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Sertalin, Trevilor, Cymbalta, Fluoxetin & co

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Berenice
Beiträge: 2
Registriert: 14.10.2008 13:15

Sertalin, Trevilor, Cymbalta, Fluoxetin & co

Beitrag von Berenice »

Hallo Zusammen,
ich wollte mich auch einmal vorstellen. Ich bin durch Zufall auf diese Seit gestoßen und suche Rat und Hilfe, weil ich langsam mit meinem Latein am Ende bin. Ich habe vergangenen November zum ersten Mal Antidepressiva genommen, wegen einer vermeintlichen somatoformen Schmerzstörung, und vor etwa sechs Monaten meinen ersten Absetzversuch gemacht. Seitdem ist mein Leben kein Leben mehr. Meine Ärztin behauptet natürlich wehement, dass es nicht die Medikamente sondern die Symptome meiner Grunderkrankung sind. Manchmal glaube ich ihr und manchmal denke ich es ist ein Absetzsyndrom. Ich bin vollkommen durcheinander und weiß nicht mehr was ich glauben soll, aber wenn ich die übrigen Erfahrungsberichte lese, gibt es mir die Hoffnung, psychisch nicht "krank" oder verrückt zu sein.
Ich litt seit meinem zwölften Lebensjahr an Depressionen und habe etliche Gesprächstherapien gemacht, welche auch den entsprechenden Erfolg brachten. Jedoch begann ich vor etwa sechs Jahren Schmerzen in der linken Hüfte zu haben, welche sich dann immer mehr ausgeweiteten. Mitlerweile habe ich Schmerzen ,allerdings nur in Schüben, im gesamten Hüft-, Schulter- und Ledendenwibelsäulenbereich.
Natürlich sind die Schmerzen laut diverser Arzte psychisch beding und so habe ich weiterhin brav eine Therapie nach der anderen gemacht, auch wenn ich manchmal meine eigene Geschichte schon nicht mehr hören konnte. Aber bedingt durch meine Geschichte, zerüttetes Elternhaus.... etc. bin ich natürlich ein gefundenes "Fressen" für jeden Therapeuten und Psychologen.
Im vergangenen Sommer habe ich mich dann in eine Klinik für Psychosomatik begeben, wo man mir als erstes Antidepressiva geben wollte. Diagnose - somatoforme Schmerzstörung und posttraumatische Belastungsstörung. Nach vier Wochen verließ ich die Klinik, ohne auch nur eine Tablette genommen zu haben, sehr zum Wiederwillen des Therapeutenteams - selbstverständlich war mein Protesthaltung ein weiterer Beweis für meine "Erkrankung".
Zwei Monate nachdem ich die Klinik verlassen hatte und immernoch die gleichen Schmerzen hatte, dachte ich mir ich könnte wenigstens mal eine Versuch mit Antidepressiva machen, frei nach dem Motto, wenn es nichts bringt kann ich es ja wieder absetzen.
Ich bekam 60mg Sertralin und nahm es etwa 6 Monate lang. Die Schmerzen wurden in der Tat weniger, genauso wie mein taglicher Schlafbedarf. Ich war völligst überdreht, ich arbeitete und arbeitete und hatte das Gefühl ich könnte Bäume ausreißen. Ich muttierte zum regelrechten Workaholic. Nachts konnte ich nicht mehr schlafen oder brauchte 3 Stunden zum einschlafen, also arbeitete ich. Wenn ich zur "Ruhe" kam, bzw. einfach nur ruhig da lag pulsierte mein ganzer Körper und ich hörte mein eigenes Herz pochen. Wenn ich nichts zu arbeiten hatte, traf ich mich mit Freundinnen. Jeder Moment der Ruhe, kam mir vor wie verschwendete Zeit. An den Wochenenden feierte ich bis die Discotheken schlossen. Normalerweise bin ich nicht unbedingt der Typ, der sich freiwillig in eine stickige und laute Disco quetscht.
Gerade in Verbindung mit Alkohol, war ich wie auf Drogen und kannte kein Ende mehr. Auch in Bezug auf Männern, hatte ich an einem Wochenende manchmal mehr als nur ein "Abenteuer".
Der Umgang mit Alkohol entglitt mir völligst. Der Alkohol in Verbindung mit Sertralin verlieh mir so ein gutes Gefühl, dass ich permanent Verlangen nach Alkohol hatte und natürlich auch Abstürze, wenn man bedenkt dass Sertralin die Wirkung von Alkohol potenziert.
Irgendwann dachte ich mir, ich bin tatsächlich zur Alkoholikerin geworden und sprach mit meiner Ärztin darüber, die mein Verhalten für nicht Besorgnisserregend hielt. Außerdem verschrieb sie mir Schlaftabletten mit den Worten "Was macht sie denn so unruhig im Moment".
