Hallo
so einen hatte ich auch mal! Allerdings hab ich mir das zweimal mitangesehen - und dann den Therapeuten gewechselt und der Krankenkasse diese Meldung gemacht. Ich hab das zwar nicht selbst bezahlt, aber ICH wollte Hilfe.
Zur Angst:
Angst ist IMMER zunächst etwas Positives! Gäbe es keine Angst, wären wir vermutlich schon längst von der Erdoberfläche verschwunden.
Stand in "Urzeiten" bspw. ein Riesentier vor uns, gegen das wir den Kürzeren ziehen würden, begannen unsere Körper, Adrenalin zu produzoeren. Und zwar nicht, damit wir schön viel Angst aushalten, sondenr, damit wir in der Lage waren, so schnell wie möglich und so kraftvoll wie nötig vor diesem viech davonzulaufen, um unser Leben zu retten! Also: Angst = LEbensrettend!
So - nun passierte es vielleicht mal in einem Supermarkt, dass ich umgefallen bin, dass mir plötzlich schlecht wurde, dass irgendeine peinliche Situation war. Die Symptome sind dabei sehr ähnlich gewesen: Wir fühlen uns grausam und wollen eigentlich nur weg - was passiert? Der körper meldet ans Gehirn: Adrenalin prodúzieren - das GEhirn produziert Adrenalin, der mensch spürt Angst, reagiert eigentlich sehr instinktiv, weil "urzieitgerecht" - und läuft weg.
Beim nächsten Spaziergang kommen wir an diesem Supermarkt vorbei und denken: Mist, da bin ich doch umgefallenn.....und was passiert? Die Gedanken werden ans Hirn weitergeleitet - das Hirn "kombiniert" : HIER war ANGST angesagt - und das gleiche Spiel geht von vorne los.
Geh ich jetzt drei Wochen nicht mehr in den Supermarkt, wird das Gleiche immer und immer wieder passieren. Bis der Körper irgendwann bereits reagiert, wenn der Supermarkt schon in "sichtbare Nähe kommt" - weil ich ja weiß, dass der Supermarkt gleich kommt und automatisch denke: "Gleich komm ich dran vorbei, gleich hab ich wieder Angst....."
. Was könnte also passieren? Ich meide nicht nur den Supermarkt, sondern jetzt auch den WEG zum Supermarkt.....usw,usw, usw. Und irgendwann wird es soweit sein, dass ich keinen Schritt mehr aus meiner Tür machen kann, ohne vor Angst zu sterben. Also werde ich versuchen, so wenig wie möglich das Haus zu verlassen - ergo werden die Gefühle immer stärker, FALLS ich es dann doch mal versuche, denn die Angst will uns doch eigentlich nur helfen! - oder aber ich verlasse das Haus gar nicht mehr!
So - jetzt hab ich mal so geschrieben, WARUM eine Verhaltenstherapie, die richtig durchgeführt wird, so wichtig ist! Und - sorry! - logsich ist es umso schwerer, je länger man dieser Angst ausgesetzt war, je mehr man damit zu tun hatte.
Da die meisten von uns erst nach Monaten oder sogar Jahren einen Therapeuten aufsuchen, weil sie selbst nicht mehr klarkommen, wird eine Therapie natürlich umso schwieriger und umso "brutaler". Denn DANN ist die Angst wirklich richtig schön, heftig "falsch" programmiert - und es braucht erstmal lange, um sie wieder in die "richtigen Schranken zu weisen" - und DNN noch mal lange, um uns selbst das wieder beizubringen.
Und weil die Angst ja in uns selbst produziert wird und doch eigentlich dazu da ist, uns das Leben zu retten, wird sie natürlich den Teufel tun, sich gleich zurückzuziehen, wenn wir so versuchen, uns mit ihr auseinanderzusetzen! Verdammt nochmal - das arme Ding will uns doch HELFEN!!!! Also "zieht sie natürlich allle Register", damit wir endlich kapieren, dass es uns verdammt schlecht geht, wenn wir versuchen, gegen diese "lebensrettende Angst anzukämpfen".
Naja - und je mehr ich dann sage, "ich mahc keine Verhaltenstherapie, weil sie so brutal ist", ich bleib lieber zuhause-desto schwierieger wird es - auch wenn das verdammt verständlich ist! Auch ich hab Angstzustände gehabt, dass ich meinte, ich könnte das nicht mehr ertragen und einfahc nur noch sterben wollte! Und diese dann IN einer angstauslösenden Situation auszuhalten..........
Nochmal so - jetz geht es noch weiter: Oftmals ist es aber so, dass eben diese "irrationale Angst" schon seit langen Jahren in uns "geschlummert hat" - denn bei den meisten Menschen, die mal eine peinliche oder unangenehme Situation erleben, entwickelt sich da nicht sofort eine Krankheit draus. Die vergessen das, sobald sie wiedre zuhause sind und denken nicht mehr darüber nach.
Bei uns AuPlern ist aber meistens irgendwann mal etwas oder etwas viel passiert, was Heftiges in uns ausgelöst hat - so heftig, dass wir damals keine Angst oder andere Gefühle zeigen durften, sonst wären wir gestorben - ob real oder "innerlich" bleibt dahingestellt. Also haben wir das gemacht, was wir am ehesten ertragen konnten: Alles GANZ fest in uns eingeschlossen und einen "Reißverschluss" drumgemacht, damit es nicht mehr aufgeht und uns wehtut.
Naja - und genauso irgendwann kann eben dann eine so winzige Situation im Supermarkt, beim Bäcker, im Auto - irgendwo! - diesen REißverschluss zum Aufgehen bringen - und wir wissen gar nicht mehr, WAS da eigentlich in dieser Tasche mit dem Reißvrschluss drin war......und weil wir das nicht wissen und nicht kennen, was da plötzlich los ist, bekommen wir Angst......und aus diesem Grund kann es durchaus sein, dass dann - selbst wenn wir gelernt haben, wieder in den Supermakrt zu gehen - irgendwann in der nächsten "komischen" Situation der Reißverschluss erneut aufgeht- und alles erneut von vorn passiert.
Und deshalb ist meine Meinung, dass es das Beste ist, zu lernen, MIT der Angst umzugehen, MIT ihr zu leben und seinen Tagesablauf zu gestalten, auch wenn es schwer ist, nach Möglichkeit NCHTS zu vermeiden - und dann zu sehen, ob da irgendwo eine "Tasche mit Reißverschluss" in uns ist - und ob es nötig ist, diese Tasche zu öffnen und die Dinge darin auszupacken!
so, das war meine bescheiden Meinung zum Thema Angst, Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologischer Therapie und Traumata.
Eine Therapie kann NUR funktionieren, wenn zum Einen die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Thera und Klient "passt", zum anderen der Klient klar sagt, was er für Erwartungen hat und der Threa darauf eingeht - und zum anderen der Klient auch mitarbeitet, so gut es ihm möglich ist. ICH bin diejenige, die arbeiten muss - mein Therapeut kann Anstöße, Tipps, Ratschläge geben oder Lob verteilen.
Sobald ich in einer Therapie gespürt habe, dass es nicht läuft, aus welchen Gründen auch immer, war bei mir das GEspräch über diese Gründe und, wenn das nichts nutzte, der WEchsel angesagt. Gründe, warum es bei mir "nicht läuft", können übrigens auch die sein, dass ich nicht mit dem Thera klarkomme, das aber nicht offensichtlich merke und mich somit unbewusst "weigere", zu arbeiten
Liebe Grüße
Anja