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Absetzsymptome oder Rückkehr der Depression?

Verfasst: 08.01.2005 20:37
von wartiger
Hi,

nehme seit einer Weile 45mg. Mirtazapin. War vorher längere Zeit auf 30mg., habe es dann aber wegen Streß und Verschlechterung der Symptomatik erhöht. Nun ist es mir ein paar Wochen gut gegangen und ich habe es reduziert seit letzten Samstag auf die alte Dosis von 30 mg.
In den letzten zwei-drei Tagen (also 3-4 Tage nach dem runtergehen) merk ich aber wieder eine verschlechterung sämtlicher Symptome einer Depression...nur jetzt die Frage ist das die zurückkommende Depression oder sind das Absetzsymptome? kann mir das überhaupt jemand hier beantworten?

mfg
wartiger

Wohl schon

Verfasst: 09.01.2005 14:51
von Oliver
Hallo Wartiger.

Willkommen im Forum :)
link:Infopaket hat geschrieben: LEIDE ICH AN ABSETZERSCHEINUNGEN?

David Healy

Es gibt drei Indikatoren, um zwischen Absetzerscheinungen und dem Wiederauf-tauchen der ursprünglichen Symptomatik zu unterscheiden:

1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen.
2. Wenn die Symptome (siehe Absetzsymptome) nach erneuter Einnahme oder Erhöhung der Dosis wieder verschwinden, deutet dies ebenfalls auf ein Absetzsymptom hin und nicht auf ein Wiederauftauchen der ursprünglichen Symptomatik. Wenn es echte Krankheitssymptome wären, würde es länger dauern, bis Sie wieder auf die Behandlung ansprechen. Die kurzfristige Reaktion der Symptomatik auf die Behandlung weist auf ein Absetzproblem hin.
3. Es ist durchaus möglich, dass sich ihre Absetzsymptome mit den Symptomen ihrer eigentlichen Krankheit überlappen. Beides enthält Elemente von Unruhe, Angst und Depressionen. Ebenso oft treten beim Absetzen aber auch völlig neue Symptome auf wie: kribbelnde Gefühle, elektrische Schocks, Schmerzen und ein grippeähnliches Gefühl.

Vor dem Absetzen eines SSRI sollte man sich vergegenwärtigen, dass viele Menschen keine Probleme haben werden. Einige werden minimale Probleme haben, die möglicherweise nach ein paar Tagen ihren Höhepunkt erreichen, um dann wieder nachzulassen. Die Symptome können allerdings auch einige Wochen oder sogar Monate andauern. Manche Menschen werden größere Probleme haben, denen mit den nachfolgenden Absetzplänen geholfen werden kann.
Schließlich wird es aber eine Gruppe von Menschen geben, die das SSRI schlicht und einfach nicht absetzen können. Es ist wichtig, diese letzte Möglichkeit anzuerkennen, damit Sie sich in diesem Falle nicht unnötig quälen. Ärztliche Hilfe mag für manche Angehörigen dieser Gruppe hilfreich sein, um den Nebenwirkungen der SSRI zum Beispiel dem Verlust der Libido, medikamentös entgegenzuwirken.
Remergil ist zwar ein SNRI hat aber vergleichbare Eigenschaften.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 09.01.2005 17:19
von wartiger
Hi,
danke für dein Posting. So gesehen sind es reine Absetzsymptome, wobei ich das nicht verstehe. Wieso gibt es Absetzsymptome. Wenn ein gesunder Mensch Antidepressive nimmt passiert nichts. Er wird dadurch nicht glücklicher. Jetzt nehme ich sie als kranker Mensch, werde gesund und setze sie ab. Dann müsste ich theoretisch gesund bleiben (vorausgesetzt die Krankheit ist zuende). Ich finde man kann nicht eindeutig sagen ob es jetzt Absetzerscheinungen oder Wiederkehrende Symptome sind, man weiss ja nicht wenn man absetzt ob man jetzt tatsächlich gesund ist oder ob einfach nur die Medikamente die Krankheit "unterdrücken"?!

:wacko: