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Entzug oder Rückfall??????
Verfasst: 18.10.2005 18:02
von Christine
Hallo!
Um gleich auf den Punkt zu kommen: Ich bin jetzt seit 48 Tagen clean, d.h. ich bin von Paroxetin runter. Es ging mir während der ersten Zeit nicht gut, aber es war auszuhalten.
Nun muß ich erwähnen, ich habe bestimmt 5 bis 6 Jahre das Mittel genommen.
Also wie gesagt, der Entzug war auszuhalten. Ist übrigens mein 3. Versuch gewesen.
Nun habe ich eine Megazahnbehandlung hinter mir. D.h., man hat mir drei Brücken und 1 Krone eingesetzt. Schon mit dem Provisorium hatte ich Probleme. Jetzt habe ich das Endergebnis seit 1 Woche und 2 Tagen drin. Und seitdem bin ich am abdrehen. Ich habe solche Panikattacken, daß ich wirklich kurz vorm Ausklinken bin.
Ich frage mich nun, liegt das an dem Zahnersatz, ist es ein Rückfall oder kann es sein, daß nach nun fast 7 Wochen immer noch Entzug vorhanden ist.
Auch habe ich wieder Kopfschmerzen, Rückenbrennen und der rechte ARm schläft nachts fast komplett ein.
Bin ich jetzt wieder drin im Teufelskreis? Wie lange dauert so ein Entzug? Ich dachte, ich hätte das schlimmste überstanden. Oder liegt es doch daran, daß mein Kopf die "neuen" Zähne nicht akzeptiert? Ist das dann nicht doch ein Rückfall? Ich weiß im Moment echt nicht weiter. Ich habe eine Scheiß Angst, daß ich wieder ganz tief falle.
Ich brauche wirklich Hilfe. Wer kann mir hier sagen, was Sache ist?
Über eine schnelle Antwort wäre ich echt froh.
Liebe Grüße
CHristine

Hallo Christine,
Verfasst: 18.10.2005 18:31
von Kim
kann dir leider nicht sagen, ob du unter einem Rückfall leidest. Allerdings denke ich eher, das es einfach Absetzsymptome sind. Du bist zwar schon seit ner Weile clean, aber laut einigen Erfahrungen der User hier, kommen immer wieder Rückfälle sprich Absetzsymptome. Vielleicht war das ganze zu viel und du brauchst einfach ein wenig Ruhe. Versuche den Kopf frei zu bekommen und fange nicht das grübeln an.....ich weiß, klingt einfach, ist es aber überhaupt nicht. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen.
Du hast mir mit deinem Beitrag dennoch viel Mut gemacht, denn du hast auch 5 Jahre lang Paroxetin genommen. So wie ich auch! Aber du hast es geschafft und bis clean *ganz neidisch guck*....
Magst du noch mal berichten, wie du abgesetzt hast, in welchen Schritten? Ich bin gerade mittendrin und es würde mich sehr interessieren. Welche Absetzsymptome hattest du?
LG Kim
Verfasst: 18.10.2005 19:35
von dalideli
Zu allererst mal mein Tip an Dich Christine, mach Dich nicht heiß.
Auch ich bin, wie Du im Anhang siehst beim Runterdosieren, und bin auch seit ungefähr 6Wochen in 2xwöchentlicher Zahnbehandlung, da ich es schleifen lassen habe aus Angst (Es wurden mittlerweile 7Zähne gemacht, als nächstes kommt ne Krone) Auch bei mir zwackt es an den Zähnen überall und ich habe das Gefühl, seitdem ich beim Zahnarzt bin, melden sich meine Beißerchen noch mehr.
Mach Dich nicht verrückt und warte nicht regelrecht auf Deine Panikattacken und steiger Dich nicht hinein, denn Zahnschmerzen kommen auch gerne, wenn es einen seelisch nicht gut geht.
Da ich zum Beispiel durch das Runterdosieren exzessiv träume, beiße ich meine Zähne so fest zusammen, dass ich morgens mit Zahnschmerzen aufwache. Deswegen wird mir jetzt eine Entspannungsschiene angefertigt.
Schreib doch mal in Dein Anhang Deine Diagnose, Symptome ect...
Antworte mal.
Verfasst: 18.10.2005 20:37
von Christine
Hallo Kim,
vielen Dank für Deine Nachricht. Ich bin froh, daß hier immer gleich jemand reagiert.
Dir geht es also wie mir, seit Jahren auf dem Teufelszeug.
Ich habe im letzten Jahr zweimal vergeblich versucht, von dem Zeug wegzukommen. Jedesmal hatte ich einen Zusammenbruch, der kurz vor dem Selbstmord stand.
Dies Jahr waren die Voraussetzungen auch nicht die besten. Angefangen habe ich aus Liebe zu einem Mann, der mir die Stärke gegeben hat. Doch 1 Woche nachdem ich das erste Mal runtergesetzt habe, hat er sich von mir getrennt. Ich habe das ganze trotzdem durchgezogen. Und es bis jetzt auch geschafft.
Ich wollte ihm beweisen, daß ich stark bin. Vielleicht sind die Entzugs-erscheinungen auch überdeckt worden von dem Herzschmerz. Ich weiß es nicht.
Aber jetzt geht es mir schlecht. Du schreibst, ich soll mich nicht verrückt machen. Lach. Das ist wirklich leichter gesagt als getan. Ich weiß erst wieder wie es sich anfühlt zu fühlen, seit ich von den Tabletten los bin. Und ich möchte da auch nie wieder hin. Aber gleichzeitig habe ich große ANgst, daß ich wieder zurück falle.
Weißt Du, ich konnte nicht mehr an den richtigen Stellen lachen und auch nicht weinen. Geschweige denn Sex. Jetzt ist es anders. Aber ich bin halt gerade in diesem Tief.
Wie kommst DU klar, wenn es DIr so schlecht geht? Ich lese, daß DU zur Zeit auch starke Probleme hast. Ich habe meine "NOtfalltabletten". Tavor. Aber diese wirken bei mir auch erst ab 2,5 mg. Und die richtige Lösung ist das auch nicht. DIe Gefahr in die nächste Sucht zu rutschen ist ja auch da.
Was machst Du? Vielleicht hast DU einen Tipp. Ich wäre so gern einfach nur angstfrei. Aber wie geht das? Ich weiß es nicht mehr.
Ich hoffe bald wieder von Dir zu hören. VIelleicht.
Liebe Grüße zurück
Christine
Verfasst: 18.10.2005 20:40
von Christine
Hallo!
Ich kenne das mit der Angst vor dem Zahnarzt. Ich habe gar keine Angst vor der Behandlung sondern auch hier ANgst vor der ANgst.
Vielleicht muß das alles wirklich erst einmal bei mir im Kopf ankommen und der das auch alles akzeptieren. Keine Ahnung. Ich weiß nur, daß es mir zur Zeit wirklich schlecht geht und ich Angst vor dem tiefen Fall habe.
Ich habe versucht meinen "Anhang" zu gestalten. Ist hoffentlich halbwegs okay.
Christine
@Christine
Verfasst: 18.10.2005 21:23
von dalideli
Schön, dass Du Dein Anhang sooo schnell gestaltet hast. In einem anderen Beitrag hast Du geschrieben, dass Du 12-13Jahre Insidon genommen hast, dass würd ich, wenn ich Dir den Tip geben darf, noch dazu schreiben.(Zeitdauer)
Findest Du nicht, dass Du ziemlich schnell mit dem Paroxetin runtergegeangen bist?
Ich kenne die Angst vor der Angst, bist Du tagsüber beschäftigt?
Verfasst: 19.10.2005 07:18
von Christine
Moin!
Nein, ich bin tagsüber nicht beschäftigt. Bin seit 1 Jahr arbeitslos.
Habe Insidon nicht 12/13 Jahre lang genommen, sondern vor ca. 12/13 Jahren.
Hallo Christine,
Verfasst: 19.10.2005 18:28
von Kim
schön das du geantwortet hast

