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 ! Nachricht von: Oliver

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@Oliver| Fragen zu Antidepressiva!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Stipe

@Oliver| Fragen zu Antidepressiva!

Beitrag von Stipe »

Hi Oliver,

habe grad gesehen, dass du einer anderen Userin vorgeschlagen hast, einen Thread aufzumachen, indem du gefragt wirst...
Ich hab das mal kurzerhand gemacht, hab da ein paar Fragen.
Sind Antidepressiva nun schlecht oder nicht? Machen sie abhängig?
Ich nehme 60mg Amitriptylin jeden Tag und es hilft irgendwie sehr gut beim einschlafen, nur manchmal wenn ich zittere hasse ich mich selbst, dass ich sowas nehme... und hab Angst abhängig zu werden oder mich zu schädigen...
kannst du dazu was schreiben?
Danke ..
Oliver
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Beitrag von Oliver »

ARRRRGHH!

Hallo Stipe, ich habe Dir gerade einen halben Roman geschrieben und irgendwie geschafft ihn zu löschen, oder er ist verlorengegangen, ich muss aber jetzt zur Arbeit - ich schreibe Dir heute abend nochmal *ärger*

Schön wieder mal was von Dir zu hören :)
Oliver
Stipe

Beitrag von Stipe »

Sorry, dass du wegen mir soviel Zeit verbrauchst!
Ich warte gerne nochmal! :)
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Stipe.

So jetzt aber. Endlich komme ich dazu. Ich versuche es jetzt erst mal genau anders herum wie beim letzten Postting. Da habe ich nämlich versucht Deine allgemeinen Fragen auch allgemein zu beantworten und da müsste man dann eigentlich gleich ein ganzes Buch schreiben und die gibt es ja aber eigentlich schon und zwar von Leuten, die sich da weitaus besser mit auskennen als ich. Wenn Du also allgemein was darüber lesen willst, kannst Du ja da nochmal nachfragen und ich versuche es Dir zu erklären oder nenne Dir entsprechende Bücher und Links in denen Du Dich selber schlaumachen kannst. Ich bin kein Arzt oder Wissenschaftler, nur ein "interessierter Laie" also lege das nicht auf die Goldwaage was ich sage, sondern mach Dich auch selber schlau zu dem Thema.

Zu Deiner ersten Frage (Sind Antidepressiva nun schlecht oder nicht?)

Das ist absolut unmöglich zu beantworten, weil Antidepressiva ein weites Feld sind und weil ich nicht genau weiss, was Du mit "schlecht" meinst. Aber ich versuche es mal in Bezug auf Dein Medikament, vergleiche es ein wenig mit SSRIs und wäge das Ganze ein bisschen nach meinem eigenen gut/schlecht Schema ab.

Amitryptilin gehört zu den Trizyklika (Abgekürzt Tca), die Ende der 50er Jahre, wenn ich mich nicht irre, entdeckt wurden. Über diese Gruppe von Medikamenten weiss ich nicht so sehr viel, da ich selber ein SSRI genommen habe und mich hauptsächlich darüber schlaugemacht habe. Aber ich kann Dir erzählen, was ich so im Vorbeigehen darüber aufgeschnappt habe.
Das es die Tcas schon so lange gibt, bedeutet, daß es also auch schon langjährige Erfahrungen mit dieser Gruppe von Antidepressiva gibt - im Gegensatz zu SSRIs, die es erst seit 10-18 Jahren (Je nach Medikament) gibt, muss man hier also nicht mehr mit bösen Überraschungen rechnen. Tcas wirken nach heutigem Stand der Erkenntnis bei schweren Depressionen besser als SSRIs und haben ungefähr die gleiche "Trefferquote" wie SSRIs (also der Prozentsatz der Patienten, welche durch Einnahme des Medikamentes eine Besserung ihrer Symptome erleben). Bei beiden Medikamentengruppen wirken sie bei ca. 60-70%. Wenn es einem trotz AD nach ein paar Wochen nicht besser geht, wirkt es also einfach nicht und man muss ein anderes Medikament oder eine andere Therapie ausprobieren. Wenn man zu den Leuten gehört, bei denen es wirkt, muss man noch abwägen, ob die Nebenwirkungen erträglich sind (also ob der Kosten/Nutzen Aspekt stimmt). Wenn die Nebenwirkungen im Vergleich zur Wirkung erträglich sind, kann man das Medikament dann für einen gewissen Zeitraum nehmen. Heilen kann einen das Medikament allerdings nicht - das muss auf anderem Wege geschehen, über eine Therapie zum Beispiel. Was die Wirkung bei schweren Depressionen angeht sind Tcas - mit den genannten Einschränkungen - also sozusagen "besser" als SSRIs.

Auch was das Abhängigkeitspotential angeht sind Tcas "besser". Man solte sie zwar auch langsam ausschleichen, aber so extreme Entzugserscheinungen, wie Du Sie z.B. hier im Forum lesen kannst gibt es bei Tcas meines Wissens nicht.