Als sich nichts änderte, sollte ich die Medikamente schlagartig absetzen. Etwa eine Woche später fühlte ich mich wie erschlagen und fühlte mich war benommen. Ich hatte Sehstörungen, Schwindel und einen Tunnelblick.... etwa 5 Tage lang. Ich ging zu meinem Hausarzt der sich auch keinen Rat wusste und schrieb mich für eine Woche Krank. Nach meinen Recherchen im Internet, wusste ich das man Antidepressiva niemals schlagartig absetzen darf. Ich bat meinen Hausarzt mir Sertralin in flüssiger Form zu verschreiben und entschied mich es langsam runter zu dosieren. Am ersten Tag nahm ich nur die halbe Dosis, am zweiten Tag die volle und am dritten Tag wieder nur die halbe, denn statt einer Besserung meiner Zustandes bekam ich nun Panikattaken, die ich vorher nicht hatte, und Ausfallerscheinungen in den Beinen. Ich konnte plötzlich aus heiterem Himmel nicht mehr aufstehen und hatte Beklemmungen in der Brust. Vor lauter Angst rief ich in der Psychiatrie an, die mich in die geschlossene Suchtstation aufnahmen, weil sie ansonsten kein freies Bett mehr hatten. Eine Woche vegetierte ich dort, bevor ich verlegt wurde, und unterschied mich in keinster Weise von den Junkies. Man versicherte mir, dass wenn ich wieder neu eingestellt sei, würde sich mein Zustand bessern, es seien die Symptome meiner Grunderkrankung. Diesmal wurde Trevilor eingeschlischen und die Ausfallerscheinungen in den Beinen blieben weiterhin nicht aus. Unmittelbar nach der Einnahme überkam mich eine bleierne Müdigkeit und nach der Dosiserhöhung auf 70 mg unmittelbar nach der Einnahme Panickattacken. Das sei am Anfang normal, ich solle meinen "Bedarf" nehmen und mit meiner Therapeutin sprechen.Der Bedarf bestand aus Beruhigungsmitteln. Die Beruhigungsmittel hatten jedoch den gleichen Effekt, wie Trevilor und löste Panickattaken aus.
Ich weigerte mich die 70mg wieder zu nehmen und nahm statt dessen weiterhin 35mg Trevilor, er erschien mir als ein gesunder Mittelweg.
Nach weiteren Panickattacken, schrieb man mir die Schuld zu, da ich mich weigerte 70mg zu nehmen, also wurde ich nach drei Wochen entlassen.
Wieder bei meiner Ärztin, behauptete sie ich hätte niemals mit ihr über den Alkohol gesprochen. Als sich mein Zustand nach sechs Wochen nicht bessert, bekomme ich Cymbalta, danach Fluoxetin.... Mein Zustand bliebt gleichbleiben schlecht, also holte ich mir Rat bei einem anderen Arzt ein. Er war schockiert über den Medikamentenwechsel, insgesamt 4 Präparate in 4 Monaten und meint ich hatte sehr wahrscheinlich in Kombination mit dem Alkohol ein Serotoninsyndrom und mein gesamten Hirnstoffwechsel sei durcheinander, aber ich solle die Dosis von 20 mg weiter erhöhen, wenn es nicht besser wird. 20mg Fuoxetin entsprechen wohl 60mg Sertralin und Cymbalta und 70mg Trevilor. Aber wenn es trotzden nicht besser wird, kann man nichts mehr für mich tun, da ich alle Top-präparate erhalten habe. Ich habe daraufhin die Dosis langsam runtergefahren und die Tabletten vor einer Woche ganz abgesetzt. Mir geht es mal besser mal schlechter und ich weiß nicht mehr, ob es die Medikamente sind oder vielleicht doch psychisch ist... Ich bin zur Zeit im Ausland, fühle mich benommen und bin unfähig mich zu konzentrieren oder mir etwas zu merken...Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Vielleicht muss ich Geduld haben bis sich mein Hirnstoffwechsel reguliert hat....wenigstens funktionnieren meine Beine wieder, aber meine Schmerzen sind schlimmer als davor.
Es ist gut zu wissen, nicht alleine zu sein....Berenice
Berenice
Beiträge: 2
Registriert: 14.10.2008 13:15

Re: Sertalin, Trevilor, Cymbalta, Fluoxetin & co

Beitrag von Berenice »

Hallo,
danke für deine Antwort. Ich trinke so gut wie gar keinen Alkohol mehr, bzw. vertrage ich ihn auch kaum noch. Statt einem "high-Gefühl" werde ich einfach nur noch müde und noch benommener im Kopf. Außerdem brauche ich zwei Tage, um mich wieder davon zu erhohlen, auch wenn ich nur ein Glas getrunken habe. Ich glaube, wenn ich Sertralin nicht abgesetzt hätte und so weiter gemacht hätte, wäre ich sicher zur Alkoholikerin geworden. Wie ich beschrieben habe, habe ich mir eine zweite Meinung eingeholt und der Arzt meinte ich hätte vermutlich durch den Alkohol ein Serotoninsyndrom ausgelöst. Ich bin kein Experte, aber nach meinen Recherchen, kann ein Serotoninsyndrom ein sehr gefährlich sein....Hast du Erfahrungen gemacht, mit Antidepressiva in Zusammenhang mit Alkohol?

Berenice
Gesperrt