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Was tun bei Schlafstörungen?

Verfasst: 03.11.2003 16:15
von MorkvomOrk
Hallo zusammen.

Ich nehme 60mg Remergil und 75mg Stangyl gegen Angst und Depression gemischt ... das Stangyl ist eigentlich dazu gedacht, mir einen vernünftigen Schlaf zu ermöglichen (daher auch nicht hoch dosiert) ... hat bislang auch gut geklappt, aber in letzter Zeit kann ich trotz Stangyl (Trimipramin) nicht mehr richtig schlafen ... selbst als ich gestern 1mg Tavor oben drauf setzte, blieb ich fast die ganze Nacht durch wach ... bin völlig erschöpft und fühle mich, als sei ich von Stresshormonen überschwemmt ... und die Stimmung wird auch schlechter ... was tun? Will auf keinen Fall Beruhigungs- oder Schlafmittel nehmen. Das Tavor gestern war pure Verzweiflung. Davon lass ich jetzt auf alle Fälle die Hände ... hab jetzt schon Angst vor heute Abend und heute Nacht ...

Falls ihr ähnliches durchgemacht habt oder durchmacht, freue ich mich über eure Tipps!

Verfasst: 03.11.2003 17:06
von Oliver
Hallo Mork ... oder lieber Herr vom Ork?

Willkommen im Forum erstmal :)

Mein Schlafrhythmus ist im Moment auch mal wieder völlig ausser Rand und Band, aber ich kann dann wenigstens morgens so gegen 5-6 einschlafen und schlafe dann halt bis mittags (kann ich mir gottseidank erlauben, da ich nur 2 Tage die Woche und dann Spätschicht arbeite).
Wie ist das bei Dir? Kanst Du dann mehrere Tage gar nicht schlafen, bis Du irgendwann zusammenklappst? Ich habe das auch manchmal, daß ich dann einfach mal eine oder gar zwei Nächte durchmache, aber irgendwann holt sich der Körper dann doch seinen Schlaf.

Ich selbst nehme keine Psychopharmaka, und habe auch bis auf mein kleines Abenteuer mit Paroxetin keine Erfahrungen damit. Ich bin hauptsächlich hier, weil ich lernen will auch weiterhin ohne ADs und Co. auszukommen, und mich mit Leuten auszutauschen, die davon loskommen wollen, oder davon los sind.
Ich merke gerade, daß man das auch missverstehen kann, was ich gerade geschrieben habe - deshalb erkläre ich mich da lieber noch ein bisschen.
Jeder muss die Entscheidung Medikamente ja oder nein selber treffen, manchmal hat man auch gar keine Wahl oder denkt das zumindest oder wird dazu "gedrängt" ... war bei zumindest mir so, als ich mir habe Paroxetin verschreiben lassen ... Ich verurteile das also nicht, oder schaue darauf herab, oder was weiss ich ... auf keinen Fall.
Dadurch, daß ich für mich entschieden habe, daß Psychopharmaka keine Lösung sind und in Anbetracht dessen bei dem was ich in letzter Zeit darüber erfahren habe, sehe ich das natürlich aber auch bei anderen eher skeptisch, ob sie ihnen überhaupt helfen (Jeder lebt halt in seinem eigenen Realitätstunnel und denkt er würde die Welt objektiv sehen).
Durch meine "Tunnelbrille" betrachtet, habe ich von dem was Du erzählst nicht unbedingt den Eindruck, daß Dir die Medikamente gut helfen - oder irre ich mich da? Wie lange nimmst Du die Sachen denn schon und was sind das überhaupt für Medikamente und inwiefern sollen Sie Dir langfristig helfen, Deine Ängste und Depressionen zu überwinden?

Will nicht löchern - bin halt neugierig.
Alles Gute
Oliver

Verfasst: 03.11.2003 18:03
von CloneX
Hi Mork,

Ich kenn Stangyl nicht. Aber mich wundert dass du selbst mit Remergil keinen Schlaf kriegst. Das Ding nockt eigentlich viele Leute aus kurz nachdem sie diese Pille genommen haben. Allerdings scheint die schlafförderne Wirkung von Remergil besonders auf einer niedrigeren Dosis vorhanden zu sein. 60mg is ja schon sehr hoch (45mg wird in der Packungsbeilage als hohe Dosis empfohlen) - und einige werden bei so einer hohen Remergil Dosis sehr unruhig. Ich denke 15mg würden schlafmäßig eher was bringen als 60. Aber du nimmst das Zeug wahrscheinlich nicht nur wegen Schlafproblemen ?

Die Dosis von Stangyl kenn ich nicht. Vielleicht ist das ganze einfach zu hoch dosiert ?

Remrgil und Co.

Verfasst: 07.11.2003 11:20
von MorkvomOrk
Das Remergil (ein sog. NaSSA= noradrenalin- und serotoninspezifisches AD) nehme ich schon seit gut drei Jahren gegen major depression ... hat mir in der Hinsicht auch gut geholfen ... ich habe aber das gefühl, dass die Wirkung nicht merh ganz dieselbe ist wie anfangs ... die schlafanstoßende Wirkung jedenfalls ist inzwischen längst verpufft ... Stangyl (Trimipramin) ist ein älteres AD, das in so einer Niedrigdosierung 50-75mg zur Schlaftherapie eingesetzt wird und bei mir auch in der Regel gut hilft. Und mein Schlaf hat sich in den letzten Nächten zum Glück doch wieder normalisiert ...

@ Anne: bei mir ist es nicht so, dass die Nebenwirkung des Remergil mit Stangyl bekämpft wird. Nein, es soll zusätzlich gegen die hartnäckigen Schlafstörungen helfen ... das passt schon so!

Ob die Medikamente langfristig gegen die Depressionen helfen, weiß ich auch nicht. Es ist jedenfalls so, dass sie mir helfen, meinen Alltag zu bewältigen. Ich muss arbeiten und mein täglich Brot verdienen. Da kann ich nicht einfach sagen, ok, ich setz alles ab, scheißegal, wie's mir dann geht und hänge vielleicht Monate in der tiefsten Depression oder spring ausm Fenster. Man sieht einfach kein Land, wenn die Symptome zu stark sind und einen "übermannen" ...

Jedenfalls bin ich froh, dass ich wieder einigermaßen stabil bin seit vorgestern ...

Schöne grüße an alle!