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Trevilor - Nebenwirkungen und Absetzprobleme

Verfasst: 15.08.2005 13:38
von Hannes90XXX
Hallo liebe Forumsmitglieder!

Ich bin neu hier und möchte gleich mal sagen, dass ich dieses Forum echt klasse und sehr interessant finde.
Wie ihr in meiner Signatur erkennen könnt, habe ich auch schon einiges an ADs durch.
Zur Zeit bin ich beim Absetzen von Trevilor. Ich war im April 5 Wochen in stationärer Aufnahme (was im nachhinein vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre, weil ich wahrscheinlich nur hysterisch war???), dort bin ich auf Trevilor eingestellt worden. Ohne mit der Wimper zu zucken, wurde dort jeder gleich auf 375mg eingestellt. Wie ich im Nachhinein vermute, war das für mich wahrscheinlich viel zu hoch. Meine Angst und Depression verging zwar recht schnell (ca. 2 Wochen) aber ich hatte stark unter Nebenwirkungen zu leiden: Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, morgendliches starkes Zittern, Müdigkeit, Benommenheit, Kribbeln und Taubwerden in Armen und Beinen (hatte sonst niemand), innere Unruhe (ich konnte nicht mehr unverkrampft sitzen, musste immer meine Arme verschränken, weil ich dachte mich zerreißts), Verstopfung, Libidoverlust, etc.....! Das meiste verging mit der Zeit, was jedoch mit der Zeit gekommen ist (nach ca. 3Wochen das erste mal) waren Muskelprobleme. Am Anfang hat sich das so geäußert, dass sich beim Tischtennisspielen in der Klinik irgendwie meine Beine nicht mehr locker sondern irgendwie angespannt und steif angefühlt haben. Das war mal mehr, mal weniger. Als ich Anfang Mai aus der Klinik entlassen wurde war bei meiner letzten Blutuntersuchung der CK-NAC-Wert leicht erhöht (Muskelenzym). Ich habe artig weiter meine 375mg bis Ende Mai genommen. Dann habe ich auch in der Arbeit und beim normalen Laufen gemerkt, dass ich irgendwie wie auf "Stelzen" gehe. Die Beine waren auch im Ruhezustand angespannt. (Vermute ich mal).
Meine Freundin hat dann auch nachts festgestellt, dass ich beim Schlafen stark zucke, so stark, dass ich dann manchmal davon selbst aufgewacht bin. Außerdem musste ich mir eine Beißschiene für die Zähne anfertigen lassen, weil ich mir 2 Zähne nachts abgebrochen hatte.
Soweit so gut. Ende Mai kam mir das alles spanisch vor und ich habe einen neuen Neurologen/Psychiater aufgesucht, der erst mal ganz entsetzt war, wie hoch ich doch auf Trevilor eingestellt war. Wir haben Blut entnommen und festgestellt, dass der CK-Wert auf über 200 gestiegen war. Daraufhin wurde Trevilor erstmal auf 300mg gesenkt. Ende Juni, bei der nächsten Blutkontrolle war der CK-Wert bereits auf 280. Daraufhin wurde Trevilor schrittweise auf 150mg gesenkt. Diesesmal habe ich leichte Absetzsymptome in Form von starker Müdigkeit gemerkt. Ende Juli waren mein CK dann 297. Mein Arzt beschloss: sie müssen von Trevilor ganz runter! (Er sagte ich solle doch sofort auf 0 runter, was ich aber wohlweißlich nicht gemacht habe.) Zu diesem Zeitpunkt (150mg Trevilor) hatte ich gelegentlich noch leichte Muskelschmerzen in Form von Muskelschwäche oder eine Art Dauermuskelkater in Armen und Beinen (von der Schulter in die Arme übergehend). Derartige Muskelkatergefühle (Muskelziehen) hatte ich auch schonmal unter Mirtazapin 30mg (während der Einnahme).
Jetzt bin ich seit einer Woche auf 0mg Trevilor. Zunächst ging das Absetzen auch noch recht gut. Seitdem ich aber unter 75mg war, wurden meine Muskelprobleme noch stärker, außerdem war ich noch müder als sonst, hatte aber irgendwie einen verstärkten Antrieb.
Man kann diese Muskelprobleme vielleicht wie folgt beschreiben: wenn ich einen Kasten Wasser in meine Wohnung (2.Stock) getragen habe, habe ich danach ein derart starkes Muskelziehen, als hätte ich 10 Zentner Kartoffeln geschleppt. Oder wenn ich nur einen kurzen Spaziergang mache, ziehen meine Waden danach den ganzen Tag noch. Mittlerweile wache ich morgens schon mit Muskelschwäche auf. Außerdem habe ich seitdem ich unter 75mg bin auch vermehrt Gelenkschmerzen (Fußgelenk, Kniegelenk, Fingergelenke, Ellenbogengelenk). Die anderen Absetzsymptome (auch erst unter 75mg) wie starken Schwindel, Stromschläge bei Augenbewegungen, Durchfall... hatte ich auch, jedoch in erträglichem Ausmaß. Aber diese Muskel- und Gelenkprobleme machen mir echt langsam sorgen.

