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Umstieg von Zoloft --> Citalopram, weil Zoloft unwirksam

Verfasst: 06.01.2004 13:36
von DerDan
Hi all !
Hat jemand eine Unwirksamkeit eines SSRI (Citalopram,Fluoxetin,Fluvoxamin,Paroxetin, oder Sertralin) festgestellt und ist auf ein anderes Mittelchen umgestiegen ??
Was hat sich bei euch beim Wechsel abgespielt?
Kommen die Nebenwirkungen erneut, obwohl man sie bei dem ersten Mittel erfolgreich hinter sich gebracht hat?
Mein Wechsel: von 150mg Sertralin(Zoloft) auf 40mg Citalopram.
Viele Grüße, Daniel ...

Verfasst: 06.01.2004 15:10
von Astrid
Hallo Daniel,

direkt zu deiner Frage habe ich keine Antwort. Aber ich habe eine sehr gute Seite im Internet gefunden, in der es sachdienliche Hinweise zu allen "unseren" Medikamenten gibt. Hier der link zu Citralopam:

http://www.kompendium.ch/app/Info_d.cfm?Search=09857

Vielleicht erhältst du darüber mehr Informationen.

Viel Glück und Erfolg wünscht dir

Astrid

Verfasst: 07.01.2004 03:04
von Oliver
Hallo.

Willkommen im Forum :)

Was den Wechsel von einem SSRI zu einem andren angeht, heisst es: neues Spiel neues Glück. Du kannst von den Nebenwirkungne und Wirkungen des einen nicht darauf schliessen was Dich beim nächsten Medikament erwartet.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 07.01.2004 09:46
von DerDan
Hi Oliver,
danke für deine Antwort. Na ja, wir werden sehen. Es ist nur, weil mein Doc nicht das eine langsam aus- und das Neue einschleicht, sondern gleich die "volle Dröhnung" anpreist.
Wirken die SSRIs doch so unterschiedlich, obwohl sie die gleiche biochemische Wirkung haben?
Gruss, Daniel ...

Verfasst: 10.01.2004 00:47
von DerDan
Tse, wollte nur einmal posten, dass ich nach 5 Tagen Citalopram (Umstieg von Zoloft) ein Hoch erlebe, wie schon lange nicht mehr. Ich habe heute einen Song geschrieben, mein Kumpel meinte, wie ich denn heute drauf sei (ausgeglichen), die Wahrnehmung ist super, und ich habe mich heute nicht wieder erkannt. Wie kommt so etwas zustande? Hat jemand eine Idee? Herrgott, lass das kein Plazebo-Effekt sein. Es gibt also Lichtblicke. Und wenn es nur EIN Tag ist. Bin auf morgen gespannt.
Lieben Gruss, Daniel .....

nachfrage

Verfasst: 27.05.2005 21:37
von fazfuz
wollte nur sehen wie es jetzt geht, denn ich wechsele auch von zoloft 100 auf cipramil 20 mg nicht abrupt aber ueber 4tage.

hat es geholfen bei dir!

Verfasst: 27.05.2005 22:11
von Ari
Hallo,

meine Erfahrung hinsichtlich eines Wechsel war eher mild. Es gab keine wesentlichen und keine anderen unerwünschten Wirkungen. Möglicherweise kann bei dem einen oder anderen eine bestimmte unerwünschte Wirkung deutlicher oder stärker hervortreten, was aber von Mensch zu Mensch verschieden ist, weil jeder anders verstoffwechselt.
Außerdem meine ich, das nicht der Wirkstoff/Inhaltsstoff das eigentlich Wirkende ist, sondern im Falle aller SSRI das körpereigene Serotonin. Alle SSRI erhöhen das Serotonin im synaptischen Spalt, woraus komplexe Veränderung an Nervenendigungen produziert werden. Das erhöhte Serotonin und die teilweise Besetzung des Inhaltsstoffes an unerwünschten Stellen sorgen zudem für die unerwünschten Wirkungen.

So gesehen wirken alle SSRI im Wesentlichen gleich, weil das erhöhte Serotonin der eigentliche Wirkstoff ist. Darum auch wirken in den meisten Fällen alle SSRI gleich gut bzw. gleich schlecht.


