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von Citalopram nach Paroxetin

Verfasst: 08.01.2004 12:47
von Hoschi
Hallo Leute,

ich war heute mal wieder beim Arzt. Hab ihm gesagt, dass das Citalopram nicht wirkt. Ich nehme jetzt 40mg und das seit über 6Wochen. Es hat sich nichts geändert.
Jetzt habe ich Paroxetin (10mg) verordnet bekommen. Ich habe ihn gefragt, wegen des Ausschleichens von Citalopram. Er meinte ich soll einfach morgen Citalopram nicht mehr einnehmen und dafür die Paroxetin. Weiterhin hat er mir noch Doxepin mitgegeben. Das soll dazu verhelfen, dass ich besser schlafen kann.

Meine Fragen an euch:
Ist es gut, einfach die Tabletten so zu wechseln? Hat jemand damit Erfahrung?
Und kennt jemand Doxepin? Und die Kombination Doxepin und Paroxetin?


Danke im voraus,
Hoschi

Verfasst: 08.01.2004 17:37
von Max
Hi Hoschi,

ich war vorgestern beim Neurologen und er sagte sinngemäß das gleiche!
Nehme seit 5 Wochen CIPRALEX, ist das Nachfolgemedi von Deinem, besser, schneller, teurer.
Wenn das nicht gleich wirkt, kann man sofort wechseln. Absetzprobleme gibt`s nur bei vorhandener positiver Wirkung! Sicherheitshalber nehme ich aber noch ein paar Tage ½.
Ich bekam nun FLUOXETIN verordnet, ist schon länger auf dem Markt und soll harmlos sein, wurde bekannt, weil viele US-Manager sich damit aufpeppen. Letztlich kann man nur ausprobieren, weil jeder anders reagiert.Bin gespannt!

Alles Gute! :P
Max

Verfasst: 08.01.2004 19:37
von Linda
Lieber Hoschi,

ich möchte Dich nur kurz daran erinnern, dass Paroxetin auf Stelle 1 der WHO-Liste für Abhängigkeitsmeldungen liegt (siehe Infopaket). Valium ist dabei auf Platz 13. Falls Du Dich entscheidest, Paroxetin zu nehmen, sollte es Dir schon im voraus bewußt sein, dass Du evtl. Absetzprobleme bekommst. Ich kenne Fälle von Menschen, die es nicht schaffen, Paroxetin abzusetzen. Die Entscheidung bleibt natürlich Deine, und nicht alle sind davon betroffen. Das Risiko ist aber vorhanden.

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 08.01.2004 23:38
von Oliver
Hallo Max.

Willkommen im Forum :)
Nehme seit 5 Wochen CIPRALEX, ist das Nachfolgemedi von Deinem, besser, schneller, teurer.
Der Unterschied ist, daß in Deinem nur das S-Isomer enthalten ist und nicht das angeblich unwirksame Spiegelbild der Wirksubstanz ist aber gar nicht gesagt, daß das so sinnvoll ist - es ist eher aus dem Grund weil die Herstellerfirma ein neues Patent darauf anmelden konnte (deshalb ist es auch so teuer) und wieder ganz gut Kohle machen kann damit. Teurer also auf jeden Fall - aber besser und schneller? Da habe ich auch schon anderes gehört und nicht unbedingt sehr viel nettes.
Absetzprobleme gibt`s nur bei vorhandener positiver Wirkung!
Ach ja? Ich hatte fast nur Nebenwirkungen von Paroxetin und hatte schon nach 3 Wochen Probleme mit dem Absetzen - das ist auch das erste Mal das ich das so höre ... hat das Dein Arzt gesagt?
Ich bekam nun FLUOXETIN verordnet, ist schon länger auf dem Markt und soll harmlos sein, wurde bekannt, weil viele US-Manager sich damit aufpeppen.
Nun, was die Manager angeht hast Du sicher recht - und obendrauf noch ein paar Millionen Amerikaner und etliche Millionen weltweit. Aber harmlos ist es sicher nicht - es ist ein SSRI genau wie Cipralex und Paroxetin, es hat eine sehr lange Halbwertszeit und wird deshalb nicht so mit Absetztproblemen in Verbindung gebracht, aber dafür ist es in seiner Wirkung genauso fragwürdig wie alle SSRIs und es kann drastische Persönlichkeitsveränderungen bewirken und sogar bei gesunden zu Selbstmordgedanken und deren Vollendung führen (um nur mal die Extreme zu erwähnen). Das wird zwar bis heute einigermassen unter den Tisch gekehrt, und deshalb ist es schwer über die Häufigkeit eine Aussage zu machen. Dazu kommt, daß man diese Dinge auch sehr gut als Teil der Krankheit erlären kann (Depressive bringen sich ja sowieso gerne mal um) ... da lässt es sich ein paar Jährchen mit einer netten Dunkelziffer leben, da es sich doch einfach zu gut verkauft um es einfach vom Markt zu nehmen, oder zumindest nicht mehr so massenhaft zu verschreiben und die Leute, denen es verschrieben wird, zu warnen und genauer zu beobachten. Aber so langsam blubbert es hoch. Von David Healy ist vor kurzem "Let them eat Prozac" (Prozac=Fluoxetin) erschienen - sehr lesenswert - gibt's aber bisher nur in Kanada bei Lorimer. Auf der Website des Buches kannst Du allerdings zwei Kapitel daraus lesen: www.healyprozac.com

