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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter!!!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Marie
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Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter!!!

Beitrag von Marie »

Nachdem ich zwischenzeitlich mit mehreren Psychologen und Therapeuten wegen der Entzugserscheinungen meines Mannes gesprochen haben, bleibt nur der Schluss, dass mein Mann während des Absetzens eine Hypomanie als Entzugserscheinung hatte und dann nach zwei klaren Tagen eine Manie oder ´MD folgte. Im Moment geht es nur um Geld wollen und Geld ausgeben. Seine Zustand steigert sich immer mehr. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich weiß, dass man in der hochmanischen Phase an ihn nicht rankommt, es fehlt ja auch jede Krankheitseinsicht, denn MD'ler fühlen sich großartig. Die physischen und psychischen Entzugserscheinungen habe ich ja bis zu seiner "Flucht" auch mitbekommen.
Er rast mit dem Auto beruflich durch die Gegend und gefährdet somit sich und Andere. Desweiteren versucht er uns finanziell zu ruinieren.
Er hat auch - da er Einkäufer ist - von seiner Fa. eine Kreditkarte zur Verfügung, womit er theoretisch Hundertausend ausgeben könnte!!!!!
Jetzt hat mir eine Psychologin geraten zum Amtsgericht zu gehen um Schaden zu verhindern.
Er hat mit einem Suchthelfer im September begonnen Fluoxetin abzusetzen - wie ihr aus vorherigen Postings sehen könnt - hat im Januar die letzte Tablette abgesetzt, hatte auch vorher wieder höher dosiert - und das innerhalb von 4 Monaten!!! - wo er das Fluoxetin 8 Jahre lang genommen hat!! Alles viel zu schnell. Dieser Suchthelfer ist mehr als unprofessionell - auch nach Aussagen der Therapeuten.

Ich wäre so froh, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.

Liebe Grüße
Marie
Symptome: Kann keine Menschen ertragen, starke Muskelschmerzen, besonders in den Beinen, Herzschmerzen, abwechselnd, Kältegefühl oder Hitzewallungen, Zaps, Kopfschmerzen, Angst, Verwirrung, Dissoziation, Depersonalisierung, Schizophrenie?, Depression
Medikation: Fluoxetin (Fluctin) 20mg 1x täglich, wurde beim Absetzen immer weiter verschrieben mit der Begründung, diese Absetzsymptome, wäre das sichere Zeichen, dass das Medikament ein Leben lang eingenommen werden müsste!!!!!
Einnahmedauer - 8 Jahre wegen angeblicher Depression
Absetzversuch seit Anfang September 2004
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PhilRS
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GAAANZ ruhig !

Beitrag von PhilRS »

Hallo Marie.

Na das sieht ja fies aus - hier wenigstens das Wichtigste aus meiner Sicht.
Marie hat geschrieben:Desweiteren versucht er uns finanziell zu ruinieren.
Nein ! Das ist selten der Fall - Maniker haben i.d.R. kein Interesse jemandem zu schaden. Merken es nur nicht bzw. können ihr Handeln nicht adäquat ändern. (Es gibt die berühmten Ausnahmen ... aber ich kann mir das kaum denken.)

Kleine Verständnisfrage: Weißt Du ungefähr, welche Medikation zuletzt aktuell war (falls irgendwas -)? Denn so ein Umschlagen in die Manie befremdet doch ziemlich. Passiert bei "falsch" gewähltem Phasenprophylaktikum, oder nach irgendwelchen Drogengeschichten, ... aber als "Spätfolge" eines Fluoxetin-Entzugs? Hm. Verunsichert mich.

Aber eigentlich minderwichtig, da das Kind in den Brunnen gefallen ist (höchstens sofern er weiterhin was nimmt, das den Zustand verschlimmert, dann würde es eine Rolle spielen).

