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Verfasst: 30.12.2003 23:06
von Oliver
Hallo Ivan.

Willkommen im Forum :)
Mein Artzt hat mir Citalopramm verschrieben, ich habe ein paar von diesen Psychotableten genommen und war absolut nicht begeistert davon.
(Habe versucht mich umzubringen, durch ein Wunder noch am Leben geblieben).
Heisst das, Du hast versucht Dich umzubringen, nachdenm Du ein paar Tage lang Citalopram genommen hast? Wenn ja würde ich Dir raten auf keinem Fall wieder Citalopram oder ein andrers SSRI zu nehmen. Ich lese gerade das neueste Buch von Dr. David Healy. Dort schildert er eindrucksvoll die Schwächen des heutigen Medikamentenzulassungssytems und das Verschwinden der unabhängigen Forschung im Bereich der Pharmaka. Ein Problem das bis heute erfolgreich unter der Decke gehalten wird ist, daß SSRIs bei einigen zwar das Befinden bessern können und sie vor einem eventuellen Selbstmord bewahren können, bei anderen aber aich das Gegenteil bewirken können, d.h. im Extremfall Selbstmordgedanken auslösen und zu Selbtstmord führen können. Wenn es Dir unter dem Einfluss von Citalopram so ergangen ist, solltest Du keine SSRIs mehr nehmen.

Was Deine Frage was Du sonst noch machen kannst, damit es Dir besser geht ... das ist ein weites Feld. Erst sollten alle körperlichen Ursachen für Dein Befinden ausgeschlossen werden und dann ist von der kognitiven Verhaltenstherapie über Homöopathie, Ernährungsumstellung, Ausdauersport, Lichttherapie, alles mögliche für Dich drin. Patentrezepte gibt es nicht - da muss jeder selbst seinen Weg finden. Ich hoffe Du findest hier ein paar Anregungen und Unterstützung.

Hast Du Dir unsere Hauptseite schon angeschaut?

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 31.12.2003 11:46
von CloneX
Hi Ivan,

es ist leider nie leicht die Entscheidung zu fällen ob man SSRI nehmen soll oder nicht.

Ich empfehle immer (wie Olli auch schon gesagt hat) vorher alle Alternativen auszuprobieren, bevor man sich mit Medikamenten zudröhnt:

- Sport (wichtig, Joggen, usw.)
- Fischöl
- Therapie
- Meditation
- vielleicht Johanneskraut?
- usw.

Die genannten Sachen sind natürlich wesentlich anstrengender als Pillen einzuwerfen. Nur WENN sie funktionieren, dann ist das längerfristig erfolgsversprechender als Medikamente. Und das ohne Nebenwirkungen...außer besserer Gesundheit ;) .

Natürlich muss man auch aufpasen nicht zu sehr abzurutschen... in die Depression. Wenn es trotzdem immer schlimmer wird, muss man möglicherweise an ein medikament denken. Aber da solltest du vorsichtig sein, du hast ja selber erlebt was für wirkungen die medikamente haben. und mit gesteigerten suizidgedanken ist nicht zu spassen!

Es ist leider immer nicht so einfach zu entscheiden was man machen soll. Aber du wirst es schon auf die Reihe kriegen :) Viel Erfolg !

Nehmen oder nicht-nehmen

Verfasst: 02.01.2004 10:55
von Lill
Hallo Iwan, hallo CloneX,
ich weiß nicht ob diese Alternativemittel wirken, wenn man erst mal in einer Depression ist.
Zum Sport z.B fehlt einfach oft der Antrieb dzu dem man sich eben nicht aufraffmäßig überwinden kann, aufgrund der Depression.

Wenn ich heute mit dem Wissen was ich jetzt habe wieder am Anfang stehen würde, würde ich die SSRI nehmen, weil sie mir geholfen haben. Aber sobald es besser geht würde ich Alternativen suchen und dann ganz langsam wieder ausschleichen.
Selbst Psychotherapien fruchten oft erst, wenn man eine Antidepressiva genommen hat; vordem ist man oft nicht fähig aus seinen Gedankenkreiseln rauszukommen.
Deshalb würde ich z.B von einer Psychotherapie im Akutstadium abraten.
Oft istd er Schaden da auch größer als der Nutzen, weil man dieses zusätzlichen Streß zu dem Zeitpunkt nicht verarbeiten kann.

