Seite 1 von 1

Hallo brauche eure Hilfe!

Verfasst: 23.02.2005 18:30
von wenkie
Ich bin 40 Jahre alt und habe seit meinem 18. Lebensjahr eine soziale Phobie. Konnte auf einmal nicht mehr vor anderen Leuten essen, trinken, Augenkontakt halten :( und bin mittlerweile ans Haus gebunden, dass ich wegen meiner Angst nicht verlassen kann. Jetzt habe ich auch noch mit einer Depression zu kämpfen, wahrscheinlich ausgelöst durch den Tod meines geliebten Stievfaters. Aber ich hatte eigentlich schon
immer Depris, wogegen mir Antidepressiva verordnet wurden. Leider hat etweder keines bei mir angegeriffen oder es hatte soviel NW, dass ich es absetzen musste, sowie bei meinem letzten, das Trazodon, wo ich zum Schluß vier Tabletten schlucken musste. Das war die Hölle,diese innere Unruhe. Ab Morgen soll ich Duloxetin nehmen 20 mg.
Wer hat Erfahrung damit und kann mir auch anderweitig weiterhelfen.
Ich muß noch anmerken, dass ich seit meinem 18. Lebensjahr gut mit
Tranquilizer gegen die Angst versorgt bin, aber die alleine helfen mir auch nicht mehr. Eine Therapie kommt für mich nicht infrage, wegen
der sozialen Phobie. Brauche dringend euren Rat.
Danke im Voraus.
Wenkie

Verfasst: 23.02.2005 20:39
von SandraF
Hallo Wenkie,

willkommen im Forum. :)
Folgenden Link habe ich gefunden:

http://www.medknowledge.de/neu/2003/III ... oxetin.htm

Wie das Mittel wirkt, welche Nebenwirkungen auftreten, kann ich dir leider nicht sagen, das wird bei jedem Betroffenen anders sein. Aber eine Nebenwirkung wie Unruhe kann durchaus auftreten, weiterhin können u. U. auch Ängste verstärkt werden, genau kann man das vorher nicht sagen. Manche Menschen haben durch SSRI auch weniger Ängste.

Aber gerade weil du eine soziale Phobie hast, musst du eine Therapie machen, wenn es ambulant nicht klappt, dann musst!!! du in eine Klinik gehen! Tabletten werden dir auf Dauer keine Hilfe sein! Was sagt denn dein Arzt, er kann dir doch nicht "nur" immer Tabletten verordnen? Wie kommst du denn zu dem Arzt? Du musst dich deiner Angst stellen, Entspannungsübungen (Muskelentspannung nach Jacobsen) machen, dir die Angstsituation im entspannten Zustand genau vorstellen, das täglich üben. Wenn man mit der Zeit an die entsprechende Situation entspannt und ohne Angst denken kann, dann muss man nach draußen zu gehen. Immer zuerst das machen, wovor du am wenigsten Angst hast. Ein ganz kurzer Gang ums Haus oder ein ganz kleiner Einkauf o. ä. Es gibt Klinken, in denen genau das geübt wird.

Benzodiazepine werden deinen Zustand auf Dauer nur noch verschlechtern, nimmst du sie schon regelmäßig ein?

Liebe Grüße
Sandra

Verfasst: 23.02.2005 21:36
von Hannes Wien
Hallo Wenki,

leider gibt es zu Duloxetin noch keine Erfahrungen, meine persönliche Meinung ist, das es vielleicht noch furchtbarer zum Absetzen geht als Paroxetin und das ist schon ein extra Hammer!

Ein Link dazu:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... =duloxetin

Hast du wirklich alles versucht Therapie, Fischöl, Johanneskraut....?

AD´s und besonders Duloxetin sollten wirklich die letzte Alternative sein.
Ich muß noch anmerken, dass ich seit meinem 18. Lebensjahr gut mit
Tranquilizer gegen die Angst versorgt bin, aber die alleine helfen mir auch nicht mehr.
Nimmst du sie regelmäßig, wenn ja können sie genau solche Zustände auslösen duch eine Toleranzbildung.

Depressiv macht Langzeitgebrauch von Benzos auf jedem Fall!

Ein Entzug ist auch nicht einfach dann alles was bei AD´s sein kann ist auf jedem Fall bei einem Benzoentzug.