<hr>
Das andere ist viel wichtiger:
Jetzt hat mir eine Psychologin geraten zum Amtsgericht zu gehen um Schaden zu verhindern.
Das ist zwar prinzipiell eine Idee. Amtsgericht Eures Kreises (oder dgl.), um z.B. Geschäftsunfähigkeit festzustellen? - Achtung: Dagegen gibts wichtige Gründe! - siehe unten.
Wenn Geschäftsunfähigkeit festgestellt werden soll, dann kannst Du das ohnehin weder alleine, ohne (zuvor) behandelnden Arzt, Gutachter etc. tun - das entscheidet der Richter.
Es läuft praktisch ganz anders - wie Du weißt - obwohl bei der Manie nicht einfach.
=> Dazu ganz unten.

:!: Was Du unbedingt wissen musst:
§104 BGB, Kommentar hat geschrieben:Geschäftsunfähigkeit

Geschäftsunfähig sind Minderjährige unter 7 Jahren sowie Personen, die sich in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit befinden, der die freie Willensbestimmung ausschließt und seiner Natur nach nicht nur vorübergehend ist.

Willenserklärungen geschäftsunfähiger Personen sind nichtig, also rechtlich unwirksam (§ 104 BGB). Wer geschäftsunfähig ist, hat nicht die rechtliche Macht, Willenserklärungen wirksam abzugeben oder selbständig Rechtsgeschäfte zu tätigen, zum Beispiel Verträge zu schließen oder zu kündigen. Er benötigt einen gesetzlichen Vertreter, der ihn vertritt.
Auch müssen Willenserklärungen wie Kündigungen an den gesetzlichen Vertreter zugehen, damit diese wirksam werden. Soweit noch kein gesetzlicher Vertreter besteht, wird dieser als Betreuer vom Vormundschaftsgericht bestellt.
=> Das ist i.d.R. das Amtsgericht vor Ort.

Weiter:
Geschäftsunfähigkeit besteht häufig bei Personen mit:
  • Demenz
  • angeborene geistige Minderbegabung
  • Schizophrenie
  • Alkoholkrankheit mit Hirnschäden (Korsakow)
  • Manie.
Die Geschäftsunfähigkeit ist für Außenstehende nicht immer erkennbar. Das Gesetz schützt nicht den guten Glauben an die Geschäftsfähigkeit des Geschäftsgegners, da der Schutz eines nicht unbeschränkt Geschäftsfähigen Vorrang hat. Das bedeutet, dass abgeschlossene Verträge auch dann unwirksam sind, wenn die Geschäftsfähigkeit des Vertragspartners nicht erkennbar war.

-> Siehe hier.
Das Letzte ist ganz wichtig! D.h. also, dass Du nicht um jeden Preis zum Gericht musst, um "irgendwas zu beantragen", was sich evtl. (noch) nicht belegen lässt.

Wermutstropfen dabei: Es kann im Nachhinein durchaus Konstellationen geben, wo man nur schwer vom Recht haben zum Recht bekommen gelangt. Aber das sind z.Zt. unnütze Grübeleien.

Ausgegebenes Geld: Anschaffungen, Investitionen etc. rückgängig machen ist nachher bei großen Summen meist drin. Probleme eher bei vielen kleinen Beträgen, speziell wenn Leistungen erbracht wurden (Hotel, Reisen etc.).

<hr>
Habe gerade noch mal in Venzlaff/Foerster: Psychiatrische Begutachtung nachgesehen. Im Fall einer akuten manischen Phase gilt unmittelbar die Annahme der Geschäftsunfähigkeit, das ist Standard!
Also kein Problem aus rechtlicher Sicht, sofern möglichst bald eine Klinikaufnahme + Diagnose erfolgt.
Du könntest Dich wenn es Dir dringend erscheint noch absichern, was den Beginn der Phase angeht (Zeugen, Aufzeichnungen, o.ä.) - wenn das kein Arzt oder anderer Helfer mitbekommen hat.
<hr>
"Ruinieren" ist zwar durchaus als Bedrohung ernstzunehmen - aber eher dann, wenn übelwollende Dritte die Erkrankung ausnutzen, was ich nicht hoffe. Ich meine die Arbeitsstelle: Hat er da Druck, Mobbing? (Immerhin ja Geld in die Hand bekommen.)

