hallo *wink*
Verfasst: 20.01.2005 23:16
hallo!
habe das forum durch zufall gefunden und will jetzt mal 'hallo' sagen
eigentlich rede ich ja nicht so gerne über mich...
also.... ich bin letztes jahr 30 geworden (fühle mich aber kein bisschen erwachsen
)
Seit ich denken kann hatte ich immer ganz furchtbare Ängste im Umgang mit andern Menschen und war wohl als Kind ziemlich "verhaltensgetört", hat sich aber keiner der Erwachsenen (Eltern, Lehrer usw.) drum gekümmert.
Ab 15 kamen dann auch noch Depressionen dazu und mit 18 habe nur noch daran gedacht, wie ich aus diesem Leben "abhauen" kann.
Zwischen 16-18 Lebensjahr habe ich eine Gesprächstherapie gemacht, die aber nur die Symptome einigermaßen gelindert hat, so dass ich "funktioniert" habe, und "den Erwachsenen" nicht zu große Probleme bereitet habe. Die Therapeutin hat mich wohl auch nicht wirklich ernst genommen und alles als "pubertäre Phase" abgetan.
Letztendlich haben mir in dieser Zeit meine (wenigen) Freunde geholfen, dass ich nicht ganz durchdrehe.
Im nachhinein weiß ich echt nicht mehr, wie ich diese Zeit überstanden habe.
Mit 23 bin ich zum Studieren von meinen Eltern ausgezogen (ganz weit weg!), was mir erstmal unheimlich gut getan hat!!! "Zu Hause" war es der reinste Horror, ich habe immer nur so einen Unsinn wie "stell dich nicht so an" zu hören bekommen, was alles nur noch schlimmer gemacht hat.
Das Studium habe ich dann aber leider nicht gepackt. War zwar schon ziemlich anspruchsvoll, daran lags aber (wie immer :-/) nicht - ich habs einfach nicht gepackt jeden Tag unter Menschen gehen zu müssen. Referate halten war der reinste Horror - einmal bin ich vor Angst fast umgekippt.
Hab mir leider viel zu spät eingstanden, wie schlimm meine Probleme zu der Zeit waren und bin nur ganz knapp einem Klinikaufenthalt entgangen.
Es folgten etwa 3 Jahre Psychotherapie, die zwar geholfen hat, aber nicht weit genug. Ich habe mich zwar wieder getraut unter Mensch zu gehen, aber eine Berufsausbildung anzu fangen, daran war gar nicht zu denken.
Nach sehr langem Überlegen und Infos sammeln im Internet hatte ich mich dann dazu entschlossen es doch mal (zusätzlich zur Psychotherapie) mit Medikamenten zu versuchen.
Es war eine unmögliche Oddysse bis ich die richtige Ärztin gefunden hatte (die, bei der ich jetzt bin, hat mir nicht nur das Paroxat veschrieben, sondern auch noch eine Gestalttherapie, die mir sehr geholfen hat, und demnächst gehe ich noch zur Logopädin wegen meiner auditiven Wahrnehmungsstörung)!
Ein Medikament zu finden, das ich vertrage, war auch nicht gerade einfach..
Eine der ersten Ärtztinnen bei der ich war, hat mir irgendein Trizyklisches AD verschrieben, was ich wegen der Kontraindikationen erst gar nicht genommen habe.
Dann Fluoxetin, das war das schlimmste: ich war total überdreht (absolut untypisch für mich), konnte kaum was essen da mir dauernd übel war, und an mehr als 3 Stunden Schlaf in der Nacht war gar nicht zu denken.
Cipramil war auch nicht besser. Konnte zwar wieder was essen aber die Überdrehtheit war noch schlimmer.
