Absetzverlauf Zoloft
Verfasst: 19.11.2003 20:13
Hallo liebe Leidensgenossen,
bin seit dem 20.10.03 dabei, Zoloft abzusetzen, das ich über einen Zeitraum von 1,5 Jahren in der Dosis 50 mg eingenommen habe. Dank dem Infopaket in diesem Forum bin ich diesesmal nicht, wie im Januar 2003 bei meinem 1. Absetzversuch unter "Aufsicht" meines Arztes, direkt auf eine Nulldosis heruntergegangen. Denn nach mehrfachen Zusicherungen seitens meines Arztes waren Absetzsymptome bei SSRI´s gänzlich unbekannt bzw. gar unmöglich. Meine unmittelbar nach Absetzen erfolgten Symptome wie Agressivität, absolute Müdigkeit ( trotzdem Schlaflosigkeit), Übelkeit usw. wurden sofort als "Rückfall" diagnostiziert und der dringende Rat erteilt, sofort wieder auf die ursprüngliche Dosis zurückzugehen. Dies habe ich in meiner treudoofen Art auch gemacht und bin ferner dem Rat gefolgt, dass man nach so einem "Rückfall" das Präparat mindestens ein weiteres halbes bis ganzes Jahr nehmen muß, um einen erneuten Rückfall zu vermeiden.
Aufgrund meiner desolaten Lage nach dem Absetzversuch, habe ich diesen Ratschlag auch befolgt. Obwohl es mir seit Januar ansonsten absolut gut ging und ich eigentlich dachte, die ursprüngliche Krankheit sei überwunden, dachte ich, dass das halt so sein müßte. Erneute Absetzgedanken im Sommer, also 6 Monate nach dem Deasaster, wurden durch mein Arzt zerstreut und darauf hingewiesen, dass es besser sei, lieber noch ein halbes Jahr zu warten, um auch wirklich ganz auf Nummer sicher zu gehen.
Im Oktober habe dann wirklich nochmal insistiert und klargestellt, dass ich nunmehr nicht mehr glaube, dass die weitere Einnahme von Zoloft notwendig sei. Er meinte, bis zum Jahresende solle ich noch, dann könnte ich aufhören, wenn die Packung eben leer sei. Von Ausschleichen keine Andeutung!!!!
Durch Zufall habe ich von einem Mediziner aus England, den ich ins vertrauen gezogen habe wegen ständiger Muskel- und Sehnenschmerzen auf meine Einnahme von Zoloft hingewiesen. Ihm waren solche Probleme im Zusammenhang mit SSRI´s bekannt und hat mich darauf hingewiesen.
Nur deshalb habe ich selbst recherchiert und bin glücklicherweise auf dieses Forum und das Infopaket gestossen...:))))))))))))
Unmittelbar danach habe ich mit der Reduktion begonnen. Zunächst um 25 % (in Form von Zoloft flüssig) , was ohne jegliche Nebenwirkungen blieb und innerhalb von 3 Tagen eine deutliche Stimmungsverbesserung (!!!) mit sich bracht, und die latente Müdigkeit und Antriebslosigkeit verschwinden ließ.
Nach 1 Woche habe ich um weitere 25 % reduziert, was auch noch relativ gut ging. Die ersten beiden Tage nach der Reduktion verspürte ich starke Übelkeit, zeitweise Kopfschmerzen und vor allem Muskelschmerzen.
Darauf hin habe ich einen weiteren Rat des Infopaketes befolgt und die Akupunktur begonnen, was bei mir sehr gut wirkt und ich immer noch begleitend 1-2 mal pro Woche mache.
Bei der weiteren Reduktion um 25 % nach einer weiteren Woche begann wieder in den ersten 2-3 Tagen die Übelkeit, verbunden mit innerlichem Zittern, Schweißausbrüchen und Muskelschmerzen. Auch da half immer wieder die Akupunktur, die mir dann wieder 3 Tage relative Beschwerdefreiheit bescherte.
Die letzten 25% wollte ich - dem Info-Paket folgend- nicht auf einen Schlag absetzen, was sich ebenfalls als kluger Ratschlag bewahrheitete.
Habe also die letzten 25% von ursprünglich 50mg auf die Hälfte (also 6,25 mg) reduziert. Bei diesem Schritt waren die Komplikationen am größten. Sehr starke Muskelschmerzen, Zittern, starke Kopfschmerzen und Übelkeit waren die Folge. Darauf hin habe ich die Dosis nochmals um 2,5mg erhöht. Nachdem eine Stabilisierung wieder eingetreten war (auch Dank Akupunktur) habe ich nach 3 Tage wieder um 2,5 mg reduziert, was seit dem (knapp 1 Woche) auch gut ging. Leichte Übelkeit und Kopfschmerzen, die aber sehr geringer Ausprägung waren, sind nach 1-2 Tagen wieder verschwunden.
Heute steht der nächste Schritt an, von 6,25 mg auf 3mg. Mal sehen wie es wird.
Gehe aber morgen zur Akupunktur, um die Sideeffects möglichst gering zu halten....
Drückt mir die Daumen, dass ich die verfluchten letzen mg auch so schnell wie möglich weg bekomme, damit dieses Kapitel ein Ende hat.
Euch allen auch viel Erfolg. Denkt immer daran:
Seit dem Tag, an dem ich mit der Reduktion begonnen habe, hat meine Lebensqualität, trotz aller Nebenwirkungen, mit jedem Tag wieder zugenommen. Ich bin wieder viel fitter, nehme meine Umwelt wieder viel intensiver wahr...
Und dafür lohnt es sich diese "Schei....-Zeit" durchzustehen!!!!
