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Mal wieder: Absetzprobleme Paroxetin/Seroxat

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Christoph
Beiträge: 4
Registriert: 11.12.2005 12:44

Mal wieder: Absetzprobleme Paroxetin/Seroxat

Beitrag von Christoph »

Hallo zusammen,

erst mal ein großes Lob: tolles Forum!

Nun zu meinem Problem:
Ende letzten Jahres hat sich bei mir eine Angststörung (soziale Phobie) "breitgemacht", weswegen ich nach längerer Therapeutensuche etwa im März eine Verhaltenstherapie begonnen habe. Zur Unterstützung (und weil ich 2 Monate später meine Abschlußprüfung hatte, bei der ich einen Vortrag halten musste) habe ich Paroxetin (40 mg) in Tablettenform genommen (welches ja zu den am schwersten absetzbaren AD gehört). Beim Absetzen habe ich aber nun wirklich so meine Probleme: zunächst wollte mein Nervenarzt mich von 40 auf 20 mg und dann auf 0 mg bringen, jeweils im Abstand von 2 Wochen. Absetzsymptome: starker Schwindel, Übelkeit, Unruhe, usw. Das war viel zu schnell, wie mir mein Hausarzt mitgeteilt hat (Nervenarzt war im Urlaub, deshalb bin ich zum Hausarzt). Nun, dann habe ich die Reduzierung langsamer durchgeführt, bin irgendwann dann von 10 mg auf 5 mg gegangen, was wieder nicht klappte, da ich wieder starke Schwindelgefühle hatte. Dann habe ich auf eigene Faust mal geschaut und das Forum hier gefunden. Dort habe ich gehört, daß es Paroxetin auch flüssig gibt. Also wieder hin zum Nervenarzt und mit ihm geredet. Von Absetzsymptomen hat er mir gar nichts gesagt, er glaubte eher, daß meine Angstsymptome wieder hochkamen. Nach kurzer Erklärung war er überzeugt, mir die Tropfen zu verschreiben. Diese sollte ich in 2 Wochen Schritten von 10 mg um je 2,5 mg reduzieren. Am 1. Dezember bin ich bei 2,5 mg angekommen, ich muss zugeben daß ich mich vorher schon nicht sehr wohl gefühlt habe. Die letzten (fast) zwei Wochen sind jetzt für mich nahzu die Hölle gewesen.
Ich habe kaum gegessen, dauernd Übelkeit, mich übergeben, Magenprobleme, Konzentrationsprobleme, Suizidgedanken, Angst, Weinanfälle, nichtmals am Wochenende Lust aufzustehen (geschweige denn etwas zu unternehmen) und irgendwie die Lust an alles und jedem verloren.

Meine Fragen lauten nun:
-glaubt ihr, daß es sich dabei um die Absetzsymptome handelt oder glaubt ihr eher, daß meine Krankheit wieder ausbricht? (schwere Frage, ich weiß...)
-könnt ihr mir ein AD empfehlen, zu dem ich wechseln könnte um das absetzen zu erleichtern? Wie geht der Wechsel vonstatten? Habe ich dann beim Wechsel nicht die gleichen Absetzsymptome?
-UND: kennt ihr einen guten(!) Nervenarzt im Raum Köln/Bonn/Bornheim/Euskirchen/Wesseling, der sich über die Absetzwirkung bei AD bewußt ist und das Patienten nicht schönredet oder verschweigt?

Tut mir leid, wenn ich mit meiner Frage eine oftdiskutiertes Thema wieder aufgreife, aber mir geht das im Moment ziemlich an die Substanz!

Ich Danke für antworten...


mfg - Christoph
Symptome:Probleme in der Öffentlichkeit zu Essen, Probleme generell zu Essen, Angst aufzufallen Diagnose: Angststörung: soziale Phobie, depressive Verstimmung
Medikation: Paroxetinhydrochlorid >>40 mg ca. 5 Monate (04/2005 bis Anfang 09/2005)
1. Absetzversuch: Reduzierung von 40 mg auf 20 mg, nach 2 Wochen von 20 mg auf 0 mg: starker Schwindel, Unruhe, Übelkeit
Absetzverlauf (Mitte September 2005): 2 Wochen 10 mg >>2 Wochen 5 mg >> dann 2 Wochen wieder 10 mg >> 2 Wochen 7,5 mg >> 2 Wochen 5 mg >> seit 1. Dezember 2,5 mg
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

Dies wurde wirklich schon oft diskutiert. Deswegen die Empfehlung: Schau dich hier im Forum um und suche ggf. die Suchfunktion.

Schau dir auch www.antidepressiva-absetzen.de an.

Warum hast du gleich 40mg Paroxetin bekommen ? Das ist schon nicht wenig. Hätten es 20 mg nicht auch erstmal getan ?

