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Hilfe

Verfasst: 01.06.2005 19:33
von Kim
Hallo,

ich kann nicht mehr und weiß nicht mehr weiter :o !
Nehme seit 5 Jahren Paroxetin, damals 30mg und ca. seit 2 Jahren 15mg. Nun habe ich in den letzten 4 Wochen von 15mg auf 10mg reduziert. Seit Sa. 10mg. Die ersten 5 Tagen merkte ich gar nichts, aber dann ging es langsam los. Erst mit ständigen Adrenalinschüben und heute ist es so schlimm, dass ich nicht mehr essen kann, mir ist schwindelig, ich habe Schmerzen am ganzen Körper (Muskelverspannungen), Kopfweh, Herzstolpern, Magenkrämpfe und Schweissausbrüche. Doch am schlimmsten sind diese Adrenalinausschüttungen, die ständig wie angeflogen kommen. Bin völlig am Ende und weiß nicht mehr, was ich noch machen soll. Mein Arzt winkt ab und sagt, dass kommt nicht vom Absetzen. Doch erhöhen darf ich nicht, denn ich muss es ganz absetzen, weil ich aufgrund meiner Herzerkrankung ein Rhytmusmedikament nehmen muss, was aber erst nach Absetzen erfolgen darf. Ich bin am Ende, habe das Gefühl zu sterben.........nichts geht mehr.........

Kim

Verfasst: 01.06.2005 21:22
von Hannes Wien
Hallo Kim,

willkommen im Forum!
Nehme seit 5 Jahren Paroxetin, damals 30mg und ca. seit 2 Jahren 15mg. Nun habe ich in den letzten 4 Wochen von 15mg auf 10mg reduziert.
5 Jahre sind eine lange Zeit da musst du sehr langsam über viele Monate bis hin zu einem Jahr absetzen.

Wenn du die Zustände nicht erträgst versuch mal die Dosis um 1-2 mg zu erhöhen um so wieder stabil zu werden.

Danach würde ich immer um 1 mg runtergehen wenn es dir wieder gut geht .

Mein Arzt winkt ab und sagt, dass kommt nicht vom Absetzen.

Mir wird immer hundeübel wenn ich sowas lese, natürlich kommt das vom Absetzen, drucke deinem Arzt doch das link:infopaket aus und halte es im mal unter die Nase.

Liebe Grüße

Hannes

Verfasst: 02.06.2005 09:02
von Kim
Hallo Hannes,

danke für deine Antwort! Es nützt nichts das Doktorpaket auszudrucken, mein Arzt will es nicht lesen :evil: Er sagt, früher wurde um fast jedes SSRI so ein Wind gemacht und irgendwann hat sich alles nicht bestätigt. Habe ehrlich gesagt auch keine Lust mich mit ihm weiter darüber zu unterhalten. Mir geht es immer noch ziemlich beschissen, aber ich versuche das noch ein paar Tage auszuhalten, in der Hoffnung das es sich legt. Bin ziemlich depressiv momentan und mir wird alles zu viel. Habe wirklich das Gefühl zu sterben, aber mir ist es schon egal geworden. Was soll´s, bringt ja eh alles nichts.......warum sich so quälen?

Verfasst: 02.06.2005 10:09
von CloneX
Hallo Kim,

Hannes hat recht. Das sind recht eindeutige Entzugserscheinungen. Du hast das Medikament sehr lange genommen und brauchst sicher eine längere Zeit um es auszuschleichen, selbst dann kann es hart werden.

Aber gib nicht auf - man kann es schaffen. Evtl. willst du wieder etwas erhöhen und langsamer reduzieren.

Manchen hilft angeblich Magnesium (Citrat!) um die Adrenalinschübe etwas zu lindern. Vielleicht ein Versuch wert.

Ansonsten schau dir diese Seite ein wenig an und auch das link:infopaket.

Verfasst: 02.06.2005 10:10
von CloneX
PS: Du reduzierst Diazepam auch ?

Verfasst: 02.06.2005 11:36
von mücke
Hallo Kim

Ich habe folgendes gelesen. Während der Einnahme von Paroxetin kann es zu Funktionsstörungen des Herzens kommen.
gelegentlich: Tachykardien (schneller Puls), EKG-Veränderungen
selten: Bradykardien (langsamer Puls)
Auch beim Absetzen kann es zu Tachykardien kommen.

Seit wann bist du denn herzkrank?
Auch schon vor der Behandlung mit Paroxetin?
Wie zeigt sich denn dein Leiden? Herzstolpern, schneller Puls?

