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Hallo, auch neu.
Verfasst: 06.11.2003 17:35
von Dorothea
hallo,
mein Name ist Dorothea und ich freue mich auch sehr über dieses Forum. Ich nehme seit mehr als sechs Jahren Seroxat oder billigeres Ähnliches. Seit mehreren Jahren versuche ich damit aufzuhören, doch bisher vergeblich. Einen neuen Versuch startete ich im September: von 20 mg auf 15 mg. Mitte Oktober reduzierte ich auf 12,5 mg. Mit wenigen Tagen Verzögerung bekam ich den eigenartigen Schwindel, Brennen hinter der Stirn, Druck auf dem Brustbein, Enge in der Brust und im Hals. Dazu wurde ich seelisch instabil, weinerlich, ängstlich. Das hielt etwa 12 Tage an und jetzt ist es seit zwei Tagen fast weg. Der Arzt hat gemeint, das sei die Ursprungserkrankung und ich solle mich anstatt um Medikamente um meine Lebensangst kümmern und vielleicht wieder ein bisschen mehr nehmen. Das Dumme ist doch immer das: Wenn es mir nicht gut geht lasse ich mir Lebensangst so gut wie alles mögliche andere einreden. Ich suche dann verzweifelt nach Erklärungen. Diese 12,5 mg habe ich geschafft, weil es dieses Forum gibt. Danke euch allen dafür. Bis bald!
Dorothea
Verfasst: 06.11.2003 18:11
von Anne
Hallo Dorothea!
Ein ganz herzliches Willkommen an Dich. Ich gehöre selbst auch zu den Betroffenen, die nach dem Absetzen von Paroxetin (in meinem Fall aus Unkenntnis abrupt) unter heftigen Entzugserscheinungen gelitten haben. Auch ich mußte mir sagen lassen, das sei ein Rückfall. Tatsächlich können Ärzte zwischen einem Rückfall und Entzugserscheinungen gar nicht unterscheiden. Dazu kommt, daß die meisten Ärzte das Auftreten von Entzugserscheinungen verleugnen oder verharmlosen. Die Antwort, man solle das Medikament wieder höher dosieren, ist die übliche in einem solchen Fall. Laß Dich von diesen Aussagen nicht beeindrucken. Wenn es Dein Wunsch ist das Medikament abzusetzen, dann verfolge Dein Ziel weiter.
Du hast das Medikament sehr lange genommen, darum denke ich, wird es lange dauern um davon wieder loszukommen. Gehe in möglichst kleinen Schritten vor. Du hast bestimmt schon die Absetzpläne auf unserer Seite entdeckt und auch den Hinweis auf die Seroxat Suspension zu wechseln. Es ist der gleiche Wirkstoff in flüssiger Form und läßt sich besser dosieren. Damit wird das Absetzen erleichtert. Manche jedoch vertragen den Wechsel auf die flüssige Form nicht. In dem Fall hilft nur die Methode kleine Ecken von den Tabletten abzuschaben...
Ich denke, daß es immer wieder vorkommen wird, daß nach der Verringerung der Dosis wieder Entzugserscheinungen auftreten, die auch beängstigend sein können. Vielleicht hilft es Dir wenn Du Dich gut informierst welche Symptome es gibt und vorallem wenn Du weißt, daß sie vorübergehend sind und nichts mit Deiner ursprünglichen Erkrankung zu tun haben. Natürlich kannst Du immer hier im Forum schreiben und wir stehen Dir so gut wir können zur Seite.
Verfasst: 06.11.2003 18:30
von Oliver
Hallo Dorothea
Willkommen im Forum und danke für die Blumen

Ich kann Dir nur alles Gute beim weiteren Absetzen wünschen und eine asiatische Weisheit aus dem Hut zaubern: jede Reise, mag sie auch noch so lang sein, beginnt mit dem ersten Schritt. Du bist ja jetzt schon beim zweiten Schritt, das ist doch schon eine Menge

