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Nebenwirkungen von Remergil und Fluoxetin

Verfasst: 18.04.2005 21:31
von Luisa
Hallo,
ich nehme nun schon seit mehr als 1 Jahr Remergil, zuletzt 15mg tgl.
In dieser Zeit bin ich schwanger geworden. Bereits vor der Schwangerschaft habe ich massiv zugenommen, und bis zur Entbindung habe ich 30kg mehr auf die Waage gebracht als mein Normalgewicht.

Durch die Geburt meiner Tochter, die entsprechend auch ein kleiner Klops geworden ist mit ihrem ungewöhnlich hohem Geburtsgewicht, habe ich nun erst wenige Kilos verloren.
Durch dieses ganze Aufgehen wie ein Hefeteig habe ich mir die ganzen Gelenke ruiniert, mein Körper ist soviel Gewicht einfach nicht gewohnt.

Auch weil ich während der Schwangerschaft Sorge um die Kleine hatte, wegen Plazentagängigkeit, hatte ich mehrfach versucht, Remergil abzusetzen - auch wenn mir die Ärzte davon abrieten.
Folge war, daß ich jedes Mal in ein Tief fiel und doch wieder Remergil einnehmen mußte.

Jetzt hält mich die Kleine ganz schön auf Trab, läßt mich wenig schlafen, und ich habe das Remergil jetzt vor mehreren Wochen hoffentlich endgültig abgesetzt. Wieder rieten mir die Ärzte davon ab und empfahlen, auf Fluoxetin umzusteigen.
Soll ich? Ich habe schon so viele verschiedene Medikamente ausprobiert in den vergangenen 10 Jahren, daß ich weiß, sie alle sind mit gesteigertem Appetit und Gewichtszunahme vergesellschaftet.
Wie sieht es unter dem Fluoxetin aus?
Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen - ich mag mich echt nicht mehr im Spiegel anschauen - von meinen Gelenkschmerzen ganz zu schweigen.
Lieben Gruß und danke vorab!

Luisa

Verfasst: 19.04.2005 00:11
von Hannes Wien
Hallo Luisa,

willkommen im Forum!
Folge war, daß ich jedes Mal in ein Tief fiel und doch wieder Remergil einnehmen mußte.
Wie schnell ist denn das Tief gekommen innerhalb ein paar Wochen (ich tippe auf ~ 5 )?

Wie schnell ist das Tief wieder vergangen nachdem du Remergil wieder eingenommen hast ..??.... nach ein paar Tagen ..??


Wenn du beide Fragen ungefähr mit JA beantworten kannst waren das Entzugserscheinungen und nicht das Auftreten deiner Ursprungserkrankung!

Ließ dir bitte das link:infopaket durch das gilt auch für NASSA Remergil!


David Healy hat geschrieben:Es gibt drei Indikatoren, um zwischen Absetzerscheinungen und dem Wiederauf-tauchen der ursprünglichen Symptomatik zu unterscheiden:

1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen.
2. Wenn die Symptome (siehe Absetzsymptome) nach erneuter Einnahme oder Erhöhung der Dosis wieder verschwinden, deutet dies ebenfalls auf ein Absetzsymptom hin und nicht auf ein Wiederauftauchen der ursprünglichen Symptomatik. Wenn es echte Krankheitssymptome wären, würde es länger dauern, bis Sie wieder auf die Behandlung ansprechen. Die kurzfristige Reaktion der Symptomatik auf die Behandlung weist auf ein Absetzproblem hin.
3. Es ist durchaus möglich, dass sich ihre Absetzsymptome mit den Symptomen ihrer eigentlichen Krankheit überlappen. Beides enthält Elemente von Unruhe, Angst und Depressionen. Ebenso oft treten beim Absetzen aber auch völlig neue Symptome auf wie: kribbelnde Gefühle, elektrische Schocks, Schmerzen und ein grippeähnliches Gefühl.