Meine Fragen nun an Euch nach meiner langen Leidensgeschichte:
Denkt ihr dass das Absetzprobleme sind? Ich bin jetzt seit einer Woche auf 0 Trevilor. Wenn ja, wie lange dauern die noch an?
Habt ihr schonmal was von Muskelproblemen (CK-Erhöhung) bei der Einnahme von Trevilor gehört? Eine Rhabdomyolyse (Muskelzelluntergang) wie es in der Packungsbeilage steht ist es nicht, weil mein Myoglobin in Ordnung ist.
Kann es sein, dass mein Körper durch das Trevilor (wegen der hohen Dosierung) tlw. "vergiftet" ist und es daher noch sehr lange dauert, bis das alles draußen ist und dann hoffentlich meine Muskeln und Gelenke wieder normal einsatzbereit sind und ich diese bleierne Müdigkeit los bin?
Ich verstehe immer nicht ganz, weil doch bei Trevilor von 5-11 Stunden Halbwertszeit gesprochen wird. Manche sagen aber, dass das sehr lange (mehrer Monate) dauern kann, bis sich der Körper regeneriert hat. Wieso ist das so, wenn doch das Trevilor schnell ausgeschieden ist?
Es tut mir echt leid, dass ich Euch so einen langen Text zugemutet habe, aber ich dachte ich muss in meinem ersten Thread erstmal meine Geschichte loswerden.
Außerdem habe ich hier im Forum nicht wirklich was über Muskelprobleme gefunden.
Über derartige Absetzsymptome habe ich in einem anderen Beitrag nur beim Absetzen von Benzos gelesen. Da schreibt eine Dame, dass sie sich nach jeder noch so kleinen Aktivität ausruhen muss. So ist das auch bei mir.

Es wäre schön, wenn ihr mir ein bisschen helfen könntet. In Ärzte habe ich das Vertrauen schon fast verloren. Mein Arzt sagte zuletzt, dass ich eine Somatisierungsstörung hätte und er wollte mir Zyprexa (ein Neuroleptikum) verschreiben, gegen meine körperlichen Symptome (die ich mir ja dann vermutlich nur einbilde?!!).

Vielen Dank

Hannes

Verfasst: 15.08.2005 14:14
von amanda
Muskelkrämpfe als Nebenwirkung und auch als Absetzsympthom sind bei Trevilor bekannt. Versuche einen vernünftigen Arzt oder APOTHEKER zu finden der sich mal die FACHINFORMATIONEN von Trevilor die NUR für Ärzte und Apotheker zugänglich sind aud dem Internet runterlädt. Dort steht einiges mehr über Trevilor als in NORMALEN Packungsbeilagen. Du kannst auch versuchen direkt bei der Herstellerfirma von Trevilor anzurufen und dort nachzufragen. Mache unbedingt eine Meldung über unerwünschte Nebenwirkungen an die BfArM . Das Formular dafür kannst du über unser Forum herunterladen. Ich selbst hatte extreme Muskelverspannungen unter einigen Psychopharmaka und auch als Absetzsympthom hatte ich zum einen Muskelschwäche und zum anderen Muskelverkrampfungen....leider WOCHENLANG. In welcher Klinik warst du? 375mg ist wirklich ziemlich hoch dosiert. Wie haben die Ärzte auf deine aussergewöhnlichen Nebenwirkungen reagiert ?Bei mir hat keiner reagiert....man wollte die Dosis sogar noch erhöhen. Mir hat regelmässige Einnahme von Magnesium etwas geholfen. Alles Gute AMANDA

Verfasst: 15.08.2005 14:40
von Hannes90XXX
Hallo Amanda!

Danke für deine schnelle Antwort.
Ich habe auch schon gehört, dass Ärzte und Apotheker da noch an zusätzliche Fachinformationen rankommen. Aber das brauche ich meinem Arzt gar nicht zu sagen. Die Arbeit macht er sich bestimmt nicht! :x (Sämtliche Psychiater/Neurologen bei denen ich war haben mir immer einen gehetzten Eindruck gemacht und haben nichtmal bei meinen Problemen richtig zugehört).
Aber denkst du, dass ich da auch in einer Apotheke nachfragen kann? Ich denke, da legt man wirklich mehr wert auf Kundenzufriedenheit.
Denkst du dass ich diese Meldung über unerwünschte Nebenwirkungen wirklich machen soll? Denkst du denn, dass das wirklich Nebenwirkungen sind?
Ich habe schonmal bei Wyeth angerufen und mich mit dem Zuständigen von Trevilor verbinden lassen. Der Mann hat dann gemeint: entweder sie gehören zu den ganz wenigen Fällen, die eine Rhabdomyolyse (Muskelzelluntergang) unter Trevilor bekommen oder sie haben ein Serotonin-Syndrom. Ersteres habe ich nicht, weil wie gesagt mein Myoglobin normal ist (und das wäre bei Muskelzerstörung wohl erhöht) und beim zweiten fehlen mir doch alle anderen Symptome: leichtes Fieber, Unruhe, Delirium, usw.
Ach ich hoffe soooo sehr, dass diese Schwäche und das Ziehen irgendwann aufhören.
Ich war übrigens in der Uniklinik Erlangen. (ich komme aus Fürth(Nürnberg)). Die Ärzte haben auf die Nebenwirkungen gar nicht reagiert: erstens dachte ich selbst: "Da musst du jetzt durch, das ist normal." Zweitens wie ich gesagt habe, dass meine Füße und Finger so pelzig sind, wurde mir gesagt: das kann vom Trevilor nicht kommen. Das kommt wo anders her. Ich habe dann schon gedacht, ich hab MS, weil meine Füße immer tauber wurden. Dann wurde ich als Hypochonder abgestempelt: Diagnose u.a. hypochondrische Störung. Nach ein paar Tagen habe ich dann den Stationspfleger mal gebeten, mir den Beipackzettel von Trevilor zu zeigen. Da stand doch in den Nebenwirkungen drin: HÄUFIG (!): Missempfindungen in Form von Kribbeln und Taubwerden. Was sagt man denn dazu, dass diese angeblich häufige Nebenwirkung, die mich so sehr beunruhigt hat, selbst dem Chefarzt und allen anderen Ärzten unbekannt war. Ich habe die Ärzte dann darauf aufmerksam gemacht und sie haben es zu Kenntnis genommen. Das war alles.
Magnesium nehme ich auch seit ein paar Wochen regelmäßig. Aber ich habe keine richtige Wirkung bemerkt. Wieviel nimmst du denn? Ich nehme 300mg.
Sind die Muskelbeschwerden bei dir mittlerweile weg? Kennst du auch diese Müdigkeit?

Danke Amanda!

