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Mirtazapin Entzug = 12 Wochen später

Verfasst: 12.10.2005 13:35
von Tep
Liebe Leute,

war hier während meines heftigen Mirtazapin Entzuges in Sommer oft hier, fast jeden Tag und habe mir hier Hilfe geholt, Ratschläge gelesen und liebe Leute kennengelernt.

Nun, wenn man entzieht, will man dann irgendwann mal Abstand von der Krankheit, vom Entzug nehmen, daher war ich zwar noch oft am lesen hier im Forum, doch ich hatte einfach nicht die Kraft zu antworten.
Ich brauchte einfach den Abstand zum Entzug - ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel.
Manchmal muß man einfach Dinge machen, um voranzukommen.

Seit meinem Entzug (siehe meine Signatur) vor ca. 12 Wochen muß ich berichten, dass es mir einigermaßen gut geht - ich habe kein Verlangen nach ADs oder Benzos oder irgendwelche Mittel, die dämpfen oder meinen Verstand benebeln. Ich war letzten Freitag sogar das erste Mal seit Monaten wieder angeheitert - das ging garnicht gut, dachte nur, "hoffentlich ist dieser Spuk bald vorbei". Es hat wirklich 2 Tage gedauert, bis ich wieder einigermaßen klar denken konnte.

Ich hatte aber am meisten Schiß davor, was passieren würde, wenn ich in eine Krisensituation hinein gerate. Ich muß sagen, es geht ohne sich zu benebeln.
Während meiner AD und Benzoeinnahmezeit habe ich, wenn es wirklich kritisch wurde, sofort Benzos eingeschmissen, um mich zu beruhigen - kennt ihr sicherlich auch, die Situationen, die einem über den Kopf wachsen.
Jetzt ist es so, dass ich mich den Problemen stelle und renne nicht weg, beneble mich, um mich zu beruhigen. Das ist sehr schwer und zum Teil reißt es mich wieder nach unten und ich beschäftige mich tagelang damit - aber ich muß mich dem stellen.
Das ist halt die Änderung in meinem Leben.

Leider fehlen mir aber auch manchmal die Möglichkeiten, Verhaltensmöglichkeiten, um mich den Problemen zu stellen und das ist sehr heftig, ich gerate wieder in diese Depression.. furchtbar und zum Teil unerträglich.

Körperlich ist es so, dass ich Nachts noch heftigst schwitze, kann mein Kopkissen jeden Tag wechseln. Tagsüber bin ich auch leicht am Schwitzen, das ist vor allem in Menschenmassen der Fall, wenn ich im Mittelpunkt stehe oder mich leicht körperlich anstrenge.
Mein Magen- und Darmtrakt ist nervös - unangenehm.
Meine Herzfrequenz ist nicht stabil - Herzklopfen oder gar -schmerzen sind die Folge. Körperlich bin ich aber in ordnung, sagen meine Ärzte.
Restless Legs sind nicht mehr so heftig, aber noch vorhanden.

Fazit, trotz der o.g. Punkte:
ich werde nie wieder ADs nehmen, sie haben meinen Körper vergiftet! Ich bin immer noch im Entzug, ohne jedoch, dass ich Japs nach ADs hätte. Manchmal ist es so, dass es mir wirklich so gut geht, manchmal aber auch so schlecht. ich bin noch dabei ein "Zwichending" zu finden.

Wollte euch nur wissen lassen: liebe Leute, es geht, es geht.

Herzlichst, euer
Tep

Re: Mirtazapin Entzug = 12 Wochen später

Verfasst: 13.10.2005 16:15
von CloneX
Tep hat geschrieben:ich werde nie wieder ADs nehmen, sie haben meinen Körper vergiftet! Ich bin immer noch im Entzug, ohne jedoch, dass ich Japs nach ADs hätte.
ADs machen auch nicht süchtig - also gibt es normalerweise auch keienn "Japs" nach ADs :) Körperliche Abhängigkeit ist da ne andere Sache...

Auf jedenfall weiterhin viel Erfolg!