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Soziale Phobie, gibt es...

Verfasst: 18.03.2004 21:36
von Lillith
...vielleicht auch noch was anderes außer Diazepam? Nehme dies (selten, dann aber viel, richtig viel, weil 6 Tropfen 10mg bei mir gar nichts bewirken...!) manchmal in kritischen Situationen in der Schule.

Vielleicht noch ein Sozialphobiker hier? Wäre interessant zu erfahren, ob's da vielleicht noch ein Mittel für mich gibt...Therapie...hilft irgendwie nicht, Problem ist zu festsitzend.

Und, das hab' ich mal aufgeschnappt, was ist "Alprazolam"?

LG

RE

Verfasst: 18.03.2004 23:41
von Lillith
Hallo Anne!

Vielen lieben Dank für Deine Antwort! Also ich bin nicht mehr ganz so jung, gerade 23 geworden, ich mache das Abitur auf dem 2. Bildungsweg nach, deshalb noch Schule. Ich habe diese Soz.Phob. seit ich 16 bin, am Anfang habe ich gedacht, dass ich einfach nur gestört sei, habe aber mit der Zeit bemerkt, dass ich nicht dumm bin, und auch meine Rechte in der Schule habe , die ich einfordere. Es ist eine Krankheit die ich habe, und als solches haben es meine Lehrer zu sehen. Diese Stärke zu entwickeln hat mich viele, viele Tränen, Angstsituationen und Nerven gekostet, und vor allem Zeit. Also leider bleibt es auf einem Level, aber, das große aber! Ich habe gelernt damit umzugehen. Nur, für die ganz heiklen Momente brauche ich, um mir das Leben einfach etwas zu erleichtern, Hilfsmittel.

Ich lasse mich nicht unterkriegen, war kurz davor, aber ich habe seit ich 16 bin nur Schulen (inklusive schulische Ausbildung) besucht, in denen ich die meiste Angst habe, also ich konfrontiere mich mit der Angst und lasse mich nicht kleinmachen. Möchte so gerne studieren, würde es mein ganzes Leben bereuen, wenn ich es nur wegen der Angst nicht tun würde.

Die Therapie die ich gemacht habe war eine bei einem Psychologen, also ohne Medikamente oder so(Diazepam habe ich von meiner Hausärztin). Es hat mir einfach nichts gebracht, es war einfach so oberflächlich...Gut, ich bin kein Psychologe, weiß nicht wie man an sowas rangeht, aber bei aller Liebe, das war einfach nichtig. Da haben mir die Philosophie-Gespräche mit meiner Freundin mehr gebracht!

Danke für den Buchtip, werde es mir zu Gemüte führen! Vielleicht habe ich ja sowas ähnliches wie Du, habe nicht immer Angst vor Menschen, gehe auch gerne weg (naja...sofern ich nicht mal wieder in einer Depression hänge...) und bin Kontaktfreudig, nur bestimmte Situationen, die ich nicht unter Kontrolle habe, hauptsächlich in der Schule, die rauben mir die Sprache.

LG!

Verfasst: 19.03.2004 08:47
von Lillith
P.S.: Ist Insidon auch ein Benzo wie Diazepam und Alprazolam?

Und wirken die irgendwie schneller oder heftiger als Diazepam? Da es (?) die gleiche Stoffgruppe ist, nehme ich mal an, dass sie alle 3 sehr ähnlich wirken...?!

LG :)

Verfasst: 19.03.2004 14:27
von Lillith
Hallo Anne,

ja, das mit den Therapien ist so eine Sache. Im Moment habe ich nicht mal Kontakt zu einem Therapeuten, und immer dann wenn es mich packt, und ich unbedingt etwas unternehmen möchte, telefoniere ich stundenlang alle möglichen Therapeuten in meiner Umgebung, aber es ist immer das Gleiche: Nur Privatversicherte, selber zahlen (eine wollte 50 Euro pro Stunde, also privat), gnadenlos voll und ewiglange Warteliste, nur morgens Zeit usw., wenn ich dann mal zu nem Vorstellungsgespräch gehe ist mir der Therapeut unsymphatisch... Dann bin ich total gefrustet und depremiert. Ich möchte ja Hilfe dann wenns mir schlecht geht! Meine Depressionen und auch etwas die SP sind gekoppelt mit meinem Gewicht, bin ich schlank, bin ich selbstbewußt und glücklich, strotze vor Lebensfreude. Dann kommt die Talfahrt, ich nehme drastisch zu(bis zu 15kg), mein Selbstbewußtsein sinkt in den Keller und verkrieche mich in meiner kleinen Welt. Diesen Zyklus mache ich jetzt schon bestimmt 6 Jahr durch.

Naja, die SozPhob eine Krankheit...mhm...gute Frage. Ich meine halt, dafür kann man nichts und grad in der Schule,wenn Lehrer sagen, dass es normal ist wenn man Angst vor nem Referat hat usw., dann muss ich immer lang und breit erklären, dass es bei mir (und bei jedem anderen SP, oder einfach allen Phobikern) eben nicht so eine Angst ist, sondern eine ganz spezielle, die ich nicht überspielen oder abstellen kann. Ich habe Todesangst, obwohl ich weiß, dass ich nicht wirklich in Gefahr bin. Nur diese Sprüchlein helfen mir nicht weiter, ich habe halt trotzdem Angst. Deswegen bezeichne ich es als Krankheit, das kommt dann irgendwie deutlicher an. Einem Dyslektiker oder Legasteniker kann man ja auch nicht sagen, "jetzt streng Dich halt ein bisschen an...!". Ich persönlich habe auch kein Problem damit "krank" zu sein, das ist halt mein Manko, andere haben ja auch ihr Päckchen zu tragen, wenn es auch vielleicht eher im verborgenen bleibt.

LG, und alles Gute

Verfasst: 19.03.2004 16:05
von Astrid
Hallo Lillith, hallo Anne,

gute Idee Anne! Darf ich deinem angekündigtem Thread vorweg greifen?
Nach meiner Interpretation ist Angst bzw. eine Phobie ein ZUSTAND.

Im Zustand der Angst kann man jedoch durchaus das Empfinden haben, KRANK zu sein. Je nach Schwere und Auswirkung der Angst, kann die einschränkende Wirkung auf die Lebensqualität und physische Fähigkeiten derartig gravierend sein, dass eine KRANKschreibung unumgänglich ist.

Definitionen von Krankheiten haben mitunter etwas mit ihrer Entstehung, mit ihrer Ursache, dem Auslöster zu tun.

Da müssen wir anfangen hin zu schauen. Zu der Ursache der Angst und nicht nur zu den angstauslösenden Momenten.
Durch beruflich bedingt vielfache Beobachtung kleiner Kinder und durch persönliche Erfahrung vermute ich, dass ein Form von Angst schon von klein an durch ERZIEHUNG ensteht.

Ich z.B. wurde zum "Angst haben" erzogen.
Anerzogene Ängste manifestieren sich in Glaubenssätzen. Und nichts ist schwieriger aus dem Gedankengut, aus der Erinnerung und dem Anerzogenen wieder auszulöschen als die sogenannten Glaubenssätze.

Habt ihr schon mal was von der Christoph-Dornier-Stiftung gehört?
Wie ich finde, eine sehr nützliche und über Jahre bewährte Institution. Googlet mal dort hin. Vielleicht hilft auch euch das weiter, was die im Angebot haben.

Viele liebe Grüße
von
Astrid