Hannes

Verfasst: 15.08.2005 15:12
von mücke
Hi Hannes

Die Beschwerden, die du aufführst, passen gut zu Nebenwirkungen, aber auch zu einer Absetzsympthomatik.
Nähere Info unter:
www.kompendium.ch/Search.aspx?lang=de
(gehe über Wirkstoff Venlafaxin, Präperat Efexor, ist zwar ein anderer Name, aber mit gleicher Wirkung)

Muskelschmerzen nach dem Absetzen kenne ich , habe ich auch schon am frühen morgen gespürt. Ich nehme Magn. Verla 3 x 2 Drg., kann damit Krämpfe in den Füssen verhindern.

Ich habe allerdings kein Trevilor, sondern Zoloft genommen.

Wegen meiner Muskelbeschwerden lasse ich mich z.Zt. regelmässig massieren u. mache eine Neuraltherapie für die Rückenmuskulatur, kann aber noch nicht viel dazu sagen, da ich erst eine Sitzung hinter mir habe.

Gruss Annette

Verfasst: 15.08.2005 15:40
von amanda
Hallo Hannes ich musste tatsächlich lachen (auch wenn es eher eine traurige Angelegenheit ist man möge mir verzeihen) als ich deine Antwort gelesen habe. Deine Erfahrungen mit Kliniken und Neurologen sind mit meinen sehr identisch. Wenn ein Patient mit aussergewöhnlichen Nebenwirkungen (die WISSENSCHAFTLICH BEKANNT SIND!!!!!) reagiert bekommt er als Diagnose Hystherie oder wie bei mir .....Patientin mit histrionischer Persönlichkeit !!!!Es ist doch irgentwie merkwürdig dass alle Patienten die nicht NORMAL auf diverse Medikamente reagieren diesen STEMPEL bekommen.Wieso wissen Neurologen oder Ärzte in der Psychiatrie weniger über Psychopharmaka als z.B. Hautärzte,Zahnärzte,Apotheker usw. ????ODER IST ES EINFACH BEQUEMLICHKEIT......wenn ein Patient ein Medikament nicht verträgt sollte es doch eigentlich abgesetzt werden oder nicht????KORREKTES LANGSAMES ABSETZTEN dauert aber zu lange und abruptes Absetzen kann das Krankheitsbild verschlechtern und es kommt zu verstärkten ABSETZSYMPTHOMEN. Da wird der Patient lieber mit seinen Unverträglichkeitsreaktionen entlassen....ZUR NOT GIBT ES DANN EIN BISSCHEN TAVOR ODER NEUROLEPTIKA DAZU......dann merkt der Patient seine NEBENWIRKUNGEN nicht mehr und kann als geheilt entlassen werden. !Wenn bei dir nur Magnesium nichts nützt versuche mal BASICA,das ist ein Pulver aus der Apotheke was normalerweise gegen ÜBERSÄUERUNG hilft. Bei Stresss ist das Säure Basen Gleichgewicht oft gestört.( Calcium wird ja auch vom Arzt bei Verkrampfungen gespritzt) Ich habe zuerst Basica genommen und bin erst später auf Magnesium Vera (wie Annette) umgestiegen. Ausserdem habe ich meine Leber mit Mariendistel unterstützt. Sind bei dir die Entzündungwerte der Leber normal ????z.B. GPT GOT usw?Muskelverkrampfungen können auch ein Angstsympthom sein! Aber egal woher die Muskelverkrampfungen kommen es hilft auch wenn man z.B. Pilates oder Progressive Muskelentspannung macht( Mir hat es zumindestens SEHR geholfen) Es ist schon irgentwie verrückt ....man geht in eine Klinik damit einem geholfen wird und kommt kränker wieder raus! Gruss AMANDA

Verfasst: 15.08.2005 17:03
von Hannes90XXX
Hallo amanda, hallo Annette!

Basica hab ich auch zuhause, muss ich doch mal ausprobieren. Bin sowieso gerade dabei mit einer Art Diät meinen Körper zu entgiften / entschlacken. Vielleicht werde ich das blöde Zeug aus meinem Körper dann schneller los. Meine Leberwerte sind übrigens OK.
Ich habe mir jedenfalls geschworen, wenn es nicht unbedingt sein muss, kein AD mehr zu nehmen. Ich hoffe echt, dass ich das kann. Die positive antidepressive Wirkung wird durch eine "Vergiftung" des Körpers bei mir zumindest mehr als wett gemacht!
Annette, dein Link ist auch sehr interessant. In der Schweiz scheinen mehr Nebenwirkungen in der Packungsbeilage zu stehen als in Deutschland. Das CK-Problem habe ich jedoch auch leider nicht gefunden.
Aber wenn ihr sagt, dass ihr das mit den Muskeln auch hattet, dann hoffe ich mal, dass es bei mir dann auch langsam besser wird. Ist es bei Euch denn mittlerweile schon weg? Was sagen denn bei euch die Ärzte dazu?

