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Absetzen von Fluctin - wer hat Erfahrung?
Verfasst: 21.02.2005 21:04
von Flora
Hallo! Ich bin gerade dabei, mein SSRI auszuschleichen, und hoffe, hier auf Leute zu stoßen, die damit Erfahrung haben und mir vielleicht Tips geben können, da es sich für mich schwieriger gestaltet, als erwartet.
Ich habe jetzt seit zwei Jahren 20mg Fluoxetin täglich genommen, und es soweit ganz gut vertragen, bis auf starke Nebenwirkungen am Anfang der Behandlung (Gewichtsverlust, Erbrechen, Appetitlosigkeit, etc.)
Vor fünf Wochen habe ich mit dem Ausschleichen begonnen, mittlerweile bin ich bei 10 mg.
Da man die Tabletten nicht weiter zerteilen kann, hatte ich vor, als nächsten Schritt statt wie zur Zeit jeden Tag eine halbe, dann nur noch jeden zweiten Tag eine halbe Tablette zu nehmen. Kann man das tun? Oder ist flüssiges Fluoxetin empfehlendswerter, weil man es genauer dosieren kann?
Wäre sehr froh, wenn mir jemad weiter helfen könnte.
Ja, leider ist es nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Tagsüber geht es mir meistens ganz gut, aber gegen Abend bekomme ich Panikattacken. Außerdem fühle ich mich dann sehr schnell überfordert, und fange bei jeder kleinsten Kleinigkeit an zu weinen. Große Menschenmengen versetzen mich in Panik, ich erschrecke leicht bei Geräuschen und ertrage keine Menschen in nächster Nähe.
Außerdem habe ich ab und an so komische Muskelzuckungen.
Ist das normal? Und lässt das mit der Zeit nach?
Liebe Grüße, Flora
Verfasst: 22.02.2005 00:20
von Hannes Wien
Hallo Flora,
Oder ist flüssiges Fluoxetin empfehlendswerter, weil man es genauer dosieren kann?
Ist es ganz sicher ein Link dazu
http://hansemerkur.gesundheitsportal-pr ... 004539.jsp
Warte bis du ganz stabil bist keine Panikattacken mehr hast und dann wenn es dir gut geht langsam sehr langsam runter.
Kauf dir eine Insulinspritze damit kannst du gut dosieren ....dann langsam runter.
Muskelzuckungen und Panikattacken werden mit der Zeit verschwinden wie lange es dauert kommt auf deinem Körper an.
Ja, leider ist es nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Tagsüber geht es mir meistens ganz gut, aber gegen Abend bekomme ich Panikattacken. Außerdem fühle ich mich dann sehr schnell überfordert, und fange bei jeder kleinsten Kleinigkeit an zu weinen. Große Menschenmengen versetzen mich in Panik, ich erschrecke leicht bei Geräuschen und ertrage keine Menschen in nächster Nähe.
Das sind eindeutig Entzugserscheinungen!
Warte ab bis es dir wieder gut geht und langsam runter!
Wie lange und warum hast du denn Fluoxetin genommen???
Liebe Grüße
Hannes
Verfasst: 22.02.2005 10:01
von CloneX
Hallo Flora, schau dich hier ein wenig um und schau dir auch das Infopaket an.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=853
Re: Absetzen von Fluctin - wer hat Erfahrung?
Verfasst: 22.02.2005 11:30
von Astrid
Hallo Flora,
Hannes Empfehlung und Einschätzung stimme ich zu. Deine momentanen Symptome würde ich aufgrund eigener Erfahrung eindeutig als Absetzsymptome bewerten. Falls du nicht auf flüssiges Fluoxetin umsteigen willst, empfehle ich dir deine Tabletten nach Gefühl mit einer Muskatreibe zu reduzieren und zwar GANZ LANGSAM.
Ich habe insgesamt 11 Monate gebraucht um von 20mg auf 0 zu kommen und habe mich dabei ganz und gar auf mein Gefühl verlassen und manchmal die Dosis nur hauchdünn reduziert. Da es bei mir gut geklappt hat, gebe ich diesen Rat gerne weiter und wünsche gleichzeitig jedem VIEL GEDULD!
Herzlichst
Astrid
Verfasst: 22.02.2005 11:46
von Dana
liebe flora,
ich habe fluctin 10 jahre eingenommen und es vor 9 monaten abgesetzt.
deine beschriebenen nebenwirkungen werden verschwinden - bloss stelle dich auf eine längere zeit ein - der unteschied zu den anderen SSRI's hier ist, dass fluctin eine extrem lange halbwertszeit hat - und noch sehr lange aktive metabolite im körper vorhanden sein können - bis zu 6 monaten nach NULL - da du ja noch nicht auf null bist, dauert das mit sicherheit noch etwas bei dir.
ich weiss, klingt nicht so vielversprechend - ist aber REELL meine eigen gemachte erfahrung.
ich habe übrigens nicht ausgeschlichen sondern einfach abgesetzt und bin dann zu meiner heilpraktikerin und habe meine leber gezielt entgiften lassen (das zeug wird über die leber verstoffwechselt).
ich hatte übrigens vermehrt auch so agressive wutgefühle nach dem absetzten..............
liebe grüsse und viel glück
dana
Verfasst: 22.02.2005 13:01
von Flora
Herzlichen Dank für eure Antworten!