Liebe Grüße

Hannes

Antwort

Verfasst: 24.02.2005 08:23
von wenkie
Hallo Sandra,
ersmal danke für deine Antwort. Zum Arzt komm ich schon noch, wenn ich genügend Benzos nehme. Natürlich hat mir auch er schon mal vorgeschlagen eine Therapie zu machen. Aber da ich schon 2 Benzoentzüge hintermir habe möchte ich jetzt nicht mehr und kann auch nicht mehr. Der Entzug war für mich nicht schlimm, nur ohne die
Benzos ist die Angst um das mindesten 100fache verstärkt und bei der anschließende Therapie mußte ich deswegen immer abbrechen. Außerdem kann mein Mann, nicht so lange von der Arbeit wegbleiben, das würde sein Arbeitgeber nicht tolerieren. Un dass er wegen mir seine Arbeit verliert, geht gar nicht, wovon sollten wir dann leben mit zwei Kindern. Darum brauche ich ein AD dass auch gegen Angst hilft, damit ich die Benzos reduzieren kann. Weiß du, welches mir am besten helfen könnte?

Liebe Grüße
Wenkie

Antwort

Verfasst: 24.02.2005 08:29
von wenkie
Hallo Hannes,

danke für deine Antwort. Von Fischöl habe ich noch nichts gehört. Erklär mir bitte was genau du da meinst und wie dieses helfen soll.

Ich kann deine Meinung nicht ganz teilen wegen den ADS die ich nicht nehmen soll. Es gibt sehr viele Depressive, denen damit geholfen werden konnte. Nur hab ich leider das Pech, dass bei mir noch nicht das
Richtige gefunden wurde.

Liebe Grüße

Wenkie

Verfasst: 24.02.2005 23:33
von Hannes Wien
Hallo Wenki,

warum wir der Meinung sind AD´s, besonders der Klasse SSRI, SNRI, NASSA nur als wirklich den letzten Ausweg sehen zu können:

1) wegen der möglichen unheimlichen Nebenwirkungen.

2) das nicht zu unterschätzende Abhängigkeitspotenzial schau mal hier im Forum, wie viele Menschen von SSRI, SNRI, NASSA abhängig geworden sind und diese AD´s dann über Monate oder sogar Jahre ausschleichen müssen.

Ich nehme jetzt nur mich her, ich behaupte das Remergil (NASSA) mich abhängig gemacht hat.

Ich bin nun 11 Wochen auf 0 nach 4 Monaten absetzen und bin noch immer manche Stunden so benommen das nix mehr geht.

Meine Grunderkrankung war schlecht Schlafen nach einem Benzoentzug.

Außerdem habe ich durch die Benommenheit meinen Job verlohren ... nun frage ich dich sollen wir wirklich wem AD´s empfehlen????

Liebe Grüße

Hannes

Antwort

Verfasst: 25.02.2005 09:12
von wenkie
Lieber Hannes,
Ihr braucht ja niemand ADS empfehlen, ich hab auch schon NW und
Absetzerscheinungen hnter mir. Ich bin ledlich der Mein dass eine
schwere Depression mit ADS behandelt werden sollte, sonst kommt man nie aus dem Loch raus und denkt vielleicht sogar an Suizid.

Liebe Grüße
Wenkie

Verfasst: 25.02.2005 11:10
von SandraF
Hallo Wenkie,

wir können dir leider nicht sagen, welches Mittel für dich richtig wäre.
Ein Medikament, das ganz neu auf dem Markt ist, würde ich an deiner Stelle aber auf keinen Fall nehmen. Bist du den bei einem Neurologen oder Psychiater in Behandlung, oder verschreibt dir der Hausarzt die Medikamente?

In deinem Fall würde ich wirklich in eine gute Klinik (z. B. Bad Bramstedt, im Internet findest du noch andere Kliniken, die auf soziale Phobie spezialisiert sind) gehen. Du kannst dort nur gewinnen, schlimmer wird es doch nur werden, wenn du weiterhin nichts machst. Du wirst, nur mit Tabletten, deine Probleme nicht in den Griff bekommen.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute.