Gruss
Annette

Verfasst: 02.06.2005 16:09
von Hannes Wien
Hallo Kim,

wenn du noch Diazepam nimmst musst du das sowieso vor dem SSRI absetzen das ist ganz wichtig.

Wenn ich das richtig verstehe nimmst du jetzt noch 3 mg Diazepam.

Wie lange ist das her, dass du auf 3mg runtergegangen bist?

Es gibt eine Faustregel nach dem Benzo 0 sollte man das SSRI mindestens noch 8 Monate weiternehmen um die Benzorebounds wie Ängste, Panikattacken, Unruhe.... abzufangen.

Liebe Grüße

Hannes

Verfasst: 03.06.2005 08:09
von Kim
Hallo Hannes,

wieso muss ich erst das Diazepam absetzen? Mein Arzt meint, ich soll es umgekehrt machen. Erst das SSRI und dann das Diazepam :shock:
Er hat mir dazu geraten, wenn ich Probleme beim Absetzen des SSRI habe, dann soll ich das Diazepam erhöhen. Das habe ich aber nicht gemacht :D Habe es tapfer durchgestanden und seit gestern geht es mir etwas besser.... Das Diazepam habe ich vor ca. 4 Wochen auf 3mg reduziert, war auch sehr hart, aber nicht zu vergleichen mit dem SSRI-Entzug. Der übertrifft wirklich alles! Kennst du dich mit Diazepam und so´n Zeug aus? Wäre sehr dankbar über deinen Rat. Mich würde interessieren, warum erst das Diazepam und dann das SSRI, wo liegt da der Unterschied?

Liebe Grüsse
Kim

Verfasst: 03.06.2005 08:16
von Kim
Hallo Annette,

ich habe schon seit meiner Kindheit Probleme mit dem Herzen. Richtig heftig ist es aber erst ca. im Jahr 2000 geworden. Leider bin ich immer als Paniker behandelt worden und man hat mir Paroxetin und Diazepam verordnet. Ein Psychologe der selbst Allgemeinarzt ist, hat dann endlich meine Herzerkrankung entdeckt und ich bin letztes Jahr im Mai operiert worden. Ich hatte eine Herzreizleitungsstörung und dazu noch VES. Ich soll auf ein Rhytmusmedikament eingestellt werden, was allerdings in Verbindung mit Paroxetin kontraindiziert ist. Momentan bekomme ich nur einen Beta-Blocker, der mein Herz ruhig hält. Ich muss eben aufpassen, mit dem Absetzen, damit mein Herz nicht so belastet wird. Fühl mich nur so allein, die Kardiologen sagen, dafür ist der Neurologe zu ständig und der will davon nichts wissen. So bin ich allein auf mich gestellt. Ist schon hart, aber ich bin ne Kämpfernatur und hoffe, dass ich auch diesen harten Weg irgendwie packe. Dieses Forum ist eine sehr grosse Hilfe :roll:

PS: Als meine Herzerkrankung bekannt worde, haben die Kardiologen mit dem Kopf geschüttelt und gemeint, ich hätte Paroxetin niemals einnehmen dürfen, da es viel zu sehr das Herz belastet. *ohne Worte*

Liebe Grüsse Kim

Arztwechsel angesagt........... was ist das für ein Arzt...?

Verfasst: 03.06.2005 17:05
von Hannes Wien
Hallo Kim!
wieso muss ich erst das Diazepam absetzen? Mein Arzt meint, ich soll es umgekehrt machen. Erst das SSRI und dann das Diazepam
Die Entzugserscheinungen vom Diazepam und allgemein Benzos halten in der Regel ein Jahr an.

Du hast beim Benzo reduzieren wahrscheindlich nur körperliche Entzugssymptome gehabt wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern uvm.

Würdest du das Paroxetin nicht nehmen hättest du jetzt noch jede Menge Angst, Angstattacken, Panikattacken..... uvm. es würde dir sicher sehr schlecht gehen.

Bleibe jetzt mal bei den 10mg Paroxetin für mindestens 8 Monate und reduziere zunächst das Diazepam langsam auf 0.

Ich schicke dir noch eine PN mit einer sehr guten Anleitung!

Deinen Arzt :wacko: solltest du wirklich mal fragen ob noch alle Tasten im Schrank hat, was er dir vorschlägt ist wirklich grob fahrlässig!

Liebe Grüße

Hannes