Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Cipralex FORTSCHRITT oder FAKE?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
AliBaba
Beiträge: 107
Registriert: 08.03.2004 15:50
Wohnort: Freiburg

Cipralex FORTSCHRITT oder FAKE?

Beitrag von AliBaba »

Hallo Leute,

ich war eben bei meinem Arzt um mir anstatt Citalopram den Nachfolger Cipralex verschreiben zu lassen. Der meinte aber, dass die Medikamente in ihrer Wirkungsweise völlig identisch sind und das Cipralex viel zu teuer sei (kostet fast das dreifache :( ). Das mit dem Preis würde mich aber nicht stören, wenn die versprochenen Fortschritte, sprich weniger Nebenwirkungen, schnellere Gewöhnungszeit etc., zutreffen.

Der versprochene Erfolg soll sich durch die Trennung der beiden Molküle S-Citalopram und R-Citalopram ergeben. Das S-Citalopram soll für die Bekämpfung der Depression verantwortlich sein und das R-Citalopram für die Nebenwirkungen. Hört sich doch toll an oder? Doch dann kam die Ernüchterung :(

Mein Hausarzt meinte, dass die beiden Moleküle (S-Citalopram und R-Citalopram) sich in ihrer Wirkung nicht unterscheiden. Eine Trennung bringt demzufolge keinen Erfolg. Das Patentrecht soll der Grund für diese Trennung sein und sonst nichts (grrrr wenn das stimmt, sag ich nur verlogene, profitgeile Pharmaindustrie :evil: ). Bei vielen anderen Medikamenten soll das auch so passiert sein. Ganz ausschliessen wollte er eine Verbesserung aber nicht, deswegen hat er mir die Telefonnummer von so einem Professor gegeben.

Ich werde natürlich bald den Anruf machen, wollte aber auch euch nach eurer Ansicht befragen.

Gruss
Alex
dez 2002 Citalopram (20mg), okt-dez 2003 Paroxetin (20mg), feb-mär 2004 Paroxetin (20mg), mai 2004 20mg Citalopram, jun 2004 50mg Thombran. jul 04 Clean
Max
Beiträge: 17
Registriert: 15.12.2003 14:38

Beitrag von Max »

Hi AliBaba,

ich will`s nicht verallgemeinern (!), aber bei mir hat (letztes Jahr) CIPRALEX außer Nebenwirkungen garnichts gebracht, inzwischen glaube ich auch, daß ich zu denen gehöre, bei denen grundsätzlich Medis nichts positives bewirken können und werde es ganz aufgeben! Das spart hohe Kosten, unangenehme Nebenwirkungen, Zeit und unzählige Enttäuschungen, da kann man es besser gleich beim alten Zustand belassen. :cry:

Gruß, Max
strike
Beiträge: 1
Registriert: 14.04.2004 10:40

Beitrag von strike »

Hallo, ich war heute auch beim Arzt, um mir helfen zu lassen (bei mir eher Angstprobleme/aber eher diffus), und habe ein Rezept für Citalopram bekommen...

Allerdings habe ich das Rezept bisher nicht eingelöst, weil ich skeptisch bin, was es letztendes bringen soll?

Das einzige Proargument, daß mir einfällt, daß wäre eine Symptomlinderung (eventuell)... andererseits gibts eine meterlange Liste von Dingen, die nicht dafür sprechen.

Ich meine, wenn man sich Depressionen und Ängste mal objektiv anschaut und den ganzen Propagandakram der daran beteiligten Klientel wegdenkt, was bleibt dann übrig? Meiner Meinung nach dieses, daß alle Ängste und Depressionen zu ersteinmal weder krankhaft noch "unlogisch" sind. Ich meine, sicher, wenn einer immer Angst hat, er könne bspw. gleich Verrückt werden oder sterben, dann ist das erstmal "unlogisch" vom eigentlichen direkten Sinn her, jedoch sehe ich solche Gedanken eher als Reaktion auf andere Probleme (die man hat und nicht/noch nicht lösen konnte oder überhaupt als Problem anerkennen konnte). Quasi, wenn man nicht über die Hängebrücke will (eigentliches Problem), dann sucht man nach nem Boot zum anderen Ufer (Depression/Angst) und ist die ganze Zeit mit der Suche nach einem Bootsführer beschäftigt, was einen höheren Stress auf lange Sicht ausmacht, als die eigentliche Hürde ausmachen würde...

So, und wenn ich mir überlege, daß sämtliche Depressiva eigentlich nix anderes machen, als den Gehirnstoffwechsel zu stören (und zwar so massiv und breitbandig-den Serotonin und Adrenalin sind für alles mögliche verantwortlich und beteiligt, nicht bloß Stimmungen-so daß das Gehirn sich für eine Zeit zwangsnormalisieren muss, ähnlich wie nach einem Unfall oder Schlaganfall...Nach der Zwangsnormalisierung sind die Probleme dennoch nicht gelöst, und die vom Körper angestrebte Umstellung (die eigentlich nur eine Reaktion ist) geht wieder von vorne los). Man weiss ebensowenig, was jetzt exakt für Depression und Angst in physischer Hinsicht verantwortlich ist (psychisch ists klar, etwaige Problem oder Verhaltensprobleme), überall hört man nur, Serotonin und Noradrenalin werden als beteiligt "vermutet".

