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Nebenwirkungen Opipramol
Verfasst: 29.06.2005 09:55
von Brecki
hallo brauche mal eure hilfe, bin ganz neu hier und froh das es die seite gibt. ich habe fast 1 jahr lang jeden tag 1 tablette lorazepam und 2 insidon genommen. seit dem 23.06. also 6 tagen habe ich lorazepam abprupt abgesetzt und der arzt verschrieb mir statt insidon nun opipramol 100 mg 3 stück am tag. Ich nehme aber zur zeit nur 200 mg. ich habe seidem schwindelgefühle und benommenheit und fühle mich schlechter als vorher ich habe aber auch am selben tag aufgehört zu rauchen, keine fingernägel mehr gekaut und irgendwann müsste jetzt auch meine periode kommen. ich sag mir jeden tag ich muss dadurch das wird auch wieder besser - mein mann unterstützt mich total, aber er meint ich sei zu ungeduldig da das ganze erstmal ziemlich viel aufeinmal ist und erst 6 tage her müsste ich mehr geduld haben damit eine positive wirkung eintritt. kann mir jemand helfen? bin ich wirklich zu ungeduldig? was meint ihr? Ich mein eigentlich sollte ich doch stolz sein das ich das jetzt schon alles 6 tage durchhalte nur warte ich eben auf den erfolg es ist so schwer ich hatte natürlich auch entzugserscheinungen von den lorazepam. Bitte geht das jemand? wird es wieder besser? bin total verzweifelt und über jede e-mail dankber.
gruss eure melli[/i]
Verfasst: 29.06.2005 10:11
von CloneX
Nach einer einjährigen Einnahme von Lorazepam sollte man NICHT abrupbt absetzen - das kann massive Entzugserscheinungen verursachen. Welche Dosis hast du genommen ?
LORAZEPAM
Verfasst: 29.06.2005 10:16
von Brecki
Hallo danke für deine schnelle nachricht. ich habe täglich 1 mg genommen. hast du erfahrung mit sowas?
Verfasst: 29.06.2005 10:46
von CloneX
Hannes aus diesem Forum wird dir da mehr sagen können - der kennt sich besser aus.
hallo nochmal
Verfasst: 29.06.2005 10:57
von Brecki
hi nochmal, wie gesagt ich bin neu hier - wie kann ich denn dieses hannes kontaktieren?
Verfasst: 29.06.2005 13:50
von Hannes Wien
Hallo Brecki!
ich habe fast 1 jahr lang jeden tag 1 tablette lorazepam und 2 insidon genommen. seit dem 23.06. also 6 tagen habe ich lorazepam abprupt abgesetzt und der arzt verschrieb mir statt insidon nun opipramol 100 mg 3 stück am tag.
Benzodiazepine darf man
niemals abprupt absetzen, überhaupt nicht nach einem Jahr!
Aus 6 Tagen ohne würden Monate Qualen werden und das Insidon kann unmöglich die Entzugserscheinungen davon abfangen!
Wer hat denn so einen Schwachsinn verzapft?
Als erstes nimm doch wieder das 1mg Lorazepam und warte einige Tage bis du wieder stabil bist und zwar so:
morgens - abends
0,5 mg - 0,5mg
Besorge dir Diazepam (Valium) am besten flüssig oder 2 mg Tabletten.
Warum Valium findest du
hier!
Du musst jetzt langsam auf Diazepam umstellen!
1mg Lorazepam sind 10mg Diazepam
morgens - abends
0,5 mg L - 0,25L + 2,5 mg D
1 Woche
0,5mg L - 5mg D
1 Woche
0,25mg L + 2,5 D - 5mg D
1 Woche
5mg D - 5mg D
D= Diazepam / L = Lorazepam
Die 0,25 mg Lorazepam kannst du mit einem Tablettenschneider herstellen !
Nach dem Umstellen beginnst du zu Reduzieren!
Zuerst die 5mg Diazepam morgens.
Max alle 1-2 -4 Wochen, den Rückmuss musst du finden, wie es dir am Besten geht um max. 1 mg Diazepam am Morgen weniger.
Wenn du morgens auf 0 bist das gleiche am Abend!
Liebe Grüsse
Hannes
PS.: Ich habe dir noch eine gute Anleitung in einer PN geschickt!
