Seite 1 von 1

Wie verträgt sich Atosil, Saroten, Diazepam und Xymovan?

Verfasst: 29.12.2005 16:42
von hiperli
Hallo,

bin neu hier und habe mal ein Frage.
Bin seit 20 Jahren in ärztlicher Behandlung. War schon in mehreren Kliniken und lebe jetzt wieder in einer eigenen Wohnung. Gehe aber tagsüber noch in die Klinik. Mein Leben besteht nur noch aus Ängsten, Depressionen und Medikamenten.
Meine Frage: Nehme den Tag über verteilt 8 Atosil, nachts 1 Saroten, 1 Xymovan, evtl. nochmals 2 Atosil und 1 Diazepam. Vertragen sich eigentlich die ganzen Medikamente untereinander? Habe das Gefühl ich stehe neben mir. Diesen Cocktail nehme ich jetzt schon 2 Jahre. Mir geht es einfach nur besch......! Ich zittere, bin vergesslich, lebe fast wie in Trance.
Wäre sehr dankbar über eine Antwort.

Re: Wie verträgt sich Atosil, Saroten, Diazepam und Xymovan?

Verfasst: 29.12.2005 17:32
von mücke
hiperli hat geschrieben: Meine Frage: Nehme den Tag über verteilt 8 Atosil, nachts 1 Saroten, 1 Xymovan, evtl. nochmals 2 Atosil und 1 Diazepam.
Diesen Cocktail nehme ich jetzt schon 2 Jahre. Mir geht es einfach nur besch......! Ich zittere, bin vergesslich, lebe fast wie in Trance.
Hallo hiperli

Die Frage nach der Verträglichkeit der Medis untereinander, kann ich nicht beantworten. Was ich lese, ist aber, daß du dich mit diesem Coktail gar nicht gut fühlst.

Du hast keine mg-Angaben zu den einzelnen Medis gemacht. Darum meine Fragen.
Wieviel mg Atosil? 8 - 10 Tbl. pro Tag finde ich schon arg heftig.
(Ich bin nach Einnahme 1 Tbl. schon total durch den Wind.)

Wieviel mg Saroten?

Wieviel mg Diazepam?

Seit 2 Jahren nimmst du diese Medikation. Wer hat das denn verordnet, ein Psychiater? Was sagt der denn dazu, daß es dir gar nicht besser geht?

Wenn ich du wäre, würde ich versuchen das Atosil zu reduzieren. Es macht müde u. gefühllos.

Ximovan u. Diazepam machen abhängig. Das Zittern könnte daher kommen, durch eine Entwicklung einer Toleranz (das heißt du brauchst eigentlich mehr, erhöhst aber nicht, machst einen Entzug, obwohl du nicht reduziert hast).
Eine andere Möglichkeit wäre, daß das zittern vom Atosil kommt. Es ist ein Neuroleptikum u. nicht ohne, was Nebenwirkungen u. Spätfolgen betrifft.

Auf Dauer wäre es gut Atosil, Diazepam, als auch Ximovan ganz abzusetzen, aber ganz langsam, über einen längeren Zeitraum.

Welche Therapie, außer der medikamentösen, hast du schon versucht?

Gruss Annette

Verfasst: 29.12.2005 17:48
von hiperli
Hallo Annette,

erst einmal finde ich es schön so schnell eine Antwort zu erhalten.
Also 1 Tablette Atosil enthalten 25 mg
Saroten 25 mg
Diazepam 5 mg

Ich habe das Diazepam schon vor längerer Zeit reduziert, komme aber von den 5 mg einfach nicht weg.
Nahm vorher 40 mg.

Therapien habe ich schon hinter mir. Bis heute war ich 7 Monate in der Psychatrie, danach 3 Monate Tagesklinik.
Dann 6 Wochen Psychotherapeutische Klinik (was bei mir leider nichts half), daraufhin wieder 7 Monate in der Psychatrie. 5 Monate Tagesklinik und jetzt im PIA-Programm.
Weiß nicht mehr was ich machen soll. Habe Angst nicht mehr ohne Medikamente leben zu können.
Möchte aber endlich wieder leben.

Gruß
Hiperli

Verfasst: 29.12.2005 19:23
von mücke
hiperli hat geschrieben: Also 1 Tablette Atosil enthalten 25 mg
Saroten 25 mg
Diazepam 5 mg
Hallo

25 mg Saroten ist von der Menge her sehr gering, kann aber schon antidepressiv wirken.
Was mir auffällt ist die starke Sedierung mit Atosil. Bei 8 - 10 Tbl. wären das ja 200 - 250 mg am Tag. Hier könntest du ansetzen u. langsam reduzieren. Du wirst dann mehr u. mehr in die Realität zurückfinden, aus der Trance herauskommen.

Nach einer Langzeitmedikation kann der stufenweise Entzug zum Beispiel nach der 10% Formel geschehen. Bei 250 mg wären das 25 mg. Wenn du reduzierst müßtest du die Dosierung so lange halten bis du völlig stabil bist. Dann erst weiter reduzieren. Das dauert zwar ziemlich lang, ist dafür aber auch relativ sicher. So wird es von Josef Zehentbauer empfohlen.

Was wirst du tun? Reduzieren? Wenn ja, was zuerst? Es ist nicht leicht allein ein Medikament abzusetzen. Gut wäre hier eine zusätzliche psychische Betreuung. Könnte das dein Psychiater machen? Oder mußt du die Medis seiner Meinung nach für immer nehmen?

