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Frage zum Absetzen von Paroxat

Verfasst: 11.08.2005 15:03
von Knochi
Hallo Leute!

Vielleicht kann mir jemand sagen, wie lange man mit Absetzsymptomen rechnen muß.

Eine gute Bekannte nahm 1 Jahr Paroxat. Vor 3 Wochen kam sie aus der Kur aus einer psychosomatischen Klinik zurück.

Vor 2 Tagen war sie bei mir und machte einen ziemlich aufgelösten Eindruck. Sie meinte, die Kur hätte gar nichts gebracht und es ginge ihr beinahe schlechter als zuvor.
Als ich sie auf das Paroxat ansprach meinte sie, das hätte sie in der Kur schon abgesetzt.

Wie sich herausstellte, wurde sie in der Klinik von 20 mg Paroxat täglich binnen einer Woche auf 0 mg gesetzt. Seit vier Wochen nimmt sie kein Paroxat mehr ein.


Kann es sein, daß sie deshalb so einen Durchhänger hat?


Danke für euere Antworten!

Verfasst: 11.08.2005 16:05
von mücke
Hallo Knochi

Der Durchhänger deiner Bekannten kann sehr gut vom schnellen Absetzen kommen. Nach 1 Jahr Einnahme von 20 mg Paroxat, sollte viel langsamer reduziert werden.

Lies unter:
www.kompendium.ch/Search.aspx?lang=de
(gehe über Wirkstoff Paroxetin. sind allerdings andere Präperatnamen)

Da steht: Vorsicht bei apruptem Absetzen. Es wird empfohlen wöchentlich in 10 mg Schritten zu reduzieren. Falls trotzdem starke Absetzprobleme auftreten zur alten Dosis zurückkehren u. in kleineren Schritten reduzierern.

Ich persönlich halte 10 mg die Woche noch für zu schnell. Je langsamer, desto besser.
www.antidepressiva-absetzen.de

Gruss Annette

Verfasst: 11.08.2005 17:21
von Knochi
Hallo Annette,

vielen Dank für Deine Antwort! Ich werde mir mal in Ruhe den von Dir genannten ersten Link durchlesen.
Den zweiten Link habe ich gestern Abend schon angeschaut und den Inhalt für meine Bekannte ausgedruckt.

Mir ist aufgefallen, daß sie im Lauf ihrer Kur immer weniger von sich hören ließ. Zuletzt meinte sie, es würde ihr vor der Rückkehr grausen, weil ihre Probleme eher zu- anstatt abnehmen würden. :(
Darüber habe ich mich schon gewundert. Kur und Paroxat sollten doch eigentlich den Zustand verbessern.

Aufgrund ihres schlechten Zustands meinte ihre Therapeutin, sie werde wahrscheinlich die Therapie mit meiner Bekannten nicht mehr fortsetzen, weil sich trotz Kur keine Besserung eingestellt hätte. Ausserdem würde das die Therapeutin auch "hinunterziehen". :shock:
Ich finde das schon etwas merkwürdig. :twisted:

Nun interessiert es mich eben, ob der schlechte Zustand durch das schnelle Absetzen verursacht werden kann
und wie lange dieser miese Zustand (ohne erneute Paroxatgabe) andauern kann.

Du hast mir nun schon ein Stück weitergeholfen! Ich wünsche Dir, dass Du das Medikamentenzeugs ebenfalls bald los bist.

Vielen Dank und Grüße von Knochi

Verfasst: 11.08.2005 17:54
von Hippo
Genau so ging mein erster Absetzversuch auch in die Hosen. Die Reha war wirklich gut, aber ich machte wohl so einen stabilen Eindruck, dass man dann zum Ziel setzte, innerhalb der letzten 10 Tage (!) von 20mg auf 0 zu gehen. Das hatte gröbste Absetzsymptome zur Folge, mit denen kein Spezialist dort was anfangen konnte.
Es liest sich halt im Bericht an den Kostenträger immer gut, wenn da steht ".....deshalb konnte die Medikation erfolgreich abgesetzt werden...". Letztendlich musste ich sie wieder nehmen, gerade auch, weil niemand auf die Absetzproblematik eingegangen ist.

Ansonsten, so eine Reha kann schon heftig sein, und gerade gegen Ende geht es den meisten etwas schlechter. Entweder haben sie sich während des Aufenthalts sehr wohl gefühlt und haben Angst vor dem Alltag zu Hause, oder sie haben bestimmte - oft unangenehme - Aufgaben mit nach Hause bekommen....
In beiden Fällen ist ein schnelles Absetzen von AD das falsche.

Viele Grüsse
Hippo