Liebe Grüße

Hannes

PS.: Vielleicht brauchst du ja gar keine Psychopharmaka mehr

Keine Psychopharmaka mehr? Schön wär´s!

Verfasst: 20.04.2005 22:31
von Luisa
Hallo,
ich hätte nicht für möglich gehalten, daß die Anzeichen, die ich festgestellt habe, tatsächlich Absetzphänomene sein könnten.

Gut, ich habe das Remergil jetzt etwa vor 1 Monat abgesetzt, bin seitdem sehr reizbar, aber es ist das erste Mal, daß ich nicht wie sonst bei den anderen Absetzversuchen, stimmungsmäßig in ein Megaloch falle und mir nicht anders zu helfen weiß als erneut Remergil einzunehmen.

Auch die Benommenheit, die andere Forenteilnehmer beschreiben, ist mir plötzlich völlig klar. Ich dachte, ich schlafe entweder viel zu wenig oder viel zu viel - so richtig klar im Kopf war ich schon Wochen nicht mehr - und mein Gedächtnis ist ein absolutes Sieb geworden.

Was mir aber besonders zu denken gegeben hat, war, daß ich unter dem Remergil begonnen habe, Angstzustände zu entwickeln. Angst, auf der Straße überfallen zu werden, Angst vor Wohnungseinbruch, Angst, überfahren zu werden. Das kenne ich gar nicht von mir - und es war auch nicht ganz ohne, weil es dazu führte, daß ich ungerne meine Wohnung verließ. Fördert die soziale Integration und die Pflege von Freundschaften nicht gerade.

Ich dachte, Remergil würde mir helfen - doch jetzt erkenne ich zunehmend, wie abhängig es mich vordergründig macht - und auf den zweiten Blick sehe ich erst, was da eigentlich tatsächlich passiert.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir mehr von Euren Erfahrungen schildern könntet.

Lieben Gruß, Luisa

Wieder ein Remergil Opfer .....

Verfasst: 20.04.2005 23:57
von Hannes Wien
Hallo Luisa! :hug:
Gut, ich habe das Remergil jetzt etwa vor 1 Monat abgesetzt, bin seitdem sehr reizbar, aber es ist das erste Mal, daß ich nicht wie sonst bei den anderen Absetzversuchen, stimmungsmäßig in ein Megaloch falle und mir nicht anders zu helfen weiß als erneut Remergil einzunehmen.
Das mit dem reizbar sein kenne ich auch gut ist aber am schnellsten vorbeigegangen.

Mit der Stimmug ist das auch so eine Sache, morgens ganz schlecht, mittags solala, am Abend wieder eingermaßen ok!
Auch die Benommenheit, die andere Forenteilnehmer beschreiben, ist mir plötzlich völlig klar. Ich dachte, ich schlafe entweder viel zu wenig oder viel zu viel - so richtig klar im Kopf war ich schon Wochen nicht mehr - und mein Gedächtnis ist ein absolutes Sieb geworden.
Die verdammte Benomenheit quelt mich jetzt schon seit 4,5 Monaten sie ist schon besser geworden, aber noch lange nicht so das ich wieder arbeiten könnte, selbst autofahren auf der Autobahn ist fast unmöglich geworden.

Meine Konzentration ist auch schon seit 4,5 Monaten im Eimer.

Was mir aber besonders zu denken gegeben hat, war, daß ich unter dem Remergil begonnen habe, Angstzustände zu entwickeln.
Ängste unter Remergil ja das kenn ich gut, die ersten 11 Monate waren ok, dann sind die Ängste gekommen, ich dachte ich mir die Ängste kommen noch von den Benzoentzug ganz falsch die Ängste waren "made by Organon :wacko: " REMERGIL! :evil:
Ich dachte, Remergil würde mir helfen - doch jetzt erkenne ich zunehmend, wie abhängig es mich vordergründig macht - und auf den zweiten Blick sehe ich erst, was da eigentlich tatsächlich passiert.
Remergil (Mirtazapine) hat mich abhängig gemacht, der Entzug ist viel schlimmer als ein Benzoentzug (mit SSRI) es hat mir einfach ALLES genommen was mochte:

Meinen Job, meine Konzentration, die Unterhaltung (Sprachstörungen die sich gewaschen haben), die Bewegung (Gleichgewichtsstörungen die ebenfalls aus der heißen Waschküche kommen)

Gebracht hat mir Remergil alles was ich hasse: DIE BENOMMENHEIT, optische Störungen die bis dato nicht verschwunden sind.

