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Von Paroxetin zu Fluoxetin gewechselt und nun reduziert....

Verfasst: 06.11.2003 22:56
von Jade
Hallo,

ich möchte nun kurz etwas fragen und auch sagen.

Ich glaube viele von uns haben die Erfahrung gemacht,dass es nicht leicht ist Paroxetin zu reduzieren.
Ich habe vor 3 Jahren zum ersten mal Paroxetin genommen.Einfach mehr als glücklich,dass es mir besser ging und diese Ängste sich besserten hab ich gedacht.....endlich...endlich wieder leben können.
Aber wies so ist,...als es mir dann eine Zeit lang gut ging fingen die Nebenwirkungen an mich zu nerven.(man ist ja schon komisch,gell)
Aber gerade im sexuellen Bereich fühlte ich mich ...naja...
Ich habe dann damals zu Nefadar gewechselt(das ja vom Markt genommen wurde)Die ersten Tage waren recht unruhig...aber dann ging es mir sehr gut-ohne Nebenwirkungen.
Im April hat mir dann mein Neurologe gesagt,dass ich Nefadar ausschleichen muss....da es vom Markt genommen wird.
Und dieses Ausschleichen hat gut und problemlos geklappt.Ich habe dann 2 Monate gar nichts genommen,fühlte mich ok,jedoch nicht ganz stabil.Und so habe ich mich entschlossen wieder ein Antidepressiva zu nehmen.Leider hab ich Remergil und Edronax nicht vertragen....tja und dann bin ich wi
eder zu Paroxetin zurückgekehrt,weil ich wusste:das wirkt.

Aber jetzt kurz und gut.....wieder nervten die Nebenwirkungen und ich habe nun zu Fluoxetin gewechselt .....und es scheint,als lasse es sich besser reduzieren und die Nebenwirkungen sind weg.

Nun die Frage.....
Haben schon einige von Paroxetin zu einem anderen Medikament gewechselt und dann reduziert.
Und...wäre das nicht eine Möglichkeit,es zu versuchen,wenn das Reduzieren von Paroxetin so unleicht fällt.

Und was spricht dagegen es zu versuchen??

Ganz lieber Gruss

Jade

Verfasst: 07.11.2003 09:52
von Linda
Liebe Jade,

David Healy empfiehlt auch das Wechseln von Paroxetin zu Fluoxetin als eine Möglichkeit, das Paroxetin abzusetzen. Bei manchen klappt das sehr gut, bei manchen nicht so gut und manche haben damit schreckliche Probleme. Es ist aber eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen kann, wenn das langsame Reduzieren nicht so gut klappt. Ein zweiter Aspekt ist, dass man beim Fluoxetin auch sehr vorsichtig und langsam beim Absetzen vorgehen muß. Fluoxetin ist wegen der sehr langen Halbwertszeit etwas "tückisch", das heißt, dass Entzugserscheinungen sehr spät, sogar erst nach Monaten, auftauchen können. Da werden sie erst recht nicht erkannt. Manche in den englischen Foren sind eher mit einem Wechsel zu Citalopram klar gekommen. Das Fluoxetin hat nämlich auch eine putschende Wirkung, was nicht alle vertragen. Schön, dass der Wechsel bei Dir so gut geklappt hat.

Viele Glück beim Absetzen - und nur langsam!!

Linda

Verfasst: 07.11.2003 10:26
von venustus
Liebe Jade,

nachdem ich bereits über 4 Jahre Paroxetin eingenommen hatte und die Wirkung immer mehr nachließ, stellte mich meine Ärztin auf Fluoxetin um.

Ich hatte Paroxetin auch deshalb so lange genommen, da diverse Absetzversuche kläglich scheiterten.

Über ca. 3 Monate nahm ich dann Fluoxetin und habe dies dann langsam reduziert und abgesetzt.
Das funktionierte!
Fluoxetin hatte bei mir allerdings diese massive Nebenwirkung, des
'überdreht' seins und starke Schlafstörungen.

Ich nehme momentan wieder Paroxetin und strebe an, das Absetzen evtl. wieder über Fluoxetin versuchen.

Eines würde mich sehr interessieren:

Ist es günstiger, auf FLUOXETIN umzusteigen und DIES dann langsam auszuschleichen oder ist es besser das Ausschleichen mit SEROXAT SUSPENSION anzugehen :?:
Liebe Linda, Anne, Oliver,CloneX
Gibt es Statistiken, die darüber ausschlag geben bzw. wo liegt die höhere
Erfolgsquote?