Viele Grüße

Hannes

Verfasst: 15.08.2005 19:10
von amanda
Hallo Hannes hast du Remergil auch in den Unikliniken verschrieben bekommen oder schon vorher ambulant. Wie schnell hast du Remergil abgesetzt und aus welchem Grund. Hattest du bei Remergil NEBENWIRKUNGEN. Falls du Remergil zu schnell abgesetzt hast könnten daher auch unangenehme Absetzsympthome (meiner Meinung nach ENTZUGSSYMPTHOME ) sein.Wenn du mehr über deine Medikamente wissen möchtest dann suche mal unter google:Karl C. Maier Neurologische Praxis Heidelberg! Sehr gute Informationen über Psychopharmaka,Krankheitsbilder etc sind da zu finden.Auch wenn du unter google : Absetzsympthome oder Nebenwirkungen Trevilor und Remergil eingibst findest du interessantes! Wenn du organisch gesund bist (gut abzuklären bei einem Endikrionologen) solltest du dir evtl einen guten Psychologen oder Therapeuten suchen der mit dir herausfindet WOHER deine Depressionen und Ängste kommen und mit dir eine geeignete Therapie machen. Lies vieleicht mal selber Bücher über diese Erkrankungen. Wichtig ist dass du dich sehr gesund ernährst (die Absetztips aus diesem Forum berücksichtigst) und dich möglichst wenig auf deine jetzigen Sympthome konzentrierst. Sie werden weniger werden. Wie lange es bei dir dauert kann dir keiner sagen.....es ist bei jedem anders. Leider kann man auch nie genau sagen was ABSETZSYMPTHOME sind oder tatsächlich PSYCHOSOMATISCHE SYMPTHOME. Der Körper ist leider sehr erfindungsreich wenn KÖRPER UND SEELE AUS DEM GLEICHGEWICHT GERATEN SIND. Verspannungen in jeglicher Form gehören leider dazu. Ich habe leider ein Trauma von meinem Psychiatrieaufenthalt zurück behalten und leide aus diesem Grund noch an Verspannungen. Aber meine Panikattacken und ursprünglichen Ängste habe ich gut im Griff.OHNE MEDIKAMENTE!!!!! Ich wünsche dir alles Gute AMANDA

Re: Trevilor - Nebenwirkungen und Absetzprobleme

Verfasst: 15.08.2005 20:39
von PhilRS
Hallo Hannes,
Hannes90XXX hat geschrieben:Mein Arzt sagte zuletzt, dass ich eine Somatisierungsstörung hätte und er wollte mir Zyprexa (ein Neuroleptikum) verschreiben,
Hä? Was ist denn da los?!
Neuroleptika (u.a. Zyprexa) sind bei Somatisierung nur indiziert, wenn es
a) die Grunderkrankung erfordert
b) die Körpersymptome zwingend wahnhaften Charakter haben.

Ob letzteres evtl. bei Dir zutrifft, kann man aus der Ferne kaum beurteilen. Dennoch halte ich diese Verordnung wenigstens für merkwürdig. Denn da besteht keine direkte Verbindung.

Siehe Möller/Laux/Kapfhammer: Psychiatrie und Psychotherapie, Springer Vlg. 2000; S. 1322f. (Therapie d. Konversionsstörung), S. 1345f. und 1356f. sowie faktisch alle "Therapie"-Kapitel im Abschnitt Somatoforme Störungen.
Das habe ich jetzt sicherheitshalber nachgesehen, um hier keinen Bock zu schießen. Neuroleptika stehen da höchstens unter "ferner liefen". Das ist demzufolge Lehrmeinung ... wovon ich auch intuitiv ausging.

gegen meine körperlichen Symptome (die ich mir ja dann vermutlich nur einbilde?!!).
STOP:
Das ist ein häufiger Irrtum, und leider wird auch von Arztseite - offenbar - zu wenig dagegen getan.
  • Somatisierung hat nichts mit "Einbilden" zu tun !!
Die Beschwerden sind real und müssen auch so angegangen werden. Wird die Diagnose "Somatisierung" gestellt, muss darauf unmittelbar eine adäquate/gezielte Betreuung einsetzen. Keinesfalls darf man den Pat. damit allein lassen, nach der Devise "so - jetzt haben wir's, Ende der Diskussion". Die komplizierte Aufklärung + Behandlung fängt dann erst an!

Ich habe selbst letzte Woche "meine eigene Macke" diagnostiziert bekommen -> "somatoforme" Kopfschmerzen (ich meine contra: es sind Clusterkopfschmerzen).

Irgendwelche psychodynamischen Dinge gegen eine mögliche "Einbildung" helfen da überhaupt nichts. Das sollte jedem klar sein, der sowas seinen Pat. vor den Kopf knallt.

Alles Gute wünscht
-PhilRS.

Verfasst: 15.08.2005 21:17
von amanda
Hallo PhilRs Es ist leider in Unikliniken üblich (ich kenne persönlich einige ehemalige Patienten von Unikliniken) Patienten die unter starken oder ausgefallenen Nebenwirkungen leiden mit einem Neuroleptikum oder dem beliebten Tavor zu behandeln. Dann merken die Patienten ihre Nebenwirkungen nicht mehr und sind ruhig und still. Das ist doch eine praktische Lösung ....dann sind die Patienten brav und still :sports: :Noch NETTER ist es dass Patienten dazu GEZWUNGEN werden an irgentwelchen WISSENSCHAFTLICHEN UNTERSUCHUNGEN teilzunehmen. In einer mir bekannten Selbsthilfegruppe berichtete eine Ausländerin das man zu ihr gesagt hat als sie sich weigern wollte an so einem Test teilzunehmen: Wir sind hier eine Forschungsabteilung sie MÜSSEN diesen Test mitmachen sonst können sie ihre Sachen packen und gehen!!!! ( Obwohl in einer schriftlichen Information über diesen Test ausdrücklich stand dass dieser Test freiwillig ist und man jederzeit absagen kann.) In meiner speziellen Klinik hat man mir als ich unter Trevilor ganz abgedreht bin auch gesagt :JETZT KÖNNEN WIR IHNEN NUR NOCH EIN NEUROLEPTIKUM ANBIETEN. Ihr vegetatives Nervensysthem ist ja so durcheinander....Nartürlich nicht von den Medikamenten :sports: Als ich Neuroleptikum ablehnte flog ich innerhalb 2 Tagen aus der Klinik OHNE HINWEIS was mir nun gesundheitlich und seelisch bevorsteht! Gruss AMANDA

Verfasst: 16.08.2005 08:41
von amanda
Habe ich jetzt irgentjemand geschockt? Dann tut es mir leid! Aber das sind leider meine Erfahrungen! AMANDA

Verfasst: 16.08.2005 12:32
von Hannes90XXX
Hallo amanda, hallo PhilRS!

