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Absetzen wegen Schwangerschaft

Verfasst: 05.06.2005 18:09
von Tina+Krümel
Hallo,

hat jemand Erfahrungen, wegen Absetzen durch Schwangerschaft? Ich habe das Gefühl, dass die "Entzugserscheinungen" mich absolut im Griff haben.
Ich durchlebe seit ein paar Tagen die Hölle.
Bisher kannte ich nur Absetzsymtome, wenn ich das Präparat vergessen hatte.
Wie lange kann ich mit rechnen, bis diese Entzugserscheinugnen weniger werden?
Durch die Schwangerschaft kann ich noch nicht einmal auf andere Medikamente umsatteln. Was kann helfen, das ganze zu mildern? Ich würde michf reuen, wenn sich dazu jemand meldet, denn ich bin mittlwerweile ziemlich verzweifelt und meine Nerven liegen blank.

Liebe Grüße
von Tina

PS: Mußte unbedingt den Betragweiter schrieben, da ich beim Lesen in diesem gutem Forumerst einmal entdeckt habe, das meine körperliche und psychische Verfassung doch durc das Absetzen von Citadura und Imipramin entstanden sind.
Jetzt erklären sich auch mein Schüttelfrost und meine Gliederschmerzen.... ich bin entsetzt, grade weil mein Arzt immer wieder versicherte, das dieses SSRI keine Entzugserscheinungen auslöst.
Was kann ich nur machen? Ich möchte mein Kind schützen, werde diese Präparate auf keinen Fall weiter nehmen. Nur wie komme ich wieder auf die Beine??!!

Verfasst: 05.06.2005 19:36
von Linda
Hallo Tina,

erstmal - gratuliere zur Schwangerschaft!

Ich verstehe, dass Du wie alle Mütter natürlich das Beste für Dein Kind willst. Es ist wirklich eine Zwickmühle, wenn man in eine solche Situation gerät und doppelt schlimm, wenn man vom verschreibenden Arzt keine Unterstützung bekommt.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb Du beide Medikamente auf einmal verschrieben bekommen hast. Die Dosierung des Citaloprams war auch recht hoch, 20 mg ist die empfohlene Tagesdosis. Es ist für mich ganz logisch, dass der Körper sich an das Vorhandensein dieser Medikamente, die den Stoffwechsel stark beeinflussen, gewöhnt und einfach Zeit braucht, sich auf deren Nichtvorhandensein wieder einzustellen, besonders bei dieser Menge.

Ich sehe 3 mögliche Vorgehensweisen:
Erfahrungsgemäß sind die Entzugserscheinungen vom Imipramin meistens nicht so schlimm, als die vom Citalopram. Ich vermute, dass der "Übeltäter" in diesem Fall das Citalopram ist. In diesem Fall könntest Du wieder 5 mg wieder für ein paar Tage einnehmen, um den Schock für Deinen Körper etwas aufzufangen, schauen, wie es Dir geht, dann ein paar Tage 2,5 mg, um danach auf 0 mg zu reduzieren. Ich verstehe, dass Du keine Medikamente mehr nehmen willst; das wäre bestimmt auch das Beste - aber dies wäre meines Erachtens mit einem recht geringen Risiko verbunden.

Du könntest auch eine Zeitlang eine geringe Dosis des Imipramins als Notfallmaßnahme sozusagen wieder nehmen, in der Hoffnung, dass damit die schlimmsten Entzugserscheinungen des Citaloprams aufgefangen werden - Healy nennt die Einnahme eine Trzyklikums als eine mögliche Methode, die schlimmsten SSRI-Entzugserscheinungen zu begegnen. Der Vorteil darin wäre, dass die Trizyklika schon lange auf dem Markt sind und man kennt sich folglich mit deren Wirkungen und Nebenwirkungen besser aus, im Vergleich zu den SSRI. Ganz sicher kann man aber nicht sein, ob das klappt.