Herzliche Grüße
Andrea

Verfasst: 07.11.2003 11:01
von Linda
Liebe Andrea,

wie geht es Dir dann heute? Ich hoffe, dass heute alles etwas besser läuft...

Was das Umsteigen betrifft ist es einfach sehr individuell. Ich kenne keine Daten, "wissenschaftliche" Infos oder so - das wurde aus dem Grund nie untersucht, weil das Problem der Absetzsymptome ja weitgehendst geleugnet wird. Es ist ein Versuch wert, wenn es klappt ist es gut, wenn nicht - dann nicht!

Ich wünsche Dir ein erholsames, ruhiges Wochenende und, dass es Dir bald viel besser geht!

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 07.11.2003 11:08
von venustus
Liebe Linda,

es geht mir - ich würde sagen 'so la la' - also nicht gut, aber einigermaßen erträglich. Habe allerdingst heute Nacht kein Auge zugetan.
Ich bleibe voerst konsequent bei meinen 10 mg, um meinen Stoffwechsel nach der zu schnellern Reduzierung, wieder zu stabiliesieren.
... und dann .... muß ich mal sehen.

Auch Dir und Deiner Familie ein schönes Wochenende.

Sei lieb gegrüßt

Andrea

Verfasst: 07.11.2003 13:48
von venustus
Linda-Liebelein,

es ist ganz merkwürdig, aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß mein Zustand so schwankend ist. Furchtbar.
Mal geht es mir erträglich, mal ganz unerträglich,
das wechselt innerhalb von Stunden sogar Minuten.
Seit heute vormittag quälen mich wieder diese Herzrhythmusstörungen,
und die Atemprobleme, innere Unruhe, Nervosität und starke Anspannung,
meine Haut brennt, mir ist heiß und kalt zugleich und ich muß immer wieder zur Toilette (fast -aber noch kein Durchfall).
Es ist zum aus der Haut fahren.

Wenn das schon bei der Reduzierung schon so arg ist ... na dann - danke :?
Ich weiß immer nicht, ob das mit den Med. in Zusammenhang steht, oder
ob das meine Grunderkrankung ist (???) übel !

Na ja, ich kann nur hoffen, daß es besser wird :roll:


Viele liebe Grüße
Andrea

Verfasst: 07.11.2003 18:34
von Linda
Liebe Andrea,

das liegt an dem Medikament - oder besser gesagt, an dem Mangel des Medikaments. Ich weiß, dass das schwer ist, aber probiere, an Dich zu glauben, es macht alles nur schlimmer, wenn man sich mit Selbstzweifel zusätzlich quält.

Du könntest Dir wie ich Dir vorgeschlagen habe, eine kleine Erhöhung der Dosis überlegen - eine 50%ige Reduktion innerhalb von so kurzer Zeit und das Remergil dazu - das ist heftig.

Die Fluoxetin-Option könntest Du Dir natürlich auch überlegen, wenn Du bereits schon positive Erfahrungen damit gemacht hast.

Kopf hoch - das wird schon werden. Versuche, Dich so gut es geht zu entspannen, ich weiß, dass das schwierig ist, aber innere Spannung macht das alles umso schlimmer.

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 07.11.2003 19:59
von Jade
tja-hm............es ist zum Mäuse melken.....zum Schei...schreien......

Gestern war ich noch total optimistisch,hatte einen sooooo guten Monat.....und heute früh wache ich auf und wer ist da?????????Mein altbekanntes Kopfbrennen,dass mir gerne den Wink gibt,dass es "bergab "geht.Noch habe ich es in die Stadt geschafft,noch habe ich Freude und Interesse an einem Buch,Hunger,bin Auto gefahren....also nach aussen alles noch so wie immer.
Aber innerlich....Im Buchladen mal wieder Schwindel und Angst gehabt...toll :(
Und nun bin ich so eine Mischung aus Trauer und Zorn und gleichzeitig will ich mich noch nicht verrückt machen,dass es schon von der Fluoxetin -Reduzierung kommt.Wenn dann muss ich wohl wieder jeden 2.Tag 20 mg nehmen-auch erträglich.
Aber ich wills noch nicht wahr haben,wies einen so über Nacht "anfallen"kann.
Allerdings...man bekommt mit der Zeit eine minimale Gelassenheit,dass es auch wieder von einem abfällt.
Dennoch- :? :( :cry: :x :shock: :( :cry: :roll: :( :shock: :? :cry:

Lieber Gruss
Jade

Verfasst: 07.11.2003 21:01
von Linda
Jetzt aber, nicht gleich in Panik verfallen!!! 8)

Nun langsam. Du nimmst also momentan 20 mg alle 3 Tage, oder - Du hast nicht weiter reduziert oder so...