Wenn Du bisher immer sehr große Probleme beim Absetzen haatest und schon mehrmals aufgegeben hast, ist es für dich
extrem wichtig, daß Du Dir
sehr viel Zeit lässt. Nicht damit die Pharmakonzeren noch länger mit Dir Geld verdienen können, sondern, damit Du es diesmal auch wirklich schaffst. Wenn es Dir nach einer Dosisreduzierung schlecht geht, geh wieder hoch mit der Dosis, warte bis es Dir wieder besser geht und redutziere in kleineren Schritten. Bist Du schon auf der flüssigen Version von Paroxetin? Das erscheint mir bei Dir das sinvollste. Wenn Du den Wechsel verträgst, könntest die in 1mg Schritten reduzieren.
Ich wünsche dir alles gute.
Oliver
P.S.
Ich hätte nicht übel Lust alle Ärzte, die mit diesem "wiederauftreten der ursprünglichen Krankheit" Quatsch um sich werfen *wüt* *aufreg* *zeter* ... nein ich steigere mich da jetzt nicht wieder rein *abreg*. Ich sehe das gelassen ... zeig ihm doch mal unser Infopaket, dann wird er wahrscheinlich nach 3 Sekunden intensiver Lektüre verkünden, Daß dieser Text von einer fanatischen Sekte stammt - es wird ihn auch nicht kratzen, daß die meisten Texte von Ärzten oder anderen Experten verfasst sind und wir (die Sekte *kicher*) diese Texte grösstenteils nur zusammengestellt und übersetzt haben. manche Ärzte sind schon ein lustiges Völkchen.
Verfasst: 06.11.2003 23:27
von ina

Hallo Oliver,
da ich mich in ungefähr dergleichen Situation wie Dorothea befinde,
würde es mich interessieren, ob jeder Neurologe das Paroxat in flüssiger Form auf Wunsch des Patienten verschreibt.
Da die Ärzte sich eh nicht mit Absetzproblemen befassen, erwarte ich die Frage, warum man überhaupt die flüssige Form verschrieben haben möchte. Wie sind Deine Erfahrungen mit dem Thema, kann sich ein Arzt auch weigern, die Suspension zu verordnen?
viele Grüße
Ina

Verfasst: 07.11.2003 01:31
von Oliver
Hallo.
@ ina: ähhh, das weiss ich nicht, aber verschreiben kann Dir das sogar Dein Hausarzt. Wenn Du nicht das Glück hast, einen Neurologen oder anderen Arzt zu finden, der Dich durch das Absetzen begleitet und Du es eigenveranrworltich auf die Art versuchen willst, die Du aufgrund Deiner Erkundigungen für die richtige hältst, brauchst Du ja nur irgendeinen Arzt, der es Dir verschreibt und sonst sbrav die Füsse still hält, wenn er schon keinen Bock hat, der Realität in's Auge zu blicken. Wieweit bist Du denn mit Deinem Neurologen? Habe es jetzt grad nicht im Kopf, ob du es schon irgendwo geschrieben hast ... hat er under Infopaket schon als die Propaganda einer fanatischen Sekte identifiziert

?
Tschüss
Oliver
Verfasst: 07.11.2003 08:41
von Dorothea
Hallo!
Wie schön man bei euch begrüßt wird!
Also Anne, Oliver, bei mir ist das so, dass ich eine neue Schreiberin im Forum bin, aber seit es eure Seite gibt (weiß ich von Linda) lese und informiere ich mich bei euch. So bin ich eurem Rat gefolgt und auf die flüssige Form von Seroxat umgestiegen (ein eigenwilliges Geschmackserlebnis: süß und giftig). Ich komme gut damit zurecht.
Tja Ina, ich hatte auch Bedenken, ob ich das überhapt vom Arzt verschrieben bekomme, aber wie Oliver schon sagt, ein Arzt der mitzieht reicht. Bei mir laufen die Arztbesuche jetzt so, dass ich genau vorher überlege, was ich brauche und was ich möchte und darauf auch freundlich und beharrlich bestehe. Ich bitte den Arzt darum, mich bei dieser Sache zu begleiten. Das Problem ist dabei nur, dass wenn ich ganz schlecht drauf bin und den Arzt zu mehr brauche als zum Ausstellen von Rezepten, dann bin ich unsicher und zweifle an der Richtigkeit meiner eingeschlagenen Wege.
Ach ja Oliver, noch kein Arzt hat sich interessiert gezeigt, wenn ich von diesem Forum berichtet habe, die Skepsis steht den Leuten dann ins Gesicht geschrieben. Ich habe es daraufhin nie gewagt, jemanden das Infopaket in die Hand zu drücken. Ich dachte, die halten euch und mich für medikamentenfeindliche Extremisten (du meinst gar für eine Sekte, -schmunzel) und war dann lieber zurückhaltend.
Viele Grüße!
Dorothea
Willkommen im Forum!
Verfasst: 07.11.2003 09:59
von Linda
Liebe Dorothea,
jetzt komme ich auch endlich dazu, Dich hier bei uns zu begrüßen. So wie es ausschaut, kommst Du gut klar. Wenn man weiß, was einen erwarten kann, wenn man reduziert, kann man eher damit umgehen. Ich finde es gut, wie Du mit Deinem Arzt umgehst. Sie sind nämlich auch da, um uns zu helfen, dass heißt auch, uns in unseren Entscheidungen zu unterstützen.
Viel Glück weiterhin!
Liebe Grüße Linda
Verfasst: 07.11.2003 18:32
von ina
Liebe Dorothea,
ich glaube, dass ich noch einen schwierigen Weg vor mir habe,
da sich bei mir jetzt schon starke Absetzprobleme eingeschlichen haben.
Würde gerne wissen, ob Du den Arzt über Deine Absetzpläne informiert hast oder welchen Grund Du genannt hast, warum Du die flüssige Form verschrieben haben möchtest?
Bist Du bei einem Neurologen oder einem Allgemeinmediziner?
Über eine Nachricht würde ich mich echt freuen,
an alle ein schönes Wochenende,
auf das es aufwärts geht!!!!!
liebe grü0e