Wichtig ist es auch zu bedenken, daß SSRI einige Zeit brauchen um richtig zu wirken. Nach ein paar Tagen kann man nicht sagen, ob sie es tun.
Ist die Suicidalität denn erst mit Einnahme der SSRI aufgetreten?
Auch diese Frage fände ich wichtig.
Gruß, Lill

Verfasst: 02.01.2004 16:57
von Matthias
Oft hat man Suizidgedanken bevor man AD nimmt, ist aber durch die Depression zu antriebslos um sich umzubringen - so einfach ist das ja nicht.

Die Medikamente wirken oft ( evtl. schon am 1. Tag ) schnell antriebssteigernd, dadurch kann man dann seinen Suizidplan ausführen.

Die antidepressive Wirkung setzt - wenn überhaupt - wohl erst deutlich nach der Antriebssteigerung ein.

War das bei Dir so, Ivan?

Verfasst: 03.01.2004 21:41
von moppel
Hallo Ivan,

ich habe 2 Präparate der Antidepressiva/Neuroleptika ausprobiert.Das Neuroleptika(Atosil) setzte mich nach nur 10 Tropfen 1 1/2 Tage ausser Gefecht.Das Antidepressiva (Remergil) in der niedrigsten Dosierung(15mg) schaltete irgendetwas in meinem Gehirn aus, sodaß ich meine Blase nicht mehr unter Kontrolle hatte.Und das nach nur 2 Einnahmen a 15mg am Abend.Den ganzen Tag war ich wie benebelt.
Ich nehme zwar 2x täglich Tavor 1,0 mg, also 2mg am Tag.Viele Leute verrufen das Tavor, aber ich komme damit sehr gut zurecht.Es hat für mich keine einzige Nebenwirkung und ich kann alle alltäglichen Dinge erledigen.Allerdings nehme ich noch zahlreiche pflanzliche und homöopathische Mittel dazu, die wären:
3x 40 Tropfen Zinkum Valerianicum von Hevert, 3x Baldrian(a 200mg), 3x 2 Johanniskrautrotölkapseln a 200mg, 1x Eunova (Vitaminpräparat).
Seit 2 Wochen nehme ich jetzt das Zinkum und das Baldrian dazu.Seitdem geht es mir sehr viel besser.Ich kann wieder unter Leute, auch einkaufen klappt wieder und die vielen anderen Kleinigkeiten, die man in unserem Zustand als sehr schwierig findet.
Es muß nicht immer hochdosierte Chemie sein, im Gegenteil, ich habe mir hier Beiträge durchgelesen, da habe ich mich gewundert daß die Leute überhaupt noch leben.Weniger es oftmals mehr.
Denke mal darüber nach.Jeder muß das für sich selber entscheiden. Aber das wichtigste ist dein eigener Wille, du must dein Leben ändern wollen.Es ist halt eine Zeit in der man sich etwas anders verhalten muß als vorher, aber die geht auch wieder vorbei.Gehe viel spazieren, treibe Sport,ernähre dich gesund, rede mit Freunden über deine Probleme, eine Psychologin wäre sehr empfelehnswert.Oder schreibe dir deine Probleme von der Seele.Ich habe 6 Seiten in "Word" geschrieben, auch das befreit.Siehe zu daß du deinen Alltag über die Bühne bekommst und erfreue dich abends an Kleinigkeiten die du geschafft hast, auch wenn es nicht einfach war, aber egal du hast es geschafft. Jeden Tag einen winzigen kleinen Schritt weiter, man muß sie nur erkennen.Niemals negativ denken, immer positiv!!!Nicht denken heute geht es mir schlechter als gestern, den Morgen ersteinmal abwarten, da geht es mir jedenfalls immer schlechter.Bis zum Mittag hin hat sich das allerdings gelegt.Abends im Bett denkst du an schöne Erlebnisse des Tages.Jeder hat tagsübermindestens ein schönes Erlebnis gehabt, und wenn es ein neues Wort eines Kindes ist, oder jemandem geholfen zu haben.Man muß diese Dinge nur erkennen.Wenn du sie erkannt hast, kannst du stolz auf dich sein und schlafen.
Morgen geht wieder ein kleiner Schritt mehr:-)

Nur niemals aufgeben.Sich umbringen ist einfach, durch diese Situation durchzukommen sehr schwer, aber es geht.
Du hast doch Familie, denke immer daran, wenn du aufgibst, geht sie daran zu Grunde.
Also Kopf hoch und weiter geht es immer :-))

Lieben Gruß Moppel :lol: