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Paroxetinabsetzer braucht Hilfe

Verfasst: 08.05.2005 11:57
von sebastian
Hallo,

ich habe mich Anfang Januar aufgrund eines Buches ( das große Angstbuch) entschieden mal ein neues Medikament ( SSRI ) auszuprobieren, da auch ein neuer schwerer Schritt in meinem Leben bevorstand und ich einfach keinen Bock mehr auf Anafranil hatte (Nebenwirkungen ).

Also war ich beim Arzt und dieser verschrieb mir 20mg Paroxetin.
Da dieses aber nach 3 Monatiger Einnahme nichts verbesserte, setzte ich es innerhalb von 2 Wochen wieder ab.

Nun habe ich wie viele hier das Problem mit den Absetzsymptomen.
Am anfang war es nur Schwindel und ein wenig Übelkeit, diese waren schnell wieder weg, doch nun leide ich unter massiven Ängststörungen viel schlimmer als vorher, unter diesen sogenannten Zaps und schlimmer innerer Unruhe. Meine Ärztin meinte dies sei einfach einer Verschlechterung der Angst, die völlig normal sei, da ich ja abgestzt habe und wollte mir gleich ein neues SSRI verschreiben . Da ich nun aber aufgrund dieser und andere Aussagen von ihr gar kein Vetrauen mehr in Sie habe, hoffe ich nun hier einige Antworten zu finden, wie ich nun am besten weitermache.

Meine Frage ist nun soll ich das Paroxetin wieder einnehmen( nach 3 Wochen Pause) und diesmal viel länger ausschleichen, wie hier im Form beschrieben oder soll ich wie Dr. Healy empfiehlt wieder auf Anafranil umsteigen ( da ich dies ja auch schon kenne) ?
Würde mich freuen wenn mir jemand weiterhelfen könnte oder einfach nur Tipps für mich hat oder Erfahrungen mit der Wiederaufnahem von Anafranil in diesem Punkt.

Die ganz andere Variante wäre, einfach nichts mehr von diesem Teufelszeug zu nehmen und es versuchen so durchzustehen, habe auch gerade mit Bachblüten angefangen.

Ihr merkt schon ich bin echt durcheinander und weiss nicht mehr was ich glauben soll, beziehungsweise tun soll.

Freue mich über jede Antwort

PS: Wollte noch sagen, das ich echt froh bin, das es solche Foren wie dieses gibt, ohne diese ich wirklich aufgeschmissen wär und ich weiterhin nur Ärzten vertrauen könnte, die wie es scheint ja noch nie einen Blick in solche Foren geworfen haben.

Verfasst: 08.05.2005 12:56
von Oliver
Hallo Sebastian.

Willkommen im Forum :)

Ich habe mich damals entschieden das Paroxetin wieder einzunehmen und langsamer auszuschleichen, das hat gut geklappt.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 08.05.2005 15:08
von sebastian
Danke erstmal für deine Schnelle Antwort.

Habe nur bedenken, da ich es jetzt schon 3 wochen nicht mehr nehme ob das so klappt( da ja bei den Berichten wohl immer nur ein paar tage dazwischen lagen, außerdem schreiben doch viele würde es beim 2 mal garnicht mehr so richtig ansprechen, bzw. heftigere Nebenwirkungen haben.

Hast du deine normale Dosis wieder genommen, als du es wieder einnahmst?

Verfasst: 08.05.2005 15:58
von sebastian
kleiner Nachtrag noch:

gibt es "Studien" darüber wie lange die Absetzsymptome andauern,
je nachdem wie lange man Paroxetin genommen hat.

Denke halt darüber nach es einfach so zu versuchen, könnte ja sein das diese heftigen Nebenwirkungen auch nach 2 Wochen verschwunden sind, da ich es ja nur ca.3 Monate eingenommen habe.

Kleiner Tip noch für andere: mit Rescue Bachblütentropfen lässt es sich besser ertragen, muss allerdings sagen das das so langsam auch nichts mehr bringt bei mir.

Verfasst: 08.05.2005 18:16
von Oliver
Hallo Sebastian.

Studien gibt es nicht, weil die Problemeatik offiziell unter den Tisch gekehrt wird, die Symptome können sich aber über Monate und in seltenen Fällen sogar Jahre hinziehen.

Du wirst keine andere Wahl haben, als es auszuprobieren. Wenn Du jetzt wieder Paroxetin nimmst und die Symptome innerhalb von wenigen Stunden/Tagen verschwinden, dan kannst Du sicher sein, dass es Absetzsymptome sind und es langsam ausschleichen. Ich habe damals wieder 20mg (meine Dosis von der aus ich abgesetzt habe, genommen und innerhalb von wenigen Stunden ging es mir wieder gut.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 08.05.2005 23:38
von sebastian
Na gut so wie es ausschaut komme ich ersteinmal nicht drumherum es wieder zu nehmen. Aber wenn es wirklich so schnell zur Verbesserung führt, dann sollte man es schon so machen.
Eine letzte Frage habe ich noch, was hälst du davon, einen anderen SSRI anstelle des Paroxetin einzunehmen.
Dies wurde mir von zwei anderen Psychiatern empfohlen( mit denen ich heute telefoniert habe, die auch beide sofort das Problem mit den SSRI´s nicht beschönigten), die sagten, das es ja primär um das wieder in Ordnung bringen des Seretoninspiegels geht und es quasi (egal) wär was man da für einen SSRI nimmt, hatte nämlich unglaublich schwierigkeiten mit der Libido bei Paroxetin. Die Ärzte rieten mit Cipralex bzw Citlopram.
Würde mich freuen wenn du mir dazu noch einen Tip geben könntest

Gute Nacht und danke nochmal

Verfasst: 09.05.2005 10:51
von Oliver
Hallo Sebastian.

Prof. Healy empfiehlt in unserem link:infopaket unter anderem den Wechsel auf Fluoxetin, weil das eine längere Halbwertszeit hat. Ich persönlich halte es aber für besser, wenn man den Körper nicht noch mehr durcheinander bringt, als er schon ist - also Absetzen lieber auch mit Paroxetin. Erst wenn das nicht klappt kann man versuchen durch den Wechsel auf Fluoxetin abzusetzen.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 09.05.2005 13:48
von sebastian
Hi,

habe nun gestern Nacht das Paroxetin wieder genommen, weil es einfach nicht mehr ging, die Ängst und diese Unruhe ( mit Zaps) waren nicht mehr auszuhalten, echt ein Horrortrip.
Heute morgen geht es mir schon ein wenig besser und ich brauche auch erstmal keine Rescuetropfen. Habe auch mit meiner (tollen) Ärztin gerade darüber gesprochen und was ich erstaunlich finde, ist, das sie diese Absetzsymptomatik entweder nicht kennt oder nicht akzeptieren möchte.
Sie sagt immer nur es wäre ja verständlich das die Ängste einfach wieder schlimmer wären, worauf ich ihr sagte das ich vor der Paroxetineinnahme ein echt ausgeglichenes Leben geführt habe auch mit meinen Ängsten, dies scheint sie aber nicht zu interessieren oder sie glaubt mir das einfach nicht.
Sie sagte auch mit der Einnahme würde es ja nun auch wieder 2-3 Wochen dauern bis sie wirken und es mir besser gehen würde.
Man sieht Sie hat überhaupt keine Ahnung von diesen Medikamenten und deren Auswirkungen.

Wirklich traurig...

PS: Kann man hier eigentlich auch direkt mit Leuten über solche Themen diskutieren oder chatten?