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ADs bei unbekannten stoerungen

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eternalpain
Beiträge: 3
Registriert: 08.04.2004 03:30

ADs bei unbekannten stoerungen

Beitrag von eternalpain »

hallo alle!

welche konsequenzen wuerden sich denn aus einer behandlung mit SSRI bei meiner stoerung ergeben?
hier mal ein kurzer und knapper einblick meiner krankengeschichte:

ich wurde vor kurzem als depressiv (m., 22) diagnostiert. bin aber meiner meinung nach manisch-depressiv, was allerdings als hypomanie abgetan wurde. das ganze geht schon seit der schule (4te klasse) so. ich war damals auch bei der schulpsychologin, weil mein notenschnitt von 1.1 auf 4.x absank. aber ohne ergebnis. ich konnte luegengeschichten erfinden ohne mit der wimper zu zucken. alles wasserdicht, glaubhauft und meine mutter stand als die dumme da. dabei waren diese geschichten meist glaubwuerdiger als die wahrheit, die dahinter steckte! in der schule hatte ich wenige freunde, meist war es nur eine person mit der ich regelmaessig kontakt pflegen konnte. zwei freunde zu haben, war schon zu viel, was mir damals nie bewusst war. das ist nun ueber 10 jahre her und bis heute hat sich nichts geaendert.
ich bin in letzter zeit (durch aeussere umstaende und eigene schuld) wieder mal depressiv geworden. nachdem ich diesen zustand einfach nicht mehr ertragen kann (ging so um die 7-8 monate, die laengste depressionsphase in meinem leben), haben mich meine mueden beine zum arzt getragen. ich bekam gegen meine schlafstoerungen gleich medikamente und diese wurden besser, bis auf die depressionen. ich konnte damit wieder leben, meine gefuehle und mein denken wurde einfach in der depression so stark gehemmt, dass es nicht weiter schlimm und mir sowieso alles egal war.
diese phase hat sich jetzt wieder gegeben, aber ich will nicht wieder manisch werden. man kann keine beziehung fuehren, macht alle sozialen kontakte kaputt und stresst nur alle arbeitskollegen. von freunden und bekannten ganz zu schweigen, denn diese bedeuten mir etwas und sind mangelware! koerperlich geht es in der zeit auch massiv den bach herunter. unterernaehrung, vitaminmangel, schlafmangel, herzklopfen, hoher blutdruck, die liste ist lang....
aufgrund der tatsache, dass ich nicht genau weiss was ich wirklich habe, brauche ich hilfe, die ich leider bisher von aerzten nicht bekommen habe.

koennte meine stoerung borderline, schizoid oder doch manisch depressiv sein? wenn ja, wie wuerde sich eine behandlung mit SSRI auswirken?

aufputschende trizyklische haben zu angst- und panikattacken gefuehrt und alles verschlimmert! die sedierenden bringen mich um. ich werde ein fetter gefuehlsloser zombie, der in einem einzigen zimmer ohne tageslicht lebt, aber ich habe weder angst noch schlafstoerungen. mir ist alles egal!
achja... neuroleptika sind ganz tabu, sowas werde ich nur anruehren, wenn man mir haldol in die vene drueckt!

noch eine kleine anmerkung:
diese krankheit liegt in der familie
vaeterlicherseits der hang zu paranoidem verfolgungswahn, spezifischer angstoerung und zwaengen.
muetterlicherseits zu depressionen, panikattacken und schlafstoerungen.
meine schwester ist nicht diagnostiziert aber hat auch diverse probleme in der richtung, hauptsaechlich sozial. sie ist im beruf auch recht weit bekommen, wie ich auch, nur im privatleben sieht es duester aus. (ein freund der sie unterstuetzt, was sicher nicht leucht ist, kind, aber fast keine freunde oder bekannte)
ich hab anscheinend von beidem etwas abgekommen und zwar nicht zuwenig :(

ansonsten hab ich noch ein zimmer, in dem es die gesammelten werke der schlechten welt gibt (zeitungsartikel & so). das ist alles weggesperrt und niemand weiss davon (das ist das einzige was ich vor aller welt verheimliche, auch meinem doc)... vor der langen depressionsphase war der wechsel zwischen manie und depression teils mehrmals taeglich. das sind so die abnormalen sachen, die ich bisher einer bipolaren stoerung nicht zuordnen konnte und welche auch recht stark ausgepraegt sind.

alkohol und drogenprobleme brauche ich nicht zu verschweigen, auch wenn ich zur zeit clean bin. meine mutter hat diese auch, von meiner schwester weiss ich es nicht (sie wuerde es auch niemandem sagen!)


wow ist das ein langer text geworden.


gruesse und danke fuer alle tipps !!!
Chris22

...verschiedene möglichkeiten...

