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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Fluneurin . . . bin ich zu schwach ???

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Muelleralexx
Beiträge: 5
Registriert: 21.06.2005 16:54
Wohnort: Brunnthal

Fluneurin . . . bin ich zu schwach ???

Beitrag von Muelleralexx »

ich habe seit Kindheit an Angststörungen. Kommen und gehen, aber eine gewisse Grundangst war immer da. Nach langer Stressphase kam jetzt wieder (nach Jahren) ein richtiger Schub.

Ich war schon immer etwas hypochondrisch veranlagt und steigere mich da so in meine Angst rein, dass ich das Gefühl habe verrückt zu werden.Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr lese ich von Platzangst, Borderline, Zwängen usw. und bekomme noch mehr Panik iregendwann verückt zu werden.

Seit Monaten suche ich einen Therapieplatz für Verhaltenstherapie und am Donnerstag habe ich den ersten Vorstellungstermin bei einer Dame in meiner Nähe.

Ich beschäftige mich nur mit dem negativen und habe so Angst vor der Angst und dass sie nie mehr weg geht, ich habe das Gefühl ich schaffe das nicht !!! Seit Montag ist es so schlimm, da habe ich schon auf meine Angst gewartet. Mein Arzt hat mir jetzt das Fluneurin gegeben, um mich da eben nicht weiter hinneinzuverrennen und mir die Angst zu nehmen, bis ich mi der Therpapie erste Erfolge habe.

Ich wollte es ohne SSRI schaffen , ohne Medis, aber es wird nicht besser, klar wie auch ohne Therapie ! Alleine schaffe ich es nicht ! Ich erwarte auch zu viel von mir. Ich habe so Angst dass ich das nicht schaffe, dass ich verrückt werde. :cry:

Bin ich shwach, weil ich doch wieder was nehme ? Ich fühle mcih nun als Versager !

Vorher nahm ich Paroxat, war okay, aber ich litt unter schlafstörungen und anorgasmie. Dann Busp- hätte nur schlafen und essen können, habs nur 5 Tage genommen. Dachte dann es wird besser, aber anscheindend mache ich es selber mit reinsteigern nur schlimmer !!!
ist da ein Medi vorrübergehend okay ???


Was meint Ihr ???
Grüße Alex
PhilRS
Beiträge: 1071
Registriert: 07.04.2005 10:16
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Beitrag von PhilRS »

Hi Alex.

Ich glaube, hier sind mal ein paar klare Worte angesagt.

1. Das alles hat nichts mit Schwäche oder Stärke zu tun. Nicht im geringsten.

Allerdings zeigt Deine Wortwahl schon, dass Du Dich selbst unter Druck setzt.
Ich kann daran wohl eher kaum was ändern, und folgenden Satz wirst Du auch schon gehört haben - er stimmt aber, darum nochmals:

Das lässt sich in den allermeisten Fällen wieder hinkriegen.

Die Frage ist folgerichtig: WIE?

2. Erstwahl bei Angst-/Zwangsstörungen ist Verhaltenstherapie.

Du machst also exakt das Richtige. Weiter so!

3. Arzneimittel ja oder nein bzw. welche --- DAS kann niemand aus der Ferne mit ausreichender Sicherheit beurteilen.

Es gibt allerdings berechtigte Vorbehalte gg. Fluoxetin (FLUNEURIN, FLUCTIN, PROZAC u.a. Marken): Wie das in Deinem Fall aussieht, weiß ich nicht!

Hinweise:
  • Wirkung setzt erst verzögert ein, dadurch für akute Verläufe nicht so gut geeignet.
  • Wirksamkeit bei Depressionen wird neuerdings skeptisch beurteilt, darum sollte m.E. das von den Herstellern "nachgereichte" Anwendungsgebiet "Zwangsstörungen" noch skeptischer gesehen werden.
  • Das Schadwirkungspotenzial ist beträchtlich und man muss in derartigen Situationen immer fragen, ob es durch den möglichen Nutzen bei der Indikation aufgewogen wird.
Ich habe dazu eine ziemlich klare Meinung - die ich hier nicht schreibe, weil das die Sache Deines behandelnden Arztes ist.

Wie die Situation war, was Du für einen Eindruck gemacht hast usw. kann ich nicht wissen und deshalb halte ich mich zurück.

Eins weiß ich aber ganz sicher: Du bist kein Versager, bloß weil Du Medikamente nimmst!
(überlege bitte: Hättest Du Dich in gleichem Maße als "Gewinner" gefühlt, wenn Du ohne ausgekommen wärst?)

An dem Punkt solltest Du Dich orientieren, und sehen, dass Du Dich nicht zu sehr an irgendwelchen Med. festklammerst - egal ob Du es Sch...e findest sie zu nehmen.
Deren Wirkung darf man nicht überschätzen.

Freu Dich auf den Tag, wo Du es wieder los bist!
... und das sollte so schnell wie möglich sein.

Alles Gute wünscht
-PhilRS.
Gesperrt