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Citalopram abgesetzt: Absetzerscheinungen oder Rückfall?

Verfasst: 31.08.2005 16:55
von Kitty
Hallo,
seit mehreren Jahren hatte ich leichte bis mittelschwere Depressionen. Seit Anfang diesen Jahres etwas stärker. Ich habe mich zum ersten mal an einen Arzt gewandt. Er hat mir 20 mg Citalopram verschrieben. Ich hatte das Medikament relativ gut vertragen und nur ganz am Anfang mittlere Nebenwirkungen gehabt. Nur während der ganzen Einnahme sehr nervige Libidostörungen.
Nachdem sich meine Stimmung mit dem Medikament normalisiert hatte und es mir wieder richtig gut ging, habe ich mein persönliches Umfeld verändert und Dinge aus der Welt geschafft, die die Depression mit ausgelöst haben. Zusätzlich habe ich eine Psychotherapie begonnen.

Ich habe nach einer 3 monatigen Einnahme von Citalopram 20 mg für 2 Wochen auf 10 mg reduziert und dann komplett abgesetzt.

Und jetzt habe ich eine Frage an Euch:
Seit ich komplett abgesetzt habe, geht es mir nicht mehr gut. Ich bin wieder sehr deprimiert, sehr gereizt, habe wieder Schlafstörungen und hatte sogar eine ganz schwere fiebrige Grippe mit Angina, die mit Antibiotika behandelt werden musste. Dazu kommen ganz merkwürdige Gleichgewichtsstörungen und häufige Übelkeit. Habe ich einen Rückfall??? Ist es möglich, dass es Absetzsymptome sind, obwohl die letzte Dosis schon ca 12 Tage zurückliegt? Wie lange können sich Absetzsymptome hinziehen? Ich habe eigentlich keine rechte Lust, das Medikament wieder zu nehmen.

Könnt Ihr mir was raten?

1000 Dank,
Kitty

Verfasst: 31.08.2005 21:26
von mücke
Hi Kitty

Das können Abseztzprobleme sein.
Lies bitte unter: www.antidepressiva-absetzen.de
oder nur: www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
Im letzten link findest du Beschwerden, die im physischen, als auch psychischen Bereich nach dem Absetzen auftreten können.

Gruss Annette

Verfasst: 01.09.2005 09:17
von Kitty
Hallo Anette,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich hatte mir die Seiten schon angesehen. Finde nur nirgens, ob Absetzsymptome auch noch so lange anhalten können. Meine PsychoTherapeutin sagt normalerweise ist das nach 1 Woche vorbei, andernfalls ist es eher ein Rückfall. Allerdings kann ich das nicht ganz glauben. Hast Du Erfahrung damit, wie lange nach dem Absetzen Absetzsymptome anhalten können?

Liebe Grüße und nochmals danke
Kitty
:?

Verfasst: 01.09.2005 10:26
von PhilRS
Kitty hat geschrieben:Meine PsychoTherapeutin sagt normalerweise ist das nach 1 Woche vorbei, andernfalls ist es eher ein Rückfall.
Die Zeit/Dauer ist das denkbar schlechteste Kriterium. Wenn es danach ginge... Blödsinn.

Schau Dir lieber die Symptome an und vergleiche - wenn möglich - mit dem, was früher war.
Reizbarkeit, körperliche Probleme usw. => wenn das vorher nicht da war (vor der Einnahme), dann ist es wohl eine Absetzerscheinung:
Weil Depressionen sich zwar so ausdrücken können - sofern es aber bei Dir so nicht vorkam, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich dabei um "Deine" Depression handelt.

Das wird von Westentaschenexperten gern übersehen.

Ärgert sich
-PhilRS.

Verfasst: 01.09.2005 11:48
von mücke
Kitty hat geschrieben: Meine PsychoTherapeutin sagt normalerweise ist das nach 1 Woche vorbei, andernfalls ist es eher ein Rückfall.
Hi Kitty

Es würde mich sehr interessieren woran deine Therapeutin das festmacht! Frag sie doch mal. Bin gespannt auf ihre Antwort.
Absetzprobleme können sich über Wochen/Monate bemerkbar machen. Hier eine Zeit zu nennen, wäre Unsinn, da jeder anders reagiert. Auch ich kenne diese Problematik, möchte hier aber nicht weiter darauf eingehen, weil dich meine Erfahrungen eher erschrecken würde, als das sie dir helfen.
Was deine Beschwerden betrifft, weißt du am besten wie du sie einordnen kannst. Sind sie leicht würde ich gar nichts tun, sind sie kaum zu ertragen, wäre es vielleicht gut mit 10 mg wieder einzusteigen bis Stabilität da ist. Dann erst reduzieren vielleicht erst auf 5 mg gehen, dann ganz raus. Lass dir Zeit damit. Du kannst dir damit viele Unannehmlichkeiten ersparen.

Gruss Annette

Verfasst: 01.09.2005 13:30
von CloneX
Entzugserscheinungen können 1 Woche, 1 Monat oder 1 Jahr dauern. Die "Faustregel" nach einer Woche müsste alles vorbei sein ist genau so veraltet wie "es gibt keine Probleme beim Absetzen".

Längere Dauer ist zwar unwahrscheinlihcher, aber das nützt einem auch nix, wenn man zu den X Prozent gehört.

Verfasst: 01.09.2005 14:06
von Kitty
Hallo,
danke für Eure lieben Antworten. Jetzt bin ich schon etwas schlauer. Ich werde jetzt einfach erst mal abwarten. Absetztsymptome sind mir deutlich lieber als ein Rückfall. Und ich finde es auch leichter erträglich, wenn ich weiß, dass das mal ein Ende haben wird.

Liebe Grüße und euch allen einen schönen Tag,
Kitty