Seite 1 von 1

Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 19.01.2009 12:36
von Moko
Hallo Zusammen,

Ich bin Neu hier und benötige Unterstützung( Erfahrungen, Tips, Gefahrenhinweise, Entzugserscheinungen etc.) was den stationären Entzug von Bezodiazepinen angeht.

Aktuell nehme ich morgentlich eine Dosis von 20mg Diazepam in Form von Tropfen ein.

Heute hatte nich nach Absprache mit meinem Neurologen und erbetener Einweisung meiner seits, ein Informationsgespräch in einer Entzugsklinik in Berlin.

Nun bin ich doch leicht verunsichert, da man mir erklärte den Entzug innerhalb von 10 Tagen durchzuführen. Haltet Ihr die Aussage für realistisch?

Werde ich dort begleitend zum Entzug anderweitig mit Medikamenten versorgt um die Entzugerscheinungen soweit wie möglich einzudämmen? Was haltet Ihr im allgemeinem von der Art von Entzug?

Ich bin für jeden Rat dankbar. Ich könnte mich noch Freitag stationär Aufnehmen lassen.

Liebe Grüße
Moko

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 19.01.2009 21:36
von Moko
Hallo Branka,

ich hatte heute leider nur die Möglichkeit mit der Abulanz der Entzugsklinik zu sprechen. Laut deiner Aussage scheint mir hier der der Focus des Entzuges tatsächlich auf "Alkohol" abgestimmt zu sein. Die Aussagen waren zu meiner Ernüchterung auch eher schwammig. Ich werde versuchen Morgen den Chefarzt der Klinik telefonisch zu konsultieren um einen genauen Ablauf mit realistischer Zeitangabe in Erfahrung zu bringen.

Zu deiner Frage wie lange schon Diazepam :

Ich hatte seiner Zeit ( vor 8 Jahren) mal das Vergnügnen THC in Verbindung LSD zu konsumieren, darauf hin wurde ich in die örtliche Notaufnahme verfrachtet.

Die Diagnose: drogenindizierte Psychose + generalisierter Angsstörung!

Eigentlich wurde die Sache zu Anfang vorbildlich behandelt, damals mit gerade 3 Tabletten Bromazepam (einmalig pro Tag eine viertel Tablette). Doch dann kam die Vorstellung bei meinem Hausarzt der, der Meinung war man müsse das ganze mit Diazepam in einer Dosierung von anfängliche 5mg behandeln. Leider wurde ich über die Langzeitfolgen ungenügend Aufgeklärt. Ich sah erhlich gesagt auch nicht den Anlass eine Falsch-Medikation zu bemängeln da ja alles unter ärztlicher Aufsicht geschah.

Plötzlich hatte ich mich im Netz der Sucht verfangen. Mein Arzt wusste keinen Rat und verschrieb mir weiterhin das Diazepam. Wenn auch nur bis Dato in niedrig Dosis. Alternativen wurden aus heutiger Sicht einfach nicht berücksichtigt. Man hätte auch alles durch Opipramol oder einem ähnlich wirkenden AD kurieren können. Leider Fehlanzeige. Wie dem auch sei, bin Ich dann ohne mir überhaupt bewusst darüber zu sein das ich ja im grunde abhängig bin (zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich eher psychisch) für ein Jahr in die Schweiz gegangen. Ich habe dieses Jahr ohne jegliche Entzugserscheinungen überstanden. Erst in Deutschland wieder angekommen überkamen mich wieder Panik-Attacken und massive Schläfstörungen. Ich wusste natürlich sofort auf welches zuverlässige Hausmittel ich beim nächsten Arztbesuch zurück greifen musste. Wieder ein folgeschwerer Fehler. Hätte ich mir echt klemmen können. Naja die Dosis diesmal 10 mg Diazepam. Dann wieder eine kurzfristige Auszeit. Ich verzog nach Berlin um dort mein Studium zu beginnen. Schwups....innerhalb von 2 Monaten 30 mg Diazepam. Die Ärzte hier haben wohl nicht das Problem die Sachen auch ohne Vorsprache auf Privatrezept auszustellen. Ganz im Gegenteil, über die Feiertertage (Weihnachten) kommen schon mal 3 Flaschen(Diazepam Ratiopharm) auf ein Rezept. Oder ebend auf mehrere verteilt, jehh nach Vorliebe. Ich hatte die Nase gestrichen voll und begab mich in die Hände eines Neurologen. Dieser hatte es geschaft mich innerhalb von 14 Tagen stabil auf 30 mg Oxazepam einzustellen. Dies war für mich schon ein riesen Fortschritt. Doch leider kam es in der nächsten Etappe der Einstellung auf 25mg zu heftigsten Entzugserscheinugen. Zunächst Schwindel und dann wieder die bekannten Panik und Schalfstörungen. Natürlich wollte ich mich seiner Arbeit und dem bisherigem Erfolg nicht selbst stellen, so das ich wiederum meinen Hausarzt aufsuchte und mittlerweile ein Level von 20mg Diazepam begleitend mit sporadischen Einahmen von Opipramol halte.