(btw, mein Bruder hat wegen ähnlichen Problem auch schon Cipramil bekommen, was bei ihm die heftigsten Nebenwirkungen ausgelöst hat. Er wurde extrem agressive, hatte einen starren Blick drauf, glasige Augen und unsere Mutter meinte, sie hatte Angst, dass er sich was antut, obwohl er NIE selbstmordgefährdet war. Später hat mir mein Bruder dann erzählt, dass er nicht daran dachte sich selbst umzubringen, sondern andere! nur mal so nebenbei ... jetzt gehts ihm zum Glück wieder gut
)
Paroxetin hab ich dann endlich vertragen. Hatte/habe gar keine Nebenwirkungen (dachte ich anfangs, mehr dazu später), und zugenommen habe ich in den letzten Jahren nur 3 kg, was nicht davon kommen muss.
Das Paroxat (zusammen mit den anderen Therapien) hat mir endlich geholfen mein Leben in den Griff zu bekommen. Ich habe im August letzten Jahres eine Umschulung in meinem Traumberuf angefangen
Zum Kampf mit dem Arbeitsamt schreibe ich mal nichts, dazu würde der Platz nicht ausreichen
Alles in allem gehts mir gut (endlich mal nach 30 Jahren Leben) und ich habe vor etwa einem halben Jahr angefangen das Paroxat langsam abzusetzten, was gar nicht so einfach ist (aber das ist ja nix neues *LOL*).
Von 20 mg auf 15 zu kommen war nicht schwer. Von 15 auf 10 habe ich 3 Anläufe gebraucht. Hatte eigentlich auch fast aufgegeben, weils mir einfach zu schlecht damit ging.
Dann hatte ich an einem Tag mal ganz vergessen meine Dosis zu nehmen und es erst mittags bemerkt als es mir etwas merkwürdig ging.
Hatte dann beschlossen, am nächsten Tag mit 10 mg weiter zu machen. Die 3 folgenden Tage waren nicht besonders schön, hatte aber schon schlimmeres erlebt. Danach war wieder alles OK.
Vor kurzem habe ich versucht, die Dosis noch weiter zu reduzieren, ging mir aber zu schlecht damit, so dass ich wieder bei 10 mg bin. Habe allerdings festgestellt, dass es OK ist, wenn ich ein mal die Woche nur 5 mg nehme.
Habe mir vorgenommen, dass ich spätestens in einem Jahr weg bin von dem Zeug, und bin auch zuversichtlich, dass ich es schaffe. Lasse mir genug Zeit damit (aber auch nicht zuviel!). Wenn s wieder Frühling und Sommer wird, wird es eh leichter, ich hasse den Winter wenn es so kalt ist.
Beim Lesen der Einträge hier ist mir bewusst geworden, wie sehr das Paroxat mich und mein Leben verändert hat!!! (nicht nur die positiven Seiten ) - dessen war ich mir gar nicht bewusst
Zb. dass solche Sachen wie,
- dass ich mich oft nicht erinnern kann, was ich am Tag zuvor zum Mittagessen hatte, oder welchen Film ich im Kino gesehen hatte, vom Paroxat kommen können.
- Hab oft ziemliche Konzentrationsprobleme, lasse mich sehr schnell ablenken und fange 1000 Dinge an, die ich nicht zu ende bringe.
- Ich bin oft unheimlich agressiv drauf, bin (fast) zur Misantropin geworden! Anstatt dass ich Angst vor Menschen habe (wenn ich mies drauf bin) verabscheue und hasse ich sie jetzt einfach.
- Besonders geräuschempfindlich war ich zwar schon immer, aber ich habe das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist.
- Beim Autofahren wird mir wieder ziemlich schnell schlecht (hatte ich als Kind).
- Wenn ich nicht regelmäßig, zumindest alle 2 Stunden, eine Kleinigkeit esse, bin ich so was von genervt und ich fühle mich schnell zittrig, was früher nicht so war.
- Manchmal fühle ich mich als würde ich in einem Film leben, der ab und zu Aussetzer hat, so wie wenn statt 25 bildern pro sekunde nur 15 oder so laufen, oder wie bei einer DVD, die kurz hängen bleibt.
ohhh, hab ja ganz schön viel geschrieben, das solls auch erst mal sein.
