Mein Name ist Elke und ich bin 26 Jahre alt.
Meine persönliche Geschichte:
Als ich mit 18 Jahren meine Ausbildung beendet hatte, und eine neue Arbeitsstelle begonnen habe, bin ich leider an einen nicht ganz so einfachen Chef geraten. Aus heutiger sicht würde ich ganz klar behaupten, dass er Choleriker ist. Da ich mit der Situation extrem überfordert gewesen bin, habe ich mit starken Migräne-Attacken darauf reagiert. Damit fing alles an!
Das Spiel habe ich dann ca 1,5 Jahre mitgemacht, bis ich selbst gekündigt habe, weil ich das psychisch und körperlich nicht mehr aushalten konnte. (Ich habe schon Sonntags geheult, weil ich Montags zur arbeit musste!)
Wohl hatte ich mir auch erhofft, dass ich damit auch der Migräne kündige, aber dass war leider eine Fehlanzeige. Die blieb mir erhalten und verschlimmerte sich langsam aber sicher. Ich habe dann Angefangen einen Arzt zu suchen, der mir glaubt, dass ich ein Problemen mit Kopfschmerzen (besser wusste ich es nicht) habe. Ich habe sehr oft zu hören bekommen, dass ich mir alles nur einbilde oder Frauen in ihrem Alter haben das manchmal, dass hört auch wieder auf! „Nein, das hat es nicht!“
Ich habe dann einen Allgemeinmediziner gefunden, der mir die Diagnose „Migräne“ gestellt hat! Und er hat mit mir zusammen versucht, diese in den Griff zu bekommen. In der vorsorglichen Migränetherapie sind Antidepressiva ein wichtiger Bestandteil! (soweit ich das verstanden habe: Migräne = Serotoninmangel; Antidepressiva = füllt den Serotoninspiegel wieder auf) Also bekam ich mein erstes AD verschrieben, Amitriptilyn, die Dosierung weiss ich leider nicht mehr.
Nebenbei bekam ich immer wieder die verschiedensten Schmerzmittel verschrieben, um diese Schmerzen aushalten zu können, bis ich irgendwann bei den Triptanen (speziell gegen Migräne) angekommen bin! Zu dieser Zeit hatte sich die Häufigkeit der Migräneattacken bei ca. 1-3 pro Woche eingependelt. Arbeitsfähig war ich damit bestimmt nicht! Nach 10 Monaten erfolgte die ernüchternde Feststellung, das Amitriptilyn nicht das richtige AD für mich war, da sich die Attackenhäufigkeit nicht verbessert hat. Also hieß das Absetzen von Amitriptilyn (ohne Probleme) und einschleichen eines neuen AD’s. So kam ich dann zu Doxepin. Nach eine gewissen Zeit folgte auch hier die Feststellung: keine Verbesserung der Attackenhäufigkeit! Also wieder absetzen (auch hier ohne Probleme).
Da ich in der Zwischenzeit einen viel zu hohen Schmerzmittelkonsum hatte, Triptane gepaart mit den verschiedensten frei verkäuflichen Schmerzmitteln, die ich auch schon brav bei verschiedenen Apotheken gekauft habe, man will ja nicht auffallen, hatte sich ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz eingestellt.
Auf deutsch: Schmerzmittelabhängigkeit!
Es war die Hölle auf Erden, und ich wünsche das keinem!
Letztendlich landete ich dann für drei Wochen in einer Schmerzklinik, wo ich mit vielen Mitpatienten erstmal einen Entzug gemacht habe. Danach war dann auch wieder eine Attackenhäufigkeit von 1-3 mal pro Woche zu erkennen. In dieser Klinik wurde die Meinung vertreten, dass durch die Abhängigkeit im Bereich Schmerzmittel eine vorbeugende Wirkung eines AD’s nicht durchschlagen konnte, und ich bekam 75 mg Trimipramin. Nach 1,5 Jahren bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass sich meine Attackenhäufigkeit nicht verändert hat. Somit fasste ich den Entschluss, auch dieses Abzusetzen. Also nahm ich nur noch 50 mg Trimipramin. Nach 2 Monaten ging es dann los: Herzstolpern, ein Ruhepuls von 140, Schweissausbrüche, zittern, ein Gefühl wie auf Wolken zu laufen.
Also habe ich alle Fachärzte abgeklappert, bis ein Neurologe sagt, dass ich angeblich eine Angststörung habe und mir zusätzlich zum Trimipramin Trevilor (75mg) verordnet hat. Ich habe dann eine davon genommen. Es war schrecklich. Erstmal war ich zwar die Ruhe selbst, aber dann fing es an, als wenn eine Welle durch den Körper läuft, von oben nach unten, ich kann es gar nicht genau definieren, Schmerzen-Kribbeln, keine Ahnung. Also am nächsten Morgen wieder zu dem Neurologen. Der wollte mich erstmal in eine psychatrische Anstalt einweisen. Ich konnte ihn gerade noch so davon überzeugen, dass es Nebenwirkungen waren. Also Trevilor wieder weg und dafür das Trimipramin auf 150 mg!
Zeitgleich der Beginn einer Verhaltenstherapie!
Die „Erscheinungen“ verschwanden!
Ich war von da an regelmäßig alle drei Monte zu dem Neurologen, bis er mir nach 9 Monaten sagte, dass ich wieder anfangen könnte Abzusetzen, ich sollte nach seiner Meinung sofort 100 mg weglassen! Das habe ich aus Angst nicht getan, ich habe angefangen in 12,5 mg Schritten zu reduzieren. Als ich bei 100 mg angekommen war, bekam mein Mann die Diagnose Hodenkrebs! Es folgte am nächsten Tag die OP, wobei ein Hoden entfernt wurde und seit dem die Angst vor Metastasen, etc. Bis jetzt alles ohne Befund (Puh)!
Der Neurologe hatte dann nichts besseres zu tun als mich blöde anzumachen, warum ich denn nicht so abgesetzt habe, wie er das gesagt hat. Ich erzählte ihm von meinem Mann. Er sagte zu mir: „Dann können sie sich ihren Kinderwunsch ja jetzt in die Haare schmieren!“ Ich bin aufgestanden und gegangen!
Seit dem habe ich regelmäßig Termine bei meinem Hausarzt. Der mir die Zeit zum Absetzen gibt, die ich brauche. Ich bin jetzt bei 50 mg Trimipramin angekommen. Jedesmal nach dem reduzieren sind die Absetzsymptome wieder da, aber zum Glück nur in abgeschwächter Form!
Mit der Verhaltentherapie bin ich total glücklich. Wir machen quasi ein Antistress Training, und meine Migräne wird auch langsam etwas besser. Ich habe jetzt auch mal eine schmerzfreie Woche dazwischen!
So, es ist mir jetzt nicht leicht gefallen das alles so aufzuschreiben!
Wenn Fragen sind, immer her damit!
Zu Schmerzmitteln könnte ich auch eine Menge erzählen!
Zu euch geführt haben mich die Probleme beim Absetzen des AD’s!
Liebe Grüße
Elke