Liebe Grüße
Joey
bin seit dem 20.10.03 dabei, Zoloft abzusetzen, das ich über einen Zeitraum von 1,5 Jahren in der Dosis 50 mg eingenommen habe. Dank dem Infopaket in diesem Forum bin ich diesesmal nicht, wie im Januar 2003 bei meinem 1. Absetzversuch unter "Aufsicht" meines Arztes, direkt auf eine Nulldosis heruntergegangen. Denn nach mehrfachen Zusicherungen seitens meines Arztes waren Absetzsymptome bei SSRI´s gänzlich unbekannt bzw. gar unmöglich. Meine unmittelbar nach Absetzen erfolgten Symptome wie Agressivität, absolute Müdigkeit ( trotzdem Schlaflosigkeit), Übelkeit usw. wurden sofort als "Rückfall" diagnostiziert und der dringende Rat erteilt, sofort wieder auf die ursprüngliche Dosis zurückzugehen. Dies habe ich in meiner treudoofen Art auch gemacht und bin ferner dem Rat gefolgt, dass man nach so einem "Rückfall" das Präparat mindestens ein weiteres halbes bis ganzes Jahr nehmen muß, um einen erneuten Rückfall zu vermeiden.
Aufgrund meiner desolaten Lage nach dem Absetzversuch, habe ich diesen Ratschlag auch befolgt. Obwohl es mir seit Januar ansonsten absolut gut ging und ich eigentlich dachte, die ursprüngliche Krankheit sei überwunden, dachte ich, dass das halt so sein müßte. Erneute Absetzgedanken im Sommer, also 6 Monate nach dem Deasaster, wurden durch mein Arzt zerstreut und darauf hingewiesen, dass es besser sei, lieber noch ein halbes Jahr zu warten, um auch wirklich ganz auf Nummer sicher zu gehen.
Im Oktober habe dann wirklich nochmal insistiert und klargestellt, dass ich nunmehr nicht mehr glaube, dass die weitere Einnahme von Zoloft notwendig sei. Er meinte, bis zum Jahresende solle ich noch, dann könnte ich aufhören, wenn die Packung eben leer sei. Von Ausschleichen keine Andeutung!!!!
Durch Zufall habe ich von einem Mediziner aus England, den ich ins vertrauen gezogen habe wegen ständiger Muskel- und Sehnenschmerzen auf meine Einnahme von Zoloft hingewiesen. Ihm waren solche Probleme im Zusammenhang mit SSRI´s bekannt und hat mich darauf hingewiesen.
Nur deshalb habe ich selbst recherchiert und bin glücklicherweise auf dieses Forum und das Infopaket gestossen...:))))))))))))
Unmittelbar danach habe ich mit der Reduktion begonnen. Zunächst um 25 % (in Form von Zoloft flüssig) , was ohne jegliche Nebenwirkungen blieb und innerhalb von 3 Tagen eine deutliche Stimmungsverbesserung (!!!) mit sich bracht, und die latente Müdigkeit und Antriebslosigkeit verschwinden ließ.
Nach 1 Woche habe ich um weitere 25 % reduziert, was auch noch relativ gut ging. Die ersten beiden Tage nach der Reduktion verspürte ich starke Übelkeit, zeitweise Kopfschmerzen und vor allem Muskelschmerzen.
Darauf hin habe ich einen weiteren Rat des Infopaketes befolgt und die Akupunktur begonnen, was bei mir sehr gut wirkt und ich immer noch begleitend 1-2 mal pro Woche mache.
Bei der weiteren Reduktion um 25 % nach einer weiteren Woche begann wieder in den ersten 2-3 Tagen die Übelkeit, verbunden mit innerlichem Zittern, Schweißausbrüchen und Muskelschmerzen. Auch da half immer wieder die Akupunktur, die mir dann wieder 3 Tage relative Beschwerdefreiheit bescherte.
Die letzten 25% wollte ich - dem Info-Paket folgend- nicht auf einen Schlag absetzen, was sich ebenfalls als kluger Ratschlag bewahrheitete.
Habe also die letzten 25% von ursprünglich 50mg auf die Hälfte (also 6,25 mg) reduziert. Bei diesem Schritt waren die Komplikationen am größten. Sehr starke Muskelschmerzen, Zittern, starke Kopfschmerzen und Übelkeit waren die Folge. Darauf hin habe ich die Dosis nochmals um 2,5mg erhöht. Nachdem eine Stabilisierung wieder eingetreten war (auch Dank Akupunktur) habe ich nach 3 Tage wieder um 2,5 mg reduziert, was seit dem (knapp 1 Woche) auch gut ging. Leichte Übelkeit und Kopfschmerzen, die aber sehr geringer Ausprägung waren, sind nach 1-2 Tagen wieder verschwunden.
Heute steht der nächste Schritt an, von 6,25 mg auf 3mg. Mal sehen wie es wird.
Gehe aber morgen zur Akupunktur, um die Sideeffects möglichst gering zu halten....
Drückt mir die Daumen, dass ich die verfluchten letzen mg auch so schnell wie möglich weg bekomme, damit dieses Kapitel ein Ende hat.
Euch allen auch viel Erfolg. Denkt immer daran:
Seit dem Tag, an dem ich mit der Reduktion begonnen habe, hat meine Lebensqualität, trotz aller Nebenwirkungen, mit jedem Tag wieder zugenommen. Ich bin wieder viel fitter, nehme meine Umwelt wieder viel intensiver wahr...
Und dafür lohnt es sich diese "Schei....-Zeit" durchzustehen!!!!
Liebe Grüße
Joey