Verstehe ich das richtig, dass du von 15mg auf 0mg Paroxetin runter bist

Das hat bei dir geklappt? Also ich mach das hier Krümelchen für Krümelchen und das bereitet mir schon grosse Schwierigkeiten.
Du fragst, ob ich einen Tipp habe.........hm.........irgendwie nicht wirklich. Verstehe mich manchmal selbst nicht, mal geht es mir ausgesprochen gut, dann bin ich total aufgedreht oder am Boden und das immer ohne ersichtlichen Grund. Ich selber würde ja auf Persönlichkeitsstörung tippen, aber die Ärzte meinen das wäre nicht so.........grins. Naja, auf jeden Fall halte ich es oft selbst nicht mit mir aus.
Momentan geht es mir echt ziemlich dreckig, ob das nun vom Absetzen kommt oder Ringelröteln, keine Ahnung. Ich habe nur mal wieder das Gefühl jeden Moment zu sterben. Kennst du das?
Habe heute ein Knusperhäuschen für meinen Sohn gekauft, so zum selber gestalten. Hab es jetzt erstmal weggelegt, ist ja noch ein bischen früh. Ich stand so in der Küche und hab überlegt, wohin mit dem Teil und in meinem Kopf schwirrten dann so Gedanken rum....wie z.B. leg es bloss so weg, dass mein Mann es findet, falls ich bis dahin nicht mehr lebe! Als mir bewusst wurde, was ich da so gerade gedacht habe, war ich sehr geschockt. Das ist doch wirklich kein Leben, wenn man schon selbst nicht mehr an sich glaubt. Mir geht es einfach nur schlecht und ich denke, es ist jeden Moment vorbei.......... Traurig aber wahr......
LG Kim
Hallo Kim
Verfasst: 20.10.2005 20:36
von Christine
Ja ich weiß wie es DIr geht. Ich habe kapituliert. Habe mir die Brücke rausnehmen lassen, die mich wahnsinnig gemacht hat. Habe das nicht mehr ausgehalten. War schon kurz davor, daß DIng samt Zähnen rauszureißen. Ich bin total am Ende. Die Panikattacken haben mich fertig gemacht.
Dann hatte ich heute ein Erstgespräch bei einer Therapeutin. Diese teilte mir mit, daß sie über Entzugserscheinungen gar nicht mit mir diskutieren wolle. Das sagt ja alles. Und dann hat sie noch gesagt, ich solle vielleicht besser in eine Klinik gehen.
Ja, ich bin von 15 mg auf 0 mg runter. Vielleicht war das alles zuviel für mich. Der Entzug und dann der ganze andere Kram der da kam. Dir geht es schon kleinen SChritten schlecht mit dem Mittel? Kenn ich.
Die Therapeutin hat heute gesagt, ich solle doch lieber in Erwägung ziehen, daß ich einen Rückfall habe. Wirklich sehr aufbauend. Und das man von Panik sowieso nicht geheilt werden kann. Man müsse lernen mit der Angst zu leben. Was meint die eigentlich, was ich die ganzen Jahre mache?
Ich kann Deine Gedanken nachvollziehen. Wenn man bzw. frau am Ende ist, dann geht gar nichts mehr. Wenn diese blöden Gedanken nicht wären, dann würde es einem vielleicht besser gehen.
Ich wünsche uns Beiden, daß es bald bergauf geht.
Liebe Grüße Christine
PS: Fürs Knusperhäuschen ist es wirklich noch zu früh
