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Remergil 30mg abrupt abgesetzt nach 1/2 Jahr

Verfasst: 01.11.2005 17:04
von Dragon17
Hallo zusammen!

Natürlich habe ich dieses Forum zu spät entdeckt. Ich habe nach einer schweren Depression ca. 1/2 Jahr 30mg Remergil abends genommen. Da ich nach dem Klinikaufenthalt auch keine weitere Betreuung hatte (war auch nicht nötig, mir geht es was die Depression angeht wieder Prima) und die Medikamente nur durch meinen Hausarzt weiter verschrieben bekommen habe, habe ich vor ca. 2 Wochen die Medis abrupt abgestezt. Vor allem aufgrund der Tatsache dass ich morgens immer ganz schlecht aus dem Bett gekommen bin und mich immer ziemlich schlapp gefühlt habe. Ausserdem habe ich mich mehr und mehr zurückgezogen, da ich irgendwie nicht mehr gerne in Gesellschaft war. Nunja, zunächst ging alles gut, habe zwar 3 oder 4 Nächte kein Auge zu bekommen, aber dass kannte ich auch schon von frühere bevor ich die Medis genommen habe, so dass ich mir desshalb keine großartigen Gedanken gemacht habe. Ausserdem ist es mittlerweile wieder besser geworden und ich schlafe erstens wesentlich erholsamer und auch nicht mehr so lange. Was mich nun aber beunruhigt ist, dass ich seit ca. 4 Tagen extreme Kopfschmerzen habe, wie als wenn ich einen schweren Helm tragen würde. Heute war ich beim Neurologen um mich mal beraten zu lassen, ob es vielleicht ein Fehler war das Remergil einfach so abzusetzen, leider habe ich aber erst in 3 Wochen einen Termin bekommen.

Nun bin ich auf dieses Forum gestoßen und nach den Berichten hier mache ich mir nun echt große Sorgen. Hab ich einen riesigen Fehler gemacht? Soll ich wirklich 3 Wochen warten bis ich zum Arzt gehe? Ich kann mich auch nie so richtig durchsetzen, daher hat die Sprechstundenhilfe wohl auch nicht verstanden, dass es mir wirklich wichtig ist schnell Hilfe zu bekommen...

Was denkt ihr, soll ich erstmal abwarten?

Gruß

David

Hallo

Verfasst: 01.11.2005 19:18
von lesenfee200
Also ich weiß nicht ob ich dir den richtigen Tip gebe, aber ICH würde
wieder mit 15 mg anfangen und zwar solange bis es dir besser geht.
Erst dann würde ich gaaanz langsam ausschleichen. Es gibt das
Remergil auch in flüssiger Form. Das kann man super dosieren. Ich
habe es leider nicht vertragen. Ich habe mir die 15mg Soltab. geteilt.
Die erste Zeit in 7,5mg. Dann in die Hälfte, dann in eine viertel. Jetzt
nehme ich alle 2 Tage 1/8 (die Hälfte von einer viertel). Ich weiß, es
hört sich blöd an und es ist auch nicht leicht das Ding zu teilen, aber
ich merke keine Absetzsymptome. Und was nützt es wenn es mir 3
Wochen später wieder richtig schlecht geht.

Das ist mein Rat.
Ich drücke dir die Daumen.

lg Anke

Nicht aufgeben!

Verfasst: 01.11.2005 22:17
von Dival
Hallo David!

Zunächst einmal liebe Grüße an Dich und schade, dass es Dir momentan so schlecht geht.

Ich habe ebenfalls bzw. nehme immer noch Mirtazapin, vormals Remergil, was ja den gleichen Wirkstoff hat, und zwar seit 11/2004 wegen einer schweren depressiven Episode.
Wenn Du Dir meine Signatur anguckst, wirst Du sehen, dass ich persönlich ebenfalls viel zu schnell versucht habe, das Mirtazapin abzusetzen. Mir ging es nach 2 ½ Wochen auf Null-Dosis dann an einem Tag so schlecht, dass ich auf Anraten der Neurologin und meiner Therapeutin prompt wieder auf 30 mg raufgegangen bin und nach sechs Wochen dann erneut den Absetzprozess gestartet habe, den ich nun ganz langsam angehe. Ich versuche mir jeglichen Druck zu nehmen und werde die Dosis von 25 mg wahrscheinlich noch so vier Wochen einnehmen, um dann auf 20 zu reduzieren. Insgesamt plane ich jetzt also mehr als ½ Jahr für das gesamte Ausschleichen ein aufgrund meiner vorherigen Erfahrungen.