Absetzung Entzugserscheinungen
Verfasst: 29.06.2005 17:34
von Brecki
Hallo Hannes, vielen vielen Dank für deine Antwort. Macht aber ein bisschen Angst wieder soviele Medikamente. Sag mal meinst du das diese Benommenheit und der Schwindel auch Entzugserscheinungen sind? Kennst du das gefühl das wenn es einem schlecht geht, man denkt es wird nie wieder besser? Als ich letzte woche zum arzt ging wollte ich eigentlich das es mir besser geht - er mir zeigt wie ich mein
selbstbewustsein steigere so das ich mich traue einen job zu suchen und endlich arbeiten gehe, aber jetzt wie gesagt ist es schlechter. Ich bin auch so leistungsorientiert fühl mich schlecht wenn ich kein geld verdiene und nicht leiste. Ich hab ein fachabitur bin 32 Jahre alt und kämpfe seit ich 16 bin. Jetzt hab ich meinen mann der mir hilft aber das ich nichts zum unterhalt beitrage macht mich fertig, obwohl ich jetzt nicht mal dran zudenken ist das ich irgendwo hingehe. Dabei war ich ob mit oder ohne "Probleme" immer sehr unternehmungsfreudig und jetzt ist von heut auf morgen alles weg. Morgen hab ich einen Notfall-Termin beim Arzt( sonst warte ich 3 Wochen auf einen Termin und sebst mit Termin ist unter 3 Stunden wartezeit nichts zu machen) TSCHULDIGUNG DAS ICH DICH SO VOLL LABER aber brauch halt jemanden zum quatschen: werd morgen deinen tipp beim arzt vorschlagen. Es wird doch auch wieder besser oder? vielen dank das du da bist
deine melli
Verfasst: 29.06.2005 18:17
von anit29
Hallo Brecki,
habe auch vor kurzem idiotischerweise mein Lorazepam abrupt abgesetzt, allerdings auf Anweisung vom Arzt.
Benommenheit und Schwindel kann durchaus aufgrund des abrupten Absetzens des Lorazepams sein. Bei mir wars noch ne Spur heftiger. Von daher ist Vorsicht geboten. Da hat Hannes schon ganz recht. Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen das es so sein könnte.
LG
Anit
Verfasst: 29.06.2005 19:39
von Hannes Wien
Hallo Melli!
Hallo Hannes, vielen vielen Dank für deine Antwort. Macht aber ein bisschen Angst wieder soviele Medikamente. Sag mal meinst du das diese Benommenheit und der Schwindel auch Entzugserscheinungen sind?
Du nimmst im Prinzip nicht mehr oder weniger Benzos als jetzt eben gerade nimmst du stellst nur langsam auf einen anderen Wirkstoff um!
Sicher sind das Entzugserscheinungen und das ist noch lange nicht alles!
Vorschau auf das Benzoinfopaket hat geschrieben:1) Um die Entzugserscheinungen der Benzodiazepine zu verstehen, muss man ihre Wirkungsweise verstehen.
Alle Benzodiazepine arbeiten nach dem Prinzip der Erhöhung des Neurotransmitter-GABA (Gamma amino buttrige Säure).
Es reagieren ungefähr 40% der Millionen Neuronen über den Rezeptor GABA, was bedeutet, dass GABA einen allgemeinen Einfluss auf das Gehirn und dessen Steuerung auf den Körper hat.
Benzodiazepine sind beruhigende, anti Angst Medikamente, die beim Entziehen einen Rebound verursachen.
Die Rebound- bzw. Entzugserscheinungen von Benzodiazepinen äußern sich in einem verstärkten Auftreten der Symptome, hier insbesondere der Ängste und Schlaflosigkeit, deretwegen ursprünglich Benzodiazepine eingenommen wurden.
Entzugssymptome:
Angstzustände, Panikattacken, vermehrtes Schwitzen, Schlaflosigkeit,
Albträume, Tremor, Übelkeit und Erbrechen, erhöhte Irritierbarkeit,
Schwindelgefühle, Tachykardie (Herzrasen), Muskelverspannungen, Muskelzittern,
abdominelle Krämpfe, Affekt- und Antriebsstörungen, Depersonalisations- und Derealisationsphänomene, Reizüberempfindlichkeit, optische Wahrnehmungsverzerrungen, Dysästhesien, kinästhetische Störungen, Synästhesien, Hautbrennen, Hautjucken, Hitzeflecken und Kälteflecken am Körper
Nebenwirkungen bei Langzeitgebrauch:
.) Schwerste Depressionen und emotionales Abstumpfen
.) Gedächtnisbeeinträchtigung, schlechtes Merken und schlechtes Gedächtnis
.) Toleranz: Die Dosis muss immer mehr gesteigert werden, um alltägliche Situationen zu bewältigen.
.) Eine psychische und körperliche Abhängigkeit entwickelt sich schon nach 3-4 Wochen Dauerkonsum.
Bitte lese auch das Ashton Manual es ist lang aber sehr wichtig !
Und das könntest du deinem Arzt um die Ohren schmeissen:
Prof.Ashton hat geschrieben:14. IS COLD TURKEY (ABRUPT, TOTAL DISCONTINUANCE OF THE DRUG) AN ACCEPTABLE METHOD OF WITHDRAWING FROM A BENZODIAZEPINE?
