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Trevilor Finger weg
Verfasst: 08.07.2005 22:00
von Fubar
Ich möchte mit diesem Beitrag alle warnen, die sich überlegen dieses Teufelszeug zu schlucken.
Ich habe es gegen meine Depressionen bekommen und sollte es zur Prophylaxe weiternehmen. Nach einem Jahr sind die Depressionen wieder gekommen. Den prophylaktischen Effekt hat das Medikament verfehlt.
Aber egal.
Das Medikament abzusetzen war die absolute Hölle. Beim ersten Versuch bin ich gleich in der Notfallaufnahme gelandet. Habe es mit 220 auf Null probiert. Das ganze vegetative Nervensystem schien darauf zusammengebrochen. Schweissausbrüche, Schüttelfrost, Zittern usw.
Am allerschlimmsten waren aber diese Zaps. Elektrostöße im Kopf. Mediziner haben hierfür keine Erklärung. Bei einer Augenbewegung nach links oder rechts bekommt man einen derartigen Schlag versetzt, dass man denkt man verliert komplett das Bewusstsein.Zudem werden Ohrgeräusche, sofern man an welchen leidet, in dem Moment der Zaps extrem laut. Irgendwie scheint da auch das autonome Nervensystem verrückt zu spielen. Nach 4v Wochen habe ich es zum Glück geschaft, von dem Zeug runterzukommen in dem ich es langsam auschleichen lassen habe. Die Zaps waren hier nicht allzu schlimm, hielten bei Reduzierung ca. 2 Tage an.
Mein Tipp, sich dessen bewusst sein, dass man von dem Zeug nicht so leicht wieder runterkommt. Ich wünsche keinem diese Stromstöße. Sie sind die extrem schlimm. Also überlegen ob man es will, denn aus Erfahrung leiden sehr viele beim Absetzen daran. Ich frage mich bloss, warum in den Beipackzetteln nichts von derartigen Entzugssyntomen gesagt wird. Den Ärzten und Neurologen kann man sicher keinen Vorwurf machen. Woher sollen sie davon wissen. Medizinische Erklärungen gibt es wie gesagt nicht.
Möchte mich fragen, was die Chemiker da zusammenbrauen.
Ich nehme jetzt prophylaktisch Fluctin. Ein paar Tage nach der ersten Einnahme sind meine Depressionen verschwunden. Das hat Trevilor nicht geschafft. Aber egal. Wohl wirkt jedes Medikament was Depris betrifft bei jedem anders. Mir war es nur wichtig von diesen Venlafaxin Entzugsyntomen zu berichten. Und ich sage absolut. Finger weg.... das ist es nicht wert
Verfasst: 08.07.2005 23:18
von amanda
Hallo Fubar Nicht nur Trevilor sondern auch andere Antidepressiva können einem die Hölle beim Absetzen bereiten.Solltest du Fluctin absetzen solltest du es auch in langsamen Schritten tun obwohl wegen der langen Halbwertzeit weniger Absetzsympthome zu erwarten sind. Ich selbst habe auch Horrorabsetzsympthome bei Paroxetin und Remergil gehabt. Ich kann nur jeden warnen diese Medikamente abrupt abzusetzen. Mir blieb leider keine andere Wahl da die Ärzte denen ich damals noch vertraut habe die Medikamente abrupt abgesetzt haben. Alles Gute AMANDA
Verfasst: 08.07.2005 23:23
von Oliver
Hallo Fubar.
Willkommen im Forum
Danke für Deinen Erfahrungsbericht. Du hast Recht - dies passiert gar nicht mal so selten und gerade die Zaps ("Stromschläge" im Kopf) sind keine Seltenheit beim Absetzen von Trevilor. Jetzt möchte ich Dich allerdings auch noch warnen:
Fluctin hat geschrieben:Ich nehme jetzt prophylaktisch Fluctin.
Erstens: Es gibt absolut keine überzeugenden Anhaltspunkte dafür, dass die prophylaktische Einnahme eines SSRI Sinn macht.
Zweitens: Fluctin ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie Trevilor.
Die gleichen Absetzerscheinungen in der gleichen Schwere können auch beim Absetzen von Fluctin und jedes anderen "modernen" Antidepressivums auftreten. Fluctin hat zwar eine weitaus längere Halbwertszeit und wirkt auch nicht direkt auf die Wiederaufnhame von Noradrenailin (wie das Trevilor über ca. 150 mg am Tag wohl tut) aber wenn Du so schlechte Erfahrungen mit Trevilor gemacht hast, solltest Du Dir vielleicht überlegen ganz die Finger von SSRI und Co. zu lassen.