Beitrag von Chris22 »

hallo eternalpain,

ich kann gut nachvollziehen, dass du aus dieser situation raus willst.
hast du schon tricyclische AD´s probiert? Wenn ja, welche? hat dich dein hausarzt als depressiv diagnostiziert? warst du schon mal bei einem spezialisten? wenn nicht rate ich dir auf alle fälle einen spezialisten aufzusuchen.
verschiedene TCA haben auch verschiedene Nebenwirkungen, die unter umständen symptome wie schlafstörungen positiv beeinflussen können.

prinzipiell können SSRI angewandt werden wenn klassische TCA nicht helfen, oder die NW zu stark sind. Es gibt aber auch sog. nicht-SSRI, auch mit verschiedenen vor- bzw nachteilen. alternativ kommen dann auch noch sog. monoaminoxidase-inhibitoren (auch verschiedene präparate) in frage. da sollte aber erstmal eine behandlung mit SSRI probiert werden. wie du siehst gibt es eine ganze reihe an behandlungsmöglichkeiten.

wie kommst du darauf, dass es sich um eine bipolare störung handeln könnte? beschreib doch mal eine deiner manischen episoden.
als hypoman werden solche symptome in der regel bezeichnet, wenn die auswirkungen auf soziale und berufliche bereiche nicht schwerwiegend sind. wie schätzt du das bei dir ein?

zur behandlung von bipolaren störungen, die nicht selten von schizophrenen symptomen begleitet werden, kommen vor allem lithium salze in frage, oder bei akuten episoden auch antischizophrenika.
generell ist lithium aber geeignet zur prophylaktischen und akuten behandlung bipolarer störungen und wirkt sich auch noch positiv auf depressive episoden aus.
(was motiviert dich zeitungsartikel zu sammeln und unter welchen gesichtspunkten wählst du diese aus?)

aber wie gesagt, du solltest sowas auf alle fälle mit einem spezialisten besprechen.

würde mich über eine antwort freuen,

gruß,

chris
eternalpain
Beiträge: 3
Registriert: 08.04.2004 03:30

Beitrag von eternalpain »

hat dich dein hausarzt als depressiv diagnostiziert?
nach einem gruendlichem koerperlichen check wurde ich in die psychiatrie ueberwiesen. ich hab das ganze angestossen, der arzt waere zu verklemmt gewesen mir das direkt zu sagen. er kennt aber die familiengeschichte und hat meine "hinweise" ernst genommen.
hast du schon tricyclische AD´s probiert? Wenn ja, welche?
ich bekam zum ruhigstellen zuerst remergil (30mg/abends). dir wirkung kam nach der ersten tablette. ich konnte schlafen, meine depressiven gedanken wurden unterdrueckt, angst, rueckschmerzen und allergien verschanden/besserten sich nach 3-4 tagen und ich sass apathisch den ganzen tag herum und starrte dinge an. nach einiger zeit wurde es besser und ich bekam jeden tag eine art ernuechterungsschub um eine gewisse uhrzeit. da ich aber 18 stunden am tag mit schlafen verbrachte, ging das ganze nach hinten los. massive gewichtszunahme und die unfaehigkeit in einer gesellschaft zu leben.

danach wurde ich mit imipramin misshandelt. 10mg am morgen. ich hatte rachenschmerzen und massive kreislaufprobleme, verstopfung und meine arme und beine sind angeschwollen. nach 6 tagen habe ich es abgesetzt und bekam massive panikattacken ueber mehrere tage.

aufgrund dieser fehlbehandlung wollte man mich mit zyprexa ruhigstellen und meine gesellschaftsfaehigkeit? mit trevilor wieder herstellen. das rezept habe ich hier immernoch liegen.

zum schlafen bekam ich dann noch trimipramin und zopiclon. das hab ich dann gleich missbraucht und die therapeutische dosis war nicht mehr wirksam. das war nur eine sehr kurze zeit, ich kenne diese suchtentwicklung schon gut genug. aufgedreht hat uebrigens nur trimiparin gewirkt, da haette ich den ganzen tag zopiclon essen koennen und ich waere nur gedaempft gewesen.
warst du schon mal bei einem spezialisten? wenn nicht rate ich dir auf alle fälle einen spezialisten aufzusuchen.
ich bin bei einem psychiater. allerdings hab ich sehr viel respekt vor diesen aerzten verloren. vertrauen war nie da, s.h. weiter unten.

verschiedene TCA haben auch verschiedene Nebenwirkungen, die unter umständen symptome wie schlafstörungen positiv beeinflussen können.
ich leide nachts stark an angst/panik. depressiv ist es weg (verdraengt??), manisch klar und deutlich panik mit koeperlichen symptomen.