No. There is nearly complete uniformity of opinion both in the medical profession and in the benzodiazepine recovery community that cold turkey is a dangerous and unacceptable method of withdrawal. Cold turkey withdrawal may cause seizures, and is also associated with a higher probability of withdrawal psychosis. Seizures are almost non-existent in those employing a taper method, with the limited exception of people who have taken a benzodiazepine for a seizure disorder. Furthermore, psychosis is rare in those who taper their benzodiazepine slowly.
There is a misconception that cold turkey withdrawal, though it may cause more severe symptoms, will bring about a faster remission of symptoms. This is based on the idea that a slow taper "prolongs the agony of withdrawal." This notion is erroneous. In fact, there is some anecdotal evidence that cold turkey withdrawal may lengthen the course of the withdrawal syndrome, and may even cause the Protracted Withdrawal Syndrome (see below
Und das auch noch:
Prof.Ashton hat geschrieben:TABLE 3. SOME PROTRACTED BENZODIAZEPINE WITHDRAWAL SYMPTOMS
Symptoms Usual Course
Anxiety - Gradually diminishing over a year
Depression - May last a few months; responds to antidepressant drugs
Insomnia - Gradually diminishing over 6-12 months
Sensory symptoms: tinnitus, tingling, numbness, deep or burning pain in limbs, feeling of inner trembling or vibration, strange skin sensations - Gradually receding but may last at least a year and occasionally several years
Motor symptoms: muscle pain, weakness, painful cramps, tremor, jerks, spasms, shaking attacks - Gradually receding but may last at least a year and occasionally several years
Poor memory and cognition - Gradually receding but may last at least a year and occasionally several years
Gastrointestinal symptoms - Gradually improving but may last a year and occasionally several years
Liebe Grüsse
Hannes
Hallo Anit!
Verfasst: 30.06.2005 08:33
von Brecki
vielen Dank für deine Nachricht. Sag mal wie lange hat das mit den Entzugserscheinungen denn gedauert?Und wie lange hast du es genommen ?
Gruss
Melli
Verfasst: 30.06.2005 08:55
von anit29
Hallo Melli,
ich habe die Medikamente wieder genommen, nachdem ich eine ziemlich üble Nacht hatte. Ich habs nur einen Tag nicht genommen. Länger habe ich es nicht ausgehalten. Und jetzt bin ich auf der Suche nach einem Arzt, der mir hilft es fachgerecht auszuschleichen ( s. Ashton Manual)
Leider merke ich seit einigen Tagen oder auch schon ein bisschen länger das meine Dosis Lorazepam nicht mehr ausreicht. Trotz das ich sie nehme, habe ich Schlafstörungen (wache 5-6 mal nachts aus, schweißgebadet,ängstlich), bin völlig gerädert(jeder Muskel schmerzt) und ziehe mich nach der Arbeit sofort in meine vier Wände zurück, weil mich meine Umwelt absolut überfordert und ich fühl mich emotional leer.
Lg
Anit
Hi nochmal Anit,
Verfasst: 30.06.2005 09:12
von Brecki
das hört sich aber wirklich schlimm an, dann nimmst du das lorazepam
wahrscheinlich schon sehr lange? Heute ist mein 7 Tag ohne (hab nachher einen Termin beim Arzt) mir ist heut schon was schwindelig aber ich hab den eindruck es ist was besser, kann aber auch sein das es später losgeht ist ja oft ein rauf und runter. Ich hoffe nur ich schaffe das und es wird mir irgendwann wieder besser gehen. Dir geht es bestimmt auch bald wieder besser und mit hilfe eines guten Arztes schaffst du das bestimmt.Ich hab nur Glück das ich so einen tollen mann habe der mich immer wieder aufbaut und das obwohl ich schon 10 Jahre damit rumlaufe. Ich hoffe es geht bald wieder aufwärts für uns beide - ach wenn es mir schlecht geht reib ich mich immer mit lavendelöl ein das hilft mir ein bisschen. Kennst du auch noch ein paar
"Bio Tipps" Gruss Melli
Verfasst: 30.06.2005 09:23
von anit29
Hi,
das freut mich das es dir besser geht. Es muß ja auch nicht jedem schlecht gehen. Ich werde an deinen Erfolg denken, wenn ich frustriert bin.
Ich nehme es seit ca. 5 Jahren, hinzu kommen bei mir auch noch andere Medikamente.
Das mit dem Lavendelöl werde ich mal probieren, hört sich gut an.
Mein Tipp ist der Ausdauersport. Wenn ich den nicht hätte, dann würde ich wahrscheinlich schon am Rad drehen.
Was auch gut hilft sind Entspannungstechniken. Ich mache abends immer Atemübungen.
LG
Anit