Klingt jetzt natürlich alles sehr düster, aber das ist nun mal ein Teil des Bildes. Irgendwo in der Mitte liegt vielleicht die Wahrheit ;)

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 10.01.2004 20:20
von Max
Hi Oliver,

danke! Ich stimme mit Deinen Ansichten überein, bezog mich schließlich auf meinen Neurologen und dieser sagte das nun mal so. Ich traue grundsätzlich keinem, schon gar keinen Ärzten, man muß sich schon selber damit befassen, das ist wohl wahr. Auf meinen Einwand hin, besser ½ noch kurz zu nehmen, meinte er dann auch, dies ginge natürlich auch. Diese „Experten“ kennen schließlich aus eigenem Erleben nicht die unangenehmen Seiten so mancher Medis!
Was das FLUOXETIN anbetrifft, keine Ahnung, wie es sich bei mir auswirken wird, das kann man, wie gesagt, nur ausprobieren. Der eine sagt hü, der andere hott, wir sind nun mal zu unterschiedlich, um Prognosen zu wagen. Mir bleibt ja auch gar keine Alternative derzeit. Wenn es zu arg werden sollte, werde ich mir schon zu helfen wissen!

Schönes Wochenende noch und alles Gute! :P
Max

Verfasst: 11.01.2004 16:52
von Hoschi
Hi Leute,

Wie Angangs gepostet hatte ich 10mg geschrieben, sind aber 20mg. :oops:

Und nun neues von der Paroxetin-Front:
So, ich habe jetzt seit 3 Tagen Paroxetin genommen und bis jetzt noch keine Nebenwirkungen :D. Ich bin tagsüber nur ziemlich müde (kann aber auch vom Wetter kommen). Wirkung spüre ich noch nicht, aber kommt ja auch erst in ca. 2 Wochen.
Hoffentlich klappt es mit diesem Medikament, mit Citaloram hat es gar nichts gebracht.

bis dann...
Hoschi

Verfasst: 12.01.2004 22:03
von Verrückte
Ich habe zuerst Citalopram und dann Fluctin und danach Paroxetin hinter mir. Parallel dazu Doxepin. Nie mehr wieder. Schau mal hier: http://www.adf-das-forum.de/forum/viewtopic.php?t=236

Das war meine "kleine" Achterbahn.
Zwischenzeitlich gehts mir gut. Und das meine ich so, wie ich es schreibe. Keine Absetzerscheinungen nichts. Nehme aber auch nach wie vor die Ersatzmedikamente. Als ich sie zwei Tage nicht hatte, kamen die Absetzerscheinungen wieder. Ich werde mir mal Gedanken zu den Wechselwirkungen dieser SSRIs und Antihistaminika machen...

die Verrückte