Seite 1 von 1

Nach 15 Jahren Antidepressiva absetzen .Ist das möglich?

Verfasst: 20.05.2005 21:22
von amanda
Ein lieber Bekannter nimmt seit 15 Jahren die verschiedensten Antidepressiva,benzos,Neuroleptika....nichts hat ihm bisher geholfen...Vieleicht Tavor am Anfang....jetzt auch nicht mehr.Seine Diagnose war erst Depessionen,später kam die Angst dazu.Ich selbst vermute fast dass die Angst durch die Antidepressiva ausgelöst wurden.Zur Zeit nimmt er 225mg Trevilor,Zyprexa ind Tavor und es geht ihm sehr schlecht.Er hat schon mal versucht Trevilor zu reduzieren...da hat er wieder noch stärkere Depressionen bekommen.Zyprexa(ich hoffe ich habe es richtig GESCHRIEBEN)hat er auch schon mal versucht zu reduzieren...dann werden seine heftigen körperlichen Sympthome so schlimm dass er es nicht mehr aushalten kann.Ist diesem armen Mann noch zu helfen???Ich kenne ihn von meinem Klinikaufenthalt und würde ihm gerne helfen.Hat jemand nach so langer Zeit(der EINNAHME von Psychopharmaka) noch Chancen es wieder abzusetzen und seinen Gesundheitszustand wieder im Griff zu kriegen.Gibt es Kliniken die eine Entgiftung auf die sanfte Tour machen....oder muss er sich damit abfinden für immer ein Häufchen Elend zu bleiben.Ich habe den Eindruck das bei ihm die Medikamente NICHT gewirkt sondern NUR GESCHADET haben.Kennt jemand einen ähnlichen Fall???GRUSS FATIMA

Schöner Cocktail!

Verfasst: 20.05.2005 23:24
von Hannes Wien
Hallo Fatima!

Ein lieber Bekannter nimmt seit 15 Jahren die verschiedensten Antidepressiva,benzos,Neuroleptika....nichts hat ihm bisher geholfen...Vieleicht Tavor am Anfang....jetzt auch nicht mehr.Seine Diagnose war erst Depessionen,später kam die Angst dazu.Ich selbst vermute fast dass die Angst durch die Antidepressiva ausgelöst wurden.
Bei diesem Cocktail kann man schwer sagen von was die Ängste kommen!

Möglich wäre das auch durch Toleranzbildung der Benzos.

Ich persönlich weiss das Mirtazapine (Remergil) Ängste auslösen kann, von Venlafaxin (Tevilor) wurde das hier auch schon gelegentlich berichtet (ob das jetzt bei deinem Bekannten zutrifft kann man nicht sagen).

Also müsste man nach dem "Lehrbuch" vorgehen erst die Benzos auf Diazepam umstellen und über je nach Dosis über 1-2 Jahre absetzen.

8-12 Monate nach dem Benzo null dann das Venlafaxin wieder über viele Monate.
Zyprexa(ich hoffe ich habe es richtig GESCHRIEBEN)hat er auch schon mal versucht zu reduzieren...dann werden seine heftigen körperlichen Sympthome so schlimm dass er es nicht mehr aushalten kann
Olanzapin (Zyprexa) (halte ich persönlich für ein extra Gift) dann zum Schluss auch wieder über viele Monate.
Hat jemand nach so langer Zeit(der EINNAHME von Psychopharmaka) noch Chancen es wieder abzusetzen und seinen Gesundheitszustand wieder im Griff zu kriegen
Hat er ganz sicher aber es wird ihm dabei nicht immer gut gehen und es dauert halt lange.
Gibt es Kliniken die eine Entgiftung auf die sanfte Tour machen....oder muss er sich damit abfinden für immer ein Häufchen Elend zu bleiben.Ich habe den Eindruck das bei ihm die Medikamente NICHT gewirkt sondern NUR GESCHADET haben.
Kein Klinkaufenthalt kann so lange Zeit dauern wie es nötig ist von den Pharma Mist möglichst unbeschadet runterzukommen.

In der Klinik werden die Benzos in der Regel in 3-6 Wochen abgestzt :cry: und das Venlafaxin in noch kürzerer Zeit.

Ich habe den Eindruck das bei ihm die Medikamente NICHT gewirkt sondern NUR GESCHADET haben.Kennt jemand einen ähnlichen Fall???
Ja mich zum Beispiel könnte ich die Zeit zurückdrehen hätte ich ohne Arzt nach Prof. Ashton ganz ohne AD abgesetzt und mir ginge es schon lange wieder gut.

Liebe Grüsse
Hannes

Verfasst: 21.05.2005 08:18
von amanda
Gibt es gute Literatur zum Absetzten von Benzos und SSRI,SNRI...habe nur etwas von dem Buchgehört von Peter Lehmann Psychopharmaka absetzten....wohin kann sich mein Bekannter persönlich wenden.Gibt es Ärzte die einen beim Entzug sinnvoll begleiten.Seine Frau schafft das nicht die Verantwortung zu übernehmen....!!!Und hat garkeine Ahnung von Psychpharmaka.Ich wohne viel zu weit weg.Er hat leider kein Internet.Gruss AMANDA

Verfasst: 21.05.2005 12:29
von CloneX
Sowas ist wirklich ein schwerer Fall. Am sinnvollsten wäre wohl ein schrittweises Absetzen der Medikamente, nacheinander, da hat Hannes schon recht. Es wird sicher die Hölle. Wie lange es nach 15 Jahren Drogen dauert sich wieder zu regenerieren ist natürlich schwer zu sagen.

Verfasst: 21.05.2005 13:36
von amanda
Hallo Clonex....Kann man nicht irgentetwas tun um solchen Menschen zu helfen.Das Psychopharmaka auch Probleme machen können müsste wirklich mal über die Medien bekannt gegeben werden....dann könnte man solche Fälle vieleicht verhindern.Ich möchte nicht wissen wie es MIR heute gehen würde wenn ich nicht die KRAFT gehabt hätte eine weitere(Psychopharmakabehandlung abzulehnen.Ich hoffe so sehr dass sich da was in Zukunft tut.Seit dem ich mich mit diesem Thema intensiver beschäftige ging es mir persönlich erstmal dreckiger.Wahrheit kann manchmal sehr weh tun.Es ist einfach ein Skandal wie im 20Jh psychisch Kranke behandelt werden.Teilweise unwissende Ärzte probieren einfach Medikamente aus...geht es dem Patient schlechter anstatt besser gibt man noch ein paar nette Medis dazu...Tavor oder Neuroleptika scheint ja besonders beliebt zu sein.Ich begreife einfach nicht dass viele Ärzte nicht fähig sind Patienten zu erkennen denen das Zeugs nicht hilft sondern eher schadet :sports: Gruss AMANDA

Verfasst: 21.05.2005 15:53
von Hannes Wien
Hallo Amanda,

ich habe dir zum Thema Benzos absetzen eine PN geschickt!

Liebe Grüße

Hannes