Ach ja: Wenn sich die Symptome bei erneuter Erhöhung schnell wieder reduzieren, dann ist es sehr wahrscheinlich ein Entzugsproblem und kein Rückfall.

Ein Wechsel auf ein anderes Medikament würde im Falle von Entzugserscheinungen nichts bringen.
Kim
Beiträge: 97
Registriert: 12.04.2005 18:16

Hallo Christoph,

Beitrag von Kim »

dein Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Mir geht es ähnlich! Ich denke mal, du leidest an Absetzsymptomen. Du bist jetzt bei 2,5mg und wenn dir deine Situtation unerträglich erscheint, dann geh wieder rauf auf 5mg. Warte ab, ob sich dein Zustand stabilisiert und reduziere dann ganz langsam immer um 1mg. Ich selber nehme seit 5 Jahren Seroxat. Die höchste Dosis lag bei 30mg. Heute bin ich bei ca. 7mg. Alles was darunter fällt, macht mir das Leben zur Hölle. Ich habe dann die gleichen Symptome wie du in deinem Text beschreibst. Ätzend, ich weiß! Vor allem glaubt nicht ein Arzt daran......

Ich selber habe beschlossen, erstmal bei den 7,5mg zu bleiben, denn auch damit habe ich schon zu kämpfen. Im Frühjahr werde ich dann den nächsten Schritt wagen.

Ein anderes Medikament halte ich persönlich für schwierig, denn dann kommt noch hinzu, dass du erstmal umgestellt werden musst. D.h. Absetzreaktionen und evt. Nebenwirkungen des neuen Medikaments prallen aufeinander. Keine gute Lösung, denke ich...

Kopf hoch und geh es langsam an 8-)

Lieben Gruss Kim
Symptome: Herzprobleme, Schwindel, Muskelkrämpfe, Angst; Diagnose:Herzreizleitungsstörung/VES und Angststörung
Medikation: seit 2000 Paroxetin 30mg
Zusätzlich: 2003 Diazepam 15mg, Beloc-Zok-mite 50mg
Bisherige Absetzversuche: Paroxetin von 30mg seit ca. 2004 auf 15mg, Diazepam auf 3mg
Absetzverlauf: seit 23.5. Paroxetin über 3 Wochen auf 10mg runter; momentan schwere Entzugserscheinungen :-(
24.08.2005 7,5mg Paroxetin, 27.10.2005 10mg Paroxetin wegen schweren Entzugssymptomen :-( Dezember 2005 auf 7,5mg reduziert und das hat geklappt. Seit dem 23.01.06 auf 5mg, noch ein bisschen am schwanken, aber auch das scheint zu funktionieren. Freu!
Seit dem 10.04.06 auf 2,5mg, wieder Entzugssymptome aber langsam gewöhne ich mich daran.....;-) Ich hoffe es klappt.........
Christoph
Beiträge: 4
Registriert: 11.12.2005 12:44

Beitrag von Christoph »

Hi,

danke schon mal für die Antworten. :) Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als die Zähne zusammenzubeissen und gaaanz langsam zu reduzieren :x Hätte ich das vorher gewusst...

Warum ich gleich 40 mg bekommen habe kann ich dir auch nicht sagen, habe mich da auf meinen Arzt verlassen... werde morgen mal meine Therapeutin nach einem anderen Arzt fragen. Oder kennt ihr im oben beschriebenen Raum (Köln/Bonn/Euskirchen/Brühl/Bornheim/Wesseling) einen guten Arzt?
Symptome:Probleme in der Öffentlichkeit zu Essen, Probleme generell zu Essen, Angst aufzufallen Diagnose: Angststörung: soziale Phobie, depressive Verstimmung
Medikation: Paroxetinhydrochlorid >>40 mg ca. 5 Monate (04/2005 bis Anfang 09/2005)
1. Absetzversuch: Reduzierung von 40 mg auf 20 mg, nach 2 Wochen von 20 mg auf 0 mg: starker Schwindel, Unruhe, Übelkeit
Absetzverlauf (Mitte September 2005): 2 Wochen 10 mg >>2 Wochen 5 mg >> dann 2 Wochen wieder 10 mg >> 2 Wochen 7,5 mg >> 2 Wochen 5 mg >> seit 1. Dezember 2,5 mg
SaBiNa
Beiträge: 12
Registriert: 07.12.2005 01:48

Beitrag von SaBiNa »

Hallo Christoph,

das ist echt komisch, dass du gleich 40mg nehmen solltest. Ich hab erst 10mg bekommen und jetzt nehme ich auch erst 20mg. Mein Absetzversuch ist leider misslungen, aber ich drück dir ganz fest die Daumen, dass du das schaffst :hug:
Gesperrt