Ich würde an Deiner Stelle wirklich noch mal versuchen, einen früheren Termin zu bekommen. Ich weiß nicht, wie das bei Dir an Deinem Wohnort ist, aber man hat mir hier für Bremen gesagt, dass jeder Arzt eine sog. „freie Sprechstunde“ vorhalten muss, in die jeder kommen kann, wenn es ganz dringend ist; dies soll insbesondere für Neurologen, Psychiater gelten. Vielleicht kann Dich ja auch jemand begleiten!?

Was mich interessieren würde: Hat Dir allein der Klinikaufenthalt geholfen, aus dieser schweren Depression rauszukommen bzw. wurde Dir nicht empfohlen, nachfolgend eine ambulante Therapie zu machen? Und hat Dir auch Dein Hausarzt nicht mal empfohlen, einen Neurologen aufzusuchen bzw. Psychiater?

Ich hoffe, dass die Kopfschmerzen bald weggehen und dass Du ganz schnell einen Termin beim Neurologen bekommst!

Liebe Grüße,
Dival

Verfasst: 01.11.2005 22:33
von Hannes Wien
Hallo David!

Anke hat recht, nimm wieder eine kleine Dosis vom Mirtazapine!

Ich würde es zuerst mit 7,5 mg versuchen und einige Tage abwarten, denn bei Mirtazapine kann es länger dauern bis Du wieder stabil bist!
Heute war ich beim Neurologen um mich mal beraten zu lassen, ob es vielleicht ein Fehler war das Remergil einfach so abzusetzen, leider habe ich aber erst in 3 Wochen einen Termin bekommen.
Vom Arzt solltest Du dir nicht zu viel erwarten, die meisten haben keinen Ahnung, dass Mirtazapine "Absetzsymptome" machen kann.

Liebe Grüße

Hannes

Danke und Statusbericht...

Verfasst: 04.11.2005 01:10
von Dragon17
Erstmal Danke für eure Antworten!

Zunächst einmal, ich habe noch nichts unternommen. Die letzten Tage waren ein auf und ab, mal geht es mir kurze Zeit recht gut, mal sind die Kopfschmerzen unaushaltbar. Der Schmerz verlagert sich immer von einer Schläfe zur anderen, zur Zeit haben ich einen unheimlichen Druck über den Augen im Vorderkopf. Unabhängig von diesen eher stechenden Schmerzen habe ich aber die ganze Zeit das Gefühl einen Helm auf zu haben. Letzte Nacht konnte ich aufgrund starker Schmerzen mal wieder kein Auge zumachen, bin so ca. gegen halb 5 eingeschlafen...

Da ich zur Zeit sehr viel zu tun habe im Studium pumpe ich mich mit Kopfschmerztabletten voll. Da Aspirn quasi garkeine Wirkung hat habe ich mir gestern Dolormin extra in der Apotheke besorgt, laut der Apothekerin ziemlich stark und ohne Paracetamol (vertarg ich nicht). Bis jetzt haben die Tabletten recht gut gewirkt, wobei ich heute insgesamt 3 genommen habe. Sicherlich kann das auch kein Dauerzustand werden, daher werde ich morgen auf jeden Fall mal zum Hausarzt gehen, brauche jetzt endlich mal ärztlichen Rat - auch wenn ich mir davon jetzt nicht wirklich viel erwarte.

Remergil wieder nehmen kommt für mich eigentlich nicht in Frage, dazu hab ich mittlerweile einen zu großen Groll auf das Zeug. Sicherlich ist es eine harte Entscheidung und vielleicht werde ich doch wieder davon abkommen, aber ich will einfach nicht weiter von diesem Zeug behersscht werden!