Das ist aus meiner Froschperspektive auch schon der zentrale Punkt. Du musst abwägen, inwiefern es vertretbar ist, Außenstehende "aufzuklären" über den Zustand D.M.
:!: Das setzt eine vollständige Sicherheit voraus, dass es sich wirklich um eine Manie handelt !!!

Wenn dem so ist, dann ist es faktisch immer gerechtfertigt, auch alle Schritte zu unternehmen: Speziell die Einweisung, d.h. zwangsweise Unterbringung in der Psychiatrie...
Das sagte ich schon einmal. Jeder Arzt, und wenn es der Gynäkologe ist, kann einen beliebigen Patienten für 24h einweisen.
Dann erfolgt selbstredend die Einschätzung der Erkrankung i.d. Klinik, und bei Bedarf - was bei Manie meist so ist - die weitere Unterbringung durch den Richter.

Deine Entscheidung dürfte demnach - wenn ich davon ausgehen kann, dass Deine Einschätzung und Beobachtungen zutreffen - ganz konkret und fast ausschließlich in einem liegen:
-- Bist Du in der Lage, so zu handeln? Du kannst Dir prinzipiell jeden niedergelassenen Psychiater per Telefon ranholen, egal wo im Lande. Schildere die Situation, versuche Kontakt Arzt - Mann herzustellen.

Wenn es wirklich eine echte Manie (Phase) ist, dann sind die Betreffenden in aller Regel hinterher extrem dankbar für die Unterbringung. Weil sie sehen, was kaputtging und noch hätte kaputt gehen können.

Ich habe nie erlebt, dass ein untergebrachter Ehepartner darum Tendenzen entwickelt hätte, sich wegen der zwangsweisen Unterbringung gegen den anderen zu wenden.
-- Im Gegenteil, soweit ich weiß, kann das stärker zusammenschweißen (gemeinsam durchlebte Extremsituation inkl. Rettung!).
Wie es - außer den beschriebenen Dingen - bei Euch aussieht, kann und will ich jedoch nicht einschätzen/beurteilen ... das wäre unangebracht.

So, ich hoffe das ist ein Anhaltspunkt - nach 1 Stunde Antwort-Arbeit;
Alles Gute wünscht
-PhilRS.

Anmerkung: Manie ist selten, aber was diese - v.a. rechtlichen - Dinge angeht, hervorragend durchorganisiert und quasi-"automatisch" zu bewältigen in diesem Lande. Davon kann man bei anderen psych. Störungen nur träumen.
Ärzte/Psychiater erkennen Manie sofort und sollten eigentlich ohne eine Sekunde Verzug wissen was zu tun ist; Du solltest Dir also eine entsprechende Person nehmen (ARZT! kein Psychologe!) und dann kannst Du in Kürze die Dinge loslassen - das wünsche ich Dir sehr.

Im Zweifelsfall das Krankenhaus der Regel- oder Schwerpunktversorgung (also Eure Psychiatrie) direkt anrufen. Wenn die hören "Manie", dann dürfte alles seinen Weg gehen. -PhilRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.

Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Das Problem ist halt, dass ungewiss ist wieviel Einfluss das Absetzen von Fluoxetin auf sein Verhalten usw. hat. Nach 8 Jahren kann ein Absetzen innerhalb von 4 Monaten natürlich ziemliche Risiken birgen.

Marie erwähnt ja auch andere Symptome die eher auf Entzug schließen lassen.

Sehr kompliziert und komplex - schwer aus der Ferne da wirklich zu helfen.
Marie
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Daaaanke!!

Beitrag von Marie »