Wichtig finde ich auch, daß letztenendes der Effekt aller Antidepressiva genau das selbe an den gleichen Stellen tut, wie simple Baldriantabletten bzw. der Wirkstoff der Planze. (Baldrian wirkt sich positiv auf die Gama-Bilanz im Hirnstoffwechsel aus, vereinfacht, Stresshormone bzw. Signale werden wieder korrekt gefiltert...).

Naja, kurzum, ich bin eben nicht klar darüber, was ich nun mit meinem Rezept machen soll. Innerlich strebt sich alles gegen das Medikament, und ich bin mir auch sicher, daß das Medikament in meinem Fall die Lösung meiner Probleme nur aufschieben könnte, aber nicht lindern. Ich les auch nirgends, daß jemand mit Medikation bessere Erfolge hat, als jene ohne. Denn ich persönlich sehe keinen Erfolg darin, zwar wieder dies und jenes tun zu können (tun kann mans ja auch ohne Medikament, nur ist es dann stressiger...), dafür aber nach einer gewissen Zeit wieder da zu sein, wo man am Anfang auch stand (hab noch von niemandem gehört, der jahrelang Medikamente nimmt, und dann nicht noch dieses oder jenes nebenbei verordnet kriegt oder das Medikament wechseln will/muss bzw. diese oder jene Symptome immernoch verspürt).

Man sieht, ich bin etwas von Zweifeln geplagt, wie ich nun vorgehen soll. Kennt ihr diese Zweifel/Sorgen auch (in Bezug auf Depressiva) und wenn ja, wie geht ihr damit um bzw. was würdet ihr tun, um eine Entscheidung treffen zu können?
Waltraut
Beiträge: 7
Registriert: 23.03.2004 23:42

Antidepressiva ja - nein

Beitrag von Waltraut »

Hi,

grundsätzlich bin ich einverstanden mit dem was du geschrieben hast, ich fahre auch eine ähnliche Schiene und versuche den wirklichen Grund meiner Angstzustände und Panikattacken herauszu finden. Mit der Zeit ist mir das auch tatsächlich gelugen und seit ich an mir persönlich arbeite sind die Ängste auch nicht mehr so massiv. Das zeigt mir, dass dies die richtige Methode ist fürs erste; irgendwo haben Ängste auch ihre Daseinsberechtigung, fordern uns zur inneren Arbeit regelrecht auf, wenn wir den Aufgaben, die das Leben für uns bereithält ausweichen. Das schwierige ist nur, sich die Dinge einzugestehen und dann teilweise schmerzliche Veränderungen herbeizuführen. Wir habens halt gerne bequem ;-))
Was die Medis angeht und die dabei aufkommenden Zweifel, von mir aus kann ich nur sagen, dass ich Medikamente nur dann genommen habe als der Leidensdruck so immens war, dass einfach nichts mehr ging. Die Krise hatte sich derartig zugespitzt, dass meine Seele einfach nicht mehr wollte (ich hatte mich eben um eine langanstehende Entscheidung gedrückt) und da raus konnte ich nur mit Medikamenten. Die habe ich dann solange genommen bis ich für 3-4 Wochen einigermaßen angstfrei war und dann habe ich auch wieder ausgeschlichen. Ich finde, das ich durch die Medikamente einfach nur eine Grundlage geschaffen hatte, damit sich der Körper einigermaßen wieder fangen kann und ich überhaupt wieder in der Lage war lösungsorientiert denken zu können. Bezugnehmend auf deine Frage würde meine Antwort lauten: Medikamente nur, wenn der Leidensdruck einfach so groß ist, dass nichts mehr geht und dann nur um der Krise die Spitze zu nehmen. Und dann wieder ausschleichen. Und eine Entscheidung trifft man indem man die Pros und Cons sich bewußtmacht und sich ganz bewußt für eine Variante entscheidet und bereit ist die Konsequenzen zu tragen. Sonst wirst du irgendwann, wenn du die Entscheidung hinauszögerst vom Konflikt schach-matt gesetzt. Was kann in deinem Fall schon passieren, wenn du die Medikamente einfach nicht nimmst?? Mehr Angst? So viel, dass du durchdrehst davon? Dann kannst du immer noch das Rezept einlösen. Auch wenn du für deine Entscheidung Mut brauchst: entscheide dich und warte nicht bis du "entschieden wirst"!

LG,

Waltraut
Waltraut
Beiträge: 7
Registriert: 23.03.2004 23:42

Nachtrag

Beitrag von Waltraut »

Ich glaube, dass Medikamente nur unser Bewußtsein abschirmen gegen die Symptome, im Untergrund rumort doch alles fleißig hin und wartet auf Erlösung :-)

Waltraut
Max
Beiträge: 17
Registriert: 15.12.2003 14:38

Beitrag von Max »

stimmt exakt!! :)

Max
Gesperrt