-die Krähe
habe das forum durch zufall gefunden und will jetzt mal 'hallo' sagen
eigentlich rede ich ja nicht so gerne über mich...
also.... ich bin letztes jahr 30 geworden (fühle mich aber kein bisschen erwachsen
Seit ich denken kann hatte ich immer ganz furchtbare Ängste im Umgang mit andern Menschen und war wohl als Kind ziemlich "verhaltensgetört", hat sich aber keiner der Erwachsenen (Eltern, Lehrer usw.) drum gekümmert.
Ab 15 kamen dann auch noch Depressionen dazu und mit 18 habe nur noch daran gedacht, wie ich aus diesem Leben "abhauen" kann.
Zwischen 16-18 Lebensjahr habe ich eine Gesprächstherapie gemacht, die aber nur die Symptome einigermaßen gelindert hat, so dass ich "funktioniert" habe, und "den Erwachsenen" nicht zu große Probleme bereitet habe. Die Therapeutin hat mich wohl auch nicht wirklich ernst genommen und alles als "pubertäre Phase" abgetan.
Letztendlich haben mir in dieser Zeit meine (wenigen) Freunde geholfen, dass ich nicht ganz durchdrehe.
Im nachhinein weiß ich echt nicht mehr, wie ich diese Zeit überstanden habe.
Mit 23 bin ich zum Studieren von meinen Eltern ausgezogen (ganz weit weg!), was mir erstmal unheimlich gut getan hat!!! "Zu Hause" war es der reinste Horror, ich habe immer nur so einen Unsinn wie "stell dich nicht so an" zu hören bekommen, was alles nur noch schlimmer gemacht hat.
Das Studium habe ich dann aber leider nicht gepackt. War zwar schon ziemlich anspruchsvoll, daran lags aber (wie immer :-/) nicht - ich habs einfach nicht gepackt jeden Tag unter Menschen gehen zu müssen. Referate halten war der reinste Horror - einmal bin ich vor Angst fast umgekippt.
Hab mir leider viel zu spät eingstanden, wie schlimm meine Probleme zu der Zeit waren und bin nur ganz knapp einem Klinikaufenthalt entgangen.
Es folgten etwa 3 Jahre Psychotherapie, die zwar geholfen hat, aber nicht weit genug. Ich habe mich zwar wieder getraut unter Mensch zu gehen, aber eine Berufsausbildung anzu fangen, daran war gar nicht zu denken.
Nach sehr langem Überlegen und Infos sammeln im Internet hatte ich mich dann dazu entschlossen es doch mal (zusätzlich zur Psychotherapie) mit Medikamenten zu versuchen.
Es war eine unmögliche Oddysse bis ich die richtige Ärztin gefunden hatte (die, bei der ich jetzt bin, hat mir nicht nur das Paroxat veschrieben, sondern auch noch eine Gestalttherapie, die mir sehr geholfen hat, und demnächst gehe ich noch zur Logopädin wegen meiner auditiven Wahrnehmungsstörung)!
Ein Medikament zu finden, das ich vertrage, war auch nicht gerade einfach..
Eine der ersten Ärtztinnen bei der ich war, hat mir irgendein Trizyklisches AD verschrieben, was ich wegen der Kontraindikationen erst gar nicht genommen habe.
Dann Fluoxetin, das war das schlimmste: ich war total überdreht (absolut untypisch für mich), konnte kaum was essen da mir dauernd übel war, und an mehr als 3 Stunden Schlaf in der Nacht war gar nicht zu denken.
Cipramil war auch nicht besser. Konnte zwar wieder was essen aber die Überdrehtheit war noch schlimmer.
