger Pause begonnen wegen Herzstechen, massive Schwindelanfälle etc... aber eher sporadisch so alle 2 tage 10 mg, dann alle 3 etc...
Was ist wenn die Medikamente nimma gscheit wirken, die Nebenwirkungen etc... Ich glaube aufgrund einer Eigendiagnose mit einem Psychologischen test etc... und vielen Studienunterlagen, dass ich am ehesten an einer endogenen Depression leide, die ja aufgrund von Erbanlagen und Störungen der Hormone im Hirn etc.. also eher biologisch. Dann sollten Medis ja am ehesten wirken.
Was ist eigentlich wenn man 50 Jahre durchgehend Seroxat nimmt? Ist amn dann immer symptomfrei??
I bin ma so unsicher. wenn i jetzt nix nimm, vielleicht wird´s dann no schlimmer und ich brauche viel viel mehr von den Medis. Vielleicht kommt jetzt aber auch alles heraus und ich kann es danach endgültig abhaken.
Kennt irgendwer jemanden der ohne Medikament über Jahre oder für immer beschwerdefrei ist?
lg
eva
Verfasst: 19.05.2004 23:34
von Astrid
Hallo Eva,
auf viele deiner Fragen weiß ich keine Antwort, aber vieles kommt mir bekannt vor. Nachzulesen unter Erfahrungsberichte.
Ängste, Panikattacken und Depressionen stehen in engem Zusammenhang. Herzbeschwerden, Schwindel, Übelkeit usw. sind typische Begleiterscheinungen bei Panikattacken. Angst vor der nächsten Attacke ist eine logisch gesehen geradezu folgerichtige Reaktion. Der Teufelskreis schließt sich mit der Depression. Oder fing er dort an? Was war zu erst da? Die Henne oder das Ei? Die Angst oder die Depressionen.
Vieles, was wir als kindliche Empfindung abtun, war bereits unsere erste Depression. Nur wer sagte einem das? Wer interpretiert oder diagnostiziert das? Keiner. Uns hatte es doch gut zu gehen. "Uns ging es doch manchmal zu gut."
In meiner Therapie bin ich gerade da, wo du auch bist. Die Gedanken kreisen und ich bin depressiv, antriebsschwach und ziemlich entkräftet. Es gibt nur einen Unterschied. Ich bin nicht am Anfang, sondern am Ende der Therapie. Seit zwei Jahren nehme ich begleitend Paroxetin. Ohne das hätte ich es nicht so weit geschafft. Jetzt schleiche ich es aus und weiß, es kann mir bei dem, was ich jetzt noch zu bewältigen habe, auch nicht helfen.
Ich würde dir empfehlen, dich einer rundum kompetenten Beratung zu unterziehen, in der ärztliche Medikation und therapeutische Beratung Hand in Hand gehen, und mal richtig von vorne anzufangen.
Das was du bisher mit Seroxat erlebt hast, war nichts Halbes und nichts Ganzes. Es ist kein Medikament, dass man mal eben einnimmt, wenn es mal wieder Dicke kommt, sondern ein Langzeitmedikament, das Wochen zu seiner Wirkungsentfaltung braucht und das sinnvollerweise begleitend zu einer Therapie gegeben und wieder ausgeschlichen wird.
Ich schätze, hier bist du im richtigen Forum, um vielleicht lange nicht auf jede Frage eine Antwort bekommen zu können, aber um auf viel Verständnis und Menschen, die mitdenken, zu treffen.
In diesem Sinne (be)grüßt dich herzlich
Astrid
P.S.: Und komm bloß nicht in Erklärungsnot, nur weil du bald Psychologin bist. Auch Automechaniker haben manchmal einen Platten, Ärzte brechen sich ein Bein und selbst Top-Manager sind nicht vor dem Sturz an der Börse sicher.
Verfasst: 20.05.2004 09:11
von karin
hallo,
wie schaut es aus mit bewegung? machst du zum ausgleich irgendeinen sport? viele menschen können mit schwierigen situationen nicht mehr konfrontiert werden, weil sie nicht belastbar sind.
ich habe die erfahrung gemacht, dass man mit ausdauersport seine eigene belastungsgrenze um einiges erhöhen kann. man fühlt sich auch wieder wohl in seiner haut.
lg,
karin
Verfasst: 20.05.2004 09:35
von evajohanna
Hallöchen,
danke für eure Antworten,
Ich habe die lezte Woche damit verbracht alles darüber zu lesen was es gibt. Ich bin mir noch nicht im klaren darüber, ob es positiv war oder nicht. Am meisten macht mir das grübeln zu schaffen und die Gedanken die sich teilweise aufzwingen (bringt eh nichts, manchmal auch Suizid und dann krieg i richtig Angst). Mit körperlichen Schnickschnack komm ich ja zurecht und mit dem niedergeschlagensein.
Manchmal glaub ich, ich habe keine Träume, ich weiß nicht was ich will und das schlimmste, ob ich überhaupt will!!!
Geht das auch wieder vorbei, ich habe nämlich Angst, das das immer im Hinterkopf bleibt und irgendwie immer present ist. Wie geht ihr damit um? Kämpft ihr gegen solche Gefühle an und lenkt euch irgndwie ab, der lasst ihr sie einfach kommen? Meine Theapeutin meinte zumindest 1x am Tag auf die Couch legen und kommen lassen, nur dann kommens nicht.
Eigentlich ist es mir gestern und heute schon ein bißerl besser.
und Nichts ist von dauer, leider nicht das gute und gott sei dank auch nicht das schlechte.
Ich habe beschlossen zumindest die nächste Woche noch keine Medikamente zu nehmen, mal schauen!
LG
Eva