Was unternimmst Du denn sonst noch prophylaktisch gegen Deine Depressonen?
Alles Gute
Oliver
Macht wohl Sinn
Verfasst: 10.07.2005 13:29
von Fubar
Habe vordem Trevilor schon über 5 Jahre Fluctin genommen und da nie Probleme mit gehabt.
Wenn ich Fluctin eingenommen habe ( prophilaktisch) habe ich keine Depressionen bekommen. Immer nur wenn ich es abgesetzt habe. Meine Therapeuten wollte dann mal Trevilor ausprobieren, was wohl ein Fehler war. Die Absetzsymptome bei Fluctin waren nahezu trivial gegen die des Fluctins. Fast nie was davon gemerkt.
Ich überlege ob ich zur Phasenprophylaxe jetzt Lithium nehen sollte. Denn ohne Medikamente bekomme ich sicherlich wieder Depressionen.
Jemand Erfahrungen mit Lithium ?
Für Dich vielleicht
Verfasst: 10.07.2005 17:49
von Oliver
Hallo Fubar.
Denn ohne Medikamente bekomme ich sicherlich wieder Depressionen.
Wenn Du meinst ... Ist ja Deine Sache. Aber wissenschaftliche Belege für die Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise gibt es nun mal nicht.
Jemand Erfahrungen mit Lithium ?
Das zu diskutieren ist hier nicht der Ort. Siehe:
Wichtige Hinweise
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 11.07.2005 17:42
von mücke
Hallo Fubar
Du kannst ohne AD nicht frei von Depression sein? Wie kommst du darauf? Hast du es denn schon mal längere Zeit ohne probiert?
Viel besser als eine Pille finde ich Psychotherapie, Ausdauersport u. eine basische Kost.
Lass die Finger von Lithium, das kann auch toxisch wirken.
Ich würde das Zeug nie einnehmen. Aber du entscheidest, hast also die Wahl.
Gruss Annette
Verfasst: 11.07.2005 23:28
von PhilRS
Hi Fubar & die anderen,
na das ist ja eine schöne Bescherung!
...zwei Punkte kann ich mir nicht verkneifen anzumerken.
1. Entzugssymptome/Beipackzettel
Wenn man weiß, wonach man sucht, und die Andeutungen in Beipackzetteln "zwischen den Zeilen" kennt, dann findet man z.B. diese einschlägigen Stellen:
TREVILOR 37,5 (Gelbe Liste) hat geschrieben:Sorgf. Überwach.: ... b. Pat. m. Mißbrauchs- u. Abhängigkeitsanamnese.
sowie natürlich:
TREVILOR 37,5 (Gelbe Liste) hat geschrieben:Absetzerschein. m. Müdigk., Schläfrigk., Schlafstör., Schlaflosigk., Kopfschm., Tinnitus, cerebralen Krämpfen, Benommenh., Nervosität, Übelk., Schwindel, Angst, Verwirrth., Hypomanie, Parästhesien, Mundtrockenh., Erbrechen u. Durchfall, Erregung, Appetitlosigk., Schwitzen.
= im
Klartext:
"TREVILOR ist ein Medikament mit Abhängigkeitspotenzial, das beim Absetzen Entzugserscheinungen hervorruft".
Verantwortungsvolle Patienteninformation kann man das kaum nennen.
Ich gewinne eher den Eindruck, dem Hersteller (=Wyeth Pharma) ist sehr genau bekannt, "aus welchem Holz" das Zeug ist - aber es wird so lange an den Formulierungen gebogen, bis es keiner mehr versteht. Skandalös.
Persönlich finde ich aber noch skandalöser, was sich Wyeth in der Fachinformation leistet: Da steht, am Anfang sollte der Arzt die "kleinste Packungsgröße verordnen", um Suizidversuche auszuschließen.
Als ob jemand, der sich infolge TREVILOR-Einnahme umbringen will, das "nur" mit den Tabletten täte! Das tun sogar die Wenigsten. Und natürlich hilft eine Kleinpackung rein gar nichts, wenn Suizidgedanken kommen -> den Verordnern auf diese Weise Scheinsicherheit suggerieren zu wollen, stellt für mich eine absolute Frechheit dar.