(btw, mein Bruder hat wegen ähnlichen Problem auch schon Cipramil bekommen, was bei ihm die heftigsten Nebenwirkungen ausgelöst hat. Er wurde extrem agressive, hatte einen starren Blick drauf, glasige Augen und unsere Mutter meinte, sie hatte Angst, dass er sich was antut, obwohl er NIE selbstmordgefährdet war. Später hat mir mein Bruder dann erzählt, dass er nicht daran dachte sich selbst umzubringen, sondern andere! nur mal so nebenbei ... jetzt gehts ihm zum Glück wieder gut
Paroxetin hab ich dann endlich vertragen. Hatte/habe gar keine Nebenwirkungen (dachte ich anfangs, mehr dazu später), und zugenommen habe ich in den letzten Jahren nur 3 kg, was nicht davon kommen muss.
Das Paroxat (zusammen mit den anderen Therapien) hat mir endlich geholfen mein Leben in den Griff zu bekommen. Ich habe im August letzten Jahres eine Umschulung in meinem Traumberuf angefangen
Zum Kampf mit dem Arbeitsamt schreibe ich mal nichts, dazu würde der Platz nicht ausreichen
Alles in allem gehts mir gut (endlich mal nach 30 Jahren Leben) und ich habe vor etwa einem halben Jahr angefangen das Paroxat langsam abzusetzten, was gar nicht so einfach ist (aber das ist ja nix neues *LOL*).
Von 20 mg auf 15 zu kommen war nicht schwer. Von 15 auf 10 habe ich 3 Anläufe gebraucht. Hatte eigentlich auch fast aufgegeben, weils mir einfach zu schlecht damit ging.
Dann hatte ich an einem Tag mal ganz vergessen meine Dosis zu nehmen und es erst mittags bemerkt als es mir etwas merkwürdig ging.
Hatte dann beschlossen, am nächsten Tag mit 10 mg weiter zu machen. Die 3 folgenden Tage waren nicht besonders schön, hatte aber schon schlimmeres erlebt. Danach war wieder alles OK.
Vor kurzem habe ich versucht, die Dosis noch weiter zu reduzieren, ging mir aber zu schlecht damit, so dass ich wieder bei 10 mg bin. Habe allerdings festgestellt, dass es OK ist, wenn ich ein mal die Woche nur 5 mg nehme.
Habe mir vorgenommen, dass ich spätestens in einem Jahr weg bin von dem Zeug, und bin auch zuversichtlich, dass ich es schaffe. Lasse mir genug Zeit damit (aber auch nicht zuviel!). Wenn s wieder Frühling und Sommer wird, wird es eh leichter, ich hasse den Winter wenn es so kalt ist.
Beim Lesen der Einträge hier ist mir bewusst geworden, wie sehr das Paroxat mich und mein Leben verändert hat!!! (nicht nur die positiven Seiten ) - dessen war ich mir gar nicht bewusst
Zb. dass solche Sachen wie,
- dass ich mich oft nicht erinnern kann, was ich am Tag zuvor zum Mittagessen hatte, oder welchen Film ich im Kino gesehen hatte, vom Paroxat kommen können.
- Hab oft ziemliche Konzentrationsprobleme, lasse mich sehr schnell ablenken und fange 1000 Dinge an, die ich nicht zu ende bringe.
- Ich bin oft unheimlich agressiv drauf, bin (fast) zur Misantropin geworden! Anstatt dass ich Angst vor Menschen habe (wenn ich mies drauf bin) verabscheue und hasse ich sie jetzt einfach.
- Besonders geräuschempfindlich war ich zwar schon immer, aber ich habe das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist.
- Beim Autofahren wird mir wieder ziemlich schnell schlecht (hatte ich als Kind).
- Wenn ich nicht regelmäßig, zumindest alle 2 Stunden, eine Kleinigkeit esse, bin ich so was von genervt und ich fühle mich schnell zittrig, was früher nicht so war.
- Manchmal fühle ich mich als würde ich in einem Film leben, der ab und zu Aussetzer hat, so wie wenn statt 25 bildern pro sekunde nur 15 oder so laufen, oder wie bei einer DVD, die kurz hängen bleibt.
ohhh, hab ja ganz schön viel geschrieben, das solls auch erst mal sein.
-die Krähe