Das mit den Neuroleptika kann ich nur bestätigen. In der Klinik hatte fast jeder ein Neuroleptika dazu. Bei mir war das damals schon Zyprexa (ca. 4 Wochen). Danach hab ich es einfach nicht mehr genommen. Ich habe davon keine Nebenwirkungen und auch keine WIrkung gemerkt. Ich hatte nie wahnhafte Züge an mir! Aber die Neuroleptikas werden dort aus folgenden Gründen bei normalen Depris gegeben:
- angeblich unterstützen sie die Antidepressivas
- angeblich "nehmen" sie die körperlichen Beschwerden
- sie lösen die Angst
- sie wirken stimmungsstabilisierend.
Komisch das davon nichts in der Packungsbeilage steht.
Ich habe auch im Internet schon extrem viel rumgesucht und habe NICHTS gefunden, was das belegt.
Aber ich denke dass Neuroleptikas nicht nur in Unikliniken, sondern auch bei ambulanter Behandlung gerne verabreicht werden.
Folgender Fall, den mir mein Neurologe erzählte (der mir heiß und innig Zyprexa aufdrängen will): Ein Patient hatte immer starke Bauchschmerzen, die keine Ursache hatten (er war angeblich schon von Kopf bis Fuß untersucht). Dann bekam er vom Neurologen Zyprexa in geringer Dosis und die Bauchschmerzen waren weg und seither geht es ihm gut. Auch bei anderen Depressiven sollen Neurolepika manchmal den Durchbruch gebracht haben.
Was davon zu halten ist, weiß ich nicht. Bin kein Arzt.
Das mit dem Zwang, an wissenschaftlichen Untersuchungen teilnehmen zu müssen kann ich zum Glück nicht bestätigen. Wo warst du denn in der Klinik?
Remergil habe ich vorher schon von meinem Neurologen verschrieben bekommen. Das habe ich dann 5 Wochen lang genommen (30mg). Erst dachte ich, dass es mir langsam besser geht, aber dann kam nach 4 Wochen wieder der totale Abbruch. Damals (nach den 4 Wochen) fühlte ich mir körperlich wieder richtig schlecht. Hatte dieses Muskelziehen, mir war schwindelig und ich hatte Angstzustände und Schlafstörungen.
Dann kam ich in die Klinik und dort wurde Remergil von heute auf morgen (30mg --> 0) weggelassen und Trevilor angefangen. Aber das war schon Anfang April. Seitdem habe ich kein Remergil mehr genommen.
Was meinst du nun? Ich vermute mittlerweile, dass die meisten meiner körperlichen Beschwerden die Nebenwirkungen der Medis waren. Deshalb hoffe ich so inständig, dass die Beschwerden, wenn ich jetzt clean bin, weg gehen.
Ich habe übrigens schon im Internet extrem viel rumgesucht, was tlw. alles noch verschlimmert hat.
Ich bin auch in einer Verhaltenstherapie, die nicht wirklich sehr viel bringt. Was kann sie schon gegen meine körperlichen Beschwerden ausrichten?

Viele Grüße

Hannes

Verfasst: 16.08.2005 14:10
von amanda
Hallo Hannes bei Remergil ist die BERUHIGENDE Wirkung recht schnell vorhanden hilft den meisten Patienten bei Schlafstörungen usw ....bei mir haben allerdings 7,5 mg so eine sedierende Wirkung dass ich wie ein Stein ins Bett fiel und auch am nächsten Tag bis mittags sehr benommen war. Das hat mir nartürlich kein Arzt geglaubt aber HEUTE weiss ich wieso ich so heftig reagiert habe. Nach der Dosiserhöhung auf 30mg hatte ich heftige Panikattacken und täglich kamen neue körperliche Sympthome dazu. Ich möchte sie nicht alle aufzählen aber es waren heftige Sachen dabei. Nach angeblich 4 Wochen soll die Antriebssteigernde Wirkung eintreten.....ich frage mich heute noch wieso Patienten mit Panikstörung ein antriebssteigerndes Medikament erhalten. Ich war lediglich sehr sehr erschöpft weil ich mich körperlich und seelisch überlastet hatte und deshalb brauchte ich RUHE und eine ERHOLUNGSPHASE und keine Pillen. Abruptes Absetzen SOLLTE IMMER VERMIEDEN werden.....da es dann zu verstärkten und schweren Absetzsympthomen kommen kann. Wie fahrlässig von den Ärzten so etwas zu tun. Als ich damals den Arzt fragte ob man diese Medikamente nicht langsam absetzen muss bekam ich die Antwort :DAFÜR HABEN WIR HIER KEINE ZEIT! Unverschämt aber wahr. Es kann ohne weiteres sein dass du noch Absetzsympthome von Remergil und Trevilor hast.Ich habe ja bereits geschrieben was mir persönlich geholfen hat .Vieleicht probierst du das eine oder andere mal aus. Sicher ist dass die meisten DEINER JETZIGEN KÖRPERLICHEN Beschwerden Absetzsympthome sind. Es ist zwar schwer aus der Ferne so etwas zu beurteilen aber ich denke trotzdem dass ich Recht habe. Mach doch bitte eine MELDUNG über deine Nebenwirkungen und Absetzsympthome bei der BfArM. Um so mehr Patientin Meldungen machen um so besser. Die Ärzte sind meist zu faul dazu. Dein Therapeut sollte sich mal kundig machen über mögliche Absetzsympthome ....zur Not kann er bei der BfArM anfragen ob deine Sympthome bekannt sind. Dann sollte er dir helfen wie man mit körperlichen Sympthomen umgeht. Es gibt sehr erfolgreiche Ablenkungstechniken die mir allerdings auch kein Therapeut begebracht hat sondern ich mir selber mit Hilfe von Fachbüchern und CDS. Dein Therapeut sollte wie schon bereits erwähnt mit dir die Ursache für deine Depressionen und Ängste suchen!!! Fühlst du dich nicht gut aufgehoben suche dir einen NEUEN. Viele kommen mit Psychologen besser zurecht. AMANDA

Verfasst: 16.08.2005 14:58
von Hannes90XXX
Hallo amanda!