Mein Mann hat nach seinen eigenen Aussagen im September angefangen Fluoxetin zu reduzieren, er hat mal gesagt, er hätte es auch dazwischen wieder höher dosieren müssen, er hat wahrscheinlich das Johanniskraut dazu eingenommen bevor er das Fluoxetin abgesetzt hatte. In einem Schreiben von seinem Anwalt hat er behauptet die letzte Tablette im Januar genommen zu haben. Er hatte sich während dem Absetzen total verändert, hatte angefangen teure Zigarren zu kaufen, mehrere Armbanduhren, Kleidung und andere Sachen - es hat sich nur noch um Kaufen und Geld ausgebenen und Ausgehen (was erleben wollen) gedreht. Zuvor dachte ich es wären Zwänge. Mittlerweile ist durch Therapeuten und Info von Leuten welche selbst mit MD'lern verheiratet waren ziemlich sicher, dass sich da eine Hypomanie entwickelt hatte. Im Februar war er ja dann zum ersten Mal für 2 Tage weggelaufen, war dann 2 weitere Tage klar im Kopf, in diesen beiden Tagen hatte er mir alles über den Tabletten Entzug erzählt und u. a. ja auch, dass der Suchthelfer ihm sein Weglaufen vorausgesagt hatte und dass er wahrscheinlich wieder weglaufen würde und es für längere Zeit sein könnte und dass es schlimme werden würde! Danach war er ein paar Tage depressiv, dann fing es wieder von vorne an, wie bei der Hypomanie, nur sehr viel ausgeprägter und extremer, hat sich wahrscheinlich in eine Manie gesteigert. Er hat mich über Wochen ignoriert, war wie in einer anderen Welt. In diesen Wochen habe ich ja auch die ganzen körperlichen Entzugserscheinungen miterlebt. Am 5.04. ist er ja dann wieder weggelaufen. Er kennt nur noch Geld, Kaufen, wie gehabt und hat ansonsten alle Symptome welche unter und MD beschrieben sind. Seine Hyperaktivität und sein Rededrang, seine Hemmungslosigkeit, steigern sich immer mehr.
Heute hatte ich Besuch von einer Frau welche 5 Jahre mit einem MD'ler verheiratet war (sie hat auch als Krankenschwester beruflich damit zu tun) und sie hat mir abgeraten zum Amtsgericht zu gehen, denn sie kennt aus Erfahrung, wie MD'ler sich verstellen können und dass man kaum beweisen kann, dass sie in einer hochmanischen Phase sind.
Sie hat gesagt, dass erst wenn der Zusammenbruch gekommen ist und man ihn in eine Klinik einweist, die Ärzte ein Gutachten erstellen werden. Ich kann nur hoffen, dass es nicht mehr all zu lange dauern wird. Das Fluoxetin wird wohl auch bald aus seinem Körper abgebaut sein? Ich hoffe nicht, dass er es wieder genommen hat.

Liebe Grüße
Marie :cry:
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Marie
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Beitrag von Marie »

Ich wollte eigentlich auch noch sagen, dass ich einfach unheimlich
Angst habe, das Falsche zu tun und man mir nicht glauben könnte.
Ich werde aber trotzdem bei einem Arzt/Psychiater vorsprechen!

Lg Marie
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PhilRS
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Beitrag von PhilRS »

Guten Abend Marie,
Marie hat geschrieben:Ich einfach unheimlich Angst habe, das Falsche zu tun und man mir nicht glauben könnte.
Deine Angst und Unsicherheit sind offensichtlich, waren es schon vor Wochen. Ich kann es nur nochmals sagen, vielleicht etwas anders ausgedrückt:

Es gibt keinen Grund, diese Befürchtung zu "kultivieren"!!

Beschreibe Deine Beobachtungen möglichst genau, das dürfte wirken.
Beschreibe nicht das, was Du oder Deine Freunde abgeleitet haben, also dass dies eine Manie sei, oder sowas.
Sag einfach ganz klar, was passiert ist oder gerade passiert.
Ein Kontoauszug, irgendwas aus Papier, oder Ähnliches, kann ggf. helfen beim Belegen (ist aber nicht so wichtig).

Generell evtl. Fachbegriffe wegzulassen, wenn Du den Arzt noch nicht kennst, ist ein Standard-Ratschlag für Arzt-Erstkontakte; auf sowas brauchst Du aber um Gottes Willen nicht auch noch achten !!

Einfach die Fakten, sollte OK sein.
(Außer vielleicht beim Tierarzt :wink: )

btw hab ich trotz Übermüdung extra gewartet auf die Antwort - jetzt ist mir wesentlich leichter. CloneX hat völlig Recht mit seiner Warnung, aber ich konnte dazu nicht schweigen.

Alles Gute
-PhilRS.

NACHTRITT: Tolle "Motivation", nicht wahr, wenn man gesagt kriegt "erst muss er ganz unten sein, vorher geht's nicht!" -- exakt den Satz hab ich auch mal gehört, als ich jemand aus der Familie unterbringen wollte. Zum In-der-Pfeife-Rauchen.
Marie
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Daaaanke!!!

Beitrag von Marie »

Hallo PhilRS!

Herzlichen Dank, ich bin froh, dass es dieses Forum und Menschen hier gibt, welche ein offenes Ohr für solche Probleme haben. Es ist ja leider so, dass Aussenstehende kaum nachvollziehen können, was sich da abspielt durch so einen Entzug. Ständig höre ich auch, dass solche AD's nicht abhängig machen. Ein Psychologe welcher sogar Seminare zwecks Fortbildung für andere Psychologen abhält, hat zu mir gesagt, er sitze an "erster" Stelle und es wäre das erste Mal, dass er von Abhängigkeit in Bezug auf SSRI hört. Dies wäre nach neuestem Stand nicht möglich. Ich habe ihm gesagt, er möge sich das Info-Paket in diesem Forum durchlesen und er hat mich vor solchen Seiten gewarnt. Es gäbe im web viele solcher Seiten hinter denen Scientology oder andere Organisationen stecken würden!!!!! Ich konnte es nicht glauben und habe ihm gesagt, er möge sich doch selbst ein Bild machen.


Ich hoffe, ich habe die Kraft, dies alles durchzustehen.

Lg Marie
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Re: Daaaanke!!! - ebenfalls.

Beitrag von PhilRS »

... an die Mitleser gewandt:

Noch ein Letztes, vielleicht kann ja jemand Nutzen draus ziehen.
Marie hat geschrieben:Ein Psychologe welcher sogar Seminare zwecks Fortbildung für andere Psychologen abhält, hat zu mir gesagt, er sitze an "erster" Stelle und es wäre das erste Mal, dass er von Abhängigkeit in Bezug auf SSRI hört.
Ich hatte trotz allem vor ca. 3 Wochen eine ähnliche Diskussion mit meiner Lebensgefährtin (jetzt in Kürze Dr.med.) anlässlich ihres 3. Staatsexamens.

Frage war: Kann man in der Prüfung die SSRI-Abhängigkeit ansprechen, und wenn ja, womit begründen ("Internet" reicht da längst nicht aus, logisch).

Hier mein vorläufiger, aber mehr als hinreichender Befund:

H.P.T. Ammon: Arzneimittelneben- und -wechselwirkungen, 4. Aufl., WVG Stuttgart 2001; S. 193ff. und weitere.
- Das Über-Standardwerk der Pharmakologie, über jeden Zweifel erhaben.

Benkert/Hippius et al.: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 2. Aufl., Springer Heidelberg 2002; - vermutlich auch schon in früheren Versionen/Ausgaben des Vorgängerbuchs -.
- Trotz erheblicher Vorbehalte ggü. den Autoren immer noch das meistberücksichtigte Buch zum Thema.
(- Seitenzahlen: Mir jetzt zu anstrengend, wenn nötig kann ich sie nachliefern.)

Möller/Laux/Kapfhammer: Psychiatrie und Psychotherapie, 1. Aufl., Springer Heidelberg 2000; S. 1131.


FAZIT:
Das nicht zu unterschätzende Abhängigkeitspotenzial der neueren Antidepressiva hat bereits vor Jahren Einzug in die Standardwerke der psychiatrischen und pharmakologischen Fachliteratur gehalten.
Wer heute als SSRI-/SNRI-verordnender Arzt (oder als urteilender Psychologe) diese Problematik nicht kennt, dokumentiert damit einen Wissensrückstand von mindestens 5-10 Jahren* gegenüber dem aktuellen Standard.


* das Minimal-Intervall bis zur Aufnahme in die Lehrbücher einberechnet.

<hr>
(Der Rest des Postings war so schön, dass ich es gesondert verbraten muss :P )

Grüße von
-PhilRS.
Gesperrt