prinzipiell können SSRI angewandt werden wenn klassische TCA nicht helfen, oder die NW zu stark sind. Es gibt aber auch sog. nicht-SSRI, auch mit verschiedenen vor- bzw nachteilen.
also ist es voellig normal erstmal tetra und trizyklische ADs zu geben? verschiedene psychiater haben da imho vorlieben. wenn ich nicht gerade total durch war, bekam ich sogar gar keine ADs.
alternativ kommen dann auch noch sog. monoaminoxidase-inhibitoren (auch verschiedene präparate) in frage. da sollte aber erstmal eine behandlung mit SSRI probiert werden. wie du siehst gibt es eine ganze reihe an behandlungsmöglichkeiten.
ich habe mich zu SSRI entschlossen, da es mir auch als letztes wegen der nebenwirkungen angeboten wurde.
wie kommst du darauf, dass es sich um eine bipolare störung handeln könnte? beschreib doch mal eine deiner manischen episoden. als hypoman werden solche symptome in der regel bezeichnet, wenn die auswirkungen auf soziale und berufliche bereiche nicht schwerwiegend sind. wie schätzt du das bei dir ein?
inzwischen hat es massive auswirkungen. wie ich leider im nachhinein feststellen musste, haben sich die medikamente sehr nachteilig darauf ausgewirkt.

meine mutter, mein vater und meine schwester leiden auch unter der stoerung. beruflich erfolgreich, sozial eine null. bei mir tritt das ganze aber in anderen dimensionen auf.
zur behandlung von bipolaren störungen, die nicht selten von schizophrenen symptomen begleitet werden, kommen vor allem lithium salze in frage, oder bei akuten episoden auch antischizophrenika.
ja, wie ich schon schrieb, sollte das nach einer art imipramin induzierten psychose gemacht werden. ich kenne den zustand ja schon lange, deshalb hab ich es nicht gemacht und bin sehr froh darueber. es ging von alleine wieder weg, auch wenn es ein wenig schlimmer ist als zuvor (einbildung? die angst vor der angst...)

wie beschreibe ich mich manisch... meist bemerke ich den zustand nicht, sondern andere beschweren sich ueber den wahnsinn den ich verbreite. das ist natuerlich sozial abtraeglich, haelt sich aber in grenzen. das drepessive verhalten wirkt wesentlich staerker auf mein sozialleben.
euphorie, tatendrang, kommunikationsueberschuss, selbstvertrauen, perfektionismus, aggressivitaet (unterdrueckt durch flucht, selten mal komplett ausgelebt), ungehemmtheit, gestoerte sprache, unkonzentriertheit, gedankenflut depressiver gedanken, staendige suche nach einer daseinsberechtigung und dem sinn des lebens.
nach laengeren gespraechen mit meiner mutter wurde mir klar, sie leidet(litt) genau unter diesem problem. hat aber zum glauben gefunden und ist seit dem "brefreit" von all diesen qualen, hat nauterlich zweifel und sie findet blockt teilweise diskussionen mit dem thema.

die erste phase hatte ich mit 9 oder 10 jahren. das gab damals diverse probleme in der schule und wurde mit 15-16 auf die pubertaet geschoben. ich war mit 12 schon damals beim schulpsychiater. allerdings konnte ich geschichten erfinden, die plausibler waren, als jede wahrheit. deswegen standen dann meine eltern als die dummen da...
mit 14 bekannen auch alkoholexzesse, ich war kaum noch ein wocheende nuechtern. andere drogen eher nicht, selten mal eine zigarette... das hat sich aber in/nach der pubertaet wieder gegeben.
hyperaktiv war ich auch, aber so dumme sachen wie ADHS lasse ich mir sicher nicht anhaengen.

die staerke der manischen phasen war eigentlich immer direkt proportional zu den depressiven. was zuerst kam weiss ich nicht. manisch kann mehrmals am tag auch wieder zu depressiv wechseln, umgekehrt nicht. wenn ich depressiv bin (ein gutes anzeichen ist langer schlaf, 12-14h) bin ich immer antriebslos etc...

einher gehen immer vegetative stoerungen wie harnverhaltung, verstopfung, schlafstoerungen, esstoerungen, rueckenschmerzen, magenschmerzen, herzklopfen, hoher blutdruck, schweissausbrueche... ich nehme in der zeit meist massiv ab, das belastet meinen kreislauf wieder und hilft dem teufelskreislauf natuerlich.

ob schizophrenen symptomen weiss ich nicht. ich hatte noch nie in meinem leben optische oder akkustische halluzinationen. es sind "nur" gedanken, keine bilder.

diverse depersonalisierungszustaende hatte ich schon mit fieber. wollte ich nur kurz erwaehnen, hat ansich keinen einfluss auf mein leben.