Gruß
Ari

Verfasst: 28.05.2005 10:54
von Rina
Ari hat geschrieben: Alle SSRI erhöhen das Serotonin im synaptischen Spalt, woraus komplexe Veränderung an Nervenendigungen produziert werden. Das erhöhte Serotonin und die teilweise Besetzung des Inhaltsstoffes an unerwünschten Stellen sorgen zudem für die unerwünschten Wirkungen.
Hallo!
Ich habe dazu eine Frage. Ich habe hier schon oft gelesen, dass die Erklährung, Serotonin wäre für unsere Ängste verantwortlich ein Marketing-Märchen ist ( siehe "Serotonin Test"). Tatsache ist doch aber, dass die SSRI auf unsere Ängste Einfluss haben. Ist die Art der Wirkung, die Du Ari beschreibst (einigermaßen) bewiesen oder wieder auch nur eine Vermutung?
Ich leide in erster Linie an extremer Übelkeit, die nichts mit dem Magen zu tun hat, im Rahmen von Angstzuständen. Ich habe es noch nicht genommen, aber wir verwenden in der Anästhesie, bei nach der Narkose autretender Übelkeit, Serotoninantagonisten als Antiemetikum (gegen Übelkeit). Versteht ihr, dass ich verwirrt bin?
Serotonin löst Übelkeit aus, die auch zu unermüdlichem Erbrechen führen kann und ich nehme Serotoninwiederaufnahmehemmer, die das Serotonin erhöhen? ? ? :cry:

Liebe Grüsse Katharina

Verfasst: 28.05.2005 11:48
von Oliver
Hallo Rina.

Dass SSRI die Wiederaufnahme von Serotonin in den synaptischen Spalt hemmen ist schon richtig, es ist auch richtig, dass diese Medikamente eindeutig eine Wirkung haben, aber die Behauptung, dass Depressionen und Angststörungen, etc ursächlich mit einem zu niedrigen Serotoninspiegel im Gehirn zu tun haben ist das Marketingmärchen.

Oliver

Verfasst: 28.05.2005 12:46
von Rina
Danke Oliver! Alles klar. Aber was glaubst Du ist nach deinem Erfahrungswert am ehesten die Ursache für die Angstproblematik? Meine Psychologin konnte mir bisher nicht helfen.

Verfasst: 28.05.2005 12:53
von Oliver
Hallo Rina.

Da haben ganze Heere von Psychologen ganze Lagerhäuser voller Bücher drüber geschrieben. Da gibt's wohl keine einfache Antwort drauf, welche für alle Betroffenen passt. Beschäftigst du Dich denn selbst mit dem Thema (liest Bücher drüber und gehst evtl. in eine Selbsthilfegruppe)?

Oliver

Verfasst: 28.05.2005 20:48
von Ari
Hallo Oliver,

seit langem bin ich auf der Suche nach Infos über psychologische Nebenwirkungen, die durch den Einsatz der SSRI eintreten können. Ich meine nämlich, das diese Medikamente möglicherweise gefährliche und ernstzunehmende geisig-seelisch Erkrankungen zur Folge haben können.
Ist dir da Infomaterial bekannt?


Gruß
Ari

Verfasst: 28.05.2005 22:53
von Oliver
Hallo Ari.
Wir arbeiten gerade an unserer neuen Webseite. Da verwenden wir u.a. Glenmullens "The Antidepressant Solution" in dem eine sehr umfangreiche Beschreibung der Entzugserscheinungen vorkommt.