Verfasst: 09.11.2003 11:46
von Dorothea
Hallo Ina,
der Arzt, der mich bei dieser Absetzgeschichte begleitet, ist ein Allgemeinarzt, den ich jedoch noch nicht lange kenne. Ich bin genau mit diesem Anliegen zu ihm gegangen und habe ihn gefragt, ob er mich dabei unterstützt. Das flüssige Seroxat hat er mir verschrieben, weil ich ihm erklärte, dass sich die Tabletten schlecht teilen lassen.
Der Arzt ist nicht ganz meiner Meinung, er denkt nicht, dass ich Entzugserscheinungen habe, doch er respektiert meine Entscheidungen. Das rechne ich ihm hoch an!
Ein schwieriger Weg ist das auch bei mir und bei vielen anderen, die sich hier zu Wort melden. Du bist hier also in guter Gesellschaft
Vielleicht wirst du ein wenig suchen müssen, bis du einen Arzt oder eine Ärztin gefunden hast, die gut für dich ist. Ich habe mittlerweile keine Scheu mehr, mich als Patientin von einem Arzt, der mich nicht ernst nimmt, zu verabschieden.
Alle Gute für dich an diesem sonnigen Sonntag und in der kommenden Woche.
Grüße
Dorothea
Verfasst: 09.11.2003 15:14
von Oliver
Hallo Dorothea.
Du hast für hiesige Verhältnisse echt Glück mit Deinem Arzt
Er scheint zumindest aufgeschlossen für neue Entwicklungen zu sein.
Ich würde mich freuen, wenn Du unser Infopoaket ausdrucken würdest und ihm mal mit der Bitte sich zumindest die Artikel von Healy und Medawar über die Absetzproblematik anzuschauen. Das hat einen egoistischen und einen nicht so egoistischen Grund:
Der egoistische Grund ist, daß ich das Infopaket übersetzt habe und gerne mal irgendeine Form von Feedback von Ärzteseite bekommen würde, die nicht aus Titelblatt angucken und "Sekte" schreien besteht.
Der nicht so egoistsche Grund ist, daß es ja durchaus sein könnte, daß er sich mit dem Infopaket wirklich aueseinander setzt und seine eigenen Nachforschungen anstellt. Dann gäbe es einen Arzt mehr, der sich damit auskennt und Du hättest
volle Unterstützung von Deinem Doc.
Tschüssi
Oliver
Verfasst: 11.11.2003 18:35
von Dorothea
Hallo Oliver,
Infopaket weitergegeben und der Arzt hat jetzt nicht uninteressiert gewirkt. Ich berichte dir, wenn ich eine Rückmeldung bekomme.
Und ich bin auch froh, dass ich den Arzt gefunden habe, aber reines Glück ist das nicht, denn das ist der fünfte Arzt, den ich in dieser Sache um Unterstützung bitte.
Schönen Abend, viele Grüße
Dorothea