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Zopiclon absetzen
Verfasst: 20.09.2008 00:25
von Lehmchen
Ich nehme seit ca- 2 Jahren eher unregelmäßig, aber trotzdem viel zu oft zum Schlafen Zopiclon.
7,5mg oder ab und an die Hälfte.
Hab es immer mal wieder mit absetzen probiert, was immer so lange geklappt hat, bis ich wieder Nachtschicht habe
und wusste das ich danach schlecht schlafe, aber Abends in der Arbeit nicht wieder müde sein wollte.
Es ist auch einfach zu schön, sich um nichts mehr gedanken machen zu müssen und einfach *klick* zu schlafen.
Jetzt ist es aber soweit, dass ich wirklich keine Tabletten mehr nehmen will, nach dem ich gestern, nach dem Ausweichen auf ein AD den ganzen Tag durchgekotzt habe.
Mein größtes Problem ist, das ich im Krankenhaus arbeite und dadurch natürlich mehr als einfach an die Tabletten komme und der Griff ins Tabletteregal schön einfach ist.
Möchte eigentlich auch keinen stationären Entzug machen, da ich Angst um meinen Job habe.
Was meint ihr, wird es schwer nach unregelmäßig 7,5mg oder eher nicht? Wie lange wird es dauern und sollte ich mich dabei krank schreiben lassen oder nicht?
Verfasst: 20.09.2008 09:31
von Zoey
Das Medikament welches du beschreibst ist ein benzoähnlicher Wirkstoff, kann Entzugssymptome verursachen, wie stark scheint individuell unterschiedlich zu sein laut diversen Aussagen, die ich gefunden habe. Hast du denn bisher Symptome erkannt, wenn du das Medikament nicht genommen hast, wenn ja welche waren das? "nur" Schlaflosigkeit oder Dinge wie Übelkeit, Kopfschmerz, Zittern?
Dein leichter Zugang zu den Substanzen stellt eine Herausforderung für dich selbst dar, der du widerstehen musst, da ist innere Stärke gefordert, die vorhanden scheint, da du hier schreibst über dieses Problem.
Ich kenne die Haltbarkeit der Substanz im Körper nicht, daher fällt es mir nicht leicht dir was raten wegen des Krankschreibens. Vorteil wäre es, gegebenenfalls Urlaub nehmen, wenn möglich. Lass dich beraten von einem Spezialisten, der kann dir ungefähr sagen, mit welchen Situationen zu rechnen ist.
Verfasst: 20.09.2008 10:50
von Lehmchen
Das Schlimme daran ist ja, dass ich meinen Patienten tagtäglich erzähle, wie gefährlich es ist
solche Art Medikamente dauerhaft zu nehmen etc. und es dann selber tu.
Bisher hatte ich noch keine anderen Entzugssymptome als Schlaflosigkeit. Also keine Unruhe etc. Ich merke aber
das ich entspannter am Tag bin, wenn ich weiß das ich Abends eine Tablette nehmen kann. Ansonsten ist schlafengehen
für mich wirklich purer Horror.
Allerdings habe ich gestern abend (zwar erst um halb drei) ganz gut einschlafen können.
Versuch schon immer möglichs regelmäßig aufzustehen und ins Bett zu gehen, aber beim Drei-schicht-Dienst ist das irgendwie
eine aussichtslose Situation.
Verfasst: 20.09.2008 12:46
von chiara63
Hallo
ich würde mal sagen, dass die Probleme mit dem Einschlafen bei den meisten Menschen vorhanden sind, die Schichten arbeiten. Der Mensch ist es nun einfach mal gewohnt, dass in der Nacht die Schlafenszeit ist - und wenn dann im Schichtbetrieb gearbeitet wird, ist es schwer, einfach "klick" zu machen, damit man einmal mittags, einmal morgens und dann wieder nachts schlafen kann.
Wie machen das denn die anderen Kolleginnen? Wie ich sagte, könnte ich mir vorstellen, dass die meisten dabei große Probleme haben. Auch ich hab eben mal bei dem Schlafmedi gegoogelt und denke, dass es schon ziemlich schwierig sein dürfte, davon wieder loszukommen, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen.