2. Lithium
Annette hat nicht Unrecht > das angesprochene ist oft das Problem bei Lithium:
Geringe
therapeutische Breite, d.h. man kommt schnell aus dem Wirkbereich in den Vergiftungsbereich (bei zu hoher Dosis) oder bleibt drunter (dann keine ausreichende Wirkung).
Die entscheidende Frage dürfte sein: Hattest Du schon mal eine
manische Phase?
Dann gäb's vielleicht Grund, über Lithium nachzudenken.
Ansonsten kaum, da es eine schwankende Stimmung meist auf ein Level stabilisiert, was
unter dem als angenehm/normal empfundenen liegt.
<hr>
BTW finde ich das nun nicht so weit entfernt vom Forumsthema, dass man es nicht auch mal anschneiden könnte. Die Vorstellung, dass nach dem SSRI-Absetzen mancher Psychiater u.a. Lithium vorschlagen könnte, ist gar nicht so abwegig. Eine ernstzunehmende "Alternative" stellt es bei näherem Hinsehen sowieso kaum dar - also keine echte Gefahr der "AD-Werbung".
Gruß an Euch von
-PhilRS.
Verfasst: 12.07.2005 09:14
von Oliver
Hallo Phil.
BTW finde ich das nun nicht so weit entfernt vom Forumsthema, dass man es nicht auch mal anschneiden könnte. Die Vorstellung, dass nach dem SSRI-Absetzen mancher Psychiater u.a. Lithium vorschlagen könnte, ist gar nicht so abwegig. Eine ernstzunehmende "Alternative" stellt es bei näherem Hinsehen sowieso kaum dar - also keine echte Gefahr der "AD-Werbung".
Mir ging es dabei nicht um das Lithium als Substanz oder um die Gefahr der AD-Werbung, sondern um die allgemeine Tendenz, die sich in den letzten Monaten in diesem Forum eingeschlichen hat. Da ging es immer mehr um das Leben mit Antidepressiva im Allgemeinen - so im Stile von "Das und das habe ich ausprobiert, was könnt ihr mir denn noch so empfehlen" ... und das möchten wir hier in Bezug auf Medikamente einfach nicht. Ich weiß, dass dies in anderen Foren gang und gäbe ist, aber
hier gehört es eben nicht her. Wer von möglichst vielen Mitbetroffenen hören will, dass Medikament XY ganz toll ist und Peter, Karla und Egon super gehofen hat, der oder die kann gerne z.B. dem größten deutschen Pusherforum ins Netz gehen ... Du weißt schon was ich meine
Alles Gute
Oliver
komische Meinungen
Verfasst: 12.07.2005 13:36
von Fubar
JO Olliver,
Bei Erfahrungen mit Lithium meinte ich natrlich im Hinblick auf dieses Forum, Erfahrungen mit Nebenwirkungen und Absatzerscheinungen. Verstehe nicht was da hiervon nicht hingehören soll. Zu allen anderen: Ich würde sicher nicht irgendwelche Medikamente nehmen, wenn ich nicht wüßte das sie mir helfen. Zum Thema Ernährung .. es handelt sich bei einer rezidivierenden Depression nict um ein Ernährungsproblem. Es ist eine zu behandelne Krankheit und keine Deprimiertheit.
Ich bin froh, dass es Medikamente gibt, die den Hirnstoffwechsel so beeinflussen, dass er gesund reagieren kann und nicht krankhaft.
Mit Sport undErnährung kann man eine erblich bedingte Stoffwechselstörung nicht heilen.. vielleicht unterstützen.
Lithium ist in seiner Wirkunsweise überhaupt nicht erforscht. Man weiss nur dass es die Wirkung von SSRI unterstützt. Eine toxische Wirkung bei Überdosierung ist ja wohl leicht zu verhindern.Es ist jedenfalls noch kein Fall bekannt, bei dem jemand sich mit Lithiummehr vergiftet hat als beispielsweise bei jedem Alkohol oder Cannabisrausch.
Lithium wird schon lange nicht mehr nur manisch depressiven verordnet.
Man hat bei manisch deprssiven nur festgestellt, dass es Phasen von Depression erfolgreich verhindert. Manische Phasen werden immer noch mit dämpfenden Medikamenten behandelt , wozu Lithium keinesfalls zählt. IN den letzten Jahren ist zunehmend die endogene rezidivierende Deprssion erforscht worde und zur Phasenprophylaxe wird Lithium erfolgreich angewendet.