Linda

Verfasst: 07.11.2003 21:22
von Jade
Hallo,liebe Linda,
ja,nehme seit ca. dem 22.10 jeden 3.Tag 20mg.Zuvor hatte ich so ca 10 Tage jeden 2.Tag 20 mg genommen.Bin sehr schnell von tägl 20 mg zu jeden 2. Tag 20 mg übergegangen,da ich recht unruig war(Rat des Neurologen)

Will ja nicht in Panik verfallen.....huuuuuu...
Aber ich glaube das ist wie bei Pablow.........Bei mir läutet der Kopf..und ich denke:AHA...es geht wieder los.Und der Stadtbesuch hat mir noch den Rest meines AHAHA-Gefühls gegeben.

Aber-Du,danke für Deine so liebe schnelle Antwort

Jade

Verfasst: 07.11.2003 22:49
von Linda
Whew, hast Dich doch ziemlich schnell gefangen :D

Es kann schon mit dem Entzug zusammenhängen, ich denke, das so kleine Stolperer schon mal vorkommen können, aber wenn das gleich wieder vorbeigeht, isses ja ok.

Ich würde noch eine Woche oder so so weitermachen wie bisher, bevor Du den nächsten Schritt machst, falls das doch irgendwelche Absetzprobleme sind.

Dann schauen wir mal, wie das weitergeht.

Mach's gut!

Linda

Verfasst: 10.11.2003 09:25
von venustus
Guten Morgen liebe Linda,

ich habe mich mit Müh und Not in's Büro geschleppt.
Ich habe ein Höllen- Wochenende hinter mir. Es ging und geht mit sehr schlecht :cry:

Mich quälen: Permanente Übelkeit, Kopfschmerzen, starke Angstzustände,
Atemprobleme, habe überhaupt keinen Appetit, extrem starke Antriebslosigkeit - die kleinste Bewegung ist mir zu anstrengend, bleierne Schwere, starke innere Unruhe und Anspannung, Durchfall, Herzklopfen, Schlaflosigkeit (habe sonst eigentlich keine Probleme mit dem Schlafen). Ich wache um 2:00 Uhr nachts auf und drehe mich vor lauter Unruhe von einer Seite auf die andere und kann nicht mehr einschlafen. Tagsüber bin ich entsprechend müde und erschöpft.

Liebe Linda, ich möchte nur ungern wieder erhöhen.

(Letzte Woche Dienstag habe ich begonnen mit 10 mg -
und wie Du weißt eine Woche davor nahm ich noch 40 mg und Remergil.
Innerhalb von 7 Tagen von 40 mg auf 10 mg ist viel, ich weiß. Aber ich habe es zu diesem Zeitpunkt ja erst 4 Wochen lang genommen.

Wie lange ungefähr dauert es, bis sich der Stoffwechsel wieder stabilisiert hat? Dieser Zustand ist ein einziges 'Dahinvegetieren'.

Die Situation mit meiner Mama ist für mich unerträglich, dann die schlimme Zeit beim einschleichen, dann die Qualen durch die zu hohe Dosierung und jetzt das. Irgendwann ist es gut. Ich denke so oft an Deine
Tochter, als sie sich stationär in die Klinik aufnehmen lassen wollte, da sie diesen Zustand nicht mehr aushalten konnte. Mir geht es ähnlich. Es gibt Momente, da bin ich auch so weit....


Es grüßt Dich lieb
Andrea

Verfasst: 10.11.2003 13:41
von venustus
Linda S.O.S !

ich habe gerade mit meiner Ärztin gesprochen, da es mir so schlecht geht.
Sie meint, ich soll ab morgen auf 5 mg reduzieren und nach einer Woche ganz absetzen um zu sehen, ob mein Zustand durch die Medikamente
augelöst wird oder ob es meine Krankheit ist
Sie war schon leicht genervt von meinem Anruf zudem habe ich ihr letzte Woche das Info-Paket gefaxt und sie meinte, das wäre bekannt und würde in der Packungsbeschreibung so stehen ...