Oder Du könntest einfach versuchen, durchzuhalten, Dich krankschreiben lassen, Omega-3 Fischöle einnehmen (die übrigens in mehreren Studien eine äußerst positive Wirkung auf die Entwicklung des Gehirns des Ungeborenen gezeigt haben), versuchen, Dich zu schonen, jegliche Aufregung vermeiden, eine gesunde Lebensführung und Nahrung sicherstellen (möglichst organische Produkte, die nicht mit chemischen Mitteln belastet sind), viel Wasser trinken und einfach warten, bis die Entzugserscheinungen nachlassen. Du könntest auch mit Homoöpathie und Akupunktur (bitte wirklich qualifizierte Therapeuten suchen) versuchen, manche haben damit durchaus positive Erfahrungen gemacht. Es kann Dir aber leider niemand sagen, wie lange das dauert. Viele merken eine deutliche Besserung nach 2 Wochen, bei anderen geht das länger, manchmal auch Monate. Eins ist aber sicher, sie lassen nach.

Hast Du am Anfang bei der Einnahme starke Nebenwirkungen gespürt? Es gibt Grund zu vermuten, dass dies ein Hinweis sein kann, wie lange die Entzugserscheinungen andauern.

Linda

Verfasst: 05.06.2005 22:54
von Tina+Krümel
Liebe Linda,
erst einmal möchte ich mich recht herzlich bei dir für ein Antwort bedanken.

Es hat mir schon ein Stück weit geholfen, das ich mir endlich wieder vertrauen konnte. Ert dachte ich, es kann doch nicht sein, das man so heftig auf das Weglassen der Medikamente reagieren kann, schob alles auf die anfängliche Schwangerschaft. Doch nachdem hier endlich Licht ins Dunkel kommt, weiß ich endlich woran das alles liegt.
Dadurch das ich seit einigen Tagen ohne diese teuflichen Dinger auskommen muß, möchte ich auf keinen Fall wieder damit anfangen. Es war ein so harter Kampf bisher. Der soll nicht umsonst gewesen sein.
Imipramin habe ich schon über Jahre genommen, natürlich mit immer mal wieder Pause. Diese machten nur die ersten zwei tage Übelkeit und starke Kopfschmerzen, aber dann war alles ok. Ich denke auch das es am SSRI liegt.
Beide Präperate sollte ich einnehmen ( ich weiß, es halten viele für paradox- zwei Antidepressiva) da Imipramin das bisher einzige Antiderpessiva wa, wo die Depressionen verschwanden und meine Gemütsverfassung "normal" war. Das SSRI bekam ich später zustätzlich, weil es als DAS Medikament gegen Angst und Panikzustände sein sollte. Es half auch gut. Angst und Panik hielten sich in Grenzen, aber die Stimmungsschwankungen wurden nach 2 Jahren wqieder mehr. Mein Gefühl, das Medikament hat etwas nach einiger Zeit an Wirkung verloren.
Eigentlich sollte ich auf ein anderes SSRI umgestellt werden, aber nun kam meine Schwangerschaft dazwischen. Vielleicht sollte ich jetzt sagen " Gott sei Dank"..... ich weiß es noch nicht.

Auf jedem Fall möchte ich das meinem Baby nicht zumuten. Das Risiko bei Einnahme von SSRI für Fehlbildungen ist doch erhöhter. Ich bin da eher super vorsichtig.
Also möchte ich da jetzt durch.
Eines habe ich dadurch aber gelernt. Wenn ich Antiderpessiva nehmen muß, dann nur noch alte, wo genug Erfahrungen vorliegen..... aber nie wieder SSRI oder andere.

Ich bekam auch eine zeitlang mal Paoxetin. Da kam ich im Alltag aber gar nicht mehr klar. So habe ich darauf bestanden nach ( ich glaube es waren 2 Wochen) wieder auf Citadura zurück gestellt zu werden.

Ich sitze grade am Rechner mit Schüttelfrost und starken Gliederschmerzen. Kopfschmerzen sind auch Rund um die Uhr. Leider kann ich ja noch nicht einmal ein Schmerzmittel einnehmen :-(

ich weiß noch, die ersten Wochen beim "Einschleichen" des Citadura habe ich auch heftig reagiert. Auch das war die Hölle. Alle Symtome waren dabei deutlich verstärkt. Nachts war ich Nass vor Schweißausbrüchen. Das waren so die größten Erinnerungen. Aber wie lange das ging weiß ich nicht mehr.

Ich werde versuchen jetzt zur Ruhe zu kommen und mich mal morgen noch mehr zu Thema zu belesen.
Liebe Grüße in die Nacht
von Tina