Du meinst, ein männlicher Psychologe ist besser als eine Psychologin? Ich hatte schonmal einen hervorragenden Psychologen, der jedoch nur Tiefenpsychologie machen konnte. Davon wurde mir aber abgeraten. Ich sollte eine Verhaltenstherapie machen. Und da habe ich dann eine Therapeutin gefunden, die glücklicherweise gleich einen Therapieplatz frei hatte. Dort bin ich nun seit Mai. Sie ist sehr nett und gibt mir Tipps für den Alltag. Gegen meine Depression hilft das aber nicht wirklich viel.

Heute fühl ich mich irgendwie richtig sch....! :vomit: Hab ein Gefühl in mir, als hätte ich ne Grippe vorm Ausbruch. Zu den Schwächegefühlen kommt noch ne unbestimmte innere Angst und Unruhe dazu. Außerdem leichter Schwindel und Benommenheit. Ich nehme ja jetzt seit einer Woche das Trevilor nicht mehr. Kann das sein, dass die Depression wieder durchkommt? Ach wenn es halt ein AD gäbe, das keine Wirkung auf die Muskeln hätte (oder das am besten gar keine Nebenwirkungen hätte). Ich würde ja mal Johanniskraut ausprobieren, aber da hat die Apothekerin gemeint, dass die Wirkung mindestens 4 Wochen braucht. Und bis dahin sind meine Probleme dann schon wieder ganz anders.
Wenn mein Neurologe aus dem Urlaub zurück ist, hat er ja vor mich evtl. auf ein anderes AD umzustellen. Da habe ich aber definitiv was dagegen (es sei denn meine Depri kommt doch wieder!). Er sprach dann doch wieder von Remergil (gibt es wohl keine anderen ADs?). Ich habe schon viel rumrecherchiert und ich denke, dass ein antriebssteigerdes AD richtig wäre. Und da ich denke (und gehört habe) dass wenn ich auf Trevilor Muskelprobleme bekommen habe, dass ich die dann auch auf SSRIs vermutlich bekomme. Deshalb würde ich noch am ehesten Anafranil (trizyklika mit antriebssteigernder Wirkung) oder Aurorix (MAO-Hemmer) ausprobieren. Bei Anafranil stehen leider Muskelschmerzen mit in den Nebenwirkungen, bei Aurorix hat man halt das Problem, dass die MAO-Hemmer recht leicht Wechselwirkungen mit anderen Mitteln haben können. Oder warum werden die kaum verschrieben? Nebenwirkungen haben die ja glaub ich weniger.

Bei Remergil ging es mir genauso wie dir. Ich hab auch mit 7,5mg angefangen. Als ich es das erste mal abends genommen hab, hat es mich nach einer halben Stunde richtig umgehauen. Ich konnte die Augen kaum mehr offen halten und MUSSTE mein Bett aufsuchen. Am nächsten Tag war ich auch bis Mittag richtig benommen. Das ging dann eigentlich immer so weiter. Zuerst dachte ich: na prima, sonst keine Nebenwirkungen, dann kann ich das ja mal ruhig weiternehmen und die Dosis hochfahren (auf 30mg). Aber als dann nach 4 Wochen das körperliche dazukam (wenns denn daher kam?) war das echt fürchterlich.

Die Meldung an die BfArM mache ich schon noch. Da bin ich schnell dabei! Aber jetzt muss ich erst noch genau wissen ob das wirklich vom Absetzen kommt.
Wie gehen denn deine Ablenkungstechniken? Kannst du da ein gutes Buch empfehlen? Ich hab schon soviele Bücher über Depris gelesen... Irgendwie steht in allen das gleiche und nicht das wonach ich suche.

Die Ursache meiner Depression kann man nicht genau sagen:
erstens habe ich wirklich eine hypochondrische Störung (die wohl daher kommt, dass ich beim Zivildienst viele schwerkranke, tlw. junge Menschen mit z.B. MS oder Muskelschwund pflegen musste). Daher denke ich seit Beginn der Depression, dass ich auch sowas haben könnte (MS wurde aber gottseidank ausgeschlossen).
Zweitens bin ich wohl beruflich überfordert. Ich bin Doktorand, d. h. ich mache zur Zeit meinen Dr.-Ing. Da muss man immer auf der Matte stehen. Daher habe ich da wahrscheinlich eine Versagensangst. Außerdem habe ich wohl leichte Minderwertigkeitskomplexe.

Was meinst du zu dem ganzen?

Hannes

PS: Mir tun schon meine Arme vom vielen Schreiben weh. :(

Verfasst: 17.08.2005 10:16
von amanda
Hallo Hannes DIE URSACHE deiner Depressionen kannst du bei einer Verhaltenstherapie nicht finden! Ich spreche jetzt mal aus eigener Erfahrung und der Erfahrung von Bekannten und Familienmitgliedern. Die Ärzte sind der Meinung dass die Veranlagung ob man anfällig ist für Depressionen etc in den Genen liegt...das mag sein. Aber ist es nicht auch bei JEDEM so das früheste Kindheitserlebnisse und die gemachten Lebenserfahrungen einen prägen und dann meist zu "verkehrten Verhaltensmustern" führen. Man kann oft selbst nicht erkennen dass man in bestimmten Reaktionen "falsch denkt oder reagiert". Das ist eigentlich die Aufgabe eines Therapeuten....den Patient dazu zu bringen die verkehrten Reaktionen zu erkennen und sie dann ERFOLGREICH zu ändern. Ich weiss nicht viel von dir aber ich denke dass du ein sehr ergeiziger Mensch bist der MANCHMAL EIN BISSCHEN ZU VIEL VON SICH VERLANGT. Wenn ich Therapeutin wäre würde ich dir empfehlen mal auf ein Blatt zu schreiben: 100% reicht auch!!!Denn die meisten Menschen erwarten dass sie 200%ig funktionieren. Ich denke unsere Gesellschaft ist schuld an den vielen psychischen Erkrankungen. Menschen erkennen nicht mehr wenn sie berufsmässig oder/und privat überfordert sind. Sie machen nicht genügend Pausen,sie setzen sich täglich Stress aus (stilles sitzen vor dem Computer ist hochgradiger Stress)und bauen ihn nicht wieder ab. Die meisten Menschen wissen garnicht wie sie richtig Stress abbauen können. Anstatt sich nach der Arbeit zu bewegen essen sie zu abend und liegen dann auf dem Sofa und schauen fern.....1 Flasche Bier dazu....und das hält man dann für Entspannung. Wer viel Stress hat muss sich auch dementsprechend ernähren.....was tun wir aber .....?????Pizza und Co weil man ja keine Zeit hat vernünftig zu essen.Vieleicht sprichst du mal mit deiner Therapeutin darüber??Ich könnte noch Stunden weiterschreiben habe aber leider keine Zeit mehr.Wenn du magst berichte ich weiter von meinen Beobachtungen.A.