Oliver

Verfasst: 28.05.2005 23:52
von Rina
Hallo Oliver!
Ich freu mich sehr, dass Du fragst. Seit ich denken kann beschäftigen mich psychologische Aspekte des Handeln und Wirkens. Ob es nun eine Gabe oder erlerntes Wissen diesbezüglich ist, vermag ich Probleme schnell tiefgründig zu erfassen und zu deuten. Tragisch daran ist, eine Unruhe in mir so lange zu verspüren bis ich eine Lösung gefunden habe. Ob das nun mich selbst betrifft, oder einer meiner Freunde oder Familie Sorgen hat.
Zu der Zeit, wo meine Panikattacken nicht mehr enden wollten, war ich mit dem Kummer anderer und dem Verantwortungsgefühl für sie überfordert. Zudem stand ich enorm unter Leistungsdruck, ohne die Möglichkeit mal durchatmen zu können. Ich sehe meinen Wert im gut zuhören und konstruktive Gedanken dazu äußern zu können. Ich glaube als Kind der Traurigkeit meiner Mutter alzu ohnmächtig gegenüber gestanden zu haben. Sie hat es nicht leicht gehabt mit uns vier Kindern, Vollzeitjob und Haus. Ich habe mich gehütet Emotionen preis zu geben um sie nicht noch mehr zu belasten. Ich spürte die Überforderung ihrerseits damit. Genau so mein Vater. So fehlt mir heute eine Art Urvertrauen. Bis heute kann ich ganz schwer loslassen. Alles muss harmonisch sein, sonst quält es mich und mein Magen schmerzt. Ich weiß, dass ich zu wenig Vertrauen in mich habe. Zu der Zeit letztes jahr wo ich anfing Paroxetin zu nehmen, kam hinzu, dass sich mein bester Freund zurückzog. Wir haben 2 Jahre ganz viel zus. erlebt und durchgemacht. Er ist homosexuell und HIVpos.. Als die Probleme bei denen ich ihm helfen konnte gelöst waren, brauchter er mich nicht mehr. Das ist heute noch schlimm für mich. Und mit jedem der das Interesse an mir verlor, gewann ich an Selbstzweifeln.
Ich muss verantwortlicher mit mir selbst umgehen, meinen Zwang alles unter kontrolle zu haben, loswerden, mein Helfersyndrom, meinen Perfektionismus bändigen... , aber wie??? Mein Ich-Sein macht mich krank. Die Angst angesichts des Todes zu wenig zu genießen.
Ich habe hier wohl die entscheidenden Auslöser für meine Angststörung genannt. Noch vieles andere ziehe ich in Betracht.
Aber, ich weiß nicht weiter. Genetische Einflüsse bestehen auch. Mein Vater kennt auch einige meiner Symptome. Doch nur weil ich um evtl. Ursachen weiß, werd ich davon nicht gesund. Deshalb bin ich auch unsicher beim Absetzen des Paroxetins auf nicht doch die ursprüngliche Krankheit zu stoßen. Ich bin von ihr nicht geheilt. So ist die Wahrscheinlichkeit für ihr Wiederauftreten außerordentlich hoch. Verstehst Du mich Oliver? LG Katharina

Verfasst: 29.05.2005 12:36
von Oliver
Hallo Katharina.

Nach den Ursachen schauen ist, würde ich mal sagen Schritt 1 - der nächste Schritt wäre dann unter Berücksichtigung der Ursachen Methoden zu lernen mit der Problematik umzugehen und umzulernen. ADs können Dir dabei evtl. die Möglichkeit geben, eine Weile Ruhe vor der Problematik zu haben, um diese Methoden zu erlernen und anzufangen sie anzuwenden - das ist aber auch alles, was man sich von ihnen erwarten kann.

Was meine persönliche Problematik angeht, war es auch ein wichtiger Schritt, sich die Ursachen anzuschauen und sich dann damit zu beschäftigen, was ich für Mechanismen entwickelt habe, um damals mit der Situation klarzukommen. Diese Mechanismen habe ich in mein Erwachsenenleben reingenommen und da waren sie dann sehr unkonstruktiv. Für mich war das Konzept der erlernten Hilflosigkeit und die Methoden diese zu überwinden sehr wichtig: Seligmanns Konzept der erlernten Hilflosigkeit.

Kennst Du dieses Buch schon? Habe es selbst nicht gelesen, aber wird von vielen Seiten empfohlen: Doris Wolf: Ängste verstehen und überwinden.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 30.05.2005 06:55
von Rina
Oliver, vielen Dank!! Ich werde mich eingehender mit empfohlener Lektüre befassen und gebe dazu Rückmeldung. Nochmals Danke ich sehr für die Aufmerksamkeit und den Versuch mir zu helfen. Bis bald. Liebe Grüsse Katharina