Dann werde ich mich mal nach flüssigem Fluoxetin erkundigen... wusste gar nicht, dass es das gibt! Was ein Glück, dass ich diese Seite gefunden habe!
Aber, das muss man doch von einem Arzt sich verschreiben lassen, oder? Das bekommt man ja wohl nicht einfach so. Merkwürdig, denn meine Ärtzin hat mir gar nichts davon erzählt, dass es so sicherer ist mit dem Absetzen...
@Hannes : Ich hab zwei Jahre lang Fluoxetin genommen, d.h. ich habe kurz nach meinem 18. Geburtstag damit angefangen, nachdem hochdosiertes Johanniskraut keine Wirkung gegen die Depression gezeigt hat. Mir gings damals ziemlich schlecht, magersüchtig, depressiv, Stimmen hören, Angstzustände, Selbstverletzen, Selbstmordpläne und so weiter und so fort, und war dann zwei Monate in einer Klinik, die mir sehr geholfen hat. Mittlerweile haben sich meine Lebensumstände aber von Grund auf geändert (wohne nicht mehr bei meinen Eltern, wohne in einer anderen Stadt, hab mein Studium begonnen, habe viele nette Leute dort kennengelernt...), sodass es mir sehr gut geht - deswegen kam ich auf den Gedanken, dass ich eigentlich das Antidepressivum nicht mehr bräuchte.
@Dana: Das macht mir ja Mut, dass Du es geschafft hast, es nach 10 Jahren noch abzusetzen! Meinen Respekt!
@Astrid: ...11 Monate...ich sehe, ich hab mich wohl mit der Zeit ein bisschen verschätzt...ich hatte zwei Monate eingeplant...ich sehe, ich muss wohl mehr Geduld haben.
@all: Was heißt denn jetzt "sehr langsam" konkret?
Liebe Grüße!
Flora
Verfasst: 22.02.2005 13:14
von Astrid
Hallo Flora,
es ist schön zu lesen, wie du noch einer so harten Zeit "die Kurve gekriegt" hast. Alle Achtung! Ich finde, du bist auf einem guten Weg.
Mit LANGSAM meine ich in erster Linie: behutsam, auf die innere Stimme hören, nichts überstürzen, sich auf das eigene Gefühl verlassen.
Bei mir sah das Ausschleichen so aus:
20 mg Paroxetin seit Mai 2002
18 mg seit 7.3.2004
16 mg seit 2.4.2004
15 mg seit 30.4.2004
14 mg seit 14.5.2004
12 mg seit 31.5.2004
11 mg seit 12.6.2004
10 mg seit 23.6.2004
9 mg seit 22.8.2004
8 mg seit 15.9.2004
7 mg seit 25.9.2004
6 mg seit 3.10.2004
5 mg seit 11.10.2004
6-5 mg seit 13.10.04
5 mg seit 28.10.04
5-4 mg seit 29.11.04
4-3,5mg seit 28.12.04
3,5 – 2,7mg seit 7.1.05
1,5 – 0,7mg seit 21.1.05
29.1.05 ein letzter Hauch
Aber, Flora, bei jedem ist das anders, jeder muss seinen eigenen Rhythmus finden. Daher ist es wichtig nicht strikt einem Dosisplan oder ähnlichem zu folgen, sondern nach eigenem Empfinden und Gutdünken über jeden einzelnen Reduzierungsschritt frei zu entscheiden.
Es würde mich sehr interessieren, in welcher Klinik du warst und welche Erfahrung du dort gemacht hast. Ich denke nämlich auch über eine stationäre Therapie nach.
Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg
wünscht dir
Astrid
Verfasst: 22.02.2005 16:18
von Dana
hi flora,
ich habe das fluctin u.a. auch wegen essstörungen genommen - leider ist die sache halt nicht geheilt mit dem medikament und nach geraumer zeit kommen die eigentlichen überdeckten konflikte wieder hoch - ich hoffe, du erkennst das als chance und nicht als erneuten grund irgendwann das medi wieder einzunehmen - es wäre dann schade........
ich wünsche dir alles gute
dana
Verfasst: 22.02.2005 19:20
von Hannes Wien
Hallo Flora,
wenn du Fluoxetin 2 Jahre genommen hast dann mach das langsam mg für mg immer wenn es dir längere Zeit gut geht um 1mg runter so wie dir Astrid schon gesagt hat ohne weiters über viele Monate.
Ich wünsche dir alles Gute beim Absetzen und vergiss nicht, alles was du dabei erlebst sind Entzugserscheinungen nicht das Auftreten deiner Ursprungserkrankung.
Beste Grüße
Hannes