Ich verstehe nicht warum auch in einem Absetzforum so auf den AD herumgetreten wird. Es gibt nunmal genug Leute die das Zeug brauchen um eine normales Leben führen zu können. Das es Absetzsymptome gibt ist zwar traurig aber ein Risiko was man tragen muss. Derjenige der an einer chronischen Hepaptitis leidet ist auch auf Mediamnete angewiesen, die Nebenwirkungen verursachen. Trotzdem nimmt er sie, damit er nicht stirbt. So ist das nunmal bei AD auch.Schließlich sterben immer noch 10 mal soviele Menschen an Depressionen als an Leberentzündungen. Also seit froh, dass es solche Medis gibt. Wichtig ist meiner Meinung nach, stärker auf Nebenwirkungen und Absatzsymptome hinzuweisen. Und bei Unverträglichkeit das Medikament zu ersetzen.
fubar
Verfasst: 12.07.2005 14:49
von mücke
Hi Fubar
Ich nehme dich durchaus ernst. Eine Depression zu haben kann das Leben sehr erschweren. Es kann so schlimm kommen, daß man nicht mehr will. Das habe ich in meinem Berufsleben oft genug erlebt.
Wenn ich die Ernährung erwähne, dann aufgund meiner Erfahrungen. Ich glaube auf diesem Ohr bist du aber taub. Das gleiche gilt auch für Ausdauersport.
Hier wird niemand gezwungen auf ein AD zu verzichten. Versuch es weiter, vielleicht findest du doch noch das passende Medikament für dich. Ich gönne es dir von ganzem Herzen. ( ist nicht ironisch gemeint)
Meinst du , daß du eine endogene Depression hast?
Gibt es denn überhaupt endogene Depressionen? Ich glaube nicht daran.
Was ist denn der Normalwert beim Serotonin?
Wie kann man ihn bestimmen?
Warum schreibt die Pharmazie: Man vermutet einen Mangel an Serotonin! und nicht: Es ist ein Mangel an Serotonin? Vielleicht weil man das bis heute nicht 100% beweisen kann?
Wichtig ist: Du entscheidest, du hast ein Recht auf deinen eigenen Weg, auf eigene Erfahrungen. Ich wünsche dir dabei alles Gute.
Wenn du positive Erfahrungsberichte suchst, schau doch mal rein bei:
http://www.kompetenznetz-depression.de
Gruss Annette
Verfasst: 12.07.2005 15:44
von PhilRS
Dank an Annette & Oliver, auch an Fubar:
durch den Hinweis auf die trampelnde Nachtigall kann ich mir die lange Antwort sparen. Unser Hintergrund ist auch einfach zu verschieden.
Tipp: Frag mal 5 Psychiater, ob bzw. wie oft sie Lithium verwenden (und warum bzw. warum nicht). Mit Glück ist einer drunter, der das regelmäßig tut.
Die anderen Stimmungsstabilisatoren sind besser zu handhaben. Lithium hat zwar einen (im Gegensatz zu den übrigen Varianten
nachgewiesenen) antisuizidalen Effekt. Aber die Probleme mit der Compliance sind allzu oft limitierend für eine wirksame Lithium-Phasenprophylaxe.
Dass es bei
Dir - z.B. durch hohe Motivation - völlig anders sein kann, ist doch wohl bitte klar! Darum nannte ich auch keine Alternativen (eine fängt auch mit L... an) => nach Olivers Hinweis noch weniger.
<hr>
... ach nochwas: Der "Oldtimer" Lithium gelangt auch industrieseitig ins Abseits, nachzulesen wie immer im aktuellen
arznei-telegramm.
Na denn - Viel Erfolg wünscht trotzdem
-PhilRS.
Berechtigte Meinungen
Verfasst: 12.07.2005 16:07
von Oliver
Hallo Fubar.
... hat mein Radar bie dir mal wieder richtig angeschlagen

Ich bin auch mit rezidivierender Depression diagnostiziert worden und wie sich herausgestellt hat, waren ADs das Letzte was ich brauchte - aber egal.
Ich denke zu dem Thema ist jetzt genug gesagt und wir machen den Thread mal zu, um eventuellen Ausartungen vorzubeugen.
Alles Gute
Oliver