Auch glaube ich, dass es "logisch" ist, wenn man quasi fast daran gewohnt ist, nur mit einem Schlafmittel zur Ruhe zu kommen, wenn dieses abgesetzt oder nur sporadisch eingenommen wird, dann Schlaflosigkeit als Nebenwirkung erscheint. Und zwar umso stärker, als diese vorher vorhanden war.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die Dosis erstmal zu reduzieren, die du zum Schlafen brauchst, um langsam davon rutnerzukommen. Auch denke ich, wenn du ganz davon loskommen willst, ist es gerade in deinem verwantwortungsvollen Beruf sicher besser, sich für diesen Zeiraum krankschreiben zu lassen. Auch, da du dann bessere Möglichkeiten hast, für dich einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu finden, ohne die Angst zu haben, auf der Arbeit müde zu sein oder gar Fehler aus Schlafmangel und Unkonzentriertheit zu machen.
Liebe Grüße
chiara
Verfasst: 20.09.2008 16:21
von Lehmchen
Ich weiß aus Gesprächen mit Kollegen, dass viele Probleme haben. Oftmals wird dann Alkohol abends getrunken.
Über Tabletten habe ich noch mit keinem gesprochen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die einzige bin
Ich schlaf jetzt seit drei Tagen ohne Tabletten. Kann spät schlafen, aber immerhin schlafe ich ein. Nebenwirkungen tagsüber merke ich nicht. Außer halt die typische Angst, abends wieder wachzuliegen.
Mal schauen wie es weitergeht.
Reduzieren finde ich für mich nicht sinnvoll. Wenn ich die Tabletten zu hause habe, nehme ich ne Ganze...da lieber gleich ganz weglassen. Ist glaube ich einfacher.
Aber ich glaube, früher oder später (bzw. jetzt) sollte ich mir Gedanken machen, mir einen Job ohne Schichtdienst zu suchen.
Definitiv komme ich damit nicht klar

Verfasst: 20.09.2008 18:14
von Zoey
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Krankenpfleger, der mir sagte, er leide auch unter diesen Schlafstörungen, er habe gelernt damit umzugehen und keine Hilfsmittel zu nehmen, es gehe darum zu akzeptieren manchmal auch nur wenige Stunden zu schlafen, es funktioniere und er sei glücklich darüber, alles andere wäre für ihn inakzeptabel. Klar, sei er auch dann müde am nächsten Tage doch es sei aushaltbar, du solltest damit aufhören und wie Chiara schreibt Krankschreiben lassen, zu hoch ist die Verantwortung in deiner Arbeit, lg
Verfasst: 21.09.2008 01:02
von Lehmchen
Klar muss man irgendwie damit klar kommen, wenig zu schlafen. Wenn ich mir aber viele Kollegen anschaue und höre was manche Ärzte so erzählen, ist man nach Jahren unter solch einem Druck doch schon ziemlich kaputt. So weit möchte ich es eigentlich nicht kommen lassen. Ich glaube, was die Schichten angeht ist es in keinem Beruf härter als in der Pflege und gedankt wird es einem kein Stück. Ich werde mich glaube ich nicht damit abfinden können, mein Leben lang so wenig schlafen zu können, wie ich es die letzten Jahre getan habe. Dann bin ich mit 40 auf
Aber klar das hilft mir nicht gerade über das derzeitliche Problem hinweg. Hoffe es klappt mit dem Aufhören. Werd jetzt gleich ins Bett und bin gespannt ob ich schlafen kann oder nicht. Zum Glück hab ich morgen frei

Verfasst: 21.09.2008 22:59
von Zoey
du musst es nur wirklich wollen, dann schaffst du es, vergleich dich nicht mit negativbeispielen sondern du bist du und du willst es, es ist dir wichtig deshalb sprichst du drüber, trau dir was zu, du möchtest doch leben, gesund leben, frei leben, stopp den selbstzerstörungsfeldzug, drück dir die daumen, lg Zoey
Verfasst: 22.09.2008 00:19
von Lehmchen
Also, ich konnte erstaunlicher Weise gestern die dritte Nacht gut schlafen. Aber ich denke das ändert sich, da morgen mein erstmal letzter freier Tag ist und mir eine Woche Arbeit mit Zeitarbeit bevorsteht. Das stresst mich jetzt schon so, dass ich wieder Angst habe nicht schlafen zu können.
Aber krank melden möchte ich mich erstmal nicht. Die Zeitarbeit kann ja nicht mit noch einer Zeitarbeit arbeiten
Schrecklich, aber ich kann mein Gewissen nicht abschalten.
Hoffe auf jeden Fall das ich es schaffe, die Finger von den Tabletten zu lassen.
Danke erstmal für die Antworten und ich berichte wie es mir die Woche zu ergeht.