derzeit ist alles sehr schlimm. ich kann nicht mehr arbeiten, keine bankautomaten mehr bedienen und werde zum legastheniker. geschriebene saetze sind kaum moeglich, meist ein einziger seitenlanger wirrer satz. so geht es auch mit der sprache, versprecher etc... ich wollte eigentlich gestern schon antworten, aber den text haette niemand verstanden. heute morgen sass ich selbst davor... wie bitte???
schizophrenen symptomen
generell ist lithium aber geeignet zur prophylaktischen und akuten behandlung bipolarer störungen und wirkt sich auch noch positiv auf depressive episoden aus.
(was motiviert dich zeitungsartikel zu sammeln und unter welchen gesichtspunkten wählst du diese aus?)
ein grund ist wohl, dass ich schon sehr lange ueber gott und die welt nachdenke. ich sass schon im kindergarten alleine im sandkasten, habe gespielt und dabei staendig ueber diese themen nachgedacht. warum bin ich auf der welt etc.. fragen auf die es keine antworten gibt.
inzwischen versuche ich mein weltbild zu festigen und es leuten aufzudraengen, ich hab immer recht. aber insgeheim muss ich mir durch die zeitungsaritkel selber staendig vor augen halten, wie falsch, desinformativ und luegnerisch die welt ist.
z.b. religionsdiskussionen mit mir sind der absolute horror und werden meist von der gegenseite abgebrochen und ich als wahnsinnig hingestellt.
aber wie gesagt, du solltest sowas auf alle fälle mit einem spezialisten besprechen.
ich versuche im moment mit den medikamenten dafuer geeignet zu werden. es gibt noch viele punkte, an dem ich trotze und anfange mir selber etwas vorzumachen. am liebsten wuerde ich mich selbst alleine heilen. es ist einfach zu schwierig zuzugeben, dass es kein mensch kann alleine mit solchen gedanken zu leben.


danke fuer die antwort!
ansonsten muss das ziemlich "verrueckt" klingen, oder irre ich mich da etwa?


ps: permanente kleinschreibung und weglassen von hallo/gruesse/danke (auch telefon, direkter kontakt) sind auch so nervige zwaenge.
Chris22

Beitrag von Chris22 »

Hi eternalpain,

naja verrückt finde ich nicht so passend eher schwierig. also alles in allem klingt dein problem "etwas" umfassender als, dass es sich allein durch antidepressiva behandeln ließe. dazu sollte auch gesagt werden, dass allein AD oder allein psychotherapie nicht halb so wirkungsvoll sind wie deren kombinierte anwendung.

aber ich glaube, dass weder ich noch sonst jemand hier im forum kompetent genug ist das zu beurteilen. ich kann dir nur raten dir einen psychiater zu suchen (bist du im moment in stationärem behandlung?) dem du vertraust! das ist das a und o einer erfolgreichen behandlung. ohne vertrauen ist der fehlschlag vorprogrammiert. dieses vertrauen aufzubauen ist nach deinen schlechten erfahrungen vermutlich nicht leicht, dennoch solltest du es versuchen.

aus der digitalen perspektive habe ich aber trotzdem den eindruck, als ob lithium, oder alternative "mood stabilizer" dir helfen könnten.

gruß,

Chris
eternalpain
Beiträge: 3
Registriert: 08.04.2004 03:30

Beitrag von eternalpain »

hi chris!
aber ich glaube, dass weder ich noch sonst jemand hier im forum kompetent genug ist das zu beurteilen
ich werde mir mal alle beitraege zu den ssri durchlesen. da scheint es wirklich kompetene leute zu geben.

ich habe gestern mit 10mg cipramil angefangen. die nebenwirkungen sind zwar sehr stark (blutige haut, rueckenschmerzen, tremor wie ein alkoholiker, kalter schweiss, kiefermahlen, rotes gluehen und seltsame muster im dunkeln) aber meinem kreislauf geht es gut, das ist eine ganz wichtige sache.
von der psyche her fuehle ich mich als wenn ein schleier von mir genommen wurde. die depressiven gedanken sind zwar noch da, werden aber abgearbeitet und kommen mir nicht mehr schlimm vor.
ansonsten strahle ich irgendwie froehlichkeit aus und ziehe da alle mit hoch. es war frueher auch schon so, dass ich alle runtergezogen habe.

hinzufuegen muss ich allerdings, dass meine stimmung schon vor der einnahme nach oben ging. wer weiss placebo, so heisst es abwarten. ich werde die dosis ueber die naechsten 6 monate auf 5mg und dann 2.5mg reduzieren(falls mein arzt zustimmt) und hier berichten.

gruesse, ...
Gesperrt