Jedenfalls DANKE an Organon für dieses einzigartige Medikament. :twisted:

Sorry ich mußte mir jetzt ein bisschen meinen Frust ablassen!

Ich wünsche dir noch einen netten Abend

Hannes

Verfasst: 21.04.2005 08:28
von Zitronenfalter
Hallo Hannes

Seit gestern nehme ich anstatt Remergil 30 mg----150 mg Insidon.

Von Absetzerscheinungen merke ich überhaupt nichts was mich schon ein bisschen wundert.Ich habe es ja wie du weisst auch einmal probiert meine Medikamente abzusetzen.H O R R O R sage ich nur dazu.

Du hattest Recht das Remergil Angst auslöst....die ist nämlich jetzt schon komplett verschwunden.Habe es auch immer nach der Einahme gemerkt das ich ängstlicher wurde.Sind denke ich Nebenwirkungen des Remergils,

Mit dem Insidon merke ich jetzt schon nach einmaliger Einahme das es mir prächtig damit geht.

Wie lange dauert es denn bis das Mitazapin komplett aus dem Körper geht?

Wirkt Insidon auch so wie Remergil?Ich meine auf die gleichen Rezeptoren im Gehirn?

Liebe Grüsse vom Zitronenfalter

Verfasst: 22.04.2005 19:42
von Hannes Wien
Hallo Zitronenfalter,
Seit gestern nehme ich anstatt Remergil 30 mg----150 mg Insidon.
Mutig, mutig wenn es dir in 5-6 Wochen auch noch gut geht würde ich mal sagen du hast es geschafft.

Du hattest Recht das Remergil Angst auslöst....die ist nämlich jetzt schon komplett verschwunden.Habe es auch immer nach der Einahme gemerkt das ich ängstlicher wurde.Sind denke ich Nebenwirkungen des Remergils,
Ich könnte den Beipackzettel von Remergil mindestens 5 mal so lange machen. :frust:
Wie lange dauert es denn bis das Mitazapin komplett aus dem Körper geht?
Das kann niemand so genau sagen, ich habe mal gelesen so 6 Wochen aber Spuren und Zerfallsstoffe kann man viele Monate nachweisen.
Wirkt Insidon auch so wie Remergil?Ich meine auf die gleichen Rezeptoren im Gehirn?
Leider nicht Remergil blockt wesentlich mehr und andere Rezptoren als alle trizyklischen AD´s.


Liebe Grüße

Hannes

Ich hoffe es bleibt so

Verfasst: 23.04.2005 05:50
von Zitronenfalter
Guten Morgen Hannes

Also am Montag habe ich das letzte mal Remergil (30 mg) eingenommen.

Heute ist Samstag und ich spüre absolut nichts von Absetzerscheinungen.

Ich denke das Insidon das ganze abfängt.

Ich hoffe nicht das der Spuk erst nach 3-4 Wochen kommen wird.

Ist es bei den trizyklischen eigentlich auch so schlimm wenn man diese komplett absetzt?

Mich kraust es jetzt schon wenn ich das Cipralex absetzen muss...das Zeug nehme ich denke ich auch schon über 1 Jahr ein.

Remergil nahm ich bestimmt auch schon 4-5 Jahre.Währe ja nicht schlecht wenn es bei dem Zustand bleibt in dem ich mich jetzt momentan befinde.

-----Mir geht es sehr gut momentan------

Liebe Grüsse und ein stressfreies Wochenende Hannes

vom Zitronenfalter