Das muss anders werden. Mein soziales Umfeld weiß von meiner Sucht nichts. Doch ich selber stelle fest mich immer mehr von Diesem zu entfernen.

Ich habe bezüglich einer stationären Behandlung nach dem Entzug leider noch keine genauen Infos. Diese lasse ich Euch aber ASAP zukommen.

Beste Grüße
Moko aus Berlin

PS: Danke für die herzliche Aufnahme in das Forum und deine promte Rückmeldung :o

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 20.01.2009 10:01
von mücke
Hallo Moko

Ich würde den Entzug vom Diazepam zu Hause machen.
In der Klinik zu entziehen und das innerhalb von 10 Tg. erscheint mir doch recht kurz.
Da das Diazepam eine sehr lange Halbwertzeit hat, wird der eigentliche Entzug sich wohl erst nach der Entlassung bemerkbar machen.
Es kann darum schnell zu einem Rückfall kommen.

Lies hier:
http://www.adfd.org/wissen/Hilfen_zum_A ... diazepinen

Gruss Mücke

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 21.01.2009 16:59
von Moko
Hallo,

Update: Nach Absprache gestern mit dem Chefarzt der Abteilung sagte man mir, das man bisher jeden unabhängig von der Menge der Substanz und Dauer der Einnahme nach 3 Wochen entlassen hätte. Von eventuell auftretenden Entzugserscheinungen nach dem Aufenthalt wahr nicht einmal die Rede. Es hieße wörtlich. Das muss bei Ihnen ja nicht zutreffen, ein jeder reagiert auf den Entzug anders.
Unter anderem stütze man sich auf mehr als 40 jährige Erfahrung bei der Behandlung von Suchtkranken. Die machen das schließlich schon seid 1968. :cry:

Achja und ich würde begleitend zum Enzug mit einem Antiepileptikum behandelt werden.

Was soll man davon halten.

Grüße vom Moko (29 Jahre jung und männlich)

PS: Die Webpräsenz der Klinik findet man im Netz unter http://www.juedisches-krankenhaus.de/

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 21.01.2009 17:20
von mücke
Hallo Moko
Nach Absprache gestern mit dem Chefarzt der Abteilung sagte man mir, das man bisher jeden unabhängig von der Menge der Substanz und Dauer der Einnahme nach 3 Wochen entlassen hätte.
Das glaub ich, aber wie geht es denn den Pat. während des Entzugs und wie nach dem Klinikaufenthalt?
Wieviele werden wohl rückfällig werden?
Ich glaube kaum, daß alle Süchtigen das durchhalten!!

Und nun, wie hast du dich entschieden?
Gehst du in die Klinik?

Gruss Mücke

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 21.01.2009 17:52
von Moko
Ehrlich gesagt warte ich ja noch gespannt auf einen Erfahrungsbericht von jemandem der einen solchen Entzug in einer Klinik vollzogen hat.
Mich würde schon Interessieren auf was ich mich Einstellen muss. Abhängig von den jeweiligen Berichten, ob positiver oder negativer Natur werde ich mich dann entscheiden.
Ich meine so etwas macht man nicht alle Tage und ich mich möchte mich seelisch schon einmal auf die evtll. anstehende Tortur einstellen können.

Ist ja nicht so das ich einfach mal eben mit dem Rauchen aufhören möchte, da liegen ja nun etliche Erfahrungsberichte vor.

Was die Rückfallquote angeht, konnte man mir diese Frage nicht beantworten.

Es ist schon wirklich Ernüchternd was man an Informationen an potentielle Patienten weiter gibt (bezieht sich auf das Klinik-Personal).

Beste Grüße
Moko

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 23.01.2009 10:44
von mücke
Hallo Moko
Ehrlich gesagt warte ich ja noch gespannt auf einen Erfahrungsbericht von jemandem der einen solchen Entzug in einer Klinik vollzogen hat.
Schade, es kann keiner seine Erfahrung mitgeteilt.
Und nun? Wie wirst du weiter vorgehen?

Gruss Mücke

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 24.01.2009 16:45
von Remigius
Hallo Moko,
ich habe letztes Jahr im Januar in Emmendingen im ZP innerhalb von 3 1/2 Wochen von ca. 150-200mg Oxazepam( entspricht ca.80-100mg Diazepam) entzogen!Am Telefon hat sich vorher alles so wie bei dir angehört, auch das Vorgespräch war damals so, das man mir sagte, das ich nach den 4Wochen "CLEAN" wäre!!!
Also hab ich das Angebot ( auch weil ich schon bei 2 Selbstversuchen um vom Oxa wegzukommen, nach längerem entzug gescheitert bin) angenommen!
Die erste Woche war die reinste Hölle pur!!!!
Direkt von 100mg Dias auf 4 x5mg runter!!!( mehr durften Sie mir nicht geben, weil das die gesetzliche Höchstdosis wäre)
Ich hätte jedoch jederzeit andere beruhigende Mittel als Ersatz bekommen, was ich aber ablehnte!!!
Denn da hilft nichts anderes wirklich!!

