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Bunny stellt sich vor!
Verfasst: 27.02.2005 02:39
von Bunny
Hallo!
Durch Zufall bin ich auf dieses tolle Forum gestossen und musst mich gleich registrieren.
Ich bin 37 Jahre alt und habe 2 Söhne mit denen ich alleine lebe.
Lange Zeit litt ich an Panikattaken - war zwar immer wieder beim Arzt aber die Medikamente die ich verschrieben bekam nahm ich nie.
Ich hatte vor den Nebenwirkungen solche Angst.
Bei der Rettung und bei den Arzten meiner Umgebung war ich schon bekannt.
Irgendwann konnte dann mein Körper nicht mehr und ich kam ins Krankenhaus, dort bekam ich Seropram intravenös und seit dieser Zeit nehme ich Seropram 20 mg/täglich - und zuletzt nur mehr 10 mg/täglich.
Ich begann eine Therapie und mein Leben wurde wieder lebenswert.
Zweimal wollte mich der Arzt auf ein anderes Medikament umstellen aber immer wieder geht es mir dann schlecht.
Beim 1. mal war es Citalopram, davon musste ich die doppelte Dosis nehmen damit es wirkt und es wirkt auch anders - kann es schwer beschreiben aber nicht wie Seropram.
Und beim 2. Mal, das war erst vor 3 Wochen bekam ich Ärztemuster vom Neurologen - Cipralex. Ich kann es gar nicht beschreiben was ich die letzten Tage durchgemacht habe - Angstzustände die immer stärker wurden, totale Unruhe, usw...
Nach über 14 Tagen wechselte ich wieder zu Seropram nachdem ich vorher noch den Neurologen wechselte.
Nebenwirkungen von Seropram bemerke ich keine ausser dass ich an Gewicht zugelegt habe.
Aber mir ist wichtig, dass ich keine Panikattaken mehr habe.
Ob es überhaupt noch Hoffnung gibt auf ein Leben OHNE Medikamente???
Schön langsam bezweifle ich es!

Verfasst: 28.02.2005 22:24
von SandraF
Hallo Bunny,
willkommen im Forum.

Willst du die Cipralex denn weiterhin einnehmen? Machst du im Augenblick eine ambulante Psychotherapie?
Ich kann verstehen, dass du keine Panikattacken mehr haben möchtest, aber "nur" durch Tabletten wirst du deine "Angst vor der Angst" nicht dauerhaft überwinden können. Tabletten können immer nur vorübergehend ein Art "Krücke" sein, wenn der Leidensdruck besonders groß ist.
Man muss sich der Angst stellen. Eine Möglichkeit ist, eine entsprechende Verhaltentherapie zu machen und dort zu lernen, die Angst zu überwinden. Wenn man sich dann nach und nach sicherer fühlt, dann wird es auch ein Leben ohne Tabletten geben.
Treibst du regelmäßig Ausdauersport?
Alles Gute und Liebe!
Sandra
Verfasst: 01.03.2005 11:06
von Bunny
Hallo Sandra!
Ich hab schon 2 Therapien hinter mir, die 1. dauerte ca. 2 Jahre und die 2. ein halbes Jahr - bzw. wurde ich jedesmal als "geheilt" entlassen.
Ich nehme wieder Seropram - seit Mittwoch wieder vorher hat mir der Arzt Cipralex verschrieben - sozusagen zum testn - wie ich es vertrage.

Das ging ja leider total schief.
Ich habe schon ein paar Mal versucht mit dem Medikament aufzuhören aber ich schaffte es nicht.
Also mit dem Sport hab ich vor 2 Jahren angefangen - bin jede Woche 3 mal im Fitnesscenter und im Sommer bin ich viel draussen um mit meinen Kindern Aktivitäten zu unternehmen.
Zwei versch. Ärzte haben mir gesagt, dass ich Seropram mein Leben lang nehmen muss!!!
Ich kenn mich nun wirklich nicht mehr aus - Medikamente ein Leben lang oder nicht?!