Auch wenn mich die Kopfschmerzen zur Zeit extrem einschränken, merke ich doch, dass ich mehr und mehr ich selbst bin... Hört sich komisch an, aber ich hab echt das Gefühl das mich dieses Zeug total aus der Realität gebeamt hat...

Nunja, viel geschrieben und nicht viel gesagt... Ich weiß zur Zeit nicht wirklich weiter. Werde Morgen mit dem Hausarzt reden, der aber wohl nicht wirklich was von AD`s versteht und dann mal schauen wie es weitergeht. Denke wenn es bis Montag nicht besser wird werde ich es doch nochmal mit 7,5g probieren, auch wenn mir wirklich davor graut.

Soweit, so schlecht... Ich werde versuchen durchzuhalten...

Kann denn irgendwas schlimmes passieren? Oder kann ich davon ausgehen das ich wenn ich stark genug bin und alle Qualen die mir mein Körper grade auferlegt durchstehe bald alles vorbei ist?

Gruß

David

weitere Symptome zur Zeit:
- Blähungen
- ziehende Schmerzen in der Magengegend - aber nur sporadisch und nicht besonders belastend...
- tränende Augen wenn die Kopfschmerzen strak sind
- Appetitlosigkeit, vor allem Morgens... Abends geht es, esse zur Zeit hauptsächlich Abends...


Und vielen vielen Dank nochmal an alle und vor allem an die Betreiber und Mods dieses Forums!

Verfasst: 04.11.2005 01:21
von Hannes Wien
Lieber David!

Solange es nur bei Kopfschmerzen bleibt, kannst Du trotzdem froh darüber sein!

Wenn eine Benommenheit dazukommt würde ich auf keinen Fall zögern, sofort wieder Remergil einzunehmen.

Und dann langsam runter..... ich leide schon seit 11 Monaten unter Entzugserscheinungen von Remergil, die mehr als grausam sind, können wohl mit einem Benzoentzug und mehr gleichkommen. :(


Liebe Grüße

Hannes

Verfasst: 04.11.2005 07:52
von amanda
Hallo David ich möchte dir dringend einen Rat geben. Suche dir einen GUTEN Psycholgen oder Therapeuten der mit dir DIE URSACHE für DEINE DEPRESSIONEN herrausfindet und dir hilft damit umzugehen,Dinge in deinem Leben zu verändern,verkehrte erlernte Verhaltensweisen zu ändern und deine Gedanken zu verändern. Denn NUR SO kannst du deine DEPRESSIONEN auf Dauer los werden. Alles Gute AMANDA

Verfasst: 04.11.2005 10:44
von Ursula
Hallo David, ich möchte dir nicht jeden Mut nehmen und es ist bestimmt bei jedem anders, aber ich habe diese Kopfschmerzen genau wie du sie beschreibst seit " 5 Jahren ". Ich war 3 x in der Röhre, war in Erlangen in der Kopf-Klinik. In meinem Kopf ist alles normal. Gott sei Dank. Und der Profesor in Erlangen hat mir gesagt " keine Schmerztabletten nehmen, sonst kann es noch schlimmer werden". Ich war damals so enttäuscht, hatte mir erhofft die nehmen mir die Kopfschmerzen. Muß weiter Antidepressiva nehmen, das ist das einzige was hilft einigermaßen mit den Schmez fertig zu werden. Kaufe dir eine Entspannungs CD nach Jacobsen und versuche es regelmäßig einzuplanen. ( Ich mache die Entspannungsübungen immer abends so kann ich schön einschlafen)
Liebe Grüße Ursula