Unterstützen können hier auch Familie, Freunde u. Bekannte. Hast du da Ansprechpartner?
Ich habe das Diazepam schon vor längerer Zeit reduziert, komme aber von den 5 mg einfach nicht weg.
Nahm vorher 40 mg.
Hast du langsam genug reduziert? Weißt du noch wie?
Wenn du das Diazepam nicht weiter reduzieren magst, akzeptiere das erst mal so. Vielleicht brauchst du einfach nur etwas Zeit, um danach erneut einen Versuch zu starten. Setze dich nicht unter Druck, sonst geht es in die Hose.

Du kannst stolz darauf sein, es schon so weit geschafft zu haben.
Weiß nicht mehr was ich machen soll. Habe Angst nicht mehr ohne Medikamente leben zu können.
Möchte aber endlich wieder leben.
Ja, das glaube ich dir gern. Das wichtigste im Leben ist Gesundheit. Leider merkt man es oft erst dann wenn sie verloren gegangen ist.

Gruss Annette

Verfasst: 29.12.2005 19:41
von hiperli
Hallo Annette,

danke Dir für deine Antwort. Habe leider fast keine Ansprechpartner. Wohne nicht mehr in meiner gewohnten Umgebung. Musste mich (laut Therapeut) von fast allem gewohntem fernhalten. Hatte ziemliche Probleme mit meiner Familie. Wenn ich aber davon anfange zu schreiben, bin ich morgen früh noch nicht fertig. Mein Therapeut (Neurologe) in der Klinik hat mir diese Medikation empfohlen. Durch meinen Hausarzt wurde ich eigentlich erst darauf aufmerksam das ich zuviel Medikamente nehme. Weiß ja auch nicht warum ich mir darüber vorher keine Gedanken machte. Wahrscheinlich weil ich in der Obhut der Klinik war und mich darauf verlassen habe das so alles in Ordnung ist. Habe ein ziemlich verkorkstes Leben hinter mir. Möchte nicht jammern, aber ich bin es leid. Habe gestern was verlegt und bin fast abgedreht. Dachte schon das ich jetzt auch noch verrückt werde. Habe es dann gefunden. "Im Restmüll". Ich frage mich wie es da hinein kam. Weiß oft nicht mehr was ich gestern oder vor ein paar Stunden gesagt oder getan habe. Denke das dies auch von den Tabletten kommen kann.
Werde mit meinem Therapeuten reden (also nicht mit dem Neurologen).
Irgendwie muß ich von diesen Tabletten loskommen.

Gruß

Hiberli

Verfasst: 30.12.2005 15:42
von mücke
hiperli hat geschrieben: Habe ein ziemlich verkorkstes Leben hinter mir.
Da kannst du heute nichts mehr dran ändern, aber was deine Zukunft betrifft. Es liegt mit in deiner Hand wie diese aussehen wird, vielleicht mehr Kontakte oder Aussöhnung mit der Familie?
Habe gestern was verlegt und bin fast abgedreht. Dachte schon das ich jetzt auch noch verrückt werde. Habe es dann gefunden. "Im Restmüll". Ich frage mich wie es da hinein kam. Weiß oft nicht mehr was ich gestern oder vor ein paar Stunden gesagt oder getan habe.
Wer so viel Atosil im Körper hat, muß sich nicht wundern. Ich glaube, ich würde gar nichts mehr gebacken bekommen.

Daß dein Hausarzt dich aufmerksam gemacht hat, finde ich toll. Könnte er dich beim Reduzieren unterstützen?

Gruss Annette

Verfasst: 30.12.2005 19:56
von hiperli
Hallo Annette,

hatte heute einen Termin bei meinem Klinikarzt. Er meinte das ich jetzt noch morgens Saroxat 10 mg nehmen soll. Atosil werde ich nun versuchen ganz langsam zu reduzieren.
Der Vorschlag mich mit meiner Familie zu versöhnen ist nicht so gut. Zu arge Hindernisse. Vielleicht irgendwann mal wenn ich stabiler bin.
Ich versuche jetzt erstmal es von zu Hause aus zu reduzieren. Wenn es nicht geht werde ich nochmals in die Klinik müssen. Was ich aber nicht unbedingt will.

Grüße

Hiperli (Gabi)

Verfasst: 30.12.2005 20:15
von hiperli
Hallo Annette,

wünsche dir und allen anderen die es lesen einen wünderschönen Start in das Neue Jahr 2006.
Auf das alles gut wird.

Viele Grüße

Verfasst: 01.01.2006 14:37
von mücke
hiperli hat geschrieben: hatte heute einen Termin bei meinem Klinikarzt. Er meinte das ich jetzt noch morgens Saroxat 10 mg nehmen soll.
Hallo

Seroxat gegen die Nebenwirkungen von Atosil zu nehmen, finde ich kontraindiziert, verstehe ich nicht. Durch die Reduktion von Atosil würdest du es schon schaffen wacher u. aktiver zu werden. Da brauchst du meiner Meinung nach kein SSRI.

Das Seroxat enthält den Wirkstoff Paroxetin. Es ist ein SSRI, wirkt antriebssteigernd. Nebenwirkungen können hier sein: Unruhe, Ängste. Pass auf dich auf.

Gruss Annette