Verfasst: 01.03.2005 13:04
von SandraF
Hallo Bunny,
wie haben die Ärzte das begründet, warum du die Tabletten immer nehmen sollst? Ich denke, es wird für die Panikattacken eine Ursache geben. Weißt du vielleicht selber, was der Auslöser war, damals, als es damit anfing? Fühlst oder fühltest du dich vielleicht überfordert mir deinen Söhnen, als alleinerziehende Mutter?
Es gibt Momente, wo der Körper sich ein Ventil sucht und wenn ein Mensch viel Stress hat o. ä., dann kann es zu solch einem Panikgefühl kommen, das ist nicht besonders ungewöhnlich. Das Problem ist nur, wie man damit umgeht. Sich zu sagen, gleich wird das Gefühl wieder besser, es passiert mir nichts oder sich "verrückt" zu machen und Angst zu haben, "Angst vor der nächsten Angst" .
Man muss sich der Angst stellen, das ist ganz wichtig, in einer Panikattacke passiert gar nichts!, nach einer gewissen Zeit geht das unangenehme Gefühl ganz automatisch immer!!! wieder zurück.
Hast du schon eine richtige Verhaltenstherapie gemacht, das heißt eine Therapie, in der dich der Therapeut begleitet, wenn du diese angstauslösenden Situationen ganz gezielt durchlebst?
Es gibt auch entsprechende Kliniken, z. B. Christoph Dornier .
Um den Serotoninhaushalt deutlich zu verbessern, ist es gut, Ausdauersport zu machen, d. h. täglich mindestens 30 Minuten Laufen, Nordic Walking o. ä., Fitnesstraining an Geräten bringt da nicht so den Erfolg.
Vielleicht ist ein Ausdauertraining in einer Laufgruppe nicht schlecht.
Hast du Freunde, mit denen du etwas unternehmen kannst?
Liebe Grüße
Sandra
Verfasst: 01.03.2005 14:24
von Oliver
Bunny
Bunny hat geschrieben:Zwei versch. Ärzte haben mir gesagt, dass ich Seropram mein Leben lang nehmen muss!!!
Darauf gibt es eine einfache Antwort - das ist kompletter Unsinn. Die "Theorie" auf der diese Behaupungen begründet sind, ist schon seit langem als haltlos entlarvt worden (
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=712).
Ich habe zwar selber noch nie eine Panikattacke gehabt, aber ich kenne einige die gelernt haben, ohne Psychopharmaka mit der Problematik zu leben und sie zu überwinden oder zumindest wesentlich zu verbessern. Vielleicht hilft Dir ja etwas anderes als eine Standardtherapie.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 01.03.2005 15:37
von Bunny
Hallo Sandra und Oliver!
Also mir wurde gesagt, dass mir mir ein Stoff im Gehirn fehlt den mein Körper zu wenig erzeugt und deshalb brauche ich angeblich mein Leben lang Tablette.
Wobei ich aber auch sagen muss, dass ich die Jahre über auch hin und wieder - zwar nicht so starke - Panikattaken hatte - trotz des Seropram!
Aber ich habe damit gelernt umzugehen bzw. lass ich sie kommen weil ich weiß das sie wieder verschwinden.
Verhaltenstherapie hab ich auch gemacht, das war ein Teil meiner 1. Therapie. Sogar noch ohne Medikamente und da wurde mir auch gezeigt, dass man eine Panikattake sozusagen selbst auslösen kann - das war eigentlich der springende Punkt wo ich dann keine Angst mehr davor hatte.
Dank meiner Therapeutin ging mit mir auf die Strasse (hatte Angst unter vielen Menschen usw. und nahm sich wirklich sehr viel Zeit mit mir.
Der Grund womit das alles ausgelöst wurde, den weiß ich auch, waren mehrer Faktoren (Kindheit, Partner) die aber auch sehr gründlich aufgearbeitet wurden.
Ich habe nur an mir selbst bemerkt, dass solche Angstzustände meistens dann kommen wenn ich z.b. zu wenig Schlaf hatte.
Es gibt auch entsprechende Kliniken, z. B. Christoph Dornier .
Sowas könnt ich mir nie leisten!
Ich mach im Fitnesscenter wenig Geräte sondern eben Ausdauersport wie z.b radfahren. Ansonsten wär meinGewicht schon lange dreistellig da ich ja sehr viel seit Seropram zugenommen habe.
Und ich geh mit Freunden dorthin, macht einfach mehr Spass.
So und jetzt frag ich mich grad selbst beim schreiben dieses Textes wozu ich Seropram eigentlich nehme!