Allerdings sind Trizyklika etwas toxischer als SSRIs, d.h. etwas belastender für den Körper. Wie die meisten Medikamente werden Tcas über die Leber abgebaut und die hat dann also die ganze Zeit mächtig zu tun. Deshalb sollten regelmässig die Leberwerte gemessen werden, um zu sehen wie der Körper mit dem Medikament klarkommt. Ist die Leber gesund, muss man sich aber auch keine großen Sorgen machen, wenn man das Meidkament nur über einen begrenzten Zeitraum nimmt. Für die lebenslange Einnahme wie sie von der Pharmaindustrie und manchen Ärzten in manchen Fällen nahegelegt werden sind meiner Meinung nach weder SSRIs noch Tcas geeignet nicht nur wegen der Toxizität, sondern auch, weil ich nicht an die Diabetes Analogie glaube und es auch keine Studien gibt, die diese Theorie erhärten (also die Theorie, daß Depressionen wie Diabetes eine unheilbare Krankheit seien, welche nur mit lebenslanger Medikamenteneinnahme zu kontrollieren ist).

Der zweite Punkt, warum SSRIs wahrscheinlich bei Ärzten beliebter sind als Tcas ist die sogenannte "therapeutische Breite", aber das weisst Du ja selber schon - muss ich hier ja nicht noch mal ausführen.

So das war's, was mir jetzt mal spontan zu dem Thema eingefallen ist. Deine zweite Frage (machen Sie abhängig?) habe ich auch schon ein bisschen beantwortet, denke ich. Tcas machen nicht abhängig - SSRIs können sehr wohl abhängig machen, wie Du hier im Forum leider sehen kannst. Wie gross die Wahrscheinlichkeit für Abhängigkeit ist und welche Menschen damit rechnen müssen ist leider noch im Dunkeln - und wird bis jetzt ja auch weitgehend geleugnet. Das Abhängigkeitspotential ist auch innerhalb der Gruppe der SSRIs noch unterschiedlich. Paroxetin, Venlafaxin und Sertralin stehen alle mittlerweile in dem Ruf zu fürchterlchen Entzugserscheinungen beim Absezen führen zu können. Paroxetin ist wohl der schlimmste Kandidat, was die Häufigkeit des Auftretens angeht.

Ich denke das reicht erstmal, oder? Ist halt ein komplexes Thema, hoffe es hat Dir weitergeholfen.

Alles Gute
Oliver
Stipe

Beitrag von Stipe »

Hey Oliver,

danke für die viele Mühe... fühle mich jetzt etwas beruhigter, da ich es hasse abhängig zu sein... nur wegen der Leber mach ich mir auf Dauer Sorgen.. naja bald werden die Werte kontrolliert, da ich ein neues Medikament gegen meine Akne bekomme, welches ziemlich krass ist für den Körper, habe auch davor Angst aber mein Hautzustand belastet mich zu sehr :(
Und dann ADs + das neue Medi + Frusttrinken alle 2 Wochen, weiß nich was dann passiert :(
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Roaccutane ? :?
Stipe

Beitrag von Stipe »

CloneX hat geschrieben:Roaccutane ? :?
ja, warum sagst du das so? :cry:
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Ja echt ... mach's nicht so spannend Clony :)

Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Stipe.

Was weisst Du denn selber über das Medikament? Also wenn Du mich fragst, würde ich sagen, informiere Dich sehr genau, was Du da nimmst. Und zwar nicht nur bei Deinem Arzt sondern auch im Internet. Google doch mal ein bisschen nach dem Medikament und schau was Du findest.

Du sagst es sei krass für den Körper - inwiefern? Gibt es keine anderen Wege die Akne zu behandeln ausser noch ein Medikament mehr das Deinen Körper belastet?

Weiss der Arzt der es Dir verschreibt, daß Du wegen Depressionen Amitryptilin nimmst? Gibt es da Wechselwirkungen?

Das sind alles Fragen, die Du auf jeden Fall abklären solltest, bevor Du anfängst es zu nehmen.

Alles Gute
Oliver
Matthias
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Beitrag von Matthias »

Packungsbeilagen und Fachinformationen - d.h die Infos die nur für Ärzte bestimmt sind - zu (fast) allen Medikamenten bzw. Wirkstoffen findet man auf

www.documed.ch
Linda
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Beitrag von Linda »

Super Matthias, danke für den Tipp! :D

Linda
Stipe

Beitrag von Stipe »

Danke für die Seite...

da steht folgendes:

"Da auch Tetrazykline intrakranielle Drucksteigerung (Pseudotumor cerebri) verursachen koennen, ist ihre Kombination mit Roaccutan kontraindiziert."

Was soll ich tun? Will endlich normale Haut. Absetzen des ADs? :cry:
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Am "besten" sind aber immer noch die englischen Informationen, die scheinen immer am aktuellsten zu sein.

Ich frag mich sowieso warum die Informationen in Deutschland nicht zugänglich sind.
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Hi Stipe, falls du noch weitere Informationen suchst über Roaccutane, dann schick mir ne private Nachricht. Aber es ist leider nicht viel positives - deswegen schicks mir nur wenn du es wirklich hören möchtest. Ich will hier keinen von Medikamenten abbringen. Aber sich vorher zu informieren macht sicher sind, besonders wenn man sowieso schon ein stärkeres Medikament wie ein AD nimmt.
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