Nach 3 Tagen setzten Sie die Dosis schon auf nur noch 3mal täglich 5mg herunter.
Nach weiteren 3 Tagen also nach insgesamt 6 Tagen auf nur noch 2 mal 5mg!!!
Ab der ersten Woche bekam ich dann nur noch 2 X 2,5 mg( denn sie wollen ja auch einmal auf 0 sein, war die Meinung des Chefarztes bei der wöchentlichen Visite).
Ich hätte ja auch bis dahin nicht gekrampft, oder wäre andersweitig auffällig geworden!!
( Meine zigmalige Bitte, mich doch in eine Überwachungszelle zu stecken, damit ich mich nicht weghängen, oder den Entzug abbrechen könnte, haben sie absolut nicht ernst genommen)

Nach 12 Tagen war ich dann auf 0 angekommen, aber wie!!
Ich hatte bis dahin ab dem 6 tag gerade einmal ein paar stunden schlafen können, die erste Woche über war ich froh, wenn ich überhaupt einmal ein paar Minuten ruhig liegen bleiben konnte!

Da ich zwichenzeitlich entzugsbedingt mit sehr starken Panikattacken zu kämpfen hatte, hat man mir nach 4 Tagen Paroxat in einer Einstiegshöhe von 40mg verordnet( gegen meinen Willen)!

........

willst du noch mehr über meinen Entzug hören, oder reicht Dir das schon??

Jedenfalls hab ich die 26 Tage, wie auch immer durchgehalten!
Ich wäre jetzt entzogen und Clean, meinte der Chefarzt bei der Abschlussvisite.

ZuHause fing der richtige Entzug dann erst 4 Wochen später an.
Meine Familienangehörigen dachten natürlich, das ich schon wieder der "Alte" wäre, und man so langsam keine Rücksicht mehr auf mich nehmen bräuchte!!!
Es waren ja auch schon über 2 Monate vergangen, für andere fast ein halbes Leben, für mich persönlich, gerade mal der Anfang!!

Warum ich heute noch clean bin,habe ich nur meinem grenzenlosem Willen zu verdanken.

Bitte überlege es Dir echt gut, od Du solch eine Tortour auf Dich nehemen möchtest.
Ich musste es, denn anders wäre ich nicht auf 0 gekommen!

Gruss
Remi :frust:

PS:Dieses Schreiben darüber regt mich heute, 13 Monate später noch so auf, das ich weder eine vernünftige Satzstellung hinbekommen, oder aber mich um meine Rechtschreibfehler kümmern könnte.....

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 25.01.2009 15:56
von Moko
Hi Remi,

ich denke deine Erfahrung zum stationären Entzug hat mir die Entscheidung vorerst erleichtert. Ich werde mir die Tortour noch nicht antun und mich erst einmal soweit es geht selbst auf ein Minimum runter dosieren. Die ersten Schritte sind bereits getan. Ich habe bereits seit dem 22.01.09 1,5 mg Diazepam (entsprechen 3 Tropfen Diazepam Ratiopharm) bis heute den 25.01.08 absetzen können. Mein Plan sieht jetzt vor alle 3 Tage 0,5 mg abzusetzen. Dies ist zwar laut ADFD Absetzplan ein wenig kühn, jedoch habe ich bis jetzt noch keine größeren Entzugserscheinungen bis auf eine gewisse innere Unruhe feststellen können. Zum Abend hin nehme ich 150 mg Opipramol um besser schlafen zu können. Hoffe ich habe mit dieser Methode auch langfristig Erfolg. Ich denke auch dass die schwersten Entzugssymptome erst gegen Ende auftreten werden. Hier werde ich dann wohl auf die Wasserflaschen Methode zurück greifen.

Vielen Dank das du deine Erfahrungen hier weiter gibst.

Ich für meinen Teil, werde Euch auf dem Laufenden halten wie es um Erfolg oder Misserfolg bei mir steht. :group:

Beste Grüße
Moko

Re: Hallo! stationärer Entzug von 20mg Diazepam?

Verfasst: 05.02.2009 19:48
von Moko
Hi Leute,

ich habe einen neunen Thread im Bereich "Benzodiazepine absetzen" eröffnet.

Hier der Link: http://www.adfd.org:1190/austausch/view ... =16&t=5176

LG
Moko