Verfasst: 07.11.2005 22:56
von Winnie
Hallo ihr,
ich bin neu hier und mache gerade mit Remergil die Hölle durch..Kurz über mich:ich bin 17 Jahre alt und letztes jahr wurden Depressionen festgestellt, die sich durch extreme körperliche Beschwerden bemerkbar machen(wie ihr das unten lesen könnt).
Nu bin ich von 30mg auf 15 runter und mir gehts elend...wieder einmal ist jeder tag ein einziger kampf. Diese ständige Übelkeit, nervöse Unruhe im Magen und natürlich dieser Schwindel der immoment meinen ganzen alltag bestimmt. Mein Arzt ist ebenfalls der Meinung, Remergil hätte keine Entzugserscheinungen und ich hätte mich einfach nur wieder selber verrückt gemacht. Geplant ist jetzt, den November noch 15mg zu nehmen und dann auf 7,5mg weiter zu reduzieren, sodass ich dann zu den Weihnachtsferien "clean" bin :) . doch meine jetztige situation ist nicht grad so der mutmacher. ich will diese verdammten dinger absetzten, doch diese reaktionen meines körpers schrecken mich ab. Habe ich eine schlechten Tag, kann es passieren, dass ich mal wieder wie so oft die ganze nacht kotzend, mit schüttelfrost, mit schweißausbrüchen und vor schmerzen im kopf nicht fähig zu sprechen etc. im bett verbringe...DAS IST DIE ULTIMATIVE HÖLLE!
ich bin dabei mir einen neuen Therapeuten zu suchen und mit alternativ behandlungen anzufangen (akkupunktur etc).
Vielleicht liegt es auch daran das am 17. diesen Monat meine langjährige krebskranke Mutter vor einem jahr qualvoll starb (hört sich grausam an, war aber leider so)...ich weiß es nicht...wieder einmal, bin ich gefangen in meinem eigenen körper!ich bin nur froh, dass mein freund auf dieses forum kam...
so das wars fürs erste.. :D :roll: LG Daweena

Verfasst: 08.11.2005 09:16
von mücke
Winnie hat geschrieben:Mein Arzt ist ebenfalls der Meinung, Remergil hätte keine Entzugserscheinungen und ich hätte mich einfach nur wieder selber verrückt gemacht.
Hallo Winnie

Remergil kann Absetzprobleme verursachen. Darum sollte es langsam reduziert werden. Hast du schon unter: www.antidepressiva-absetzen.de gelesen.

Gruss Annette

Verfasst: 08.11.2005 17:36
von Winnie
Hallo Annette,
ja ich habe mir das schon öfters durchgelesen und nun hab ich mal eine frage(ihr haltet mich bestimmt für blöd, da ich nachfrage) :P :
Was versteht man unter Medikamenten mit Halbwertszeit?Und längerer Halbwertszeit etc.?Wird damit die Dauer gemeint, die das Medikament im Körper die volle Wirkung ausübt??
Liebe Grüße Daweena

Verfasst: 09.11.2005 02:04
von Hannes Wien
Hallo Daweena!

Unter Halbwertszeit, versteht man die Zeit, nach der im Blut nur mehr die Hälfte der eingenommen Dosis vorhanden ist!

Liebe Grüße

Hannes

Verfasst: 10.11.2005 19:56
von Winnie
Danke für die info... :)
Es ist doch echt alles zum kotzen!!!Das Schwindelgefühl ist gerade besser geworden, aber wahrscheinlich nur weil ich mich versuche total in die Ausbildung zu hängen und dafür darf ich sicherlich am wochenende oder so büßen...Dafür schlägt die Migräne jeden abend heftig zu.Kann mir jemand von euch eine Tip geben im bezug auf Behandlung gegen Spannungskopfschmerzen (täglich) und Migräne?Ich mache bereits Krankengymnastik, naja eher Massage, aber das hilft dann für einen Nachmittag (dann kann ich wieder klar gucken..hab irgendwie immer wie son film vor den augen..kann das jemand nachvollziehen oder bin ich wirklich "bekloppt"?).
Akkupunktur habe ich schonmal gemacht, 1. es brachte nix 2. es blutete ständig und tat extrem weh...die ärtze wissen irgendwie auch nich mehr mit mir weiter...alles :censored: !!die wollen nur mein geld!!! :twisted:
Tut echt gut, hier einfach das schreiben zu können was ist ohne die angst zu haben "die verstehn mich eh nicht,die halten mich für verrückt, etc."
Ganz Liebe Grüße Daweena