Verfasst: 17.08.2005 11:52
von Hannes90XXX
Hallo amanda!

Das würde mich sehr interessieren, was du noch so für Erfahrungen hast. Schreib doch noch mehr. :roll: Ich will dir aber auch nicht die Zeit stehlen.
Ich hatte wie gesagt schon einen Psychologen, der Tiefenpsychologie mit mir machen wollte. Leider ist er selbst krank, so dass er oft Urlaub hat und daher oft nicht für mich dasein kann. Er war jedenfalls super! Er ist sowohl Psychiater als auch Psychotherapeut und daher für mein Krankheitsbild ideal geeignet. Ich habe immer mit ihm über alles diskutieren können (Medis, Krankheit, Untersuchungen...). Leider kann man nicht 2 Therapien gleichzeitig machen (Verhaltens- und Tiefenpsychologie).
Ich habe jedenfalls vor mein Leben wirklich umzustellen. Gesunde Ernährung, mehr Sport (wenn mich meine müden Knochen lassen :) ), mehr Auszeit, weniger Stress und Druck.
Was dazukommt ist, dass ich wahrscheinlich zu wenig Freunde habe, so dass ich zu selten abgelenkt werde und zu sehr in mich hineinhorchen kann.

Welche Erfahung hast du denn mit pflanzlichen Medis / Homöopathie gemacht?

Viele Grüße
Hannes

Verfasst: 17.08.2005 12:14
von amanda
Hallo Hannes das hört sich ja schon mal gut an dass du dein Leben "umkrämpeln" willst. Kein Mensch und auch kein Tier hält Dauerstress aus ohne POSITIVEN AUSGLEICH. Ein Beispiel: Frisch VERLIEBTE haben das Gefühl das ihnen jede Arbeit leicht von der Hand geht und man fühlt sich als ob man Bäume ausreissen könnte. Tiere die normalerweise in der Natur in einer Herde leben und viel Auslauf haben werden in Einzelhaltung KRANK. Da man sich nartürlich nicht immer ständig "neu Verlieben" kann muss man andere POSITIVE DINGE finden die ebenfalls Glückshormone aktivieren. Bei mir ist es Musik .tanzen,Massagen,Walken,und andere diverse Sportarten. Der menschliche Körper ist wie eine Waage. Setzt man sich gedanklich oder körperlich unter Dauerstress gerät die Waage aus dem Gleichgewicht und ich denke das dann unser kompletter Stoffwechsel verrückt spielt und es kommt so zu körperlichen und seelischen Beschwerden. GANZ WICHTIG ist es auch dass man lernt sich richtig mitzuteilen wenn einem mal etwas nicht passt!!!!!DENN SCHWEIGEN MACHT KRANK....sehr krank sogar. Es heisst ja nicht umsonst: MAN FRISST DEN KUMMER IN SICH HINEIN!!!! Ein weiteres Sprichwort (wenn du mal selbst überlegst fallen dir sicher auch noch viele Sprichwörter ein) ist.MIR SITZT DIE ANGST IM NACKEN....Was heisst das? Wenn man Angst hat verkrampft sich die Nacken und Schultermuskulatur! Noch ein paar Beispiele Mir bleibt vor Schreck die Spucke weg,Vor Angst wie gelähmt,ich dachte mein Herz bleibt vor Schreck stehen,weiche Knie vor Angst,vor Glück ganz schwindelig......nun du siehst dein Körper reagiert eigentlich ganz normal BEI EXTREMEN BELASTUNGEN OHNE ENTSPRECHENDEN AUSGLEICH. Wenn dein vegetatives Nervensysthem wieder IN DER WAAGE ist werden deine körperlichen Sympthome auch wieder ein NORMALMASS erreichen. SO WAR ES ZUMINDESTENS BEI MIR und vielen anderen. Es hat lange gedauert bis deine Waage aus dem Gleichgewicht geraten ist also gib deinem Körper auch Zeit sich wieder zu erholen ! Ich denke du bist auf dem richtigen Weg GRUSS AMANDA

