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hallo bin neu hier

Verfasst: 16.02.2005 20:26
von paulina_muc
ich nehme seit 1998 (mit einer Unterbrechnung von 2 Jahren) Paroxetin 20 mg. Seit etwa einem halben Jahr nur noch 10 mg. Mein Psychiater hat mir jetzt (mir geht es grad ziemlich dreckig aufgrund einer heftig schweren Phase in meiner Psychotherapie) Insidon verschrieben. ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich beide Medis parallel nehmen soll oder lieber das Paroxetin durch das Insidon ersetzen soll...hat jemand Erfahrung damit?
Wie wirkt sich Insidon 50 mg eigentlich in den ersten Tagen aus? ist man da völlig müde und platt oder geht das? ich soll 0-0-1 am ersten Tag nehmen, 0-1-1 am zweiten Tag und ab dem dritten Tag dann 3x täglich 1 Tablette nehmen.
Für Ratschläge bin ich äußerst dankbar :o

Verfasst: 17.02.2005 18:58
von Astrid
Hallo Paulina oder Bea,

vor 11 Jahren bekam ich in einer neurologischen Praxis gegen Panikattacken Insidon verschrieben und zwar - jetzt kommt´s - auf Empfehlung der Arzthelferin, der das Mittel geholfen hatte.
Die Arzthelferin flüsterte mir noch zu, das Mittel nicht zu oft zu nehmen, weil es abhängig machen könnte.
In der Not nahm ich es immer dann, wenn überhaupt nix mehr ging.
In meinem Fall half Insidon aber überhaupt nicht gegen Angst und Panik, sondern machte mich nur benommen und müde. Und anschließend war alles wieder beim alten Dilemma.
Außerdem erfuhr ich erst viel später durch meinen Hausarzt, dass Insidon erst nach gewisser Zeit zu wirken beginnen würde.
Also ließ ich es, da es ohnehin nicht half.

Mit Paroxetin habe ich ebenfalls unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Der Vorzug dieses Medikaments war eindeutig, dass ich die Einnahme im Alltag nicht spürte, während Insidon den Alltag beeinträchtigte. Autofahren und Konzentration waren kaum möglich.

Soll es dir zur Überbrückung der Krise helfen, oder Paroxetin ganz ersetzen?
Also als Dauermedikation würde ich mir Insidon nicht wünschen, weil man Gefahr läuft einfach "neben der Spur" zu sein.

Hier kannst du genauere Informationen über Insidon erfahren:
http://www.kompendium.ch/Result.aspx?lang=de


Gibt es denn keine andere Möglichkeit dich aus der Krise zu begleiten?
Drüber zu sprechen oder zu schreiben oder im Wald seinen Frust aus dem Hals zu brüllen kann manchmal sehr wirkungsvoll sein.

Dann fragtest du noch an anderer Stelle: " aber warum schaffen es dann so viele andere Menschen, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, ohne sich mit dem ganzen Scheiß auseinandersetzten zu müssen?"

Hier ein paar banal klingende aber ernst gemeinte Antwortversuche:
Weil sie es nicht brauchen.
Weil sie anders strukturiert sind.
Weil sie keine Traumata oder Verletztungen zu verkraften hatten.
Weil sie gelernt haben, Konflikte "sauber" klären zu können.
Weil sie Unterstützung hatten und auf Vertrauen bauen konnten.
Weil ihnen Schuldgefühle fremd sind.
Weil sie die Verantwortung für Geschehens ablegen konnten.
Weil ihr Gefühlsleben nicht so sensibel ist.
oder einfach
Weil sie Glück hatten!

Herzlich grüßt dich
Astrid

durch die Krise begleiten

Verfasst: 17.02.2005 22:38
von paulina_muc
liebe Astrid,

durch die Krise begleiten ist ein gutes Stichwort, hatte heute ein längeres Gespräch mit einer Freundin, die mich schon länger kennt, vielleicht ist bei mir einfach zur Zeit ein wenig viel zusammengekommen (Diplarbeit abgegeben, Job aufgehört, Umzug, Lernen auf Prüfungen, und schwierige Phase in der ambulanten Ther). Ich überlege jetzt, wie ich mir die ganzen Belastungen Stück für Stück vom Hals schaffen bzw. bewältigen kann. Ich muß vor allem auch wieder lernen, Freunde um Hilfe zu bitten, wenn ich mal Wege alleine nicht schaffe oder ähnliches. Aber ich bin zur Zeit wirklich völlig verunsichert, was jetzt vom Medikament ist oder was ich wirklich fühle und "nur" eine Wirkung (oder auch Nebenwirkung) der Psychotherapie ist...
ich werde auf jeden Fall versuchen, mir einen halbwegs stressfreien Weg zu suchen, auf dem ich mich wohlfühle und dann wird sich das mit den Medikamenten auch zeigen. Bin halt zur Zeit etwas arg verzweifelt. :frust: Aber ich geb die Hoffnung trotzdem nicht auf :sports:
Auf jeden Fall haben mir deine Antworten und Anregungen heute sehr geholfen :o Danke dafür
Allen und v.a. Dir ein schönes Wochenende
Bea