Linda, hilf mir bitte, was soll ich tun ???
LG
Andrea

Verfasst: 10.11.2003 13:46
von Linda
Liebe Andrea,

die Symptome, die Du beschreibst, sind typisch für SSRI-Entzug. Ich kann Dir nur empfehlen, wieder die Dosis zu erhöhen, und dann wieder langsam abzusetzen - Dr Anne Tracy warnt sogar ausdrücklich auf Ihrer Website vor allzuschnellem Absetzen, da es für den Körper schädlicher sein kann, als das Medikament weiterzunehmen. Ich verstehe, dass Du dazu keine Lust hast, aber wenn Du das nicht machst, steht dir möglicherweise wochenlanges Leiden bevor. Die Symptome verschwinden nicht immer innerhalb ein paar Tage, wie die Ärzte so oft betonen. Ein plötzliches Absetzen kann auch schwerwiegende Problem bedeuten - der Körper braucht einfach Zeit, um sich umzustellen.

Überlege es Dir nochmals in Ruhe. Lese nochmal das Infopaket durch. Dann besprechen wir das wieder.

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 10.11.2003 14:09
von venustus
Liebe Linda,

ich bin jetzt wirklich am Ende!
Ich will nicht gegen ihre (meiner Ärztin) Entscheidung angehen, weiß aber auch, daß Du (Ihr) wesentlich kompetenter bist, was die Nebenwirkungen und Absetzsymptomatik betrifft.
Ich habe gerade nochmal bei ihr angerufen und mit der Sprechstundenhilfe gesprochen und ihr gesagt, daß ich mich nicht mehr traue noch weiter nach unten zu dosieren.
Ich konnte sie (meine Ärztin - über die Sprechstundenhilfe) davon überzegen, daß ich auf Fluoxetin flüssig umsteigen kann und das dann langsam nach unten dosiere, wie im Info-Paket vorgeschalgen.
Was hältst Du davon?

LG
Andrea

Verfasst: 10.11.2003 14:44
von Linda
Liebe Andrea,

ich denke, dass ist für Dich eine Alternative, zumal Du mit dieser Methode schon in der Vergangenheit erfolgreich warst, das heißt die Frage "wie komme ich mit dem Umsteigen klar" bei Dir bereits beantwortet ist.

Wie auch immer Du entscheidest, wünsche ich Dir viel Glück und wir unterstützen Dich, sogut wir können.

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 10.11.2003 14:50
von venustus
D A N K E S C H Ö N !!!! :D :D :D

Ich beginne also morgen mit 10 mg = 2,5 ml - flüssigem Fluoxetin !

Ich halte Euch auf dem laufenden !

Herzlichst
Andrea

Verfasst: 10.11.2003 16:23
von Linda
Andrea es kann sein, dass Du mehr brauchst, um die Absetzsymptome zu mildern - aber probiere es einfach aus, wie es Dir dabei geht, wir reden dann weiter.

Viel Glück!

Linda

Verfasst: 10.11.2003 21:44
von Jade
Sooooo,nachdem ich jetzt 4 recht wackelige Tage hinter mir habe mit Unruhe und Ängsten,immer der Überlegung nahe eine Notfall-Tavor zu nehmen.....hab ich mich heute entschlossen,Fluoxetin wieder zu erhöhen.
Werde erstmal tägl. wieder 10 mg nehmen (so ne Woche)und dann wieder jeden 2.Tag 20 mg....und das auch ne Weile.Ich hab einfach keine Lust auf diese Ängste und diese Unruhe und diese gleichzeitige Interesselosigkeit.
Und dann....irgendwann ein neuer Versuch.
Hoffe die Tabl.Erhöhung wirkt bald

Grüsse Jade

Andrea,Dir auch alles Liebe und Kraft

Verfasst: 10.11.2003 23:34
von Linda
Liebe Jade,

sehe es nicht als ein Rückschlag sondern als eine "Absetzpause" an - man muß ja nicht irgendwo hinhetzen. Wenn Du Dir überlegst, wieder auf eine tägliche Dosis umzusteigen, dann würde ich auch mit dem Gedanken spielen, die tägliche Dosis - nachdem Du Dich stabilisiert hast - langsam, evtl. mit der Lösung, zu reduzieren. Jetzt warten wir es mal ab, wie es Dir in nächster Zeit geht.

Wir denken an Dich!

Liebe Grüße

Linda