Verfasst: 17.08.2005 12:32
von amanda
Ich habe noch ein paar wichtige Dinge vergessen .Wenn du dich für Pflanzliche Medikamente interessierst würde ich mich mal an einen guten Heilpraktiker wenden.Jeder Mensch reagiert anders und deshalb wäre eine gute Beratung sinnvoll. Bei meinem Mann hat komischer Weise Neurexan ganz tolle Erfolge gebracht obwohl er eher skeptisch war das "solche Mittelchen" helfen sollen. Es hat ihn etwas ruhiger und ausgeglichener gemacht. Einige Wochen hat er auch zusätzlich hochdosiertes Baldrian genommen.Ausserdem hat er in dieser Zeit auch gelernt seinem Ärger Luft zu machen . Was nun die bessere Wirkung war kann ich nartürlich nicht sagen. Wichtig ist bei deinen jetzigen Sympthomen sie möglichst wenig zu beachten. Lenk dich ab wann immer dich ein Sympthom nervt. Mir hat das erlernen von Atemtechniken,Entspannungstechniken sehr geholfen. Ich habe mir alles selbst beigebracht mit CDs von Dr. Hans Grünn. Wenn dieser Arzt wüsste wie sehr er mir mit seinen CDs geholfen hat(erhältlich im Buchhandel). Volkshochschulen und Krankenkassen bieten auch eine Menge brauchbare Kurse an. Was für dich genau richtig ist musst du selbst herrausfinden und man braucht auch Disziplin und Geduld. Progressive Muskelentspannung halte ich für besonders sinnvoll. Man hat Studien mit Patienten die unter Bluthochdruck litten gemacht....und siehe da nach ein paar Wochen waren die Werte besser. Mir hat es immer ein gutes Gefühl gegeben wenn ich gemerkt habe dass ICH SELBST Einfluss auf meinen Körper habe. So jetzt tut mir auch der Zeigefinger weh....VIEL ERFOLG mit meinen Tips AMANDA

Verfasst: 17.08.2005 14:06
von Hannes90XXX
Hallo amanda!

Du hättest Psychotherapeutin werden sollen. Jeder Satz von dir hilft mir! Danke! :hug:
Ich versuche meine Symptome so wenig wie möglich zu beachten, aber das fällt mir sehr schwer! Ich verkrieche mich regelrecht in diese Beschwerden. Ich muss Sachen finden, die mich interessieren und ablenken. Zum Beispiel graust es mich vor jedem freien Tag zuhause, weil mir dort die Decke auf den Kopf fällt und ich Zeit zum Grübeln habe. Dann überlege ich krampfhaft wie ich mich ablenken oder was ich tun kann und dann fällt mir entweder ein: Wohnung putzen, Fernsehen, Internet, vielleicht mal Spazierengehen und das wars dann auch schon wieder. Dabei wäre ich eigentlich so ein lebensfroher Mensch. Ach wie gerne würde ich mal wieder springend über die Straße hüpfen (ich habs vorgesten abend mal gemacht - war toll!). Aber es soll wieder zu meinem Dauerzustand werden. So nach dem Motto: "Was kostet die Welt?"
Kannst du mir mal genau sagen, welche CDs das waren? Ich hab so viele bei Amazon von Hans Grünn gefunden.
In der Klinik habe ich auch Muskelentspannung noch Jacobson gemacht. Das hat mir auch sehr gut getan. Nur leider brauche ich da halt jemanden der die Sätze vorliest. Außerdem kann ich mich ohne "Zwang" dazu kaum aufraffen (weil irgendwie dann die Zeit fehlt oder dafür einfach keine Zeit übrig ist)?
Außerdem mache ich Yoga (aber auch seit März nicht mehr). Der neue Kurs beginnt wieder im September. Aber das war auch immer ein Gehetze: Dienstag, 17.30 Uhr. Früher von der Arbeit gehen und dann durch den Verkehr. "Hoffentlich komme ich nicht zu spät!" Dann dort angekommen und dann auf "Knopfdruck" entspannen. Die Gedanken waren dann meistens noch in der Arbeit. (für die Arbeit hatte es was gutes, weil mir während dem Yoga immer die besten Sachen für die Doktorarbeit eingefallen sind). Aber das hat ja nicht wirklich was mit Entspannung zu tun!
Aber du hast mir wirklich die Augen geöffnet: ich werde es jetzt mit Natur und Psychotherapie versuchen. Außerdem versuche ich mich nicht in alles so reinzusteigern und mich verrückt zu machen.
Meine Frage vom letzten Mal: hast du Johanniskraut schon mal probiert?

Hannes

PS: Wo kommst du eigentlich her?

Verfasst: 17.08.2005 14:34
von Tep
Hallo Hannes,

habe Deine Postings und die Antworten hier im Thread gelesen.

Im Profil lese ich, dass Du Mirtazapin genommen hattest, Du schreibst aber nicht, wie Du es ausgeschlichen hast und wann Du dann auf Trevilor so unvernünftig "eingestellt" wurdest, kannst Du da nähere Angaben machen?

Außerdem hat Mirtazapin eine dämpfende Wirkung und Trevilor eine aufputschende Wirkung = also zwei völlig verschiedene Medikamente.

Vielleicht kannst Du da mal Näheres dazu schreiben.

Herzlichst
Tep

Verfasst: 17.08.2005 15:00
von Hannes90XXX
Hallo Tep!

Remergil hab ich für ca. 5 Wochen genommen. Es wurde dann schlagartig abgesetzt. Man sagte mir, das Trevilor würde die Wirkung schon auffangen. Damals war ich in der Klinik. Ein Tag zuvor war ich ambulant in der Klinik und die Ärztin sagte mir, dass ich das Remergil von 30mg auf 45mg erhöhen sollte (weil es mir so schlecht ging). Am nächsten Tag hab ich es nicht mehr ausgehalten und da wollte ich unbedingt in die Klinik. Wie gesagt: dort wurde dann schlagartig umgestellt.
Ich hab hier auch schon einiges über Remergil gelesen, u. a. dass es bei höherer Dosis bei einigen Ängste ausgelöst hat. Vielleicht ging es mir ja deshalb mit 30 und 45mg so schlecht :twisted: . Ich dachte damals (und vielleicht war es ja auch so), dass einfach die Depression wieder durchgekommen ist. Jedenfalls hatte ich auch unter der Remergil Therapie nach ein paar Wochen Muskelziehen.
Ich kann wirklich nicht mehr sagen, was woher kam und was die Krankheit ist / war. Ich hoffe nur, dass da ich jetzt seit einer Woche "clean" bin, sich diese Beschwerden langsam geben. Bisher merk ich jedenfalls noch nix. :(

Viele Grüße

Hannes