Verfasst: 01.03.2005 23:19
von Hannes Wien
Hallo Bunny,
wie lange dauert es denn bei dir wenn du das Seropram absetzt bis du wieder Panikattacken bekommst?
Ist das nach einigen Stunden, Tagen, Wochen?
Panikattacken gehören auch zu den Entzugerscheinungen der SSRI AD.
David Healy
Es gibt drei Indikatoren, um zwischen Absetzerscheinungen und dem Wiederauf-tauchen der ursprünglichen Symptomatik zu unterscheiden:
1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen.
Liebe Grüße
Hannes
Hallo Hannes!
Verfasst: 02.03.2005 08:53
von Bunny
Hallo Hannes!
Ich bin übrigens auch aus Wien!
David Healy
Es gibt drei Indikatoren, um zwischen Absetzerscheinungen und dem Wiederauf-tauchen der ursprünglichen Symptomatik zu unterscheiden:
1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen.
Hm, also das beginnt meist so ca. nach einer Woche, sind nicht nur Panikattaken sondern auch ein ständiges Gefühl verrückt zu werden.
Klingt aber sehr interessant - danke für den Tipp!
Aber wie kann ich mir sicher sein, dass es wirklich NUR Absetzerscheinungen sind? Hab ehrlich gesagt schon ein wenig Bedenken und zugegeben auch ein wenig Bammel davor, dass es nicht so ist und ich wieder als totales Wrack ende.
Auf jeden Fall werd ich jetzt wieder mal langsam anfangen Seropram niedriger zu dosieren und immer weniger von den Zeugs zu nehmen.
Lg
Bunny

Verfasst: 02.03.2005 11:32
von mücke
Hallo Bunny
"Mir wurde gesagt, dass mir ein Stoff im Gehirn fehlt, den mein Körper wenig erzeugt u. deshalb brauche ich angeblich mein Leben lang Tbl."
Ich glaube nicht daran.
Die Pharmakonzerne behaupten z. B. die Firma Pfitzer ( Präparat Zoloft ), dass Depressionen mit einer Störung im Serotoninstoffwechsel einhergehen. Wenn dem so wäre, bräuchte man doch nur den Serotoninspiegel zu bestimmen, um dann den fehlenden Stoff zu substituieren. Macht aber keiner!
Vor einiger Zeit habe ich durch die Medien ( RTL) folgendes erfahren:
Verliebte haben einen Mangel an Serotonin.
Was ist denn jetzt richtig? Die erste Aussage oder die zweite oder gar keine??
Ich persönlich würde auf keinen Fall ein Leben lang ein AD nehmen.
"Auf jeden Fall werde ich jetzt wieder mal langsam anfangen Seropram niedriger zu dosieren, immer weniger von dem Zeugs zu nehmen."
Das ist, glaube ich, ein guter Entschluss. Sei aber vorsichtig dabei, reduziere ganz langsam, lass dir viel Zeit.
Alles Gute
Annette
Verfasst: 02.03.2005 15:55
von Bunny
Hallo Annette!
Vor einiger Zeit habe ich durch die Medien ( RTL) folgendes erfahren:
Verliebte haben einen Mangel an Serotonin.
Also das kann es -leider- nicht bei mir sein - war schon ewig nicht mehr verliebt!
Das ist, glaube ich, ein guter Entschluss. Sei aber vorsichtig dabei, reduziere ganz langsam, lass dir viel Zeit.
Ja ich lass mir auf jeden Fall Zeit dabei da ich ja erst durch die doofe, kurzzeitige Umstellung auf Cipralex gemerkt habe, wie mein Körper reagiert.
Danke für deine Antwort!

Verfasst: 03.03.2005 21:12
von Hannes Wien
Hallo Bunny,
Aber wie kann ich mir sicher sein, dass es wirklich NUR Absetzerscheinungen sind? Hab ehrlich gesagt schon ein wenig Bedenken und zugegeben auch ein wenig Bammel davor, dass es nicht so ist und ich wieder als totales Wrack ende.
Ich bin mir ganz sicher das du unter Absatzerscheinungen leidest, ich hatte nie Panikattacken als ich Zoloft abgesetz habe, hatte ich jede Menge Panikattacken für ca. 3 Monate.
Hm, also das beginnt meist so ca. nach einer Woche, sind nicht nur Panikattaken sondern auch ein ständiges Gefühl verrückt zu werden.
Klingt aber sehr interessant - danke für den Tipp!
Schau dir unser SSRI Infopaket an da findest du alle Symptome die du beschrieben hast!
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=853
Wenn du absetzt nach 7 Jahren sehr sehr langsam also so über 1 Jahr mindestens.
Mit einem Tablettenschneider kann man mit etwas Mühe auch noch eine 1/8 Tablette herstellen.
Liebe Grüße
Hannes