Liebe Grüße
Sandra

Antwort

Verfasst: 25.02.2005 11:16
von wenkie
Hallo Sandra,
danke für deine Antwort. Ich kann keine Therapie mehr machen, hatte schon 2 Entziehungen hiner mir, die eigentlich kein Problem für mich waren. Aber die anschließende Therapie mußt ich wegen der Angst dann abbrechen. Bin alle 3 Wochen béim Neurologen.

Liebe Grüße
Wenkie

Verfasst: 25.02.2005 11:20
von SandraF
Hallo Wenkie

du musst!! dich deiner Angst stellen, du wirst es irgendwann schaffen, ganz bestimmt! Immer wieder musst es versuchen! :) Gib nicht auf! In der richtigen Klinik wirst du nicht aufgeben müssen, dort bekommst du die richtige Hilfe und fühlst dich nach einigen Tagen sicher, glaube mir!
Schmeiß dein Leben nicht einfach weg! Es lohnt sich zu kämpfen!

Ganz liebe Grüße
Sandra

Antwort

Verfasst: 25.02.2005 11:23
von wenkie
Welche Kliniken könntes Du empfehlen, über die ich mich im Internet mal informieren kann.
Danke Wenkie

Verfasst: 25.02.2005 12:10
von SandraF
Hallo Wenkie,


hier habe ich ein Forum gefunden, das vielleicht etwas für dich sein könnte, vielleicht kennst du es ja noch nicht


http://www.verrueckt.de/?seite=cafe_wahnsinn&o=7

Wegen der Kliniken melde ich mich noch.

Hier ist der Link für Bad Bramstedt, die Klinik soll sehr gut sein

http://www.angst-und-panik.de/fachklini ... bramstedt/

Liebe Grüße
Sandra

Antwort

Verfasst: 25.02.2005 12:14
von wenkie
Ich kenne dieses Forum. Trotzdem danke!
Ich kann auch keine Therapie machen, weil Sie viel zu lange dauert und mein Mann dafür keinen Urlaub bekommen würde. Seinen Arbeitsplatzt zu verlieren, wäre zu schlimm, immerhin haben wir noch zwei Kinder.
Grüße
Wenkie

Verfasst: 25.02.2005 12:23
von SandraF
Hallo Wenkie,

für deine Kinder wird es eine Lösung geben, da bin ich mir ziemlich sicher, da würde ich mir keine Gedanken machen. Im Gegenteil, du musst an deine Kinder denken und gerade deswegen in eine Klinik gehen. Sie werden auch glücklich sein, wenn es dir besser geht. Sie bekommen doch dein Probem tagtäglich mit und das ist bestimmt nicht gut für sie, eine Mutter zu haben, die nie raus kann und nichts unternimmt. Die Kinder werden nachher vielleicht auch krank oder entwickeln Schuldgefühle. Ich hatte eine Mutter mit schweren Depressionen, ich weiß wie belastend das ist....

Hast du den Link "Bad Bramstedt" oben gesehen? Du kannst deinen Arzt fragen, wie man das mit der Betreuung deiner Kinder regeln kann, da wird es Möglichkeiten geben, ohne dass dein Mann Urlaub nehmen muss! Die in der Klinik werden dir vielleicht auch sagen können, an wen du dich wegen der Betreuung wenden kannst.

Ich werde noch nach anderen Kliniken schauen und mich wieder melden.
:)

Liebe Grüße
Sandra

Antwort

Verfasst: 25.02.2005 12:27
von wenkie
Ich habe nicht gehofft, dass ich auf so einen netten Menschen treffen kann.
Danke
Wenkie

Verfasst: 25.02.2005 20:52
von SandraF
Hallo Wenkie,

danke für deine netten Worte <3 . :)

Folgende Kliniken habe ich gefunden:

http://www.klinik-a-s-moos.de/

Dort gibt es sogar eine Info "Mitaufnahme von Kindern".
Die Klinik soll sehr gut sein.

Außerdem

www.heiligenfeld.de

Fachklinik Heiligenfeld, 97688 Bad Kissingen


Vielleicht müsstest du ein wenig Wartezeit einkalkulieren, aber ich würde es auf jeden Fall in Angriff nehmen. Es kann doch nur aufwärts gehen, wenn du etwas machst, :) sonst wird es so bleiben, wie es ist. :wink:

Liebe Grüße
Sandra